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Asthma - unter Therapie beschwerdefrei - gibt es das wirklich?

MfathiIlda_GQoettinegen hat die Diskussion gestartet


Bei mir wurde vor etwa 3 Monaten ein Asthma bronchiale bei starker Hausstaubmilbenallergie diagnostiziert. Ich bin momentan noch dabei, "meine" Einstellung der Asthmamedikamente zu finden. Unter dem anfangs verwendeten Budesonid habe ich so ziemlich sofort (trotz strenger "Mundhygiene") eine Soor-Infektion bekommen und war heiser, unter Alvesco 160 war ich quasi beschwerdefrei, dann reduzierte mir der Arzt das Spray auf 80 und nun habe ich wieder Reizhusten, mein Brustkorb tut weh und ich hab das Gefühl, dass ich nicht recht abhusten kann. Aber darum geht es mir gar nicht so sehr. Was mich an der Situation am meisten nervt, ist die Langzeitperspektive. Einerseits sagen mir alle Ärzte, dass man mit Asthma heute gut leben könne und das Ziel die Beschwerdefreiheit sei. Andererseits soll ich laut meinem Lungenarzt immer versuchen, das Spray zu reduzieren, wenn es mir gut geht - damit nehme ich doch aber immer wieder in Kauf, dass neue Beschwerden auftreten? Das wird doch dann ein ewiger Kampf gegen das Kortisonspray, der mich jetzt schon nervt.

Dazu kommt noch, dass ich kaum Leute kenne, die mit ihrem Asthma wirklich gut klar kommen. Überall hört man nur von den Auslösesituationen, welche die Beschwerden stärker machen, was man meiden sollte, welche Einschränkungen es gibt, dass man "im Prinzip" beschwerdefrei sei außer in der Pollensaison usw. Unter Beschwerdefreiheit verstehe ich aber eigentlich, dass man eben nicht täglich mit dem Asthma kämpft sondern im Alltag nicht daran denkt!

Aktuell habe ich das Gefühlt, dass sowohl mein Job als auch meine Familie total darunter leidet, dass ich mit dem Kopf wieder bei dem komischen Gefühl beim Einatmen bin, statt bei meinen süßen Kindern. Das belastet mich sehr!

Meine Frage daher: Gibt es sie wirklich, die Asthmatiker, die so eingestellt sind, dass sie im Alltag keine Beschwerden haben, oder ist das ein Aufmunterungsversuch meines Arztes?

Antworten
MTarLieC]urixe


Ja, hier! Ich habe kaum bis keine Probleme mit meinem Asthma.

MCatzhildGa_GoetGti{ng@en


Dankeschön! Das freut mich. Nimmst du (regelmäßig) Asthma-Medikamente?

bhogtgxar60


Ja, die gibt es.

Ich habe seit ca. 10 Jahren Asthma. Allerdings nicht sehr stark, also ohne deutliche Erstickungsanfälle.

Meine Dosierung ist 2 x täglich 0,2 Budesonid, bei Bedarf Salbutamol. Meistens nur etwa 2 x im Monat.

Kopf hoch, das wird schon!

KCante=nmeschanxiker


Andererseits soll ich laut meinem Lungenarzt immer versuchen, das Spray zu reduzieren, wenn es mir gut geht..

Welches, das Kortikoid? Das glaube ich nicht.

MGarie Cu|rixe


Abends sprüh ich mit Symbicort.

In der Winterzeit kann es passieren, dass ich kurzatmiger werde, dann sprühe ich auch morgens.

Einen "Notfallspray" besitze ich auch.

M[athi[lda_LGoettiRnxgen


Danke boggar60! Erstickungsanfälle hatte ich auch nie. Bei mir war und ist es eher Husten mit so einem Gefühl, schlecht einatmen zu können und belegte Bronchien zu haben. Meine LuFu war und ist prima und der PeakFlow ist nicht mal verändert, wenn ich das Gefühl habe, dass es mir wirklich schlecht geht. Aber trotz dieser objektiven Parameter fühle ich mich extrem eingeschränkt dadurch, dass ich einfach ständig merke, dass was nicht stimmt. Die Aussicht, dass mich das nun immer begleiten wird, ist wirklich furchtbar.

MPathilAda_Goe1ttinSgxen


@ Kantenmechaniker:

Doch, er meinte, man muss die Patienten auf die geringst mögliche Dosis einstellen. Ursprünglich sollte ich das Spray sogar nur 6 Wochen nehmen und dann ausschleichen, was ja nun offensichtlich nicht geklappt hat. Dann meinte er, dass in diesem Fall die Nachteile des dauerhaften Sprays geringer seien als die dauerhaften Asthma-Symptome. Aber er sagt, man soll immer wieder die Medikation überdenken und versuchen, das Kortison zu reduzieren. Ich hab mich auch gewundert, weil ich das inzwischen überall anders gelesen habe. Ich hab sowieso schon ein ganz schlechtes Gefühl dabei, dauerhaft auf Kortison angewiesen zu sein (auch wenn die Dosis ja wohl unschädlich ist, aber so richtig langfristige Studien gibt es ja da gar nicht) und ärgere mich nun noch, dass ich es nicht so ausschleichen kann, wie mein Arzt es eigentlich wollte.

a"g(nes


Meine LuFu war und ist prima und der PeakFlow ist nicht mal verändert, wenn ich das Gefühl habe, dass es mir wirklich schlecht geht.

Wie wurde die Asthma-Diagnose gestellt?

Mhathi(lda_GozettinNgexn


@ Agnes:

Eigentlich rein klinisch. Wegen meines starken Allergie-Hintergrundes ist die Diagnose anscheinend recht klar und weder die Allergologen, die mich fleißig hyposensibilisieren (bislang ohne Erfolg, leider) noch der Pulmologe hat sich sehr über den Etagenwechsel gewundert.

a!gnexs


Allergie ist nicht mit Asthma gleichzusetzen.

adgxnes


3.4 Technische Untersuchungen

Obstruktive Atemwegserkrankungen führen zu einem Rückgang des peak expiratory flow (PEF) (siehe 3.4.2 Peak-flow-Messung) und des forcierten expiratorischen Volumens in einer Sekunde (FEV1 ) (siehe 3.4.1 Spirometrie). Die Werte können jedoch unauffällig sein, wenn sie zwischen bronchospastischen Episoden gemessen wurden. Unter diesen Umständen kann eine mehrmalige tägliche Peak-flow-Messung mit Protokollierung der Werte in einem Diagramm zur Diagnosesicherung beitragen. Wiederholt unauffällige Werte bei gleichzeitigem Vorliegen asthmatischer Symptome stellen die Richtigkeit der Diagnose Asthma in Frage.

3.4.1 Spirometrie

Die Spirometrie wird auch als ‚kleine Lungenfunktion‘ bezeichnet. Sie kann auch in der Allgemeinarztpraxis mit Handgeräten durchgeführt werden. Die wichtigsten hierbei erhobenen Werte sind die Vitalkapazität (VC) und die Einsekundenkapazität (FEV1). Die Einsekundenkapazität dient als Verlaufsparameter.

Beim Vorliegen einer bronchialen Obstruktion findet man eine Reduktion der Einsekundenkapazität (FEV1) bei erhaltener Vitalkapazität. Der Quotient von FEV1/FVC (Tiffeneauindex) ist somit reduziert (< 70%). Die Einsekundenkapazität unterliegt den gleichen Schwankungen wie der Peak-flow-Wert.

Bei Symptomfreiheit kann die Lungenfunktion vollständig unauffällig sein. Werden jedoch mehrmals trotz des Vorliegens von Symptomen unauffällige Spirometerkurven aufgezeichnet, ist die Asthmadiagnose zu hinterfragen.

[[http://www.evidence.de/Leitlinien/leitlinien-intern/Asthma_Start/Asthma_Text_Diagnose/asthma_text_diagnose.html]]

Mfathild+a_Goettinxgen


@ Agnes

Danke für die ausführlichen Infos! Tatsächlich war ich im Uniklinikum und bei einem niedergelassenen Pulmologen, bei der Diagnose waren sich beide unabhängig voneinander sehr einig. Anfangs lief das ganze noch unter "allergischer Bronchitis" (wobei das von der ICD10 Nomenklatur sowieso das gleiche ist wie Asthma), inzwischen nennen sie es eben einfach Asthma. Es gibt ja auch Cough Variant Asthma, wo eben die klassischen Asthma-Symptome der Atemnot fehlen und die Tests unauffällig sind.

Ehrlich gesagt wollte ich den Faden hier auch gar nicht eröffnen, um weiter mit der Diagnose zu hadern (das mache ich natürlich auch, aber das hat, denke ich, wenig Sinn). Was mich so sehr belastet ist die Langzeitperspektive, also die Aussicht, nun "für immer" dieses unangenehme Gefühl auf der Brust zu haben, nicht so richtig durchatmen zu können, nicht mehr richtig singen zu können (das ist eigentlich mein wichtigstes Hobby) und eben bis an mein Lebensende Kortison zu nehmen. Und dabei habe ich eben das Gefühl, dass die meisten doch irgend wo Beschwerden haben, trotz Therapie.

Daher hätte ich mich über ein paar "positive" Beiträge zum Thema von erfahreneren Patienten gefreut. Aber vielleicht schauen die meisten Patienten, die wirklich beschwerdefrei sind, hier gar nicht vorbei, oder es gibt einfach nicht so sehr viele von ihnen. Trotzdem Danke an alle, die geschrieben haben!

t7he-cavxer


Wir kennen uns jetzt über 40 Jahre, mein Asthma und ich. Und seit es inhalatives Cortison gibt, beeinträchtigt es mich so gut wie gar nicht mehr. In der Saison hab ich halt mein Salbutamol dabei und wenn ich erkältet bin, wirds auch manchmal ein bisschen enger. Das letzte mal, dass mich das Asthma wirklich an etwas gehindert hat, war 2014: Zu Beginn der Saison war meine Einstellung noch nicht ganz optimal, ich hab trotzdem eine eher anstrengende Höhlentour gemacht. Und als ich in einem Gang lag, der so eng war, dass man sowieso schon nicht mehr tief einatmen und sich nur zentimeterweise weiterschieben konnte und ich das Asthma gemerkt habe, hab ich dann doch den Rückzug angetreten - zumal es zu eng war, um an das Spray in der Brusttasche ranzukommen...

160 Alvesco sind übrigens völlig ok, ich komme auch nicht mit 80 aus (brauche es allerdings auch nur 2-3 Monate jährlich). Früher hatte ich noch ein Anstrengungs-Asthma vor allem in kalter Luft, das ist aber von selber weniger geworden. Wenn ich bei kaltem Wetter Rennrad fahre, nehme ich halt vorher Salbutamol.

Mgathilpda_GXoettixngen


Das klingt ja sehr gut, vielen Dank!

Leider ist bei mir im Prinzip immer "Saison", weil ich ja gegen die Hausstaubmilben allergisch bin und trotz intensivem Putzen, Encasings usw. die Tierchen natürlich nie komplett los werde. Dazu kommen dann im Sommer die Gräser. Bin mal gespannt, wie es diesen Sommer wird, letztes Jahr hatte ich ja noch kein Asthma.

Ich würde mich echt freuen, wenn ich wenigstens zeitweise ohne Kortisonspray auskommen würde. Ich hab es jetzt mittlerweile bei zwei Freundinnen erlebt, dass bei ihnen Asthma diagnostiziert wurde (bei einer richtig mit Atemnot, bei der anderen auch "nur" mit Husten), sie inzwischen aber ihr Kortisonspray wieder vollkommen abgesetzt haben (nach ca. 2-3 Monaten Einnahme) - da wird man wirklich neidisch. In meinem Umfeld kenne ich überhaupt niemanden, der es so wie ich durchgehend nehmen muss.

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