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Retikulozyt Erythropoetin Weitere mögliche Innenstrukturen
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Aus der pluripotenten Stammzelle gehen die sogenannten Vorläuferzellen (CFUGEMM, BFUE und CFUE) hervor. Diese sind nur mit in-vitro Verfahren darstellbar. Die erste morphologisch erkennbare erythropoetische Zelle im Knochenmark ist der Proerythroblast (links).
Es handelt sich dabei um eine mittelgroße Zelle mit einem runden Kern und feinem Kernchromatin. Drei bis fünf Nukleolen. Das Zytoplasma weist mehrere fleck- oder sichelförmige Aufhellungszonen auf. Der Kern ist umgeben von einem Saum von dunkelblauem Zytoplasma mit perinukleärer Aufhellung. In den weiteren Zellteilungsschritten nimmt die Zellgröße kontinuierlich ab. Durch Teilung entsteht der Makroblast (rechts).
Durch weitere Teilung entwickelt sich der basophile Erythroblast (links), der deutlich kleiner ist als der Proerythroblast und dessen Kernchromatin stärkere Kontraste aufweist. Er hat einen runden Kern mit "Radspeichenstruktur". Das Zytoplasma ist weiterhin dunkelblau. Die nächsten Zellen der Erythropoese sind der polychromatische und oxyphile Erythroblast.
Der polychromatische Erythroblast (rechts) ist wieder etwas kleiner als der basophile Erythroblast und besitzt ein graublaues Zytoplasma infolge der beginnenden Hämoglobinsynthese. Der Kern zeigt die typische Schachbrettstruktur mit kleinen hellen und dunklen Chromatinabschnitten.
Der oxyphile bzw. orthochromatische Erythroblast (links) hat ein rötliches Zytoplasma infolge der zunehmenden Ansammlung von Hämoglobin. Der kreisrunde Kern zeigt zunehmend ein sehr dichtes strukturloses Kernchromatin.
Anschließend folgt die Phase der Entkernung der Normoblasten. Nach Ausstoßung des kleinen Kerns entsteht der Retikulozyt (rechts), der zunächst noch ribosomale RNS enthält und der sich nach Anfärbung mit Brillantkresylblau differenzieren läßt.
Es handelt sich dabei um einen jungen Erythrozyt mit leicht bläulicher Anfärbung, der noch zur Hämoglobin-Synthese befähigt ist. Der Retikolozyt und der reife Erythrozyt werden vom Knochenmark nach ca. 2 Tagen ins Blut abgegeben. Die Ausreifung zum Erythrozyten geschieht nach Ausschwemmung in die periphere Blutbahn überwiegend in der Milz.
Aus einem Proerythroblasten entstehen 16 Erythrozyten. Bei extramedullärer Blutbildung können sogenannte Erythroblasten (kernhaltige rote Blutkoerperchen) im peripheren Blut auftreten.
Das zu 90% in der Niere gebildete Erythropoetin reguliert die Erythropoese. Die Erythropoetinbildung nimmt bei verminderter O2-Spannung (verminderter O2-Gehalt im Blut, Anämien) in der Niere zu. Eine Hauptindikation für die Gabe von rekombinantem Erythropoetin ist die terminale Niereninsuffizienz. Weitere Indikationen, z.B. während der Regeneration nach Chemotherapien oder Knochenmarktransplantationen, sowie bei Anämien im Rahmen von systemischen Erkrankungen werden derzeit untersucht.
Störungen der Erythropoese können bei Vitaminmangelzuständen (B6, B12, Folsäure, C, E, Thiamin) oder Störungen des Eisen-, Mangan-, Kobaldstoffwechsels auftreten.
Jolly-Körper: DNS haltige Kernreste in Erythrozyten
Cabotsche Ringe: Pathologische schleifenförmige Einschlüsse in den Erythrozyten, die bei extramedullärer Blutbildung entstehen können.
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