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Pathomechanismus
Diagnostik
Behandlung des Asthma-Anfalls
Langzeitbehandlung
Nichtmedikamentöse Behandlung
Auslöser: Atemwegsinfektionen, unspezifische Reize (z.B. Staub, Kälte, Tabakrauch) und Allergene. Auch körperliche Belastung (Mundatmung: hyperosmolares Bronchialsekret) und Emotionen (Hyperventilation; Vagus-
Anamnese
Atopie in der Familie, Beschwerden: Trockener Reizhusten und/
Auskultationsbefund
Giemen und Brummen, u.U. nur bei forcierter langer Exspiration hörbar. Falls dieses Atemmanöver nicht gelingt, werden bis zu 30% der trockenen Atemgeräusche bei Kindern auskultatorisch nicht erfaßt. Bei Atemwegsinfektionen können zusätzlich feuchte RG zu hören sein.
Lungenfunktionsdiagnostik
(siehe auch
Rationelle Lungenfunktionsdiagnostik)
Etwa vom Vorschulalter an (bei strenger Indikationsstellung auch beim schlafenden Säugling) kann man den Atemwegswiderstand und das Ausmaß der Lungenüberblähung messen und mittels Bronchospasmolyse-
Verlaufskontrolle mittels Spirometrie (einschl. Fluß-
Fluß-Volumen-Diagramme geben u.a. Aufschluß über die Kooperation der Kinder bei der Lungenfunktionsuntersuchung.
Allergiediagnostik
Hauttest, (spezifisches) Serum-IgE; gezielte inhalative Provokation mit Allergen.
Infektionsdiagnostik
z.B. Differentialblutbild und CRP, ggf. Röntgen-Thorax, -NNH, evtl. Serologie.
Differentialdiagnostik
Bei ausbleibender Besserung trotz konsequenter Asthmatherapie: Ausschluß: gastroösophagealer Reflux, "chronische" Aspiration, Mukoviszidose, Tbc, kardiovaskuläre und Atemwegsanomalien, Residuen nach schwerer Infektion bzw. Beatmung wie Bronchiolitis obliterans, ziliäre Dysfunktion etc. (siehe auch
DD des chronischen Hustens / der bronchialen Obstruktion)
Atemerleichternde Körperposition; ggf. "dosierte Lippenbremse", "Packegriff"
ß-2-Sympathomimetikum (kurzwirk.), Fenoterol (Berotec®, in Berodual®), Salbutamol (z.B. Sultanol®): 2-4 Hub, möglichst über Spacer, alternativ: 8-16 Tr. / 2ml 0.9% NaCl, über Düsenvernebler (cave: Kältereiz, Herzfrequenz!), evtl. nach 10 min wiederholen, u.U. mit deutlich erhöhter Dosis, insbesondere nach vorausgehender Therapie mit Salmeterol (z.B. Serevent®) [partielle Hemmung der Adenylcyclase].
bei Hypoxie: Sauerstoff-Insufflation nach Bedarf (Pulsoximeter-Kontrolle!)
2 mg/kg KG Prednisolonäquivalent oral in 2-3 Einzeldosen oder intravenös 2 mg/kg alle 4-6 Stunden bis zur Besserung
evtl. Theophyllin, 5-6 mg/kg KG i.v. (langsam), im Notfall auch oral, z.B. Solosin®-Tropfen, ggf. rektal
alternativ: 0.1-0.4 ml Terbutalin (Bricanyl®) subkutan, andere ß-2-Mimetika i.v., vorzugsweise unter stationären Bedingungen (z.B. Salbutamol = Salbulair® initial 2 g/kg, Erhaltungsdosis als Dauertropfinfusion ca. 5 g/kg/h)
ggf. ergänzend Ipratropiumbromid (Atrovent®)
bei zunehmender Erschöpfung der Atemmuskulatur (klinische Zeichen, Anstieg des PCO2): Adrenalin, Suprarenin® subcutan 0,1-0,5 mg/10 kg (Lösung 1:1000) bzw. analoge Dosis i.v. (Verdünnung auf 1:10.000 mit 0,9% NaCl) sehr langsam, Herzfrequenzkontrolle (>180/min), notfalls Intubation, Beatmung, gründliche Bronchialtoilette
Diagnostik
Blutgasanalyse, Rö-Thorax (Nasennebenhöhlen?), Entzündungsparameter, ggf. Theophyllinspiegel, Serum-Elektrolyte
Behandlungsziel: Vermeiden von Beschwerden im Alltag, ungestörte Teilnahme an Sport oder Spiel, keine Fehltage in Kindergarten bzw. Schule. Prävention chronischer bronchopulmonaler Veränderungen. Keine Exazerbationen, die eine stationäre Behandlung erfordern. Weitgehend normale Lungenfunktion.
Medikamentöse Behandlung: Ab Schweregrad 2: Behandlung einschl. moderner inhalativer Kortikosteroide. Sie haben bei richtiger Anwendung (Inhalationshilfen, Mundspülung) keine klinisch bedeutsamen Nebenwirkungen. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann Budesonid-Suspension (0,5 mg / 2 ml) mittels Düsenvernebler verabreicht werden (Pari-Boy® ohne Verwendung des "Baby S"-Zusatzes). Bei der Inhalation über eine Maske gehen etwa 90% des Medikamentes verloren. Es muß daher ausreichend hoch dosiert werden (z.B. 2 x 2 ml).
Bei akuten infekt- und allergiebedingten Asthma-Beschwerden ist gelegentlich kurzfristig der systemische Einsatz von Prednis(ol)on erforderlich. Die Wirkungslatenz ist zu bedenken. Bei Langzeitanwendung kann eine Dosisreduzierung mit Hilfe eines Antileukotriens versucht werden.
Eine Hyposensibilisierungsbehandlung (maximal 3 Allergene) ist bei ubiquitär vorkommenden Allergenen und eindeutiger klinischer Relevanz gerechtfertigt. Meist müssen die unten genannten Medikamente ergänzend verabreicht werden. Eine orale Hyposensibilisierung ist wenig erfolgversprechend.
bei Schweregrad II-IV: evtl. ein Antileukotrien
I. Intermittierendes Asthma
gelegentlich geringe Symptome, Husten und Atemnot-Episoden < 1 mal pro Monat
Inhalatives kurzwirkendes ß-2-Sympathomimetikum (FCKW-frei) bei Bedarf: 50-200 µg; bei Sgl.: 10 Tr. Anticholinergikum (Atrovent®) + 2 Tr. ß-2-Mimetikum über Düsenvernebler
II. Persistierendes mildes Asthma
geringe Beschwerden, Husten und Atemnot-Episoden > 1 mal pro Monat, Wachstum nicht gestört
Dauertherapie: Cromoglicinsäure, 2-4 mal pro Tag (je 3 Hub / 1 Kps. / Amp.) od. Nedocromil-Na, 3-4 mal pro Tag, je 2 Hub
Bedarfsmedikation: wie bei I.
bei ungenügendem Therapie-Erfolg: inhalatives Kortikosteroid: Fluticason 50-200 µg / Tag, Budesonid bis 400 µg / Tag (Dosieraerosol über Spacer oder als Pulver), bei Sgl. mit häufigen Infekten: Budesonid-
III. Mittelschweres Asthma
geringe Symptome: > 1 mal pro Woche, Lebensqualität und Schlaf beeinträchtigt, u.U. Wachstum gestört
inhalatives Kortikosteroid: Fluticason, Budesonid in doppelter Dosis gegenüber II., bei Sgl.: Budesonid-Susp. (siehe II.)
zusätzlich kurzwirkendes ß-2-Mimetikum
abends - vorzugsweise inhalativ - ein langwirkendes ß-2-Mimetikum (z.B. Formoterol), ggf. zusätzlich ein Anticholinergikum 3 x pro Tag, je 2 Hub, 1 Inhalette oder 10 Tropfen Atrovent® auf 2 ml Budesonid
IV. Schweres Asthma
Symptome: meistens bzw. kontinuierlich, Lebensqualität und Schlaf deutlich beeinträchtigt
Inhalatives Kortikosteroid: Dosis erhöhen
langwirkendes ß-2-Mimetikum (s.o.), 2 mal pro Tag
evtl. zusätzlich kurzwirkendes ß-2-Mimetikum
sowie ein Anticholinergikum (vgl. III.)
evtl. zusätzlich Retard-Theophyllin
bei Bedarf orales Prednisolon, wenn möglich passager, ggf. kontinuierlich
Verzicht auf Tierhaltung, unnötige Staubquellen (Hobbies!) und Rauchen in der Wohnung, ggf. Verwendung hautfreundlicher milbendichter Kopfkissen und Matratzen-
Begründung: Das Risiko eines persistierenden Asthmas wird erhöht durch das Halten von Haustieren (Tier-
Laien-
Beendigung der Behandlung: Sind länger als 6 Monate keine Beschwerden mehr aufgetreten, so kann die medikamentöse Behandlung mit Medikamenten behutsam verringert, vielleicht sogar beendet werden. Die beschriebenen nicht-
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