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Erfahrungen mit Vulkanerde?

S-ounld5bearx77 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

habe von einem Bekannten den Tipp bekommen mal Vulkanerde auszuprobieren. Er ist davon total begeistert und meinte, dass ziehe alles "Schlechte" aus dem Körper. Er konnte damit nach seiner Aussage recht viel therapieren, von Verdauungsstörungen, über Schlafstörungen und Müdigkeit bzw. depressiven Verstimmungen im Alltag.

Habe mir das jetzt probeweise besorgt und wollte vorher mal fragen, wer damit Erfahrungen hat? Gibt es etwas zu beachten?

Grüße Soundbear

Antworten
W;olmfganxg


Ja, so Vulkanerde hat schon was Magisches! Was ist denn das "Schlechte" in deinem Körper? Ich kenne viele schlechte Menschen: Sie schlagen, beleidigen und töten andere Menschen. Hilft da auch Vulkanerde?

Wenn Vulkanerde nicht hilft, könnte man es ja mal mit Heilsteinen in Wasser probieren.

Spott beiseite: Ich werde immer böse, wenn ich solch pauschale Lobpreisungen lese, wie im Eingangspost. Nichts zieht "das Schlechte" aus dem Körper. Woher sollte dieVulkanerde wissen, was das Schlechte ist? Vielleicht zieht sie ja das Gute aus dem Körper – und dann?

Ich bin aber ernsthaft davon überzeugt, dass sie dennoch messbare therapeutische Wirkungen hat bei besonderen Erkrankungen. Heilschlamm- und Heilerdebehandlungen in Heilbädern belegen dies zweifelsfrei. In Frage kommen hier z.B. Hauterkrankungen, rheumatische Beschwerden und vieles mehr.

w>hit-e m5a"gixc


Mal ne Frage. Was macht man damit?

Ißt man das? Schmiert man sich das irgendwo drauf?

Hab ich noch nir gehört.

S@ound-bearx77


Ich denke, dass das ähnlich wie Heilerde ist und entschlackend wirkt und daher das "schlechte", wie Schwermetalle, etc. aus dem Körper holt. Vulkanerde soll insbesondere beim Magen-Darm-Sachen und Darmsanierung helfen, außerdem soll es förderlich bei Schlafstörungen sein und generell zum Wohlbefinden beitragen. Hier steht bissl was dazu: [[http://www.regenbogenkreis.de/zeolith.html]]

Du ich bin der letzte, der irgend einen Quatsch glaubt. An mir haben sich schon viele die Zähne ausgebissen – siehen hier: [[http://www.med1.de/Forum/Alternativmedizin/608489/]] ... ich gebe aber allem mal eine Chance und wollte mal schauen. Scheinen aber nicht viele zu kennen. Ist ja komisch! ":/

s2chnaUt(tergusche


Die übliche Anwendung von Heilerden ist äußerlich. Dabei wird die Körperwärme gestaut, wie z.B. bei Schlammpackungen, und eine Wärmewirkung in tiefere Gewebeschichten erreicht. Die Mineralien wirken dabei auf die Hautoberfläche und können dort in geringem Maße auch aufgenommen werden. Dazu muss die Heilerde am besten auf der Haut trocknen.

Für die innere Anwendung nimmt man nicht die Erde, sondern pulverisierte Extrakte daraus. So steht es auch auf der verlinkten Seite: "Zeolith ist ein natürliches Mineral vulkanischen Ursprungs. Es besitzt eine sehr starke Absorptionswirkung für vielfältigste Giftstoffe." Such mal direkt nach Zeolith. Da wirst Du eher Antworten finden.

L}K10


Spott beiseite: Ich werde immer böse, wenn ich solch pauschale Lobpreisungen lese, wie im Eingangspost. Nichts zieht "das Schlechte" aus dem Körper. Woher sollte dieVulkanerde wissen, was das Schlechte ist? Vielleicht zieht sie ja das Gute aus dem Körper – und dann?

Dito...

Könnt ihr mir das noch auf Basis von ner gewissen kausalen Wirkung erklären? Oder soll man das einfach so als gegeben hinnehmen dass das das "Böse" rauszieht. So recht versteh ichs nämlich nicht. Man schmiert sich das... irgendwie auf die Haut. Wenns trocknet wirds angeblich resorbiert. Verwunderlich, weil nur sehr fettlösliche Substanzen in die Haut eindringen. Die Haut besteht aus einem "Plattenepithel" mit Verhornung. Das ist eine natürliche Schutzschicht. Dann kommen unter der Haut weitere Schichten – das subkutane Fettgewebe, das nicht wirklich gut durchblutet ist. Wie also kommt dein Vulkanstaub da rein? Rein.. aus ganz banalem immunologischen Verständnis, was glaubst du wie sich der Körper freut, wenn er Fremdkörper appliziert bekommen würde (wie bei einer subkutanen Injektion). Das ist gottseidank aber eh nicht der Fall, weil vermutlich gar nichts resorbiert wird. Es entsteht ein Granulom, vielleicht ein Abszess. Dann noch ne Frage, wie soll denn der Kristall ... was man sich darunter auch vorstellen darf, entgiftend wirken? Gibts da ne Wirkungsweise? Wie das Chelatbilder z.B tun. Und was darf ich mir unter "entschlakend" vorstellen. Das ist leider auch so ein Modebegriff, alles wirkt entschlakend, reinigend, entgiftend.

KenacQks


Bei Vulkanerde dachte ich zuerst an Urgesteinsmehl, das man im Bio- Gartenbau zur Bodenverbesserung bzw. als Hilfsstoff zur Kompostbereitung einsetzt.

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Urgesteinsmehl Wikipedia:]]

Häufig verwendete Ausgangsgesteine sind Diabas oder Basalt. Die darin enthaltenen Silikate und Feldspäte stellen durch langsame Verwitterung langfristig für das Pflanzenwachstum wichtige Mineralstoffe bereit, vor allem Eisen und Magnesium aus den Silikaten und Calcium aus den Feldspäten. So dient Urgesteinsmehl der Düngung an Nährstoffen verarmter Böden.

Nun können Vulkane ja sehr unterschiedliche Gesteinsarten bilden, aber unter Erde versteht man eigentlich mit Humus angereicherten Boden. Ich weiss, dass sich Schweine und Elefanten im Schlamm wälzen, angeblich um die Haut von Parasiten zu befreien. Das müsste auch beim Menschen funktionieren.

K9na<cxks


Gibt es etwas zu beachten?

Ja, wenn Schlamm in den Abfluss gespült wird (willst du das Schlammbad in der Badewanne nehmen?), kann der sich mit der Zeit zusetzen. Also kräftig mit klarem Wasser nachspülen.

KAnUackxs


angeblich um die Haut von Parasiten zu befreien.

Nachtrag: Auch als Sonnenschutz. Schweine können wie Menschen Sonnenbrand bekommen.

Ah, hier habe ich was, was "Vulkanerde" sein könnte:

[[http://de.wikipedia.org/wiki/Fango Fango]], Mineralschlamm vulkanischen Ursprungs.

s$chnaNtterguvschxe


LK10

Dann noch ne Frage, wie soll denn der Kristall ... was man sich darunter auch vorstellen darf, entgiftend wirken? Gibts da ne Wirkungsweise?

Die Vorstellung bzw. das Verständnis vom "Kristall" ist da vielleicht eine Hilfe. Es geht um [[http://de.wikipedia.org/wiki/Zeolithe_%28Stoffgruppe%29#Struktur kristalline Alumosilikate]], die wegen ihrer guten Ionenbindungsfähigkeit z.B. auch in Wasserenthärtern und Waschmitteln verwendet werden oder als Additive in der Bauwirtschaft. Mit diesen Eigenschaften können sie auch eine entsprechende Wirkung im Verdauungssytem zeigen. Ob es notwendig ist, kann ich nicht beurteilen.

Und was darf ich mir unter "entschlakend" vorstellen. Das ist leider auch so ein Modebegriff, alles wirkt entschlakend, reinigend, entgiftend.

Unter dem Entschlacken versteht man den Abtransport der Reaktionsprodukte beim Zellstoffwechsel. Den volkstümlichen Begriff Schlacke darf man dabei nicht im technischen Sinn verstehen. Er steht eher in Analogie zum Verbrennungsvorgang, bei dem ja auch Energie freigesetzt und ein Abfallprodukt erzeugt wird, die Schlacke.

LWK1x0


@ Schnattergusche

Ich bin nicht aus dem technischen Metier ;-)

Eine Entgiftung erfolgt im Körper primär über 2 Wege: renal über die Nieren oder billär über die Leber und letztendlich in den Darm. Geringgradig auch über eine Schweißsekretion bzw. Abatmung.

Die menschliche Haut besteht aus Plattenepithel. Hinzu kommt eine relativ dicke Schicht aus diversen Keratinen.

Die Penetrationsfähigkeit von dieser ist ausgesprochen schlecht. So schlecht, dass nicht einmal Alkohol – der durch seine Methylgruppe ja doch auch eine gewisse liphophile Komponente hat zu keinem Effekt führt, trägt man ihn auf. Jedenfalls wird niemand volltrunken davon. Kanzerogene wie Teer wirken folgerichtig nicht systemisch sondern haben höchstens einen lokalen Effekt und führen vlt. zu einem Plattenepithelkarzinom.

Das ist das eine. Das andere ist, dass selbst wenn diese Ionen das Gewebe penetrieren könnten vermutlich – eventuell ausfallen würden. Indem sie z.B mit Phosphat reagieren. Keiner käme auf die Idee Vulkanerde intravenös zu verabreichen. Folge: Ausfälle, Embolien. Auf die ionische Wirkung sind positive Effekte daher nicht zurückzuführen.

Penetrationsfähig sind z.B diverse Salben, also Wasser-in-Öl Emulsionen da diese sehr fettlöslich sind. Bzw. extrem lipophile Substanzen wie Benzol. Ich bestreite nicht dass es oberflächliche Effekte hat und garantiert der Haut gut tut. Das mit den Schweinen oder Elefanten, da haste sicher recht. Dass sich aber systemische Effekte einstellen, ist in meinen Augen ausgeschlossen. Das ganze müsste also in den Blutkreislauf. Mit Fremdkörpern hat der Körper aber ausgesprochen wenig Freude. Aluminium und Silizium sind zwar in gewissem Maße sogar für den Körper wichtig, als Co-Faktoren für gewisse Enzyme, in diesen Konzentrationen – würden sie eben penetrationsfähig sein – aber mit einem fatalen Effekt behaftet. Eben wie eine hohe Calciumdosis relativ großen Schaden anrichten kann.

Unter dem Entschlacken versteht man den Abtransport der Reaktionsprodukte beim Zellstoffwechsel. Den volkstümlichen Begriff Schlacke darf man dabei nicht im technischen Sinn verstehen. Er steht eher in Analogie zum Verbrennungsvorgang, bei dem ja auch Energie freigesetzt und ein Abfallprodukt erzeugt wird, die Schlacke.

Nein, in einem "Verbrennungsvorgang" im Körper entstehen (wie auch im normalen Ottomotor oder jeder Knallgasreaktion) zwei Produkte (im Citratzyklus) Oxidationswasser und CO2. Nur dass der Körper dass "gezähmt" ablaufen lässt und unnötiges Beiwerk wie Kohlenmonoxid nicht entsteht. CO2 und H2O, nicht mehr und nicht weniger. Das eine wieder eben renal eliminiert über den Urin, das andere wird abgeatmet über die Lunge. Was da Schlacke sein soll weiss ich ehrlichgesagt nicht. Was ist denn Schlacke überhaupt... nach alternativmedizinischer Definition? Es gibt schon noch andere Stoffwechselwege im Körper wo gewisser "Unrat" anfällt, wie Bilirubin. Aber auch das sollte der Körper ganz gut in Eigenregie bei intakter Stoffwechsellage hinbekommen. Was dem Darm nicht passt, auch da gibt es ausgeklügelte Systeme wird entweder gar nicht aufgenommen oder rigoros wieder aus dem Darmepithel rausgeworfen – wie über gewisse Transportsysteme, Multi-Drug-Resistant Transporter (MDR).

Pharmaunternehmen beissen sich die Zähne aus um gewebegängige Pflaster zu entwickeln, beispielsweise transdermale therapeutische Systeme. Das ist derartig komplex, dass alleine die Entwicklung Millionen verschlungen hat.

Das Problem ist etwas, dass es meistens der "Darm" ist. Der Darm ist – wie durch das Colon irritable aber ausgesprochen anfällig und unterliegt vielfältigen psychischen Einflüssen. Daher kann es natürlich gut sein, dass hier eine Placebowirkung eintritt.

Ja abschließend, auf Ebene einer positiven Wirkung auf die Haut bzw. eventuell darunter liegende nervale Strukturen lasse ich mich gerne ein. Alles andere, ist aber in meinen Augen, bei sowas... physiologisch nicht umsetzbar.

SCoundb^earx77


Wie gesagt, bin bei sowas auch immer extrem skeptisch, aber ich glaube, dass da wirklich was dran ist. Habe jetzt eine Packung da und probiere das demnächst mal.

Das Zeolith ist in der Lage (kein Heilpraktiker-Quatsch) bestimmt Ionen zu binden und aus dem Körper zu transportieren. Das Zeug wird auch im Bau etc. eingesetzt, um eben Stoffe zu binden oder sogar im Radioaktivität auszuleiten – diese Fähigkeit ist also chemisch da.

Von daher kann ich mir gut vorstellen, dass es den Darm unterstützt (Primäranwendung) und auch die Leber/Nieren entlastet und damit zum Wohlbefinden beiträgt. Es soll wohl freie Radikale binden, sowie andere Giftstoffe. Das ist ja immer sehr schwammig – aber eine ausleitende Wirkung soll vorhanden sein. Mehr als "Nichthelfen" kann's wohl nicht. ;-)

Ich werde berichten!

sNchnavtterguxsche


LK10

Eine Entgiftung erfolgt im Körper primär über 2 Wege: renal über die Nieren oder billär über die Leber und letztendlich in den Darm.

Aus diesem Grund kann ich eine "entschlackende" Wirkung bei oraler Aufnahme von Zeolith auch nicht ausschließen. Besonders in Dick- und Mastdarm dürfte es genügend bindungswillige Ionen geben. Mir reicht es in der Regel, einfach ausreichend Wasser zu trinken. Das hat unterm Strich den gleichen Effekt und ist billiger. Wenn ich mal mehr ausleiten will, trinke ich Bier.

Nein, in einem "Verbrennungsvorgang" im Körper entstehen (wie auch im normalen Ottomotor oder jeder Knallgasreaktion) zwei Produkte (im Citratzyklus) Oxidationswasser und CO2. Nur dass der Körper dass "gezähmt" ablaufen lässt und unnötiges Beiwerk wie Kohlenmonoxid nicht entsteht.

Deshalb mein Hinweis, den Begriff "Schlacke" volkstümlich zu verstehen und eben nicht technisch (oder allgemein naturwissenschaftlich).

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