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Erfahrungen mit Rolfing?

e@rasmxus hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe von jeher eine sehr schlechte Körperhaltung (umgangssprachlich: ich mache einen "Buckel").

Wenn ich mich darauf konzentriere, kann ich auch eine etwas bessere Körperhaltung einnehmen, falle aber sofort in meine gewohnte Haltung zurück, wenn ich nicht mehr daran denke.

Ich habe jetzt mehrfach gelesen, dass Rolfing hier Abhilfe verschaffen kann. Allerdings habe ich Bedenken, dass es sich mehr oder weniger um Humbug handelt, u.a., da es wohl keine wissenschaftlichen Studien gibt, die die Wirksamkeit belegen und die Krankenkassen es wohl i.d.R. ablehnen, die Kosten zu übernehmen.

Da meistens 10 Behandlungen für jeweils 100 € empfohlen werden, habe ich Bedenken, 1.000 € in den Sand zu setzen.

Hat jemand schon Erfahrungen mit Rolfing gemacht oder gibt es andere wirksame Methoden, die Körperhaltung zu verbessern?

Antworten
e+ra6smus


Niemand? ":/

RYajanxi


Ich hab das Wiki dazu mal kurz überflogen. Mal ganz ehrlich. Eine schlechte Körperhaltung ist einfach eine schlechte Angewohnheit, die man mit etwas Disziplin und Selbstbeobachtung in den Griff kriegen kann. Mir erschließt sich nicht, warum man dazu hunderte von Euro für Behandlungen ausgeben sollte.

Wenn du unterstützend etwas tun möchtest, dann versuchs doch mal mit dem alt bekannten Keilkissen. Kosten nur einen Bruchteil und hilft beim Sitzen den Rücken gerade zu halten.

mhistymEountainxs


Also Rolfing ist doch meines Wissens die Massage von Bindegewebe, sprich Faszien. Dazu gabs vor nicht all zu langer Zeit einen Beitrag beim zdf, vielleicht findest du den noch in deren Mediathek.

Das steckt aktuell alles noch mitten in der Forschung aber es soll schon sehr gut für den Körper sein. Allerdings glaube ich nicht, dass nach 10 Sitzungen dein "Buckel" weg ist. Das wird viel mehr eine Begleitbehandlung sein um dein Bindegewebe wieder geschmeidig zu machen. Wenn du einen Buckel hast, wird deine Brustmuskulatur z.B. verkürzt sein und deine Rückenmuskeln zu schwach.

Ich würde dir Sport empfehlen, besonders Rumpfkräftigung (Bauch, Rücken, Brust), an deiner Haltung arbeiten und Faszientraining. Was in die gleiche Richtung wie das Rolfing geht, ist dieses z.Zt. angesagte "Black Roll" Training. Da massierst du dich selber mit einer Rolle. Ist natürlich anstrengender als sich massieren zu lassen, aber das Training kannst du dann grad noch mitnehmen ;-) und du sparst dir 1000 € :-D

B}adHebäCr


Rolfing hat u.A. das Konzept, physische- und psychische Erlebnisse die sich in unserem Körper eingebrannt (-> in diesem Fall in diese feinen Muskelschichten) aufzulösen. Da gibt es wirklich interessante Berichte, wo bei der Bearbeitung die entsprechenden Erlebnisse wieder hoch kamen und zum Beispiel Tränen auslösen.

Ich denke Rolfing deutlich mehr als "Humbug", ich kenne allein zwei Orthopäden die das selbst nach Bandscheibenvorfällen in Anspruch genommen haben.

Hab auch selbst vor einigen Jahren 10 Sitzungen gemacht. Hat sich gut angefühlt & Effekt erzielt. Ist aber auch sau teuer, deshalb solltest Du bei dem Problem Deiner Fehlhaltung auf jeden Fall die naheliegenden Dinge ins Auge fassen. Machst Du denn Sport? Wenn ja, was und in welcher Intensität?

e=r'asxmus


Danke erst einmal für die Antworten.

Ich mache regelmäßig Sport, gehe z.B. 2 - 3 mal die Woche zum Krafttraining, spiele Tennis, früher war ich auch noch regelmäßig Schwimmen.

An zu schwacher Muskulatur liegt es also bestimmt nicht. Finde es andererseits aber oft selbst erschreckend, wenn ich mich plötzlich unerwartet beispielsweise in einer Schaufensterscheibe sehe. Bin dann eine ziemlich gebeugte krumme Gestalt.

Denke, dass darin auch psychische Probleme zum Ausdruck kommen (Unsicherheit, mangelndes Selbstbewußtsein etc.). Hier kann Rolfing angeblich auch helfen.

Was mich nur stutzig macht, ist dass die Methode schon in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde, es bis heute aber keine brauchbaren wissenschaftlichen Untersuchungen gibt.

Aus Wikipedia:

"Kritik

Für die Wirksamkeit des Rolfings gibt es keine wissenschaftlichen Belege, sondern nur Erfahrungsberichte und kleinere klinische Studien, die keine ausreichende Aussagekraft besitzen.

Im August 2014 schreibt die AOK zu Rolfing: "Bisher ist die Methode den wissenschaftlichen Beweis schuldig geblieben, dass sie tatsächlich Haltungsschäden dauerhaft korrigieren kann oder sogar seelische Leiden zu lösen versteht. Unbewiesen ist auch die Hypothese, dass eine Verbesserung der Körperhaltung oder eine Veränderung der Spannungsverhältnisse im körperweiten Bindegewebs-Netzwerk zu einer Verbesserung körperlicher Beschwerden beiträgt."

Die Barmer GEK stellt fest: "Bei der Rolfing Behandlung handelt es sich um kein anerkanntes Heilmittel im Sinne der Heilmittelrichtlinie, welches im Rahmen der vertragsärztlichen Versorgung verordnet und durch zugelassene Physiotherapeuten zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung erbracht werden kann".

Kostenerstattung durch Krankenkassen

Auf Grund des fehlenden Wirknachweises werden die Kosten für Rolfingbehandlungen von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland und von den österreichischen Gebietskrankenkassen i.d.R. nicht übernommen. Auch ist das Rolfing nicht im sogenannten Hufeland-Verzeichnis, einer Liste anerkannter Naturheilverfahren, die von privaten Krankenkassen häufig als Grundlage verwendet wird, aufgeführt."

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