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1. Akute Blutung, 2. Hämolyse,
Zur Klärung der Genese einer Anämie reichen meist wenige Laboruntersuchungen aus, die sowieso routinemäßig durchgeführt werden (Leukozyten- und Thrombozytenzahl, Differential-
Wie alle Blutzellen entstehen die Erythrozyten aus den Stammzellen; im Rahmen der
Erythropoese kommt es zunächst zur Proliferation und dann zur Hämoglobin-
Wird bei einem Patienten eine Anämie festgestellt, so sollte man als erstes herausfinden, ob die Anämie hypochrom, normochrom oder hyperchrom ist. Zu diesem Zweck muß man sich die Erythrozytenindizies ansehen. Sind diese erniedrigt, so liegt eine hypochrome Anämie vor. Dem entspricht im Blutausstrich eine Hypochromie der Erythrozyten. Diese zeigen eine große zentrale Aufhellung. Eine hypochrome Anämie ist immer auf eine Störung der Hämoglobin-Synthese im Knochenmark zurückzuführen. In erster Linie kommt es bei einem Patienten zu einer Störung der Hämoglobin-
Eisenmangels oder bei der
Thalassämie.
Bei der Eisenmangelanämie liegt eine Verminderung des Eisengehaltes des Körpers vor. Der Eisenmangel wird meist durch klinisch-chemische Untersuchungen nachgewiesen. Es findet sich eine Erniedrigung des Serum-Eisens und des Serum-Ferritins, während das Serum-Transferrin erhöht ist. Das Serum-Ferritin geht dem Gehalt der Eisenspeicher an Eisen parallel. Das Serum-Transferrin ist das Transporteiweiß für das Eisen. Es ist bei Eisenmangel erhöht, weil in der Leber vermehrt Transferrin synthetisiert wird. Entsprechend dem erhöhten Transferrin findet man auch eine erhöhte totale Eisenbindungs-
Ist der Eisenmangel nachgewiesen, muß durch weitere Untersuchungen geklärt werden, welche Erkrankung zugrunde liegt. In erster Linie handelt es sich um chronische Blutverluste. Dabei steht bei der Frau die Hypermenorrhoe im Vordergrund. Außerdem kann es zu chronischen Blutungen im Gastrointestinaltrakt kommen.
Durch Gastroskopie und Koloskopie muß nach Blutungsquellen im Magen-/
Eine Eisenmangelanämie ohne chronischen Blutverlust kann sich während der Schwangerschaft oder im Wachstumsalter entwickeln.
Bei der Thalassämie (Abb. 13: Targetzelle t bei Thalassämie) liegt eine angeborene erbliche Störung der Hämoglobin-
Nur selten ist die sogenannte Tumor- und Infektanämie hypochrom. Im allgemeinen handelt es sich um eine normochrome Anämie, die bei Patienten mit fortgeschrittenen malignen Erkrankungen oder chronischen entzündlichen Erkrankungen auftritt. Wie bei der Eisen-
Im Gegensatz zu den hypochromen Anämien sind bei den hyperchromen Anämien MCH und MCV erhöht. Das MCH erreicht dabei Werte um 40 pg und das MCV Werte um 110 - 120 fl. Bei der weiteren Diagnostik spielt der Blutausstrich eine große Rolle. Hier findet man Megalozyten (Abb. 14: Megalozyten M und Übersegmentierte s bei megaloblastärer Anämie). Das sind große ovale Erythrozyten. Diese Megalozyten treiben des MCH und das MCV in die Höhe. Thrombozyten und Leukozyten sind meist etwas erniedrigt.
Bei den neutrophilen Segmentkernigen fällt eine Übersegmentierung auf. Die Kerne dieser Leukozyten bestehen also zum Teil aus mehr als 5 Segmenten. Bei der Kombination von Megalozyten und Übersegmentierung der Segmentkernigen im Blutausstrich sollte man in erster Linie an eine megaloblastäre Anämie denken. Die Diagnose wird durch eine Knochenmarkaspiration gesichert.
Während die normalen Erythroblasten eine Schachbrett- Daneben finden sich auch Störungen im Bereich der Granulopoese mit Riesen- Meist liegt der megaloblastären Anämie ein Vitamin B12- oder ein Folsäuremangel zugrunde. Die Bestimmung des Vitamin B12- und Folsäurespiegels im Serum kann dabei weiterhelfen. Ein normaler Vitamin B12- Folsäuremangel tritt in erster Linie im Rahmen der Schwangerschaft und bei Alkoholikern auf. Ein Vitamin B12- Der Nachweis von Antikörpern gegen den intrinsic factor im Serum spricht sehr für eine solche perniziöse Anämie. Daneben kann es auch nach Gastrektomie oder bestimmten Darmerkrankungen zu einer gestörten Vitamin B12- oder Folsäure- Liegt neben einer normochromen Anämie eine Leukozytopenie und Thrombozytopenie vor, so spricht man von einer Panzytopenie. Ursächlich wird man dabei in erster Linie an eine Störung im Stammzellbereich denken. Allerdings kann es auch bei Patienten mit stark vergrößerter Milz und Hypersplenismus zu einer Panzytopenie kommen. Panzytopenien infolge Stammzell- Im Blutausstrich fällt die erniedrigte Leukozyten- und Thrombozytenzahl auf und bei den wenigen Leukozyten handelt es sich in erster Linie um Lymphozyten. Dies ist darauf zurückzuführen, daß die Lymphozyten meist viel langlebiger sind als die Granulozyten, die bei einer Stammzellstörung schneller abfallen. Zur weiteren Diagnostik ist eine Untersuchung des Knochenmarks notwendig. Zeigt sich bei der Knochenmarkpunktion eine punctio sicca, so ist der Verdacht groß, daß es sich um eine aplastische Anämie handelt. Diese Diagnose muß durch eine Beckenstanze mit histologischer Untersuchung des Knochenmarks gesichert werden. Häufiger ist eine Panzytopenie bei der Knochenmarkpunktion auf eine aleukämische Form der aktuen Leukämie zurückzuführen. Dabei ergibt sich bei der Knochenmarkpunktion ein zellreiches Mark, in dem die Zellen der akuten Leukämie, die Blasten, überwiegen. Auch andere maligne Bluterkrankungen, wie Plasmozytom, Haarzell- Ein besonderes diagnostisches Problem ist die isolierte normochrome Anämie. Dabei liegt nur eine normochrome Anämie vor, ohne Leukozytopenie und ohne Thrombozytopenie. Ursächlich kommen dabei eine akute Blutungsanämie, eine renale Anämie, eine Hypothyreose, eine
Hier findet man dann die Megaloblasten, die der Erkrankung den Namen geben (Abb. 15: Knochenmark mit Megaloblasten (M) und Riesenstab (r) bei megaloblastärer Anämie). Es handelt sich dabei um infolge von Vitamin B12- oder Folsäuremangel umgewandelte Erythroblasten. Die Megaloblasten sind größer als die Erythroblasten und besitzen ein breiteres Zytoplasma. Das auffälligste ist jedoch die abnorme Chromatin-Vitamin B12- und Folsäuremangel
Panzytopenie
Aplastische Anämie
Dabei zeigt sich dann, daß die blutbildenden Zellen weitgehend verschwunden sind und durch Fettmark ersetzt sind. Eine aplastische Anämie wird beobachtet nach Strahlenunfällen. Sie wird regelmäßig durch bestimmte Chemikalien wie Benzol ausgelöst. Es kann sich aber auch um eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen häufig verordnete Medikamente, wie z.B. Analgetika, handeln. In etwa der Hälfte der Fälle handelt es sich um eine idiopathische Form. Die schwere aplastische Anämie ist eine klassische Indikation für die Knochenmark-Normochrome Anämie
hämolytische Anämie und eine
sideroblastische Anämie infrage. Die akute Blutungsanämie wird aufgrund der Anamnese diagnostiziert, da es sich entweder um äußere oder innere Blutungen handelt. Innere Blutungen sind im allgemeinen gastrointestinale Blutungen. Die renale Anämie entsteht durch einen Mangel an Erythropoetin bei chronischer Niereninsuffizienz. Man findet dabei eine erhöhte Kreatinin-Sideroblastische Anämie
Gelingt es nicht, eine isolierte normochrome Anämie durch die üblichen Untersuchungen einschließlich mikroskopischer Untersuchungen des Blutausstriches einzuordnen, wird man sich schließlich zu einer Knochenmarkaspiration entschließen. Dabei zeigt sich dann oft, daß sich in der Berliner-Blau-Färbung (Eisenfärbung) Ringsideroblasten nachweisen lassen. Es handelt sich dabei um Erythroblasten, bei denen Eisenfärbung einen Ring von blauen Granula um den Kern herum zeigt. Damit ist die Diagnose sideroblastische Anämie (Abb. 21: Knochenmark mit Ringsideroblasten (R) bei sideroblastischer Anämie) gesichert. Diese Anämieart kann im Rahmen einer chronischen Bleivergiftung oder bei Alkoholismus auftreten, sie kann sich aber auch im Rahmen einer Myelodysplasie entwickeln.
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