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Philippinische Heiler

D0irk FeNulnker hat die Diskussion gestartet


wenn ich mir hier die ganzen Themenbereiche so anschaue, all die Behandlungsmethoden und interessanten Berichte, fehlt mir ein solcher ueber die philippinischen Heiler.

Hat jemand schon davon gehoert, selbst Erfahrungen gemacht? Diesen ist es moeglich Krebs und andere Krankheiten, bis hin zu "unheilbaren" mit blosser Hand aus dem Koerper zu holen und den Organismus davon zu heilen.

Auch wenn nicht erklaerbar, es ist Realitaet und faktisch gegeben!

Antworten
mQulcrh999


Naja, mein philippinischer Partner rät: Hände weg von Quackdoctor. Er rät weiter: nicht rauchen, viel Gemüse essen, Fleisch nur als Beilage, sehr vielseitig essen, selbst kochen statt Tütensuppe, und er finanziert seiner Nichte die Ausbildung zur Krankenschwester.

Wer Interesse an philippinischer Hilfe hat:

Haushaltshilfe, Kindermädchen (!!!!!), Krankenpfleger, Krankenschwestern,

UTlmeIr Sp%atxz


ALso ich hab darüber schon vor über 20 Jahren einen Bericht im Fernsehen gesehen. Das war glaube ich in der Knoff-Hoff-Show.

Die führen "Operationen durch, indem sie zwei Flüssigkeitsgetränkte Wattebäuschchen über der Haut zusammen bringen, sobald die beiden unterschiedlichen farblosen Flüssigkeiten zusammen kommen, ändert sich die Farbe in Rot, Durch einen einfachen Taschenspielertrick lassen die Leute dann Innereien erscheinen, die aber in Wahrheit von Tieren stammen. Es sieht aber so aus, als ob der Geistheiler eien Operation durchführt.

Die Geschichten dieser Wunderheiler kommen immer wieder hoch. Soweit ich weiß, war dieser Mann hier der Urvater dieser "Methoode":

[[http://www.esowatch.com/ge/index.php?title=Tony_Agpaoa]]

miacasai


Daß die philippinischer Heiler nicht mit bloßen Händer Tumoren oder sonstiges erkranktes Gewebe aus dem Körper des Patienten holen, dürfte ja wohl jedem klar sein, aber darum geht es bei dieser Methode gar nicht. Durch die eindrucksvollen "Tricks" und die Rituale drumherum entsteht eine sehr starke emotionale Stimmung und vielen Patienten wird tatsächlich (dadurch ?)geholfen (die Verstärkung des Placeboeffekts durch Rituale ist seit Jahrtausenden bekannt). Man kann all das natürlich auf Taschenspielertricks und Betrügerei reduzieren, wenn man mit streng westlich-materialistischer Einstellung beurteilt und selbst auch nicht davon betroffen ist, aber ich denke, man würde den Heilern und auch den Patienten keinen großen Gefallen damit tun.

Grüsse vom Maasai

N^emBesi?s20x10


Daß die philippinischer Heiler nicht mit bloßen Händer Tumoren oder sonstiges erkranktes Gewebe aus dem Körper des Patienten holen, dürfte ja wohl jedem klar sein,

Genau das haben aber die philippinischen "Heiler" behauptet. Und um diese Behauptung zu untermauern haben Sie die beschriebenen Taschenspielertricks benutzt.

aber darum geht es bei dieser Methode gar nicht.

Natürlich nicht – es ging natürlich darum, schwer kranken Patienten noch ein bisschen Geld abzuknöpfen indem man ihnen Wunderheilungen versprach.

Durch die eindrucksvollen "Tricks" und die Rituale drumherum entsteht eine sehr starke emotionale Stimmung und vielen Patienten wird tatsächlich (dadurch ?)geholfen (die Verstärkung des Placeboeffekts durch Rituale ist seit Jahrtausenden bekannt).

Das gibt es billiger und mit genauso guten (oder besser schlechten) Erfolgsaussichten bei einer Wallfahrt nach Lourdes – dort wurde auch schon vielen geholfen...

Wieviele sind eigentlich "viele Patienten"?

Und wievielen hat obige Methode nicht geholfen?

Man kann all das natürlich auf Taschenspielertricks und Betrügerei reduzieren,

Was es natürlich auch ist.

wenn man mit streng westlich-materialistischer Einstellung beurteilt

Auch auf den Phillipinnen gilt so etwas als Betrug...

und selbst auch nicht davon betroffen ist, aber ich denke, man würde den Heilern und auch den Patienten keinen großen Gefallen damit tun.

Wohl wahr – wer den Betrug des Betrügers enttarnt tut dem Betrüger damit selten einen Gefallen.

Seltsam nur, wenn der Geistheiler sich seinen eigenen Blinddarm dann doch lieber vom "Schulmediziner" entnehmen läßt statt auf die Künste seiner Kollegen zurückzugreifen – wie eben der oben erwähnte Tony

mdaas9axi


Ach Nemesis,

warst du schon mal auf den Philippinen? Weißt du ungefähr, wieviele Menschen es sich dort leisten können, operiert zu werden (so richtig schön im Op mit laminar air flow, ordentlicher Anaesthesie und allem was dazu gehört) Weißt du, daß dort eine Familie ganz schnell am Rande des existentiellen Abgrunds stehen kann, wenn ein Blinddarm operiert werden muß? Ich kann es mir nur schwer vorstellen. Natürlich sind deine Argumente "wahr" und "richtig" (habe ich auch gar nicht bestritten; insofern ist es nicht nötig, meinen Beitrag zu zerpflücken), nur nutzt das einem evtl. betroffenen Philippino gar nichts; eher im Gegenteil.

Andersrum: Hast du eine Vorstellung davon, wieviele Blinddärme bei uns entfernt werden, die gar keine sind? Natürlich heißt es in der Histologie "subakute Appendicitis" o.ä., das geht dann in die Statistik als reguläre und indizierte Appendektomie ein. Das normale OP-Risiko, das Narkoserisiko, das Risiko der postoperativen Infektion und die evtl Folgeerscheinungen bis zum Bridenileus werden als unvermeidbar hingenommen, weil die OP ja "indiziert" war.

Versteh mich nicht falsch: Für jemanden wie dich und wohl auch für mich ist es vollkommener Quatsch, sich von einem philippinischem Heiler "operieren" zu lassen. Wenn du aber daran glaubst und wenn das ganze auch noch Teil deiner Kultur ist, kann es in vielen Fällen helfen, sogar wenn du naturwissenschaftlich ausgebildet bist.

Du bist nicht zufällig Medizinstudentin in einem hoheren Semester? das würde doch einiges erklären.

Nix für ungut und Grüsse vom Maasai

mgulchN999


@ maasai

Auch arme Philippinos lassen sich den Blinddarm im Krankenhaus enfernen. Auch sie lassen sich bei Krebs auf eine Chemo ein.

Die Familie zahlt dafür viel Geld. d.h. die ganze Familie. Das geht bis zu Kousinen 3. und 4. Grades, wo die Ur-Ur-Grosseltern Geschwister waren.

NYem^esis5201x0


Ach Nemesis,

warst du schon mal auf den Philippinen?

Zweimal – reicht das?

Ansonsten kann ich noch einige Kollegen in Manila anbieten mit denen ich regelmäßig kommuniziere – die kämen übrigens nicht im Traum darauf sich von einem Geistheiler behandeln zu lassen.

Gegenfrage:

Wurden Sie schon mal von einem Geistheiler erfolgreich behandelt?

Weißt du ungefähr, wieviele Menschen es sich dort leisten können, operiert zu werden (so richtig schön im Op mit laminar air flow, ordentlicher Anaesthesie und allem was dazu gehört)

Ich kann es mir ungefähr ausmalen.

Gegenfrage:

Wird die beschrieben Methode der Geistheilung durch die verbreitete Armut der Bevölkerung in irgendeiner Weise wirksamer?

Weißt du, daß dort eine Familie ganz schnell am Rande des existentiellen Abgrunds stehen kann, wenn ein Blinddarm operiert werden muß?

Gegenfrage:

Ist es deswegen gerechtfertig sinnlose Scheinoperationen (die sicher auch nicht kostenlos dafür aber umsonst sind) durchzuführen?

Ich kann es mir nur schwer vorstellen.

Das ist allerdings ihr Problem.

Natürlich sind deine Argumente "wahr" und "richtig" (habe ich auch gar nicht bestritten; insofern ist es nicht nötig, meinen Beitrag zu zerpflücken), nur nutzt das einem evtl. betroffenen Philippino gar nichts; eher im Gegenteil.

Dem betroffenen Philippino nützt eine betrügerische und wirkungslose Operationstechnik auch nichts – selbst wenn er sie sich gerade so leisten kann.

Nach Ihrer Argumentation darf man also Patienten durchaus abzocken, solange sie nur arm genug sind um sich eine tatsächliche Alternative leisten zu können und ungebildet genug, um den Betrug zu erkennen.

Andersrum: Hast du eine Vorstellung davon, wieviele Blinddärme bei uns entfernt werden, die gar keine sind?

Wieviel Prozent sind das denn und woher stammt denn Ihre Vorstellung?

Natürlich heißt es in der Histologie "subakute Appendicitis" o.ä., das geht dann in die Statistik als reguläre und indizierte Appendektomie ein

Aha – die Statistiken sind also auch falsch – und diese Erkenntnis haben Sie nochmal woher?

Das normale OP-Risiko, das Narkoserisiko, das Risiko der postoperativen Infektion und die evtl Folgeerscheinungen bis zum Bridenileus werden als unvermeidbar hingenommen, weil die OP ja "indiziert" war.

Vorausgesetzt Ihre Ausgangsthese stimmt – bisher existiert die aber nur in Ihrer Vorstellung – aber vielleicht bekommen wir ja noch den Quell Ihrer Erkenntnis mitgeteilt ;-)

Versteh mich nicht falsch: Für jemanden wie dich und wohl auch für mich ist es vollkommener Quatsch, sich von einem philippinischem Heiler "operieren" zu lassen.

Ach ja, aber dem armen und ggf. eher ungebildetem Phillipino darf (oder kann?) man es dann doch vertickern, solange der nur daran glaubt oder keine Alternative hat.

Wenn du aber daran glaubst und wenn das ganze auch noch Teil deiner Kultur ist, kann es in vielen Fällen helfen, sogar wenn du naturwissenschaftlich ausgebildet bist.

Ich habe ja schon mal gefragt, was in "vielen Fällen" bedeutet.

Wieviele Fälle sind es denn nun ungefähr, in wievielen Fällen hat die Methode versagt und woher stammt diese Erkenntnis?

Hat Ihnen das ein Geistheiler eingeflüstert oder woher wissen Sie das?

Diese Frage wollen oder können Sie offensichtlich nicht beantworten.

[Ironie]

Es bleibt also dabei – wenn schon alternativ heilen dann gibt es eben nichts besseres als die bewährte Lourdes-Wallfahrt:

Vorteile:

- preiswert

- garantiert ohne medizinische Nebenwirkungen

- jahrhundertelang erprobt

- basiert auf jahrtausendealtem Wissen

- dem westlichen Kulturkreis angepaßt

- es hat schon sehr vielen geholfen

- zahlreiche medizinische Wunderheilungen sind belegt

Nachteile:

- es gibt keine Magic-Showeinlagen ala "Tony der Wunderheiler" dafür aber immerhin ein paar Verwandlungstricks

[/Ironie]

Und mal ehrlich – welche andere Alternativmethode kann damit mithalten?

U{lmedr Spxatz


Diese besagten Geistheiler suchen sich aber keine armen Schlucker aus der eigenen Bevölkerung, sondern zahlungskräftige Kundschaft aus Industrieländern, die sie in "Privatkliniken" für ordentlich Kohle "behandeln". Bevorzugte Opfer sind insbesondere Leute, die kritiklos alle Arten von "fernöstlicher Medizin" automatisch der (westlichen) Schulmedizin als überlegen erklären.

Und bei akuten Krankheiten wie Blinddarmentzündung hilft eben das "psychologische Element" auch nicht mehr.

dXrug


Nemesis, ist dir eigentlich klar, dass diese Leute überhaupt nicht in der Lage wären, den Menschen die Wahrheit zu sagen, selbst wenn sie es besser wüssten oder wollten, da sonst der Placeboeffekt verschwinden würde. Dieser Effekt BASIERT auf Lug und Betrug. Gleiches Spiel bei der Homöopathie. Ob Homöopathen jetzt tatsächlich an die von ihnen postitulierten "Wirkmechanismen" glauben oder es nur behaupten, um den positiven Effekt der Medikation beizubehalten – es ist letztendlich irrelevant, da beißt sich der Hund in den Schwanz.

NtemesiCs20x10


Ich würde nicht so weit gehen, dass die Nutzung des Placeboeffekt in jedem Fall Lug und Betrug ist.

Wenn der Hausarzt einem Patienten der lediglich an einer Bagatellerkrankung leidet die auch problemlos von alleine heilt eine Zauberpille verschreibt, damit dieser sich mit seinem Leiden ernst genommen fühlt dann ist das aus meiner Sicht noch zulässig.

Spätestens Schluß mit lustig ist es aber, wenn man mit Placebos schwerere Krankheiten behandelt obwohl es nachweisbar wirksamere Medikamente gibt.

Da fällt mir z.B. spontan die Glaubuli-Behandlung von Kindern mit Mittelohrentzündung ein.

Schon Irrsinn was Kinder teilweise für Schmerzen erdulden müssen weil ihre Eltern einer Lehre anhängen, deren Gründer leider noch nichts von krankheitsverursachenden Bakterien und Viren wußte und die aus ideologischen Gründen auch nicht in der Lage ist dieses Wissen in die eigene Lehre einzuarbeiten.

Würde man einen Wissenschaftler fragen welche zwei Gruppen von Medikamenten insgesamt am meisten Lebensjahre gerettet haben würde wäre die wohlbegründete Antwort sicher:

Antibiotika und Impfstoffe.

Und nun kann man sich mal fragen, welche "schulmedizinischen" Mittel ideologisch am meisten von Homöopathie und Co bekämpft werden.

Auch hier lautet die Antwort sicher:

Antibiotika und Impfstoffe.

Und deswegen müssen manche Kinder eben unnötigerweise leiden, weil die Alternativen eben nicht eingestehen können, dass sie nichts auch nur annähernd vergleichbar wirksames haben.

Da das hier aber Off-Topic ist noch ein Link zum Feierabend zum eigentlichen Thema:

[[http://www.agpf.de/Geistchirurgen.htm]]

Uwlmer 0Spatxz


Ich denke, Heilpraktiker und solche Scharlatane sollte man nicht in einen Topf werfen. Über die Homöopathie lasse ich mich nicht aus, hab schon mal eine Verwarnung eines Moderators bekommen, weil ich an unpassender Stelle behauptet habe, man könne statt Globuli auch gleich Zuckerkügelchen lutschen – also: Homöopathie ist klasse!

Aber: jemand, der seriös alternative Heilverfahren anwendet, kennt auch genau die Grenzen dieser (Placebo-)Methoden. Bei einem Herzinfarkt, einem Blinddarmdurchbruch oder einer akuten Pilzvergiftung bringt der stärkste Glaube nix mehr.

Argumentation von Nemesis2010 möchte ich mal auf folgende Weise hinterfragen:

Angenommen, ich bin Geldfälscher und drucke falsche 50-Euro-Scheine.

Dann stelle ich Leute an, denen ich einen luxuriösen Stundenlohn von 50 Euro pro Stunde zahle.

Eines Tages kommt mir die Polizei auf die Schliche.

Ich würde dann als Fälscher entsprechend Nemesis etwa so argumentieren:

"Ich weiß gar nicht, was ihr alle habt! Ich tue doch den armen Leuten nur Gutes, die normalerweise vielleicht 10 Euro pro Stunde verdienen würden. Sie sind so glücklich über meine 50-Euro-Scheine, diese Illusion soll man ihnen doch nicht nehmen. Klar, das Geld ist Falschgeld, aber es kann ja auch vorkommen, dass ich Geld von der Bank hole und da auch ein falscher Geldschein dabei ist. Außerdem kenne ich einigei Fälle, in denen meine Geldscheine im Supermarkt nicht beanstandet wurden, weil die Kassierer dort nur flüchtig auf den geldschein geschaut haben. Man damit also richtig einkaufen kann... Also bitte, warum kritisiert ihr meine Methode, die Leute mit meinem selbst gedruckten Geld glücklich zu machen?"

Gleichzeitig würde ich natürlich darauf bestehen, echte Geldscheine zu bekommen!

U$l_moer S,pUaxtz


Oh, entschuldigung, der Beitrag bezog sich natürlich NICHT auf Nemesis, sondern auf "drug"

uJnshac-kxled


Falls das dieser "Typ" ist, der mit bloßen Finger den Tumor "rausholen" kann... Das halte ich für Blödsinn – never ever. Ja klar, man fährt 2 Wochen dahin, macht ein wenig Urlaub und nebenbei holt der "Oberguru" ohne Betäubung und ohne den Körper aufzuschneiden mit bloßer Hand Tumorgewebe raus. Oh yes, verarschen kann ich mich selbst.

U"lmeRr Spxatz


Ja, genau um diese Typen handelt es sich. Wie gesagt, diese "Operationsmethode" wurde bereits vor Jahrzehnten als billiger, wenn auch beeindruckender Zaubertrick entlarvt.

Aber ich hab den Eindruck, die Leute glauben immer das, was sie glauben WOLLEN. Der "gesunde Menschenverstand" setzt dabei aus – insbesondere, wenn man natürlich schwer krank ist, klammert man sich an jeden Strohhalm, auch wenn es ganz offensichtlich ist, dass man einem Betrüger in die Hände fällt. Psychologisch versuchen die Leute, sich so lang wie möglich eine Illusion aufrechtzuerhalten und sorgen dadurch dafür, dass der QUacksalber leichtes Spiel hat.

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