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Enzymatische Wundreinigung Zucker Zinksalbe Wundauflagen Anmerkung
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"Wir können nicht zur Karibik fliegen und Wunden verbinden wie im Mittelalter"In den letzten 15 Jahren hat sich die Forschung verstärkt mit den Vorgängen bei der Wundheilung befaßt, und es hat große Entwicklungen gegeben. Dieses erweiterte Wissen hat Konsequenzen für die Wundversorgung. Sie ist durchaus mit einfachen Mitteln möglich, aber es wurden auch neue Wundauflagen entwickelt, die bei der Versorgung und Wundheilung eine gute Hilfe sein können. Wichtiger noch: Weglassen, was schädlich ist - nach dem aus der Antike stammenden Motto der Ärzte: "Vor allen Dingen keinen Schaden zufügen!"
Trotz der neuen Forschungsergebnisse halten sich in der Altenpflege wie auch in der Krankenpflege und bei den ärztlichen Verordnungen beharrlich überholte Gewohnheiten. Im folgenden werden für einzelne Schritte des Verbandswechsels die Fehler zusammengestellt, die in der Praxis am häufigsten anzutreffen sind, dazu die schädlichen Folgen und die richtige Vorgehensweise.
Eine Fehlerquelle, die man oftmals in der Praxis trifft ist, daß Wunden nicht gespült werden. Das hat zur Folge, daß Gewebstrümmer auf der Wunde zurückbleiben und der Heilungsprozess dadurch verlangsamt wird.
Desweiteren wird der Fehler begangen, daß Wunden mit NaCl 0,9 % (Kochsalz-
Das Problem bei allen lokal desinfizierenden Mitteln ist, daß eine Resistenzentwicklung eintritt, weil die desinfizierende Wirkung die tieferliegenden Keime nicht voll erreicht.
Beim Desinfizieren mit H2O2 (Wasserstoffperoxyd) erreicht man keine Lokaldesinfektion. Es wirkt zytotoxisch und hemmt dadurch die Wundheilung. Außerdem beißt und schmerzt es in offenen Wunden.
Bei jodhaltigen Mitteln, wie z.B. Betaisodona besteht die Gefahr der Kontaktallergie. Desweiteren können durch die Resorption des Jods Schilddrüsenfunktionsstörungen auftreten. Da aber z.B. "Lavasept" oder "Eosin 0,5 %" gewebeverträglich sind, können sie evtl. eingesetzt werden.
Was von Zeit zu Zeit immer wieder auftaucht, ist die Verwendung von Mercurochrom. Das ist wohl das ungeeignetste Mittel überhaupt, da es Wunden austrocknet, und die Epithelisierung stark verzögert wird. Weiterhin besteht die Gefahr der Resorption des enthaltenen Quecksilbers. Mercurochrom verfälscht zudem die Beobachtung der Wunde durch die Farbe des Mittels.
Lokale Antibiotika wie z.B. Leukase oder Nebacetin bewirken wieder eine Resistenzentwicklung. Die Antibiotika erreichen nicht den Ort der Entzündung, Keime sind ins Gewebe infiltriert und Lokalantibiotika wirken nur an der Oberfläche.
Zulässig sind sie bei nicht beherrschbarer Keimbesiedlung (Entzündung, Wundrose, Erysipel), jedoch sollten sie dann systemisch, nach Resistenzprüfung eingesetzt werden.
Eine enzymatische Wundreinigung durch Fibrolan oder Iruxol sollte keinesfalls länger als 3 Wochen durchgeführt werden. Es ist dabei wichtig, die Wunde genau zu beobachten und die Verwendungen derartiger Arzneimittel einzustellen, sobald keine schmierig-
Wenn eine enzymatische Wundreinigung über einen längeren Zeitraum durchgeführt wird, birgt dies die Gefahr, daß neues Granulationsgewebe angegriffen wird. Außerdem erhält man unerwünschte Beläge. Alternative: Physikalisches Debridement durch einen feuchten Wundverband mit Ringerlösung, z.B.
TenderWet.
Andere Salben wirken als Nährboden für Keime, sie erreichen nicht die heilungsfördernde Wirkung eines feuchten Wundverbandes. Deshalb ist es nicht günstig Salben in Verbindung mit offenen Wunden einzusetzen.
Traubenzucker oder Industriezucker sind zu vermeiden, da sie wegen ihrer Unsterilität nur eine Keimverschleppung darstellen. Möglich ist in diesem Bereich das Präparat Debrisorb.
Oftmals wird der Wundrand mit Zinksalbe geschützt. Zink ist jedoch ein Schwermetall und wirkt enzymblockend und koagulierend. Desweiteren sind Zinksalbenreste wegen ihrer Konsistenz nur sehr mühsam von der Haut zu entfernen und strapazieren deshalb die Haut.
Zinkpaste ist höchstens akzeptabel in der exsudativen Phase, in der die gesunde Haut gegen keimbelastetes Exsudat geschützt werden muß, aber auch dann sollte man die Salbe nur ganz dünn auftragen. Am besten vermeidet man sie ganz.
Durch trockene Kompressen auf einer feuchten Wunde wird neues Granulationsgewebe beim Verbandswechsel abgerissen. Außerdem ist es ohnehin nicht sehr sinnvoll, trockene Kompressen als Wundauflage zu benutzen, da eine Migration bei trockener Wunde nicht möglich ist. Anstelle von trockenen Kompressen sind ein feuchter Wundverband z.B. mit Ringerlösung oder
Hydrogel- bzw. Hydrokolloid-
Um zu vermeiden, das die Kompresse mit der Wundauflage verklebt, werden in vielen Fällen Salbenkompressen zum Teil mit Antibiotika-
Grassolind gute Erfolge erzielen.
Auf jeden Fall ist es oberstes Gebot, Wunden steril zu verbinden. Unsteriles Verbandsmaterial bringt immer die Gefahr zusätzlicher Kontamination mit sich.
René Tanzer
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