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Über den Stellenwert der Alternativmedizin

Borodherick


Schulmedizinische Methoden haben eine nachgewiesene Wirksamkeit.

Alternativmedizinische haben keine nachgewiesene Wirksamkeit.

-entweder weil sie tatsächlich unwirksam sind

-oder weil, trotz vorhandener Wirksamkeit, der Nachweis nicht durchgeführt wurde.

Falls die Wirksamkeit irgendwann nachgewiesen wird, werden sie in die Schulmedizin aufgenommen.

MIoVnstxi


Ich gestatte mir eine Korrektur und Ergänzung:

Zugelassene schulmedizinische Methoden haben bei einem gesundheitlichen Problem X aufgrund von Zulassungsstudien nachgewiesene Wirksamkeit bei einer Mehrzahl der Probanden, bei denen soundso viele Nebenwirkungen unterschiedlichster Häufigkeit festgestellt wurden. Überwiegt der im Rahmen von Studien erfasste therapeutische Nutzen, kommt es zur Zulassung.

Alternativmedizinische Ansätze haben sehr oft Wirksamkeit, aber

- oft nicht durch die standardisierten Zulassungsstudien nachweisbar (weil der Ansatz ein ganz anderer ist) oder

- ein Nachweis für die gewinnorientierte Pharma-Lobby nicht erstrebenswert ist oder gar verhindert wird.

- Hinzu kommt, dass nicht jeder alternativmedizinischer Ansatz für jeden geeignet ist.

- In aller Regel haben alternativmedizinische Therapien keine relevanten Nebenwirkungen.

Falls trotz allem eine Wirksamkeit alternativmedizinischer Therapien nachgewiesen wird, heißt dies also noch lange nicht, dass sie in der Schulmedizin Eingang findet. Dazu gibt es nicht wenige Beispiele.

Zudem ist ein kranker Mensch nun mal nicht wie ein reparaturbedürftiges Auto zu sehen, das man - sofern nicht bereits schrottreif - in die Werkstatt gibt und ihm z.B. einen ATM verabreicht, sondern ein Wesen, dessen Psyche von der Schulmedizin allzu lange vollkommen außer Acht gelassen wurde und auch heute noch viel zu oft vernachlässigt wird. Dabei sind weit mehr als 50% der Probleme, die zum Arzt führen, psychosomatischer Art. Wenigstens dies ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen.

Mein eigener Vater, dessen Argumentation (= i.d.R. Monologe) übrigens nahezu identisch mit Deiner war, verurteilte schon die Psychotherapie als Nonsens und gefährlichen Humbug. In seinen Augen waren alle Psychotherapeuten und Psychiater hirnbefreite Spinner oder gar Verbrecher, die den Menschen "richtige" (natürlich medikamentöse) Behandlungen vorenthalten wollen. Er tyrannisierte mit seinem Tunnelblick über viele Jahrzehnte die gesamte Familie. Gott sei Dank ist er mittlerweile dement sowie nahezu 100%ig pflegebedürftig und kann somit keinen mehr nerven.

Dies war jetzt keine Antwort, direkt an Dich, Broderick, sondern eine Richtigstellung obenstehender Aussagen, die anscheinend den Eindruck erwecken sollen, quasi als Schlusswort die einzige Wahrheit wiederzugeben. Und schon gar nicht dient Dein vermeintliches Fazit dazu, den Stellenwert der Alternativmedizin (siehe Thread-Überschrift) treffend zu beschreiben.

sDo.pdhxica


Danke Monsti für deine Klarstellungen. :)=

Wie von einigen hier über die Alternativmedizin, die ja auch sehr vielfältig ist mit den unterschiedlichsten Methoden, gesprochen wird, zeugt meiner Meinung nach von großer Unwissenheit und Ignoranz.

Z. B. ist es selbst statistisch nicht wirklich glaubhaft bewiesen, wie umfangreich chemotherapeutische Behandlungen die betroffenen Menschen von Krebs befreien und ihnen ein längeres, qualitativ besseres Leben ermöglichen.

Ich kenne viele Frauen, die bei Brustkrebs trotz dieser Behandlung schnell gestorben sind. Leider.

Es ist sinnvoll sich in diesen ganzen Diskussionen immer zu fragen:

Ist das die Wahrheit, bzw. es ist häufig gut, zu zweifeln.

M$onsxti


Danke sophica!

Z. B. ist es selbst statistisch nicht wirklich glaubhaft bewiesen, wie umfangreich chemotherapeutische Behandlungen die betroffenen Menschen von Krebs befreien und ihnen ein längeres, qualitativ besseres Leben ermöglichen.

Dazu aus eigener Erfahrung ein ganz großes JA. Meine Chemotherapie von Mitte Dezember bis Ende April war DER Horror. Bisher kenne ich nicht eine einzige Frau, die mit genau meinem Krebs (Brustkrebs her2neu+++, stark positiver Östrogenrezeptor mit bereits befallenen Lymphknoten) nach Diagnosestellung/Beginn der Behandlung noch länger als 3-4 Jahre lebte - trotz Total-OP, trotz Chemo, trotz Herceptin, trotz Anastrozol/Tamoxifen.

Gerade Herceptin (Trastuzumab) wird seit einigen Jahren unter den Schulmedizinern (auch seitens meines Onkologen) als äußerst wirksame Waffe, wenn nicht gar als Allheilmittel gegen her2-Krebs gepriesen. Recheriert man aber nur ein bisschen intensiver, so erfährt man, dass dieser Antikörper bei über 60% der Patienten bereits nach einem halben Jahr Dauertherapie Resistenzen verursacht, für die es bisher (noch) keine Lösung gibt. Natürlich wird hier weiter geforscht, doch ist bisher keine Lösung in greifbare Nähe gerückt.

Derzeit bezeichne ich meine Lebensqualität als gut, und natürlich freue ich mich darüber und genieße jeden Tag. Aber die Zeit von Dezember bis nach meiner OP im Juni war einfach nur grausam. Auch habe ich bis heute mit den massiven Nebenwirkungen der Chemo und OP zu kämpfen. Ob die Chemo-Tortur wirklich etwas gebracht hat, wird sich zeigen. Ebenso habe ich keine Ahnung, ob die derzeit noch laufende Herceptin-Therapie bei mir etwas bringt. Jede einzelne Verabreichung alle 3 Wochen kostet fast 900 Euro - finanziert durch die Solidargemeinschaft. Bei einer evtl. schon bestehenden Resistenz wäre dies schlicht rausgeschmissenes Geld. Meine nächste Generaluntersuchung ist erst am 20. Dezember. Gegenüber alternativer Heilmethoden hat mich diese Situation auf jeden Fall noch offener denn je gemacht, wobei ich natürlich nicht vorhabe, mich in die Hände irgendwelcher Scharlatane zu begeben. Soviel Hirnschmalz habe ich, Seriöses von Unseriösem unterscheiden zu können. ;-)

Thatja na6x472


Ich gestatte mir eine Korrektur

Das ist deine persönliche Meinung, mehr nicht.

- oft nicht durch die standardisierten Zulassungsstudien nachweisbar (weil der Ansatz ein ganz anderer ist)

Der Ansatz jeder Studie ist Wirksamkeit nachweisen.

- In aller Regel haben alternativmedizinische Therapien keine relevanten Nebenwirkungen.

Alternative Medizin hat sehr wohl Nebenwirkungen. Beispiel Aprikosenkerne.

Dabei sind weit mehr als 50% der Probleme, die zum Arzt führen, psychosomatischer Art. Wenigstens dies ist mittlerweile wissenschaftlich erwiesen.

Das kannst du belegen?

In seinen Augen waren alle Psychotherapeuten und Psychiater hirnbefreite Spinner oder gar Verbrecher, die den Menschen "richtige" (natürlich medikamentöse) Behandlungen vorenthalten wollen.

Psychotherapeuten und Psychiater haben mit Alternativmedizin erstmal nichts zu tun.

KVTMR


Die Tatsache, dass es bei dem von Dir erwähnten humanisierten monoklonalen Antikörper Herceptin zu einer beginnenden Resistenzentwicklung kommt, kann aber doch kein Argument gegen eine derartige Therapie sein? Gerade durch diese Möglichkeit der Antikörper-Therapieprinzipien hat man - vor allem für viele Krebserkrankungen - Wege zur Therapie gefunden, Wege für Patientinnen und Patienten, die ansonsten nur ein noch radikaleres Vorgehen als Alternative hatten.

Ich denke dabei auch an Patienten mit CML, die durch diese Therapieoption einen enormen Zugewinn an Lebensqualität und vor allem Lebenszeit haben; diese Patienten waren früher - der erste AK (Imatinib) kam 2001 auf den Markt - nahezu untherapierbar. Auch hier haben sich Mutationen - ergo Resistenzen entwickelt, und auch hier wurden neue, mittlerweile zugelassene AK, entwickelt.

50% der Probleme, die zum Arzt führen sind psychosomatischer Art? Wieso sind auf Platz 1 der medizinischen Gründe für Arzt-Patienten-Kontakte in der Primärversorgung "Rückenschmerz" mit ca. 20% und auf Platz "Bluthochdruck" mit ebenfalls ca. 20%? Das wird dem Sachverhalt nun wirklich nicht gerecht.

M6on7sxti


Sorry, aber auf so etwas zu antworten, habe ich schlicht keine Lust. Nimm es bitte so hin. Nur so viel, hier der gesamte Satz:

Ich gestatte mir eine Korrektur und Ergänzung:

Dieser Satz ist lediglich eine - zunächst vollkommen wertfreie - Information. Er hat mit persönlicher Meinung absolut nichts zu tun.

Alles andere von Dir lasse ich mal kommentarlos so stehen (s.o.).

Gute Nacht!

Tnatj.ana647x2


Dieser Satz ist lediglich eine - zunächst vollkommen wertfreie - Information. Er hat mit persönlicher Meinung absolut nichts zu tun.

Ich finde schon, denn vieles was du schreibst ist schlicht aus der Luft gegriffen und nicht belegbar.

Kfnufgf6elsxtern


Vielleicht mal so als Gedankenstütze: Es kann keine alternative Medizin geben. Entweder Medizin wirkt oder wirkt nicht. Ich wüsste auch kein Beispiel, in der die etablierte Medizin von sich behauptet hätte zweifelsfrei und immer wirksam zu sein.

Die Schulmedizin basiert auf viele Studien und Beobachtungen, irrt sich aber quasi weiter nach oben und lernt ständig dazu. Zu erwarten, dass sie allwissend sei, ist eine völlig falsche Haltung. Man praktiziert mit dem, was man weiß.

Die Alternativmedizin behauptet nun, sie könne das auch auf die sanfte Tour machen, nebenwirkungsfrei quasi. Das wird aber so nicht funktionieren. Jeder, der auch nur halbwegs über Medizin Bescheid weiß, weiß, dass es sowas nicht gibt. Gerade der Bereich Analgetika, Psychopharmaka oder Zytostatika. Es gibt teils schon sehr spezifische Medikamente, aber man kann eben Dinge nicht zu 100% gezielt adressieren. Je tiefer man in solche Themen eintaucht, desto besser versteht man das auch.

Und natürlich ist das Thema Krebs in aller Munde. Was ist denn Krebs. Ein maligner Tumor. Genau. Es gibt zahlreiche Tumoren im Laufe eines Lebens. Wenn Zellen entarten, ist das immer ein Problem. Ein sehr unspezifisches zudem. Man zielt halt meist darauf das Zellwachstum einzudämmen. Was wäre denn die Alternative? Rein gedanklich?

syophicxa


Hallo Monsti,

ich wünsche dir auf jeden Fall viel Heilkraft, Vertrauen darin, dass du wieder ganz gesund wirst. :)* :)* :)*

Ich bin kein Freund dieser Diskussionen um die richtige Medizin; würde mich aber dem anschließen, die verschiedenen Richtungen eher als ergänzend statt alternativ zu sehen, was ja auch von verschiedenen Medizinern so gesehen wird.

Wichtig ist es, auch während ärztlicher Behandlung, Verantwortung für den eigenen Körper, die Psyche, für seine Gesundheit zu übernehmen und vorurteilsfrei wahrzunehmen, wie bestimmte Behandlungen bei einem selbst wirken.

B3rodexrick


Monsti

Ich gestatte mir eine Korrektur und Ergänzung:

Zugelassene schulmedizinische Methoden haben bei einem gesundheitlichen Problem X aufgrund von Zulassungsstudien nachgewiesene Wirksamkeit bei einer Mehrzahl der Probanden,

Ach! tatsächlich?

Und ich dachte doch glatt, ein schulmedizinisches Medikament wirkt garantiert bei jedem Patienten mit jeder Krankheit.

Vielen herzlichen Dank für die überflüssige Information.

B!rode?ricxk


Monsti

Alternativmedizinische Ansätze haben sehr oft Wirksamkeit, aber

- oft nicht durch die standardisierten Zulassungsstudien nachweisbar (weil der Ansatz ein ganz anderer ist)

Wie "anders"? Anders als was?

Und was für ein "Ansatz" überhaupt?

Den Ansatz, dass etwas eine Wirkung haben muss, damit man es als wirksam bezeichnen kann?

Was für einen Ansatz hat dann die Alternativmedizin, wenn nicht diesen?

doana?e8x7


Muff

Soweit ich weiß ist die Wirksamkeit von Akkupunktur mittlerweile in Doppelblindstudien von renomierten Forschungseinrichtungen nachgewiesen. Bei Ostheopathie muss man gucken, das was die in den niederlanden augebildeten Osthepos machen unterscheidet sich massgeblich von dem was die Leute aus dem Wochenendseminar machen. ;-) Die Wirksamkeit von Meditation ist ebenfalls nachgewiesen. Es ist zwar nicht genau klar wie es wirkt, aber die Wirkung übersteigt die Raten von Placebo deutlich. Mit den Studien haben diese Dinge für mich den Rahmen des esotherischen/religiösen verlassen.

HiyAperioxn


Osteopathie ist eine Therapiemöglichkeit die hilfreich zur Schulmedizin angewendet werden kann.

[[https://de.wikipedia.org/wiki/Osteopathie_(Alternativmedizin)#Studienlage_und_Kritik]]

Dafür, dass Osteopathie bei Rückenschmerzen hilfreich ist, gibt es einige Evidenz, besonders in akuten und subakuten Stadien. Eine neuere große randomisierte kontrollierte klinische Studie verglich die Osteopathie der US-amerikanischen Schule mit Standardbehandlungen bei Patienten mit Rückenschmerzen. Sie kam zu dem Schluss, dass das klinische Ergebnis für beide Gruppen ähnlich ist. Im September 2014 bestätigte eine Studie, dass osteopathische Behandlungen nicht nur den Schmerz effektiv verringern, sondern auch die Fähigkeiten des Ausübens täglicher Arbeit verbessern. Dies konnte auch bei Rückenschmerzen schwangerer Frauen und bei Frauen nach der Entbindung nachgewiesen werden. In keiner der Studien wurde über Nebenwirkungen der osteopathischen Behandlung berichtet.[17][18]

Fkizlzlnypu}zzly


Von mir mal eine Info zur Akkupressur. Hier handelt es sich um verschiedene Punkte am Körper, die je nach Problem aktiviert werden können. Hier mal für das Problem Verdauungsstörung.

Der bzw. in diesem Fall zwei Verdaungspunkte, befinden sich zu beiden Seiten des Nabels.

Punktfindung: Zeige- und Mittelfinger neben den Nabel legen.

Aktivierung durch sanften, kreisenden Druck im Uhrzeigersinn.

Zu Beginn max. 5 Sekunden, höchstens 3x täglich.

Eine zu lange Anwendung oder starker Druck kann zu Durchfall führen.

Ich kenne die Akkupressur seit Jahrzehnten und stellt für mich die Möglichkeit einer eigenen Behandlung dar, um den Körper bei Störungen zu unterstützen. Die jeweiligen Punkte und deren Anwendung entnehme ich immer aus meinem Riesenposter. Angeboten wurde sie mir nie, wenn, handelte es sich immer nur um persönliche Mitteilungen zur Selbsthilfe - ohne dafür auch nur einen Cent, eine müde Mark - hingelegt zu haben.

Übrigens sagt der Volkmund, das geizige Menschen unter Verstopfung leiden 8-) .

Ich betrachte die Akkupressur als zur Hausapotheke gehörend. Und mit Sicherheit haben alle bei Schmerzen die Hände genau dorthin gelegt und versucht, hierüber Entlastung zu erfahren.

Das hat mit Esotherik nichts zu tun. Höchstens dann, wenn man sich von (vermeintlichen) Esotherikern irgendein Mittel aufschwatzen lässt, für die äussere oder auch innere Anwendung, mMn.

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