Bringt Alternativmedizin/ Peudomedizin überhaupt etwas?

Hallo zusammen, generell gebe ich allem und alles immer eine Chance, bin sehr offen und tolerant. Habe deshalb schon viel aus der Alternativmedizin probiert. Da wird ja auch viel und vollmundig (...)   >>>

S$oundbQear377  am 27.12.11  22:59

04.02.12  02:01

@ schnattergusche

Und am Ende stand eine Lösung. Danach kam der nächste unangenehme Gedanke dran, dann noch einer, wieder einer... Nach einiger Zeit hatte ich alle meine Probleme auf ein einziges reduziert. Damit konnte ich etwas anfangen.

Hierzu erstmal Glückwunsch, gleichzeigt zeigt das aber auch, dass deine Problem weniger tiefschürfend sind, als die viele anderer. Leute, die beispielsweise unter der Angst- oder Zwangsstörung leiden, habe jederzeit und immer genau nur EIN Problem. Das wiederum ist halt ein wenig der Punkt, den Du nicht nachollziehen kannst und das kann in meinen Augen auch niemand, der noch nicht selbst in der Situation war. Es gibt gern auch mal die Situation, dass sich die Schlafstörung an sich manifestiert: es gibt eigentlich kein zu Grunde liegendes Problem, aber der Gedanke wieder nicht schlafen zu können reicht als Reiz, dass die Gedanken wieder kreisen. Und wenn sie erst einmal kreisen, egal ob Angst oder Zwang, dann hört das so schnell nicht mehr auf. Wenn Probleme schließlich als solche fest eingetreten sind, kann man sich nicht bewusst hinsetzen und eines nach dem andern lösen – das wäre ja zu schön!

Das zeigt eigentlich auch, dass wir hier grundlegend andere Erfahrungen haben und natürlich andere Anforderungen an eine Heilung oder Medizin. Es müssen aber doch allgemeine Erfahrungswerte vorliegen, was in Falle von Schlafstörungen verabreicht wird. Stell Dir mal vor, ich gehe zu einem HP, schildere dem ne Stunde meine Geschichte und der schreibt mir Hopfentee und Vitamin D auf – das ist dann halt meine persönliche Behandlung. Spätestens dann häng ich meinen Job an den Nagel und mache auch sowas. Das soll jetzt nicht abwertend sein, aber diese ganze "Nur der HP kann Dir helfen"-Geschichte machts für mich noch unglaubwürdiger, als es sowieso schon ist.

S!ouRndbxearx77

04.02.12  08:51

Wenn ich e i n Problem habe, mich diesem stelle, taucht dahinter ein ganz anderes Gefühl auf, dem es sich wieder zu stellen gilt. Man kesselt also nicht an mehreren zur gleichen Zeit rum. Denn es geht i m m e r um die Gefühle, die dahinter stehen.

Angstgefühle tauchen in der Regel bei Personen eher auf, die nie Vertrauen erleben durften, zumeist in der Ursprungsfamilie. Gefühle können so verschüttet sein und nicht verarbeitet sein, dass man da selbst nicht rankommt.

In einer psychosomatischen Klinik kommt man diesen Gefühlen sehr nahe, da sie provoziert werden. Durch Kunsttherapie, Rollenspiele, Gruppentherapie, Tanztherapie etc.....

Und die Erfolge solches Klinikaufenthaltes sind groß. Man lernt, mit solchen Ängsten auch besser umzugehen. Man könnte sogar geheilt werden.

Und die, die es wirklich nötig hätten dort hinzugehen, sträuben sich in der Regel am meisten, weil sie sich schämen, weil sie dann meinen, es sei nicht so schlimm. Sie haben Angst, was die Familie, der Nachbar sagen könnte und die Vorstellung, was in solch einer Klink für Menschen sind und dort abläuft sind sehr abstrus.

Da sind Menschen wie Du und ich, traf auf Lehrer, Ärzte (als Patienen), Geschäftsleute, Kriminalkommisare, Krnakenschwestern genauso wie auf die Hausfrau oder den Hartz IV Bezieher.

Dafür wird vielleicht jahrelang über "das hilft mir nicht, das auch nicht" in Foren geschrieben, da sucht man sich die dummste Unterstützung, die es nur gibt: das dauernde Wiederholen seiner Probleme im Chor Gleichgesinnter – und verstärkt dadurch genau das, was man eigentlich loswerden wollte.....

Heilung wird dadurch kommen, dass man das tut, was schon anderen Menschen geholfen hat. Die dadurchgegangen sind. Die von diesen Ängsten befreit sind. Diese Art von Erkrankung ist zu komplex, als dass man sie in der Regel allein durchstehen kann. Dazu braucht es Menschen (Therapeuten), die aufbauen, die einem vermitteln, wie überhaupt ein Panikanfall im Körper abläuft, durch Konfrontation kann dies alles abgebaut werden.

Durch die Angst durchzugehen wird die körperlichen Symptome schwächen oder ganz zum Verschwinden bringen, das ist ja auch das erklärte Ziel.

Je länger und öfter hier jemand schreibt, dass er das schon sooo lange hat, beweist eigentlich, dass zuwenig oder nur halbherzig etwas getan wird, um die Angsterkrankung zu heilen.

SscChlitwzaaugxe67

04.02.12  15:43

@ Schlitzauge67

Ich fühle mich jetzt mal nicht angesprochen, weil ich der selben Meinung bin – absolut – und auch in Therapie bin. Hat etwas gedauert, aber habs letztendlich "eingesehen", dass es keine Zweck hat. In der Tat ist es aber so, dass die Leute natürlich zunächst selbst versuchen da wieder rauszukommen. Angst ist etwas, dass jeder hat und man nimmt das fürs Erste auch nicht so extrem war bzw. registriert, dass das zum Problem werden könnte. Erst wenn es regelmäßig mit unterschiedlicher Wucht auf einen einprasselt und man nach und nach bemerkt, dass da was mit deinem Körper nicht stimmt, wird es belastend.

Dafür wird vielleicht jahrelang über "das hilft mir nicht, das auch nicht" in Foren geschrieben, da sucht man sich die dummste Unterstützung, die es nur gibt: das dauernde Wiederholen seiner Probleme im Chor Gleichgesinnter – und verstärkt dadurch genau das, was man eigentlich loswerden wollte.....

Richtig, und deshalb versuche ich Leute, die "neu" dabei sind stehts aufzubauen und zu vermeiden, dass die die selben Fehler machen. Ich weiß, wie ich immer Hilfe gesucht habe und heute vesuche ich, obwohl ich selbst noch nicht ganz weg davon bin, Hilfestellung zu geben. Denn ich weiß auch, wie sehr aufbauend ein paar hilfreiche Worte sein können – ganz gleich ob sie vom Therapeuten, Familie oder Freunden kommen. Allerdings können Pesonen, die sich mit der Materie auskennen (Patienten und Therapeuten), viel gezielter antworten – so, dass bereits "richtige" Bahnen eingeschlagen und Fehler vemieden werden. Die "normalen" Reaktion von Außenstehenden sind veständlich, aber nicht immer gut. Zum Beispiel "Du bist 20, warum solltest Du Krebs haben?" klingt logisch, hilft demjenigen aber nicht wirklich weiter.

S1ounsdbearu7D7

05.02.12  22:45

Hallo zusammen,

ich bin seit April letzten Jahres in Behandlung bei einer Heilpraktikerin. Es war für mich quasi der letzte mögliche Schritt bzw. der rettende Strohhalm. Ich hatte eigentlich jedesmal das Gefühl, wenn ich wegen Beschwerden den Schulmediziner aufgesucht habe (ohne einigen zu nahe treten zu wollen), dass mir nicht geholfen wird/wurde. Der Gesamteindruck war für mich: Du bist ein Patient von vielen und in 5 Minuten ist der nächste dran. Deine Probleme wirklich anhören? Du sagst maximal einen Satz auf die Frage: "Was haben Sie für Beschwerden?" und schon legt der Arzt die Medizin oder Behandlung fest.

Ich selber bin schon unter Hektik (da ja auch vollzeitbeschäftigt) früh morgens – wenn es sich denn nicht verhindern ließ – zum Arzt gerannt und hatte ja auch selbst nicht viel Zeit. Meist war es ja wegen einer hauptsächlichen Beschwerde, wollte dann gleich aber noch andere Sachen mit anbringen, die ich dann aber auch beim Gespräch vergessen hatte zu erwähnen, weil es immer so hektisch zugeht.

Nun ja, der letzte Fall, als ich zum Arzt ging, war dann der Auslöser für meinen Entschluss, einen anderen Weg auszuprobieren. Eigentlich war ich schon sehr depressiv dadurch geworden.

Seitdem bin ich in Behandlung meiner Heilpraktikerin. Zunächst im wöchentlichen Abstand, später aller 14 Tage und die letzte Zeit aller 4 Wochen. Die Behandlung geht jetzt zu Ende.

Der Behandlung ging natürlich ein anderthalb stündiges Gespräch, eine ausführliche Urin- Untersuchung und Iris-Diagnose voraus. Aufgrund dessen schlug sie mir eine Behandlung vor, über die ich natürlich selbst entscheiden konnte.

Vordergründig wurde zunächst das aktute Problem, wegen dem ich eigentlich zu ihr gegangen war, behandelt. Alles andere kam nach und nach.

Das größte war für mich: Nach diesem Erstgespräch bin ich aus dem Sprechzimmer rausgegangen und ich hatte das Gefühl, dass mir das erste Mal einer richtig zugehört hat. Klar, habe ich dafür bezahlt; aber irgendwie war das für mich trotzdem so etwas erleichterndes. Sowas passiert mir bei keinem Arzt. Und es war genau das Gegenteil von dem eingetreten, was im Sprechzimmer des Arztes passiert. Letztendlich hat sie (die HP'in) alle Beschwerden aus mir 'rausgekitzelt'. Darüber hatte ich vorher gar nicht nachgedacht und vieles ist mir in diesem Gespräch eingefallen oder sie hat nachgefragt in der und der Richtung.

Im übrigen hat meine Heilpraktikerin auch einen medizinischen Berufsabschluss und sich erst danach auf der Scheine der Naturheilkunde selbständig gemacht. Also ich sehe da kaum irgendwelchen Zauber dahinter.

Letztendlich habe ich mich an einen 'letzten Strohhalm' gehalten und gedacht, ich kann ja mal zu einem Gespräch gehen und wenn mir das nichts ist, dann geh ich eben nicht mehr hin. Mich zwingt ja keiner. An irgendwelche Zaubereien glaube ich keinesfalls. Und was ich nicht verstanden habe bzw. was mir auch komisch vorkam, habe ich auch immer hinterfragt, wie z.B. die Iris-Diagnose oder die Verabreichung der Globuli, was mir auch bisschen komisch vorkam.

Fakt ist, dass ich schon jahrelang – wenn ich denn doch mal den Arzt aufsuchen musste – immer schon feststellen musste, wenn ich mir nicht selber helfe; der hilft mir nicht. Dieses Gefühl hatte ich schon Jahre vor dem Entschluss zum Heilpraktiker zu gehen. Es war immer so, dass niemals je nach einer Ursache der Beschwerden gefragt oder geforscht wurde. Es gibt halt für die Beschwerden ein Mittelchen und fertig. Warum fragt niemand, wie das Problem entstanden ist?

Nun ist es fast ein Jahr her seit meinem Schritt und ich kann nur aus meiner Erfahrung sprechen. Seitdem habe ich keinen Arzt mehr aufgesucht. Ich war seitdem auch nicht mehr krank. Mir geht es psychisch viel viel besser und meine körperlichen Beschwerden sind nicht mehr vorhanden. Es gab einige Sachen, welche die Heilpraktikerin alternativ erfolgreich behandeln konnte.

Natürllich bedarf es einer Portion Geduld. Es geht nicht von heut auf morgen und dauert eben seine Zeit. Desweiteren muss man auch 'mitmachen'. Ein Beispiel dafür: Aufgrund einer Beckenverdrehung – und dadurch entstandene sporadische Rückenbeschwerden – zeigte sie mir eine Übung nach der 'Dorn-Methode', die ich jeden Tag 1 Minute lang machen soll. Wenn ich das nicht tue, wird es natürlich nicht helfen. Auch nach Beendigung der Behandlung werde ich diese nicht zeitaufwändige Übung weiterhin machen. Dadurch habe ich mir eine 'in Aussicht gestellte' Schuherhöhung des Orthopäden erspart. Von ihm verschriebene manuelle Therapien hatten keinen Erfolg gezeigt. Seit der alternativen Behandlung bin ich beschwerdefrei. Das ist nur ein Beispiel von einigen in meinem Fall.

Für mich steht eindeutig fest, dass ich in jedem Fall bei auftretenden Beschwerden zunächst meine Heilpraktikerin aufsuchen und um Rat fragen würde. Ich weiß auch, dass sie sich nie herausnehmen würde, einen Schulmediziner zu ersetzen. Das hat sie mir auch gesagt. Sie kann nicht ALLES behandeln.

Ich habe nicht das Gefühl, dass sie mich 'ausnimmt'. Natürlich zahle ich für jede Behandlung, aber letztlich ist es jetzt so, dass sie mir gesagt hat, wir können die Behandlung zum Abschluss bringen. Damit habe ich eher ein Problem als sie. Ich habe mich von Anfang an auf jeden Termin bei ihr gefreut und das hat angehalten bis zum Schluss. Aber auch, wenn ich jetzt keine regelmäßigen Sitzungen mehr habe, weiß ich ja, wo ich bei Problemen anrufen und hingehen kann. Das beruhigt mich schon sehr.

Es ist eben das komplette Gegenteil von dem Gefühl, das ich habe, wenn ich zum Arzt gehe. Ich habe den Termin, gehe da hin, komme zu dem Termin (meist) pünktlich dran und dann hat sie ca. 1/2 Stunde Zeit nur für mich. Es wird alles in Ruhe besprochen und behandelt. Sie weiß genau, worum es geht und hat es nicht von einem zum anderen Mal vergessen, was ich sehr oft bei den Ärzten erlebt habe.

Wenn eurerseits Interesse besteht, kann ich gern von den spezifischen Problemen berichten, welche behandelt wurden. Ansonsten will ich es bei meinem Beitrag belassen.

Es sei natürlich noch angemerkt, dass es auch in dieser Branche sicher viele Scharlatane gibt. Ich denke, ich habe wirklich das Glück gehabt, an eine gute Heilpraktikerin, die was von ihrem Fach versteht, geraten zu sein. Man muss ja auch mal Glück im Leben haben. ;-D

Im Bekanntenkreis habe ich natürlich auch oft von meinen Erfahrungen berichtet und es gab welche, wo sich dann rausstellte, dass sie auch bei dieser Heilpraktikerin in Behandlung sind/waren und sich auch so geäußert haben, was mich natürlich auch sicherer in meiner Meinung macht. :-)

m`ei#steor-laxng

06.02.12  15:29

Soundbear77

Hierzu erstmal Glückwunsch, gleichzeigt zeigt das aber auch, dass deine Problem weniger tiefschürfend sind, als die viele anderer.

Da hast Du beinahe Recht. Tatsächlich ist es noch tiefer. Meine Probleme von damals sind nicht nur weniger tiefschürfend, sondern sogar gelöst. Also gar nicht mehr vorhanden. Ich denke, einen größeren Unterschied kann es da gar nicht geben. Damals, sls sie aktuell waren, sah das natürlich vollkommen anders aus. Ich werde nicht die Steilvorlage aufgreifen und in einen Wettstreit treten, welche oder wessen Probleme die schlimmeren sind. Für den Betroffenen sind immer die eigenen Probleme dominierend. Durch Gruppentherapien kann dann die Erkenntnis wachsen, dass man nicht der einzige Mensch ist, der davon belastet ist, und dass manche auch wirklich noch schlimmer dran sind. Es bleibt aber immer eine individuelle Einschätzung. Andere Menschen haben in einer solchen Situation, wie ich sie damals erlebt habe, sich das Leben genommen. Ich habe gelernt, das Problem zu lösen. Egal wie tiefschürfend ich es empfunden habe, wurde es doch im Laufe der Jahre trotz aller Rückschläge immer kleiner. Und nur das zählt unterm Strich.

Leute, die beispielsweise unter der Angst- oder Zwangsstörung leiden, habe jederzeit und immer genau nur EIN Problem. Das wiederum ist halt ein wenig der Punkt, den Du nicht nachollziehen kannst und das kann in meinen Augen auch niemand, der noch nicht selbst in der Situation war.

Kann es jemand, der in dieser Situation war und einen Ausweg gefunden hat?

Es gibt gern auch mal die Situation, dass sich die Schlafstörung an sich manifestiert: es gibt eigentlich kein zu Grunde liegendes Problem, aber der Gedanke wieder nicht schlafen zu können reicht als Reiz, dass die Gedanken wieder kreisen. Und wenn sie erst einmal kreisen, egal ob Angst oder Zwang, dann hört das so schnell nicht mehr auf. Wenn Probleme schließlich als solche fest eingetreten sind, kann man sich nicht bewusst hinsetzen und eines nach dem andern lösen – das wäre ja zu schön!

Da unterscheide ich die zugrundeliegenden Probleme in bewußte und unbewußte. Und gerade bei Ängsten sind die unbewußten wohl in der Überzahl. Vor allem aber am schwersten überhaupt zu packen. Denn es ist eine Schutzreaktion, dass sie nicht bewußt werden. Um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht dabei nicht um das gezielte Verdrängen von bewußten Ängsten, sondern um solche, die nicht bewußt sind und sich deshalb gar nicht bewußt verdrängen lassen.

Die Auswirkungen auf den Schlaf können sehr verschieden sein. Man kann nicht einschlafen, man schläft unruhig, man wacht ständig auf, man schläft nur kurz und kann nicht mehr einschlafen – oder Mischformen daraus. Das Ergebnis ist aber immer ähnlich fatal. Man nähert sich einem Erschöpfungspunkt.

Das zeigt eigentlich auch, dass wir hier grundlegend andere Erfahrungen haben und natürlich andere Anforderungen an eine Heilung oder Medizin. Es müssen aber doch allgemeine Erfahrungswerte vorliegen, was in Falle von Schlafstörungen verabreicht wird. Stell Dir mal vor, ich gehe zu einem HP, schildere dem ne Stunde meine Geschichte und der schreibt mir Hopfentee und Vitamin D auf – das ist dann halt meine persönliche Behandlung. Spätestens dann häng ich meinen Job an den Nagel und mache auch sowas. Das soll jetzt nicht abwertend sein, aber diese ganze "Nur der HP kann Dir helfen"-Geschichte machts für mich noch unglaubwürdiger, als es sowieso schon ist.

Da stehst Du wieder vor Deinem üblichen Dilemma. Niemand kann das Problem mit einer Allerweltsformel lösen. Du läufst von Pontius zu Pilatus und setzt dann alle Hoffnung – eine möglicherweise völlig überzogene Hoffnung – in einen Heilpraktiker. Und weil der nicht der kleine Gott ist, den Du Dir erhofft hast, ist es "noch unglaubwürdiger, als es sowieso schon ist". Hopfentee und Vitaminpräparate mögen ein Versuch der Hilfe sein. Vielleicht bist Du auch an einen Scharlatan geraten, der Dir ein Heilversprechen gegeben hat. Dann zeig ihn meinetwegen an. Aber bei allen Berichten, die ich auch hier im Forum gelesen habe, hat niemand geschrieben, dass nur ein HP helfen könnte. Auch wenn viele geschrieben haben, dass ein HP im konkreten Fall besser oder schneller als ein Arzt oder überhaupt erst helfen konnte.

Es geht nicht darum, die Lösung zu verabreichen. Sie muss erarbeitet werden. Denn wie Du oben völlig richtig angemerkt hast, ist es recht individuell. In "erarbeiten" steckt der Begriff arbeiten. Nicht einfach etwas schlucken und dann muss die Arbeit erledigt sein. Deshalb finde ich auch Deinen anderen Ansatz gut. Nicht den, ständig auf Heilpraktikern herumzuhacken, sondern den, auf Deinen Lösungsweg hinzuweisen. Der wird auch nicht bei jedem ideal funktionieren. Aber es ist sicher ein Ansatz, den zu versuchen es sich lohnt.

s)chna[tter^gusche

07.02.12  00:29

Es geht nicht darum, die Lösung zu verabreichen. Sie muss erarbeitet werden.

Du, ich habe das Prinzip der individuellen Medizin-Mische schon seit vielen Posts begriffen – da reichts unterm Strich einmal. Aber genau das halte ich für Blödsinn, weils keinen Sinn macht – zumindest in meinen Augen und jeder hat ja nun mal ein Recht auf seine Meinung. Bin ja nicht in China!

Eine Medizin löst ja im Regelfall eine biochemische Reaktion aus. Wenn nun jemand eine Depression hat, dann ist es IMMER derselbe Grund, weil hier Seretonin fehlt. Was erfindet denn da der HP immer wieder aufs Neue? Ist mir absolut unbegreiflich. Und wenn ich etwas gegen Schlafstörungen möchte, dann halt etwas aus der "hypnotischen" Wirkstoffgruppe. Die Botenstoffe sind da auch bei jedem Mensch die selben.

Ich verstehe denn Ansatz des HP und der ist auch sehr gut, aber die Sache ist für mich nicht zu Ende gedacht. Er ist nicht Arzt und nicht Psychologe – irgendwo dazwischen, macht aber beides nicht richtig. Er hat weder die tiefen Kenntnisse eines Psycholgen, um zB Ängst zu therapieren und wenn ich sowas wie Angina habe, hat er Medikamente, dessen Wirkung irgendwo zwischen einer Tüte Gummibärchen und einer Tasse Salbeitee liegt.

Das ist für mich weder Fisch, noch Fleisch. Mit solchen Dingen kann ich nichts anfangen. Es steht jedem frei – gibt ja auch Leute mit Elektrofahrrad oder die Radler trinken, weil ihnen Bier nicht schmeckt. Von mir aus.

Kann es jemand, der in dieser Situation war und einen Ausweg gefunden hat?

Sei froh, dass du aus dieser Mühle raus bist. Aber ich kann's nur noch mal wiederholen. Ich möchte hier kein "Problem-Baching". Wenn Du es von allein geschafft hast, bist du damit gesegnet worden nicht unter einer starken Ausprägung gelitten zu haben. Wäre das der Fall hättest du es ja eben nicht geschafft – das eine schließt ja das andere aus. Der schwere Fall ist ja eben schwer, weil man sich nicht selbst befreien kann. Das hat nichts damit zu tun, ob jemand mehr oder weniger stark oder begabt ist. Man kann sich dann auch kein Blatt nehmen und seine Probleme logisch auf einem Blatt zusammenfassen und sich am besten einen Plan machen, wie man die nun löst. Das mache ich, wenn ich Schulden habe oder die Frau weggelaufen ist.

Bei psychischen Störungen passieren völlig andere Dingen – Sachen, die man tut und sich hinterher wieder ärgert, weil man wieder im Gedankenmuster gelandet ist und sich dann über Stunden übern Abend versucht zu beruhigen. Vorm Bett gibts dann noch eine Knüppeltablette, dass man nicht ganz umsonst in die Kiste geht. Und immer in der Hoffnung, dass sich das Karussel am nächsten Tag gelöst hat. Und dann stehst Du wieder auf und spätestens beim Anziehen oder Waschen im Bad ist der Gedanke vom Vortag wieder da und beherrscht dich wieder bis zum Schlafgehen. Dazwischen passieren dann völlig sekundär Dinge wie Essen, Arbeiten, Hobbies, Familie, usw. – alles immer nur aus dem rechten Augenwinkel. Im Fokus stehst immer nur du und dein dämliches Problem. Es verfolgt dich überall hin – es kriegt dich zu jeder Zeit – selbst unter Alkohol – und es lässt auch nicht zu, dass du keine Lust mehr hast. Und nicht selten steht man dann kurz vorm Durchdrehen.

... das vielleicht mal als kleiner Auszug.

S`ounpdb\ear7x7

08.02.12  21:52

Wenn ich das richtig verstanden habe, hast Du das Prinzip der Medizin-Mische verstanden, hältst es aber für Blödsinn. Als Begründung führst Du heran, dass bei Depressionen immer Serotonin fehlt. Und das ist bei jedem Menschen gleich. So weit ist das für mich nachvollziehbar. Aber warum möchtest Du Botenstoffe aus der Retorte und hältst die aus eigener Produktion für Blödsinn? Ist der Serotonin-Spiegel Ursache oder Folge? Gibt es weitere Einflüsse oder ist das der einzige? Wie müsste ein zu Ende gedachter Ansatz für Dich aussehen?

s%chnat+tergusxche

09.02.12  00:21

Ja, bei einer (richtigen) Depression ist immer der Serotonin-Spiegel gestört.

Hier zu auf Wikipedia zu lesen:

Als gesichert gilt, dass bei jeder bekannten Form der Depression das serotonale und/oder noradrenale System gestört ist, das heißt, der Spiegel dieser Neurotransmitter ist zu hoch oder zu niedrig, oder die Resorption/Reizbarkeit der Synapsen ist verändert. Unklar ist jedoch, ob die Veränderung des Serotoninspiegels eine Ursache oder eine Folge der depressiven Erkrankung ist.

Aus diesem Grund funktionieren ja auch Antidepressiva, die in der Regel die Wiederaufnahme von Serotonin hemmen und damit verhindern, dass der Spiegel sinkt. Ob dabei, wie oben zu lesen, der gestörte Spiegel Ursache oder Symptom ist, ist völlig irrelevant. Die meisten Ursachen sind nichtmaterieller Natur – psychisch – und können schlichtweg nicht mit einem Mittel behandelt werden.

Aber warum möchtest Du Botenstoffe aus der Retorte und hältst die aus eigener Produktion für Blödsinn?

Hää? Wo steht das? Die eigene Produktion ist ja gestört – die Gründe sind unterschiedlich. Ich halte das nicht für Blödsinn, aber wenn Serotonin fehlt, geht es dem Menschen (richtig) schlecht. AD sind natürlich nur eine Linderung, aber ein guter Freund hatte auch Depressionenund ihm hat das super geholfen. Ich hatte sie vor 3 Jahren und ärgere mich, dass ich das ohne durchstehen wollte und durch die Hölle gehen durfte.

Wie müsste ein zu Ende gedachter Ansatz für Dich aussehen?

Es gibt keine zu Ende gedachten Ansätze. Man kann sowas nicht mit technischen Verständnis erklären – das ist die Anschauung, die Dir irgendwie nicht so liegt. Wer psychische Probleme hat, ist bei Psychologen am besten aufgehoben. Die meisten erkennen aber nicht, dass sie die haben. Sie haben zB Magen-Darm-Probleme und denken, dass sie irgendwas körperliches haben. Die Psyche ziehen nur wenige in Betracht – ganz nach dem Motto "Ich doch nicht". Wenn der Hausarzt dann nichts findet, gehen die Leute doch eher zum Heilpraktiker, als zum Psycholgen – das negative Image ist doch hier offensichtlich. Ich mache das niemandem zum Vorwurf, aber ich finde ganz klar, dass hier Aufklärung fehlt.

Die meisten fühlen sich doch quasi immun. Dabei sehe ich tagtäglich, dass sich die Leute mit Dr.Google verrückt machen, die psychischen Herzprobleme stopfen die Foren geradezu voll, ganz zu schweigen von Magen-Darm-Geschichten. Und die meisten landen, wenn überhaupt, erst ganz zum Schluss beim Psychologen – genau wie ich auch. Warum wohl?

SWo|und?beaxr77

09.02.12  13:39

Eine Medizin löst ja im Regelfall eine biochemische Reaktion aus. Wenn nun jemand eine Depression hat, dann ist es IMMER derselbe Grund, weil hier Seretonin fehlt. Was erfindet denn da der HP immer wieder aufs Neue? Ist mir absolut unbegreiflich.

Die meisten Ursachen sind nichtmaterieller Natur – psychisch – und können schlichtweg nicht mit einem Mittel behandelt werden.

Zwei Aussagen von Dir, die ich nicht zusammenbekomme. Was wolltest Du mit der Betrachtung zu einer Medizin und ihrer biochemischen Wirkung ausdrücken, wenn das Problem nicht mit einem Mittel behandelt werden kann? Und dazu auch:

Ob dabei, wie oben zu lesen, der gestörte Spiegel Ursache oder Symptom ist, ist völlig irrelevant.

Erst schreibst Du, dass das Fehlen von Serotonin der Grund ist, dann wieder ist es völlig irrelevant, ob es Ursache (Grund) oder Symptom (Folge) ist.

Aber warum möchtest Du Botenstoffe aus der Retorte und hältst die aus eigener Produktion für Blödsinn?

Hää? Wo steht das?

Das steht indirekt [[http://www.med1.de/Forum/Alternativmedizin/608489/18039599/ hier]]. Ich schrieb, dass es darum geht, eine Lösung zu erarbeiten und nicht etwas als Lösung zu verabreichen. Du meintest darauf, dass Du das für Blödsinn hältst. Die Lösung zu erarbeiten heißt, die Produktion körpereigener Hormone wiederherzustellen. Die Lösung zu verabreichen heißt, die fehlende Produktion durch die Gabe von Hormonen aus der Retorte auszugleichen.

Es gibt keine zu Ende gedachten Ansätze. Man kann sowas nicht mit technischen Verständnis erklären – das ist die Anschauung, die Dir irgendwie nicht so liegt. Wer psychische Probleme hat, ist bei Psychologen am besten aufgehoben. Die meisten erkennen aber nicht, dass sie die haben. Sie haben zB Magen-Darm-Probleme und denken, dass sie irgendwas körperliches haben.

Ich glaube nicht, dass Du in der Lage bist, einzuschätzen was mir liegt. ;-) Aber Magen-Darm-Probleme halte ich schon für etwas Körperliches. Nur die Ursachen dafür sehe auch ich meistens in einem anderen Bereich. So wie Du halte ich psychische Ursachen nicht für ausgeschlossen. Das beziehe ich auf alle Erkrankungen, nicht nur Magen-Darm-Probleme. Allerdings sehe ich dann nicht nur den Psychologen gefragt, sondern vor allem den Psychotherapeuten. Das kann ein Psychologe sein oder ein Arzt, jeweils mit der entsprechenden Spezialisierung als psychologischer oder ärztlicher Psychotherapeut, oder ein psychotherapeutisch tätiger Heilpraktiker.

Wenn der Hausarzt dann nichts findet, gehen die Leute doch eher zum Heilpraktiker, als zum Psycholgen – das negative Image ist doch hier offensichtlich.

Meinst Du das wirklich? Allein die Kostenfrage würde so manchen wohl eher zum Psychologen gehen lassen als zum Heilpraktiker. Die üblichen Wartezeiten beim Psychologen sind sicher nicht deshalb so enorm lang, weil keiner hingeht. Das negative Image der Heilpraktiker mag ja bei Dir vorherrschen. Dein Bashing (nicht Baching) bleibt hier wohl keinem verborgen. Aber es beeindruckt wohl kaum jemanden.

suchnatteqrgusschxe

09.02.12  15:32

Nachtrag:

Wenn der Hausarzt dann nichts findet, gehen die Leute doch eher zum Heilpraktiker, als zum Psycholgen – das negative Image ist doch hier offensichtlich. Ich mache das niemandem zum Vorwurf, aber ich finde ganz klar, dass hier Aufklärung fehlt.

Ich glaube, hier hatte ich Dich mißverstanden. Dafür bitte ich um Entschuldigung. Wahrscheinlich meintest Du das negative Image der Psychologen.

Ich denke, dass es eher um ein negatives Image psychischer Erkrankungen geht. Körperlich krank? Das ist was "echtes". Psychisch krank? Das ist doch nur Einbildung, ich bin nicht "plemplem". Es muss erst ganz schlimm kommen, um eine solche Erkrankung ebenfalls als "echt" anzuerkenen.

Hier scheint mir die eigene Haltung dazu eine entscheidende Rolle zu spielen. Nicht das Image bei den anderen, sondern das im eigenen Kopf. Es ist sozusagen Teil von sich selbst. Dein Ansatz, entsprechend aufzuklären, ist da in meinen Augen genau richtig.

s}chnaattWerFguschxe

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