» »

Die Aloe und ihre Konservierungsstoffe

SFarra>ounia hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen!

In einem anderen Forum (Dermatologie/Alternative Heilmethode bei Akne) stellte sich die Frage, welche Konservierungsstoffe ein Aloe Vera-Gel enthalten darf / sollte. Da Grundsatzdiskussionen nicht in Anfragen zu dermatologischen Problemen gehören, eröffne ich nun einen neuen Thread und freue mich auch hier auf eine rege Diskussion.

Viele Lebensmittel lassen sich durch physikalische Methoden wie Wärme- und Kältebehandlung haltbar machen. Doch nicht für alle Lebensmittel lässt sich so der erwünschte Schutz vor Verderb durch Bakterien, Hefe- oder Schimmelpilze erreichen. In solchen Fällen finden Konservierungsmittel Verwendung, die das Wachstum von Mikroorganismen hemmen und damit die Haltbarkeit des Lebensmittels verlängern. Das Konservieren ist vor allem eine Maßnahme des vorbeugenden Gesundheitsschutzes, weil Schimmelpilze und Bakterien oftmals gefährliche Stoffe ausscheiden: Toxine, die hochgiftig sein können. Konkret: Ohne Konservierungsstoffe kein Aloe Vera-Gel in der Flasche.

Konservierungsstoffe werden generell seit Mitte der 50er Jahre nicht mehr natürlich gewonnen, sondern synthetisch hergestellt. Gängige Konservierungsmittel in Aloe Vera-Gels sind:

• Kaliumsorbat (E202) ist das Salz der Sorbinsäure (E200). Natürlich kommt Sorbinsäure vor in Vogelbeeren (Eberesche) in Form von Sorbinöl. Im Körper wird Kaliumsorbat wie eine Nahrungsfettsäure verwertet und abgebaut. Es wirkt gegen Hefen, Schimmelpilze und teilweise gegen Bakterien, sowie andere gefährliche Mikroorganismen, die Aflatoxine bilden. In seltenen Fällen kann es Unverträglichkeiten hervorrufen und gilt als bedingt allergieauslösend, aber ansonsten unbedenklich.

• Natriumbenzoat (E211) ist das Natriumsalz der Benzoesäure(E210). Natürlich kommt Benzoesäure vor in Honig, Pflaumen, Preisel-, Heidel- und Johannisbeeren. Im Organismus wird Natriumbenzoat zu Hippursäure umgewandelt und in dieser Form ausgeschieden. Es schützt vor allem gegen aflatoxinbildenden Schimmelbefall und unerwünschte Nachgärung. Auch wirkt sie gegen Hefen und Bakterien. Katzen reagieren besonders empfindlich auf Benzoesäure und Benzoate. Diese sind daher im Tierfutter verboten. Beim Menschen kann es in seltenen Fällen Unverträglichkeiten hervorrufen und gilt als bedingt allergieauslösend, aber ansonsten unbedenklich. Gesundheitsschädlich kann Benzoesäure auf Personen wirken, die empfindlich auf Acetyl-Salicylsäure (ASS) reagieren oder bei bekannter Allergie gegen oben genannte Früchte und Honig. Heute wird der Einsatz von Benzoesäure eingeschränkt zugunsten anderer, toxikologisch weniger bedenklicher Konservierungsmittel.

Da ich völliger Laie auf dem Gebiet der Chemie bin, habe mich ausführlich mit einem Chemiker unterhalten und mir auch einige Unterlagen zuschicken lassen. Das Problem bei diesen beiden Konservierungsmitteln ist wohl, dass die Sorbinsäure die Benzoesäure nicht ersetzt in ihrer Wirksamkeit gegen Schimmel- und Hefepilze (Ich fand im Internet einen einzigen Hersteller, der ausschließlich Kaliumsorbat verwendet). Würde nur die Sorbinsäure verwendet werden, müsste sie, um die Ware ausreichend gegen Pilzbefall zu schützen, in einer solchen Menge zugeführt werden, dass die gesetzlich festgelegte Toleranzgrenze überschritten wäre. Wird weniger zugeführt, besteht die Gefahr des Pilzbefalls und damit der Aflatoxinbildung.

Aflatoxine werden u.a. vom Schimmelpilz Aspergillus flavus produziert, auf den auch ihr Name zurückgeht. Sie können bereits in sehr geringen Dosierungen die DNA einer Zelle irreversibel verändern und so schwere Erkrankungen der Leber hervorrufen. Da die Aflatoxine von den Schimmelpilzen ausgeschieden werden, sind sie viel beweglicher als die Pilze selbst. So gehören sie zu den wirksamsten bekannten Verursachern von Leberkrebs.

Es ist also sinnvoll, beide Konservierungsstoffe zu verwenden, um auf der einen Seite den Pilzbefall zu verhindern und auf der anderen Seite die "toxische" Belastung durch die Benzoesäure so gering wie möglich zu halten.

Zusatzstoffe müssen gesundheitlich unbedenklich sein. Vor einer Zulassung muss also die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Stoffes nachgewiesen werden. Diese Prüfung geht davon aus, dass ein/e Verbraucher/in sein/ihr Leben lang diesen Zusatzstoff täglich in der maximal zugelassenen Menge aufnimmt (der Aufwand für die toxikologische Prüfung von Lebensmittelzusatzstoffen übertrifft den für Medikamente; Aloe Vera ist ein Nahrungsergänzungsmittel, unterliegt also den stärkeren Kontrollen für Lebensmittel). Sodann wird die höchste unschädliche Tagesdosis ermittelt, die wiederum durch den Sicherheitsfaktor 100 dividiert wird (um empfindlichen Verbrauchsgruppen, wie Kindern, älteren Menschen und Kranke gerecht zu werden).

In einem anderen Forum fand ich eine Anfrage an einen Arzt, inwieweit bei einer bestehenden Allergie gegen Benzoesäure diese durch Einnahme von Medikamenten in denen Benzoesäure enthalten ist, ausgelöst werden kann. Die Antwort des Arztes lautete:

Allergien gegen Benzoesäuren sind sehr selten. Allergien können grundsätzlich auch mit kleinsten Substanzmengen ausgelöst werden, also z.B. auch mit in Medikamenten vorhandenen Mengen. Allerdings sind sehr kleine Mengen solcher Stoffe oft trotz Allergie relativ gut verträglich.

...

Noch ein Tipp zum Abschluss: Nicht verrückt machen lassen von all diesen Stoffen! Lassen Sie sich in einer guten Allergieabteilung beraten und ggf. testen, was nun wirklich relevant ist.

Am Ende meiner "Forschungen" komme ich zu dem Schluss: Wenn ich bei jedem Brötchen beim Bäcker nach den darin enthaltenen E-Nummern frage, bei jedem abgepackten Produkt erst ausführlich das Etikett studiere, bevor ich es kaufe, verhungere ich zwar, aber immerhin, ohne künstliche Zusatzstoffe im Magen. ;-) Ich denke, es ist äußerst sinnvoll, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Aber in manchen Punkten bin ich gezwungen, und auch das ist sinnvoll, der Lebensmittelindustrie ein Mindestmaß an Vertrauen entgegenzubringen. So viele Lebensmittel kaufe ich ein und lasse sie mir schmecken, ohne mir verzweifelte Gedanken darüber zu machen, welche E-Nummern ich nun gerade schon wieder zu mir nehme. Wenn ich krank bin, nehme ich gerne Medikamente, die mich wieder gesund machen. Ich achte sehr auf die Hauptwirkstoffe, vermeide z.B. Antibiotika und andere "Hämmer" (vertraue auf meine Aloe... :-), aber die E-Nummern waren bisher nicht Schwerpunkt meiner Betrachtungen und Überlegungen und werden es wohl auch in Zukunft nicht sein.

Ich wünsche Euch allen ganz viel Gesundheit und bin sehr gespannt auf Eure Beiträge.

Liebe Grüße

Sarraounia

Antworten
Miarenl-Susaxnne


Warum

...überhaupt Aloe? Iss doch viel Obst und Gemüse. Die Wirkungen von der so hoch gepriesenen Aloe sind in keiner wissenschaftlichen Studie belegt. Warum, wenn es so gut ist?

SGilk9e66


Re:...

Hallo Maren-Susanne,

zu Deiner Mitteilung in Bezug auf medizinische Studien möchte ich Dir nur mitteilen, dass in Japan medizinische Studien bereits gelaufen sind und auch laufen.

Dies wurde so weit ich mich erinnern kann in der ZDF Ausstrahlung über Aloe vera berichtet.

Den Link hänge ich an. [[http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,2017160,00.html]]

Den Film hab ich mir aber schon eine Weile nicht mehr angesehen, da ich ihn mir auf Video aufgenommen hatte.

Hallo Saaraounia,

nun auch hier mal zu den Konservierungsstoffen. Eine genaue Auflistung bzw.nähere Erklärung mit den Quellangaben hab ich bereits unter Dermatologie eingestellt.

Wenn ich normal einkaufe bin ich mir voll und ganz sicher, dass heute nichts mehr ohne Konservierungsstoffe geht. Aber wenn ich ein Naturprodukte kaufe, dann verlange ich, dass das sowenig wie nötig und keine Zusätze vorhanden sind, die Allergien auslösen können.

Es gibt auch andere Zusatzstoffe wie Vitamine, die bestens als Konservierungsstoff eingesetzt werden können.

Viele Grüße

S7a`rra)oSunxia


Re: Silke 66

Hallo Silke

Deinen Link im ZDF konnte ich nicht öffnen: "Leider ist die von Ihnen aufgerufene Seite zur Zeit nicht verfügbar." Schade, hätte ich mir gerne angesehen, aber danke für den Tipp. Es laufen übrigens nicht nur in Japan Studien, sondern u.a. auch in Amerika, insbesondere zu Hautkrankheiten, Verbrennungen der Haut... aber auch zu anderen Wirkungen der Aloe auf den Menschen. Würde mich aber wieder ein paar Tage kosten, die entsprechenden Links und Unterlagen aufzutreiben ;-).

Was die Wirkung der Aloe anbetrifft, kommt es immer wieder zum "Streit" um Meinungen, weil so viele Argumente auf Hörensagen beruhen und eher weniger auf Wissen; weil so manche Geschäftemacher/innen unterwegs sind, denen die Wirkung der Pflanze, die Qualität ihrer Produkte ziemlich egal ist, so lange nur möglichst viel Geld in ihre Kassen fließt. Dadurch ist viel Unsicherheit und auch Unwillen entstanden, zu Recht. Ich kann hier nur für mich sprechen: Für mich sind unser Gedankenaustausch, unser beider Recherchen und unser anschließender Gedankenaustausch ungeheuer bereichernd, und ich hoffe, dass es möglichst vielen ähnlich geht wie mir. Apropos, hast Du Dir den Thread zum IASC angesehen? Würde mich über eine Rückmeldung von Dir sehr freuen!

Auf die Benzoesäure und auch die Sorbinsäure bin ich deshalb nicht explizit eingegangen, weil für sie das gleiche gilt, wie für ihre Salze, das Natriumbenzoat und das Kaliumsorbat. Hätte ich vielleicht tun sollen, der Vollständigkeit halber, sorry.

Wie gesagt, Deine Links sind klasse und ergänzen noch mal, was ich zu diesen Stoffen schon geschrieben hatte.

Wir verwenden momentan ein Aloe Vera-Produkt, das ausschließlich mit Natriumbenzoat konserviert wurde (hab’ mich aber informiert, ab nächsten Monat stellt die Herstellerfirma wohl um auf eine Mischung aus Kaliumsorbat und Natriumbenzoat). Wir haben unseren 3 Katzen, die sich einen Hautpilz eingefangen hatten, eine Aloe-Kur verordnet, und die wurden so quietschfidel, dass wir es wieder absetzen mussten, weil es zu arg wurde. Aber krank geworden oder gar tot umgefallen ist keine. Nur der Hautpilz ist weg, beim Hund von unserem Nachbarn übrigens auch. Der bekommt jetzt jeden Tag seine Ration Aloe Vera :-)

Ich will damit nicht sagen, dass Deine Informationen falsch sind, sie decken sich ja auch im Großen und Ganzen mit den Informationen die ich von "meinem" Chemiker bekommen habe, und im Grunde genommen stimme ich Dir voll und ganz zu.

Ich finde es nur echt schwierig. Immer wieder höre ich, wem alles die Aloe im Kühlschrank verdorben ist (verschimmelt oder gegoren) schon nach relativ kurzer Zeit. Das ist uns (meiner Familie und mir) noch nie passiert. Wenn ich mir vorstelle, ich trinke mein Gel, ohne zu merken, dass es verdorben ist, und hole mir die volle Ladung Aflatoxine ab, noch dazu in einer ganz anderen Größenordnung als die zugesetzten Konservierungsmittel, da dreht es mir nachgerade den Magen um (auch wenn Aflatoxine im Gegensatz zu Natriumsorbat ganz natürlich sind ;-)).

Vitamine werden in der Regel, bei qualitativ hochwertigen Produkten, sowieso schon zugesetzt, als Antioxidantien. Aber sie verhindern eben nicht den Schimmelbefall, und Kaliumsorbat alleine, das erwähnte ich bereits, müsste, in solch einer Menge zugesetzt werden, dass der gesetzliche Höchstwert überschritten wäre.

Ich denke, dass unserem Aloe-Produkt Natriumbenzoat in so geringen Mengen zugesetzt wurde, dass sie weder auf uns noch unsere Katzen allergieauslösend oder gar toxisch wirkt. Da habe ich einfach auch ein ziemliches Vertrauen in die Herstellerfirma. Aber nichts desto weniger trotz hoffe ich, dass in absehbarer Zeit ein Mittel gefunden wird, das weniger gesundheitlich bedenklich ist, als das Natriumbenzoat aber genauso wirksam gegen Schimmelpilze.

Ich freue mich schon auf Deine Antwort!

Liebe Grüße

Sarraounia

S-arrIaounixa


Re: Silke 66 Nachtrag

Hallo Silke,

kleiner Nachtrag (war ein bisschen surfen :-):

• Was ich nicht wusste: In Europa sind Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel ohne beigefügte Konservierungsmittel überhaupt nicht erlaubt. Wusstest Du das?

• Im in Europa handelsüblichen Aloe Vera Gel sind ca. 0,08% Konservierungsmittel enthalten (in der Mischung: Natriumbenzoat 0,03%, Kaliumsorbat 0,05%). Dieser Wert dürfte +/- für alle Hersteller gelten.

Liebe Grüße

Sarraounia

Soil2ke66


Re:...

Hallo Sarraounia,

wow, was hast Du Dir bloß für einen Namen ausgedacht.

Da muss ich schon richtig gucken um ihn auch richtig zu schreiben.

Das Du den Bericht nicht öffnen kannst tut mir leid.

Hast Du schon mal unter ZDF gesehen? Dort kam es in der Sendung Praxis. Vielleicht hilft Dir das weiter. Ich gucke sonst auch nochmal.

Bei den Konservierungsstoffen scheinen sich unsere Geister zu scheiden. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich in solchen Dingen ein überaus vorsichtiger Mensch bin.

Wenn ich z.B. gute Produkte im Naturkostmarkt oder in dieser Richtung kaufe, lege ich auch großen Wert, dass diese Stoffe da nicht enthalten sind. Auch wenn sie in sehr geringen Mengen vorkommen, sie kommen vor und das zählt für mich allein.

Ich z.B. benutze seit gut über einem Jahr ein Produkt, was diese Stoffe nicht enthält und damit bin ich sehr zufrieden.

Es ist mir auch bisher noch keinesfalls im Kühlschrank verdorben, obwohl ich mit dieser Flasche eine Ewigkeit auskomme. (mein Mann nimmt ihn pur, daher würde er es zumindest merken)

Also den Geruch oder den Geschmack kann man nicht eindeutig identifizeren. Den Geruch des Gel´s würde ich annähernd mit einer Zwiebel vergleichen, sonst fällt mir nix ein, was ich benennen könnte.

Den Saft kann ich nicht beurteilen bzw. daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Die erste Einnahme war so grauselig, das ich mich entschied, ihn mit etwas Fruchtsaft zu nehmen.

Jedenfalls ist er sehr gewöhnungsbedürftig und nicht gerade lecker.

Viele Grüße

Sradrrcaouxnia


Re: Silke 66

Hi Silke,

Schön, mal wieder von Dir zu hören! :-D

Zur Herkunft meines Nick-Namens: Sarraounia war eine afrikanische Königin im Futa Djalon (Guinea / Westafrika), die sich um die Jahrhundertwende recht erfolgreich den Kolonisatoren entgegen geworfen hat. Bis heute wird sie dafür verehrt und besungen.

Hab’ noch nicht unter ZDF nachgesehen, hatte zuviel um die Ohren, werd’s aber nachholen und mich wieder melden.

Ich glaube gar nicht, dass sich unsere Geister bei den Konservierungsmitteln scheiden. Ich bin überhaupt kein Freund von Konservierungsstoffen und sonstigen E-Nummern. Ich habe eine Liste sämtlicher zugelassener E-Nummern hier zu Hause und bin immer wieder entsetzt, wie viele (von einer Grünen Ministerin!) zugelassene E-Nummern es gibt.

Ich würde am allerliebsten ausschließlich Produkte verwenden, äußerlich und innerlich, die überhaupt keine Zusätze enthalten, einfach so, wie sie die Natur erschaffen hat. Das funktioniert aber leider nicht. Solange ich mich direkt vom Feld ernähre, brauche ich keine Konservierungsstoffe. Aber bereits wenn ich eine Banane oder eine Orange esse, weiß ich, dass diese Früchte im komplett unreifen, grünen Zustand geerntet wurden, auf dem langen Transportweg zum Händler weiterreifen, um dann "reif" von mir eingekauft zu werden. So ganz natürlich ist das ja auch schon nicht mehr. Komme ich dann auf die Idee, meine Orange zu einem leckeren Saft auszupressen, weiß ich, dass nach ca. 10 Minuten die Hälfte des Vitamin C oxidiert ist. Nach einer halben Stunde mag der Saft immer noch gut schmecken, aber Vitamin C ist nur noch in Spuren enthalten.

Bei der Aloe ist das nicht anders: Bereits wenige Minuten nach der Heraustrennung aus dem Blatt hat das Gel bei Nichtbehandlung (u.a. mit Konservierungsstoffen) bereits einen Großteil seiner Wirkstoffe verloren, innerhalb von 5-6 Stunden, sind die Inhaltsstoffe komplett zerstört. Dabei geht es noch gar nicht um Mikroorganismen, die das Gel letztendlich verderben lassen, sondern erstmal nur um die wertvollen Inhaltsstoffe der Aloe Vera. Das ist nicht weiter gefährlich, es macht das Gel eben einfach nur unwirksam. Gefährlich wird es erst dann, wenn dieses unbehandelte Aloe Vera-Gel verdirbt, also z.B verschimmelt. Darüber hatte ich mich aber ja bereits ausführlich ausgelassen (Thema u.a. Aflatoxine).

Einfaches Beispiel: Wie lange kannst Du Rohmilch (die es leider praktisch nirgendwo mehr zu kaufen gibt) im Kühlschrank halten, bevor sie umkippt und sauer wird? Nicht sehr lange, oder?! (Nur dass aus Aloe Vera-Gel leider keine gut schmeckende Sauermilch wird... ;-))

Wenn Dir der Hersteller / Lieferant Deiner Aloe Vera sagt, dass sein Gel überhaupt keine Zusatzstoffe (also auch keine Konservierungsstoffe) enthält, belügt er Dich entweder, oder aber das Gel wurde pasteurisiert oder anderweitig haltbar gemacht. Dann allerdings ist es wahrscheinlich, dass ein Großteil der Inhalts- und Wirkstoffe durch diese Behandlung zerstört worden sind. Ansonsten würde Dir mit absoluter Sicherheit innerhalb sehr kurzer Zeit, auch im Kühlschrank, das Gel verderben.

Aber ich kann Dich "beruhigen". Es gibt einige Domains von Vertreibern des Produktes, das ich selbst benutze, und ca. 99% schreiben sich auf die Fahnen (bzw. in ihre Domain ;-)): Unsere Produkte enthalten keine Konservierungsstoffe, was schlicht und einfach nicht stimmt. Sie bräuchten nur auf das Etikett auf der Flasche zu sehen, da sind sie nämlich aufgeführt.

Du hast noch gar nichts in meinen Thread zum IASC geschrieben, schade! Ich warte auf ein Statement von Dir. Holst Du das noch nach?! :-D

Ganz liebe Grüße und hoffentlich bis bald

Sarraounia

SHiljke6x6


Re:...

Hallo Sarrounia,

Danke erstmal für die Erklärung Deines Namens.

Das mit dem Siegel des IASC ist von Dir gut notiert. Leider wird er bei Vertreibern, welche Produkte mit diesem Siegel verkaufen, als etwas besonders angeboten.

Dabei ist das Siegel kein offizielles Siegel, sondern wie Du richtig geschrieben hast, ein eigenes Siegel der amerikanischen Hersteller.

Wie ich wohl schon geschrieben habe, bedeutet es nur, dass ein gewisser Prozentsatz des Aloe vera enthalten sein. Es sagt aber nichts über die Form, ob Ganzblatt oder Inneres Gel aus. Der Prozentsatz liegt meines Wissens bei 15% Aloe vera.

Mit dem Obst und was wir sonst noch so essen, geb ich Dir Recht.

Bearbeitet wurde alles, aber bei vielen Dingen wollen das die Verbraucher. Wer ist bzw. kauft heute z.B. einen natürlichen belassen Apfel? So lange der nicht glänzt, ist er doch nicht appetitlich. Jedenfalls der größte Teil der Verbraucher reagiert so.

Mit dem Aloe geb ich Dir auch im großen und ganzen Recht.

Die Angaben von 100% sind irreführend und Verbraucherverdummend, wenn man es so hart sagen darf. Meist bezieht sich das nämlich auf den Aloe Gehalt, aber nicht auf das Inhaltsvolumen (Inhaltsmenge) der Verpackung.

Und 100% Aloe vera trifft auch nur auf die Verarbeitung des Ganzblattes zu. Das innere Blattmark hat eine Bezeichnung von 99,6 oder 99,4% Aloe vera. Das erklärt sich aus der Summe der mittels einer physikalisch-chemischen Analyse feststellbaren Feststoffanteile des Aloe vera Saftes und diese liegt beim inneren Blattgel bei 0,4% oder 0,6%.

Man brauch eigentlich nur auf die Verpackung sehen und schon kann man es selbst feststellen. Wenn da 100% Aloe vera steht und noch eine Reihe Zusatzstoffe aufgeführt sind, kann nicht 100% Aloe vera enthalten, das ist mathematisch gar nicht möglich. 100% bedeutet die ganze Flasche und wo sind die Zusatzstoffe untergebracht?

Ich gebe Dir auch Recht, dass Aloe vera bzw. die Inhaltsstoffe sich beginnen von selbst abzubauen, wenn nichts als Stabilisator hinzugefügt wird.

Viele Vertreiber von Aloe werben mit 100% Aloe vera und der Kunde bzw. Käufer fällt drauf rein. Hier ist nur der Käufer gefragt und dieser sollte sich bei Unsicherheit vorher vielleicht ein Buch darüber besorgen oder einfach etwas weiter und bei anderen Anbietern lesen.

Weiterhin ist mir aufgefallen, dass viele Anbieter in ihren Angeboten im Internet gar nicht angeben, wie viel Aloe und welche Zusätze enthalten sind.

Aber da kann nur der Interessent etwas bewirken. Zuerst würde ich als event. Käufer alle mir wichtigen Informationen erfragen und wenn ich die nicht erhalte, einfach nicht kaufen. Nur so kann man etwas bewirken. Oder wie siehst Du das?

Ich habe auch eine gute Bezugsadresse, da wird alles angegeben und das gefällt mir. Übrigens auch die Produkte und die sind ohne diese für mich nicht in Frage kommenden Zusätze.

Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag und alles Gute.

Liebe Grüße

Seahrraouxnia


Re: Silke 66

Hallo Silke,

schön, jetzt sind wir uns doch fast einig!

Mit dem Obst... gebe ich Dir zu 100% Recht. Ein Großteil der Verbraucher/innen sieht nach wie vor mehr auf die bunte Verpackung als den Inhalt. Folglich verkauft sich auch ein wohlgeformter, glänzender Apfel besser, als ein vielleicht etwas angemaddelter Apfel vom Bauern um die Ecke. Es hat sich durch die Ökobewegung schon einiges geändert, aber immer noch sind es zu Wenige, die auf die "inneren Werte" achten.

Die Inhaltsangaben, die Du ansprichst – ist übrigens ein toller Text, der es auf den Punkt bringt – "100% Aloe Vera" (der Wasseranteil muss ja nicht ausgewiesen sein), "keine Konservierungsstoffe" (Vitamin C ist auch ein Konservierungsstoff), einfach gar keine Angabe, ist ja sowieso der Skandal schlechthin. Das ist eine derart unglaubliche Volksverdummung. Aber die Leute fahren darauf ab und kaufen. Es werden sogar Feinstrumpfhosen mit Aloe Vera verkauft. Ich muss aber zugeben, dass ich nicht auf den angegebenen Aloe Vera-Anteil geachtet habe ;-).

In einem Punkt sind wir uns allerdings nach wie vor uneinig, das IASC-Siegel.

Du "zitierst" mich (Thread: Alternativmedizin/IASC) nicht ganz richtig. Das IASC-Siegel ist ein international anerkanntes Siegel und damit in gewisser Weise offiziell, jedenfalls so offiziell wie sonst kein anderes Siegel.

• Für unumstritten halte ich auch, dass das IASC-Siegel inzwischen international das anerkannteste Aloe-Siegel ist. Einige Anbieter mit "lokalen" Siegeln (die sich z.B. auch auf Nutella-Gläsern wiederfinden ;-)) streiten dies allerdings immer noch ab, mit dem Hinweis, dass es sich beim IASC um eine Lobby der Aloe-Anbauer, -Hersteller und –Vertreiber handelt. Und da beginnt dann wieder der Streit um Meinungen... ;-)

Ich selbst würde niemals ein Produkt ohne IASC-Siegel kaufen, denn durch dieses Siegel ist sichergestellt, dass in der Verpackung auch drin ist, was außen draufsteht, und von daher ist es sehr wohl etwas besonderes.

• Die Beschriftung der Etiketten muss mit dem Inhalt übereinstimmen. Die Bezeichnungen müssen korrekt verwendet werden (Es gibt eine Broschüre vom IASC für seine Mitglieder, in der diese korrekten Bezeichnungen aufgelistet sind).

- Konzentrate, Ganzblattherstellung... sind als solche auszuweisen.

- Auf Herstellung im Kaltverfahren darf nur hingewiesen werden, wenn im gesamten Produktionprozess, von der wachsenden Pflanze bis hin zum fertig abgefüllten Produkt keine künstlich zugeführte Hitze eingesetzt wurde.

- ...

• Der prozentuale Anteil der Aloe in einem Produkt muss korrekt ausgewiesen werden.

Ich habe keinesfalls behauptet, dass es lediglich ein eigenes Siegel der amerikanischen Hersteller ist, denn das wäre einfach falsch.

Der IASC wurde 1981 in Amerika von Aloe Vera-Farmern, -Verarbeitern, -Produktherstellern, Ärzten, Forschern und Wissenschaftlern gegründet. Der Auslöser war die bewusst falsche Mengenangabe der "reinen" Aloe Vera einiger Vertreiber in ihren jeweiligen Produkten, wodurch der Name "Aloe Vera" verunglimpft wurde. Diesem Missbrauch auf dem amerikanischen Markt entgegenzuwirken hatte sich der NASC (National Aloe Science Council) zum Ziel gesetzt. Erst später, mit dem einsetzenden Boom der Aloe Vera weltweit, wurde aus dem NASC der IASC (International Aloe Science Council). Er machte es sich zur Aufgabe, die Herstellung von Aloe Vera-Produkten zu überwachen und nachprüfbare Qualitätsstandards für hochwertige Rohstoffe und Fertigerzeugnisse zu entwickeln, sowie für saubere Geschäftspraktiken zu sorgen. So entstand ein Ehrenkodex, der bis heute Gültigkeit hat.

Das IASC-Siegel selbst sagt so gut wie überhaupt nichts über den Aloe-Anteil in einem Produkt aus. Mag sein, dass da ein unteres Level von 15% angesetzt wurde. Aber darum geht es dem IASC ja eigentlich gar nicht. Zitat s.o.: "Der Auslöser war die bewusst falsche Mengenangabe der "reinen" Aloe Vera einiger Vertreiber in ihren jeweiligen Produkten, wodurch der Name "Aloe Vera" verunglimpft wurde.” Benanntes Ziel des IASC ist es bis heute, das zu unterbinden.

Und mit dem folgenden solltest Du doch eigentlich übereinstimmen und ein regelrechter IASC-Fan werden ;-):

• Es spielt im Endeffekt gar keine Rolle, wie viel Aloe in einem Produkt enthalten ist. Solange der Inhalt korrekt ausgewiesen ist, kann sich der Verbraucher eigenverantwortlich entscheiden, ob er lieber ein Billigprodukt aus dem Ganzblattverfahren mit Minimum 15% Inhalt kauft und sein Geld zum Fenster rausschmeißt, oder ob’s dann doch lieber was "Hochprozentiges" sein darf, was auf Dauer sicher der billigere Weg ist. Dem IASC ist es wichtig, dass Aloe drin ist, wo Aloe draufsteht, und zwar so viel, wie benannt. Der Rohstoff muss von einer nachgewiesenen, zertifizierten Quelle stammen und das angewendete Herstellungsverfahren, sowie die Qualität (Konzentrat...) ausgewiesen werden.

Was mich aber inzwischen doch sehr interessiert: Von welchem Hersteller beziehst Du eigentlich Dein Gel? Wie ist es stabilisiert und wie konserviert worden (ist ja nicht das gleiche)? Ich behaupte nämlich nach wie vor: Wenn in "Deinem" Gel keinerlei Konservierungsstoffe enthalten sind, wurde es anderweitig haltbar gemacht (Pasteurisierung, Gefriertrocknung...) und hat damit einen ganz großen Teil seiner Wirkstoffe verloren. Wenn Du im Forum nicht antworten magst, was ich korrekt fände, würde ich mich über eine Mail von Dir sehr freuen.

Liebe Grüße

Sarraounia

S=ilk(e6x6


Re:....

Hallo Sarraounia,

will Dir gleich antworten.

Die Aloe Produkte die ich beziehe sind nicht gefriergetrocknet und nicht pasteurisiert.

Das Gel und der Saft enthalten sogar die dt. Pharmazentralnummer (Apothekenzulassung).

Die Adresse geb ich Dir gern mal per Mail.

Liebe Grüße

Wollen Sie selber etwas dazu schreiben?

Dann melden Sie sich an bzw. lassen Sie sich jetzt registrieren, das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten erledigt. Interessant sind sicher auch die übrigen Diskussionen des Forums Alternativmedizin oder aber Sie besuchen eines der anderen Unterforen:

Schönheit und Wohlfühlen


Nicht angemeldet: Anmelden | Registrieren | Zugangsdaten vergessen? | Hilfe

Startseite | Impressum | Nutzungsbedingungen | Netiquette | Datenschutz | Mobile Ansicht   © med1 Online Service GmbH