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Über den Stellenwert der Alternativmedizin

M,onsxti


Illy

Richtig, es kommt sehr darauf an, um welchen Krebs welchen Stadiums es sich handelt. Zudem spielt auch das Alter eine große Rolle. Es ist ein gravierender Unterschied, ob z.B. eine junge Frau mit kleinen Kindern an Brustkrebs erkrankt oder ein 80-jähriger an Prostatakrebs. Eine Chemotherapie ist alles andere als ein Spaziergang und ebenso wie OP und Bestrahlung kein Allheilmittel. Zudem hat alles immense Nebenwirkungen (Schüttelfrost, hohes Fieber, Ausschläge, z.B. extreme Schmerzen während der Infusionen, Haarausfall, Verlust von Finger- und Fußnägeln, Lungenentzündungen und -embolien, Nervenschädigungen etc.) und leider auch dauerhafte Folgen, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Der Körper wird bei einer Chemo nun mal massiv vergiftet.

In unserer Nachbarschaft verstarb vor einigen Jahren ein ca. 50-jähriger an einem nicht erkannten, weil winzigen Melanom, das aber bereits Hirnmetastasen gebildet hatte. Er wurde operiert und sollte dann eine adjuvante Chemo bekommen. Diese brach er aber schon nach der ersten Gabe ab, weil es ihm danach absolut scheußlich ging. Ihm war klar, dass die Chemo das baldige Ende lediglich etwas hinauszögert. Er starb wenige Wochen nach der Diagnose, und bis zum letzten Atemzug ging es ihm eindeutig besser als direkt nach der Chemo.

Die Frau daneben verstarb ebenfalls an Krebs mit Knochenmetastasen. Sie war bei Diagnosestellung aber schon etwas über 80. Sie verzichtete auf eine Chemo und sorgte mit Kräutern aus dem eigenen Garten erfolgreich dafür, dass sie noch sehr lange ein lebenswertes Leben führen konnte. Wirklich furchtbar ging es ihr lediglich in ihrer letzten Lebenswoche. Immerhin ist sie 94 Jahre alt geworden.

Mein inzwischen verstorbener Schwiegervater hatte Kieferkrebs. Er wurde operiert, verweigerte aber ebenfalls die Chemo und erhielt ausschließlich eine Misteltherapie. Immerhin lebte er danach noch fast 15 Jahre und verstarb mit 80 aufgrund von multiplen Metastasen, die man bei der letzten Generaluntersuchung 6 Monate vorher nicht erkannt hatte. Bis ca. 6 Wochen vor seinem Tod ging es ihm gut.

Würde sich bei mir ein Rezidiv einstellen, kämen für mich nur chirurgische Maßnahmen (sofern machbar) in Frage. Eine Chemo absolviere ich ganz sicher kein zweites Mal. Lieber lebe ich etwas kürzer, dafür aber bis fast zum Schluss mit akzeptabler Lebensqualität. Diese hat man während einer Chemo nämlich nicht.

Zur Blutegeltherapie kann ich Dir aus eigener Erfahrung nichts sagen. Aber eine ältere Bettnachbarin im Krankenhaus hatte eine solche wegen Krampfadern und Durchblutungsstörungen in den Beinen. Sie sagte, die Therapie habe ihr geholfen, die Durchblutungsstörungen seien viel geringer geworden. Irgendwelche sichtbaren Krampfadern konnte ich bei ihr nicht erkennen. Dazu sagte sie auch nichts. Neugierdehalber wollte ich von ihr wissen, wie so eine Behandlung abläuft. Witzig fand ich, dass die gesetzten Egel irgendwann von selbst abfallen. Dann ist die Therapie beendet: Egel gesättigt und Patient hoffentlich auf dem Weg der Besserung. Anscheinend geben die Egel irgendeinen Stoff ab, ähnlich wie Mücken beim Stechen. Genaueres konnte mir die Dame leider nicht verraten.

IAl!lzy66


Monsti,

ich habe mal in einer Spitalsapotheke während meiner Ausbildung gearbeitet, habe die Medikamente für sie Stationen u.a zusammengestellt.

Und diese Zytostatika sind so heftig, wären sie mir oder meiner Kollegen herunter gefallen, hätten wir die Apotheke komplett sperren und alles hermetisch abriegeln müssen, was die dann im Körper anrichten, das kann man sich dann vorstellen.

Meine Mutter hatte auch Haar-und Wimpernausfall wie auch Embolien so arge Sachen, das ich oft geweint habe

Byroder@icxk


Hanca

Kannst du denn meine Frage beantworten?

Broderick

Ich kann vieles beantworten, weil ich sehr viele Erfahrungen mit verschiedenen Formen der Alternativmedizin habe.

Aber ich werde dir nicht antworten, weil du gar kein Interesse an dem Thema hast.

Doch, deine Theorie interessiert mich ganz brennend.

Also nochmal: "Dann könntest du ja mal erklären, wieso es deiner Meinung nach so ist: Dass man homöopathische Wirkung umso weniger bemerkt, je genauer man hinschaut."

Du hast mir ja sowieso ziemlich wortreich geantwortet. Warum dann nicht gleich konkret auf die Frage?

Deine "Erfahrung" mit Alternativmedizin nutzt dir dafür allerdings hier garnichts. Es ist ja eine reine Frage der Logik.

Wie gesagt, ich bin sehr gespannt auf deine Erklärung.

MfoZnsFtxi


Ja Illy, mir sind ebenfalls die Brauen und Wimpern ausgefallen. Die Wimpern kommen bei mir offenbar nicht wieder, die Augenbrauen bei weitem nicht so kräftig wie früher. Die Haare auf dem Kopf waren eh alle weg. Statt brünett kamen sie dann stahlgrau wieder. Okay, bin ja auch fast 62, da darf man grau werden. ;-) Dass aber Wimpern und Fingernägel nicht mehr wachsen, stört mich schon sehr.

Während einer Chemo-Vorbereitung für mich gingen auch mal einige Tropfen Myocet daneben. Der junge, noch in der Ausbildung befindliche Mediziner (aber schon ein Dr. med.) wollte die rote Soße doch tatsächlich mit einem Taschentuch aus der Hosentasche aufwischen. Ich konnte das gerade noch verhindern und eine Schwester rufen, die dann für eine professionelle Reinigung sorgte. Ich war entsetzt, dass ein promovierter Mediziner derart doof sein kann, das hochgiftige Zeug mit einem Taschentuch aus der Hosentasche aufwischen zu wollen.

Früher wurden die Zytostatika noch direkt in unserem Spital hergestellt. Die Laboranden trugen damals noch nicht einmal einen Mundschutz. Alle vier sind mittlerweile an Krebs gestorben, und alle waren zum Todeszeitpunkt noch unter 55. Welch seltsamer Zufall ... Mittlerweile erhalten wir hier alle Zytostatika von der Klinik Innsbruck.

Aber da es hier ja um die zum Glück ungefährliche Alternativmedizin geht, sollten wir zum Thema zurückkehren. Heute habe ich mir ein kleines Büchlein zur Homöopathie besorgt. Ich habe ja schon einiges an Literatur hier (u.a. aus dem Praxisbestand geerbt von meiner verunglückten Freundin/Zahnärztin, darunter auch etliche Studien mit Schwerpunkt Zahnheilkunde und Sinusitis), aber dieses kleine Büchlein interessiert mich jetzt brennend: Sven Sommer: Homöopathie. Reclam (Ditzingen) 2017. Es wird meine heutige Gutenacht-Lektüre sein. :)z

Klar, das wird natürlich wieder Leute wie Broderick animieren, stereotype und sinnbefreite Sprechblasen zu produzieren. Interessiert mich aber nicht, und darauf zu antworten, erspare ich mir. Es kommt eh nur überheblicher und beleidigender Müll ...

I-llyQ6x6


Ich habe das Buch zur BRT bekommen und angefangen zu lesen, ist wirklich interessant, auch wenn ich mich durch meine Ausbildung ein wenig auskenne, man lernt nie aus

MNo`nLsti


Mich interessiert das Büchlein vor allem deshalb, weil der Autor einst gegen die Homöopathie war. Bin gespannt ...

KQn1uff'elstxern


Monsti

Klar, das wird natürlich wieder Leute wie Broderick animieren, stereotype und sinnbefreite Sprechblasen zu produzieren. Interessiert mich aber nicht, und darauf zu antworten, erspare ich mir. Es kommt eh nur überheblicher und beleidigender Müll ...

Es mag sein, dass ich mich an der Stelle wiederhole, aber für mich hat das Thema mehr mit Religion zu tun, als mit Wissenschaft. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Psychologie und auch mit Sozial- und Gruppenpsychologie. Die Argumentationsansätze sind in Religionen sehr ähnlich. Im Wesentlichen ist es so, dass in Religionen eine bestimmter Fundus an Aussagen zum "ultimativen Wissen" ernannt wird. Das sind dann auch unumstößlich Dogmen, die jeder zu befolgen hat und die das Fundament der jeweiligen Religion darstellen. Nimm dem Christentum die Bibel und es bleibt im Prinzip nichts mehr übrig. Nimm der Homöopathie den Ansatz des natürlichen und nebenwirkungsfreien Medikamentes und es bleibt genauso wenig.

Das Problem ist schlichtweg, dass man sein Handeln und sein Tun nicht hinterfragt. Das tut ein Gläubiger nicht und das tut jemand der Globuli einnimmt auch nicht. Die Instruktion kam von "oben" und wird so befolgt. Wie viel Druck von der Gruppe da hineinspielt und wie viel Druck ggf. durch eine eigene Erwartungshaltung erzeugt wird, ist schwer zu beurteilen. Klar ist jedoch, dass hier super viele psychologischen Dinge in einer Gruppendynamik stattfinden. Die meisten werden das vehement abstreiten, was wiederum dann nur für gerade diese Dynamik spricht.

Ich meine, es ist doch kein Neues, dass Religionen oder solche Glaubensbünde über tausende Jahre versucht hätten Antworten für die Menschen zu finden. Es ist äußert unbequem an nichts zu glauben - zu akzeptieren, dass das Leben keinen Sinn hat und das nach dem Tod auch nichts ist. Der Mensch flüchtet seit jeher vor diesen kalten Fakten. Und das auf immer wieder unterschiedliche Weise.

Wenn also etwas wirklich sinnbefreit ist, dann doch das Leben.

Mcon5sti


knuffelstern

Die Medizin ist nur teilweise eine Naturwissenschaft, überwiegend ist sie eine praxisorientierte, empirische Wissenschaft (= Erfahrungswissenschaft). Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen "ars medicina" (= Ärztliche Kunst, Heilkunde) ab.

Für Dich hat anscheinend nur die evidens-basierte Medizin (EbM) eine Daseinsberechtigung. Sie ist aber bei weitem nicht alles, nicht frei von Irrtümern und betrügerischen Machenschaften. Siehe u.a. --> [[http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/medikamente/krebsstudien-interessenkonflikt-verfaelscht-ergebnisse_aid_398073.html]]

Zudem sind wir äußerst komplexe Wesen und keine Maschinen einer bestimmten Bauart. Das hast Du oben ja selbst angedeutet. Nun aber die Alternativmedizin mit Religion gleichzusetzen, halte ich doch für sehr gewagt.

F0izz'lypuzzxly


@ Monsti

Ich bewundere wirklich deine Geduld und Ruhe hierzu

Es mag sein, dass ich mich an der Stelle wiederhole, aber für mich hat das Thema mehr mit Religion zu tun, als mit Wissenschaft. Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Psychologie und auch mit Sozial- und Gruppenpsychologie. Die Argumentationsansätze sind in Religionen sehr ähnlich.

Das Problem ist schlichtweg, dass man sein Handeln und sein Tun nicht hinterfragt. Das tut ein Gläubiger nicht und das tut jemand der Globuli einnimmt auch nicht. Die Instruktion kam von "oben" und wird so befolgt.

noch sachlich zu antworten.

Ich kann es nicht. Wenn ich es hier täte, würde ich mit Sicherheit gesperrt werden. Was mir aber Angesichts des Schmonzes hier schon langsam egal ist. Jedenfalls ist für mich dieses Thema echt gegessen.

MMoTns$ti


Hast Recht, Fizzlypuzzly, es macht keinen Sinn, hier weiter zu diskutieren. Machen wir beide hier also einen Punkt. ;-)

B$r2oderixck


Monsti

Hast Recht, Fizzlypuzzly, es macht keinen Sinn, hier weiter zu diskutieren. Machen wir beide hier also einen Punkt.

Ja, macht mal eine Pause. Vielleicht fällt euch ja noch was zur konkretes zur Sache ein, wenn ihr eure Homöopathie-Büchlein gelesen habt, dann könnt ihr euch ja wieder melden.

Bis dann.

FOizzHlypuxzzly


*:)

Ikll6y:66


Einen schönen 1. Advent wünsche ich euch @:)

Gibt es hier im Forum auch Threads über Akupunktur, Komplimentärmedizin, Ganznheitsmedizin, Schröpfen, ect?

Finde ich als sehr interessant

M{ons)txi


Illy, Dir auch einen schönen ersten Advent!

Warum machst Du nicht einen eigenen Faden zu für Dich interessanten Themen auf?

I*lly6x6


Stimmt auch wieder Monsti :)z

LG @:)

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