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Über den Stellenwert der Alternativmedizin

KvnuffeTlsterxn


Die Medizin ist nur teilweise eine Naturwissenschaft, überwiegend ist sie eine praxisorientierte, empirische Wissenschaft (= Erfahrungswissenschaft). Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen "ars medicina" (= Ärztliche Kunst, Heilkunde) ab.

Für Dich hat anscheinend nur die evidens-basierte Medizin (EbM) eine Daseinsberechtigung. Sie ist aber bei weitem nicht alles, nicht frei von Irrtümern und betrügerischen Machenschaften.

OK, da lenke ich absolut ein. Vieles ist tatsächlich auch evidenz-basiert. Ich behaupte nicht, dass nur sowas Daseinsberechtigung hat. Allerdings MUSS für mich eine angewandte Therapie einen überprüfbare, wissenschaftlichen Hintergrund haben. Ansonsten könnte ja jeder Quacksalber kommen und mir irgendwas tolles erzählen. Ich lasse mich extrem ungern für dumm verkaufen und mir ist dabei der Status "Arzt, med. irgendwas" sowas von egal. Völlig gleich, wer da kommt und irgendwas behauptet - ich bin die erste, die das daheim überprüft, weil ich einfach niemandem mehr auf dieser Welt vertraue. Ich wurde genauso von Fachärzten, Chirurgen und auch Homöopathen verarscht ...

Nur, und davon bin ich überzeugt, könnte man gute Medizin machen, wenn man sich Zeit nimmt und dem Patienten zuhört und ihm Aufmerksamkeit schenkt. Unsere moderne Medizin leidet halt emmens darunter, dass Ärzte durch ein monetäres Korsett gezwungen sind schusslig zu arbeiten und natürlich auch durch Pharma und andere Zulieferer gewisse Verpflichtungen einzuhalten haben.

Nur kann doch die Medizin nichts dafür. Und viele, so mein Eindruck, flüchten sich dann in die Homöopathie, weil da plötzlich jemand sitzt, der sich Zeit für sie nimmt. Und genauso meine ich, dass vieles da rein psychosomatisch funktioniert, denn bekanntlich versetzt der Wille je Berge. Nur verschließt man sich damit dann vielleicht einer echten, medizinischen Behandlung, die man vielleicht mit einem erfolgreichen Arztwechsel erzielt hätte.

Ich zum Beispiel leide seit Kind unter Asthma. Habe nicht geschaut, aber es gibt 200%ig auch irgendwas Homöopathisches, was da wunderbar helfen soll. So, da fehlt mir dann schon mal die Grundlage, worauf denn eine Wirkung basiert - wie genau soll man denn diese Zweifel beseitigen? Asthma ist eine falsch Immunantwort, die zur Folge hat, dass die Bronchen anschwellen und man schlecht Luft bekommt. Da gibts moderne Therapien, die gut ansprechen - auch gute Sprays, die eben dieses Anschwellen verhindern. Die habe alle logisch nachvollziehbare Ansätze. Damit habe ich das sehr gut im Griff und ich finde, dass sind doch so Momente, wo ich froh bin, dass wir solche Errungenschaften haben und die so gut wirken. Als Kind bin ich fast erstickt, weil es außer Cortison nix gab - da kam der Krankenwagen.

M3onsJtxi


knuffelstern

Allerdings MUSS für mich eine angewandte Therapie einen überprüfbare, wissenschaftlichen Hintergrund haben.

Ja, wenn Du das für Dich selbst so siehst, ist dagegen ja auch überhaupt nichts einzuwenden. Aber gestehe anderen bitte ebenfalls eine eigene Urteilsfähigkeit zu. Das Ergebnis kann durchaus anders aussehen als Deines. Wo ist das Problem?

Wenn ich mit bestimmten alternativmedizinischen Therapien sehr gute Erfahrungen gemacht habe, so sehe ich ebenfalls kein Problem damit, diese hier weiterzugeben.

Nur, und davon bin ich überzeugt, könnte man gute Medizin machen, wenn man sich Zeit nimmt und dem Patienten zuhört und ihm Aufmerksamkeit schenkt. Unsere moderne Medizin leidet halt emmens darunter, dass Ärzte durch ein monetäres Korsett gezwungen sind schusslig zu arbeiten und natürlich auch durch Pharma und andere Zulieferer gewisse Verpflichtungen einzuhalten haben.

Nur kann doch die Medizin nichts dafür. Und viele, so mein Eindruck, flüchten sich dann in die Homöopathie, weil da plötzlich jemand sitzt, der sich Zeit für sie nimmt. Und genauso meine ich, dass vieles da rein psychosomatisch funktioniert, denn bekanntlich versetzt der Wille je Berge. Nur verschließt man sich damit dann vielleicht einer echten, medizinischen Behandlung, die man vielleicht mit einem erfolgreichen Arztwechsel erzielt hätte.

Bezüglich des ersten Absatzes gebe ich Dir Recht. Der zweite Absatz ist (für mich und angesichts eigener Erfahrungen) nicht haltbar. Ausnahmslos alle, die ich kenne, suchten erst nach Ausschöpfung schulmedizinischer Möglichkeiten einen ganzheitlich arbeitenden Arzt auf. So war/ist es auch bei mir. Zudem wird auch in unserem Bezirkskrankenhaus die ganzheitliche Medizin zunehmend integriert, insbesondere bei Komapatienten auf der Intensivstation. Warum wohl?

KLnuffe/lst5exrn


Ich habe jetzt sicherlich nicht die Antwort, die Dir vorschwebt, aber ich kann das durchaus mal mit ein wenig Psychologie erklären, denn solche Dinge sind ja nicht ganz unbekannt:

Die Schulmedizin kann natürlich nicht auf alles Antworten und Lösungen liefern. Das hat sie nie behauptet, es ist aber die Erwartungshaltung, mit der Patienten zum Arzt gehen. Das ist halt extrem geprägt durch eine angelernte Kosumentenhaltung - ich Kunde, du Dienstleister - ich bezahle, du lieferst.

Es gibt aber durchaus viele Fälle, in denen es keine direkte Lösung gibt, keine Pille, kein Rezept, eine OP oder eine Reha. Das hat selten etwas damit zu tun, dass der Arzt schlecht ist, sondern mit der einfachen Tatsache, dass nicht für alles ein Kraut gewachsen ist. Das muss man einfach akzeptieren. Wenn man aufgeklärt ist, weiß man das. Die Medizin ist wie jede andere Wissenschaft und lernt ständig dazu, verifiziert, falsifiziert. Das ist ja das, was sie ausmacht. Und am Rande erwähnt vermisse ich genau diese Eigenschaft bei der Homöopathie, die genau das ja anscheinend nicht tut.

Wir haben dann also den Patienten, der natürlich nicht zufrieden ist, weil es für seine Beschwerden keine entsprechende Behandlung gibt. Ganz oft sind das ja auch vortrefflich Dinge, die sehr komplex im Körper verlaufen und die man halt nicht mit einer Tablette behandeln kann. Wenn jemand Fibromyalgie hat, dann gibt es keine Pille, die das heilt ... sowas lässt sich meist nur symptomatisch behandeln. RLS, Polyneuropathie ... also so Zeug, dass kein Mediziner heilt. Wie auch? Und das sind dann die Leute, die jeden Strohalm greifen und alles probieren. Auch alternative Sachen. Es würde keiner auf die Idee kommen mit einer zu nähenden Schnittwunde oder Hautkrebs zum Heilpraktiker zu rennen.

Ich denke also schon, dass es vorwiegend Leute sind, die unzufrieden mit der Schulmedizin waren, weil diese keine Antworten liefern konnte. Und der Mensch ein Wesen ist, dass sich unwohl fühlt in einem Zustand, der keine Antworten liefert. Im Grunde "existiert" Gott auch nur, weil sich die meisten "nichts" nicht vorstellen können. Gott hat Antworten. Diese Haltung ist tief in uns drinnen. Auch der Gedanke, dass man jede Krankheit heilen kann, wenn man nur das richtige Mittel hat. Schön. Auch wenn es natürlich ein großer Trugschluss ist.

Und ich betone nochmal: Ich respektiere jeden Glauben, jede andere Haltung. Ich werde niemanden missionieren, sondern versuche nur sachlich und vielleicht auch psychologisch Verhaltensweise zu erklären. Je mehr man sowas versteht, desto spannender ist vieles und je mehr versteht man auch sich selbst. Weiß gar nicht, wie oft ich diese Aha-Effekte hatte. o:)

H\anVcea


Knuffelstern die Homöopathie verspricht auch keine Heilung für jeden und alles.

Aber sie hat andere Möglichkeiten als die Schulmedizin.

Sie braucht eben nicht unzählige Medikamente für verschiedene Krankheiten.

Der Homöopath muss nur das eine Mittel finden, welches die Selbstheilung anstößt.

Den Rest macht der Körper dann allein.

B+roder~ick


Hanca

Knuffelstern die Homöopathie verspricht auch keine Heilung für jeden und alles.

Aber sie hat andere Möglichkeiten als die Schulmedizin.

Nein. Die Schulmedizin hat auch den Placeboeffekt. PLUS die Medikamentenwirksamkeit.

Sie braucht eben nicht unzählige Medikamente für verschiedene Krankheiten.

Der Homöopath muss nur das eine Mittel finden

Da braucht er nicht lange zu suchen, denn zwischen den vielen Homöopathika gibts, außer dem Packungsaufdruck, keinerlei Unterschied.

KUnufTfelstxern


Hanca

die Homöopathie verspricht auch keine Heilung für jeden und alles. Aber sie hat andere Möglichkeiten als die Schulmedizin.

Sie braucht eben nicht unzählige Medikamente für verschiedene Krankheiten. Der Homöopath muss nur das eine Mittel finden, welches die Selbstheilung anstößt. Den Rest macht der Körper dann allein.

Wie und mit welchen Methoden hat man denn beobachtet, dass so ein Mittel eine Selbstheilung anstößt? Wie schließt man denn aus, dass eine mögliche Wirkung nicht auf andere Weise entsteht?

M[ons(ti


knuffelstern

Dem Organismus wird lediglich eine Information, sozusagen ein Impuls verabreicht. Darauf reagiert er, indem er die geringfügige Störung zu beseitigen sucht. Unser Organismus ist permanent damit beschäftigt, Störungen zu eliminieren und zwar meist erfolgreich. Nur wenn Störungen überhand nehmen, kommt es zur Krankheit. Auch diese versucht der Organismus mit Hilfe der Selbstheilung zu beseitigen. Ist er z.B. sehr geschwächt, ständig Giften und Stress ausgesetzt, oder die Störung wird übermächtig, gelingt diese nicht mehr.

K(nufVfels&tern


Soweit ist das ja klar. Woher weiß man denn aber, dass man diesen Vorgang mit einem Impuls "anstoßen" kann? Dieser Vorgang muss doch beobachtet bzw. dokumentiert worden sein, um einen solchen Ursache-Wirkung-Rückschluss ziehen zu können. Wie schließt man denn aus, dass diese Selbstheilung nicht völlig autark vom Körper selbst veranlasst oder auch nicht veranlasst wird?

HiaXnca


Wie und mit welchen Methoden hat man denn beobachtet, dass so ein Mittel eine Selbstheilung anstößt? Wie schließt man denn aus, dass eine mögliche Wirkung nicht auf andere Weise entsteht?

Knuffelstern das habe ich doch nun oft genug berichtet.

Wenn nach schulmedizinischen Erfahrungen bestimmte Krankheiten üblicherweise nicht mal eben von alleine verschwinden, dann kann man sicher sein, dass die Homöopathie das bewirkt hat.

Vor allem, wenn sich das oft wiederholt und kein Einzelfall bleibt.

K@nufffel(sterxn


Hanca

Das muss man doch irgendwie konkretisieren und spezifische Zusammenhängen benennen können. Das ist doch der springende Punkt dabei.

Wenn es danach ginge, könnte ich auch folgendes rück schließen:

Wenn Leute Regenschirme haben, fängt es immer an zu regnen. Ich sehe doch immer die Regenschirme, wenn es regnet. Wenn sie keine haben, fängt es nicht an zu regnen. Wenn die Leute also ihre Regenschirme daheim lassen, gibt es auch keine Regen. Ich beobachte das ja ständig.

Wir wissen natürlich alle, dass es nicht so ist, sondern andersum. Ich könnte aber als reiner Beobachter diese Behauptung aufstellen. Und nun bleibt ja die andere überlassen, was sie glauben. Die einen werden vielleicht gute Erfahrungen machen, weil sie den Regenschirm daheim lassen und selten Regen hatten. Die anderen lassen auch den Schirm daheim, aber haben im Herbst Pech und werden dauernd nass. Obwohl ja gesagt wurde, das es keinen Regen gibt, wenn man den Schirm nicht dabei hat.

Ich hoffe, dass dieser Vergleich klar macht, worauf ich hinaus will. Die alternative Medizin wird immer mit Vorwurf der Unglaubwürdigkeit konfrontiert sein, solange sie das obige Dilemma nicht auflöst. Leute, die sich gern ihre eigene Meinung bilden und Inhalte nicht ungeprüft übernehmen, werden immer fordern, dass eine gewisse, logische Kette vorhanden ist. Und wenn die Homöopathie verspricht die Selbstheilung anzustoßen, wird sie genau das irgendwie belegen und auch nachweisen müssen, dass das Globuli tatsächlich auch Ursache der Wirkung war.

Dieses Verhalten hat nichts mit Ablehnung der alternativen Medizin zu tun, sondern mit gesundem Menschenverstand. Und sowas kann man sachlich diskutieren. So, wie ich es gerade tue.

H4anca


Und sowas kann man sachlich diskutieren. So, wie ich es gerade tue.

Ich habe das bereits sachlich diskutiert, indem ich etliche Seiten vorher Beispiele gebracht habe.

Einer meiner Hunde hatte ein Hornhautulcus (Boxerulcus)

Was ist ein nicht heilendes Hornhautulcus?

Es handelt sich bei dieser Erkrankung um eine Ablösung der obersten Hornhautschicht (Ulcus)

an der Oberfläche des Auges, die nicht von selbst abheilt.

[[https://www.tieraugen.com/wp-content/uploads/2017/03/Boxerulcus-und-Abrasio-1.pdf]]

Ich war damit bei einem Augenspezialisten. Das Auge sollte operiert werden.

Ich hatte noch Zeit bis zu dem Termin und habe den Hund noch meiner Homöopathin vorgestellt.

Sie hat Globuli herausgesucht und ihm 3 Globuli in die Schnauze gesteckt.

Schon nach wenigen Tagen schien das Auge besser auszusehen.

Die Bestätigung brachte dann der Termin beim Augenarzt.

Das Auge war verheilt, die Operation musste nicht mehr durchgeführt werden.

Bei dem anderen Hund mit dem hohen Augendruck war der Erfolg genauso groß.

Das Auge sollte entfernt werden (Glaukom). Bei der Nachkontrolle stellte sich ebenso heraus, dass der Augendruck wieder normal war. Die OP musste nicht mehr durchgeführt werden.

Die Erfolge waren sichtbar und messbar.

Schon nach 2 Tagen waren die ersten Verbesserungen für mich zu erkennen und dann jeden Tag mehr.

BRroder,icxk


Monsti

Dem Organismus wird lediglich eine Information, sozusagen ein Impuls verabreicht.

Diese "Infomation" in Homöopathika ist eine freie Erfindung.

Es gibt weder irgendeinen theoretischen Grund zur Annahme, dass es sie geben könnte, noch irgendeinen praktischen Nachweis, dass es sie gibt.

KXnuffe~lstexrn


Hanca

Mit Sachlichkeit meine ich in erster Linie Objektivität. Ein persönlicher Erfahrungsbericht ist zwar interessant, kann aber nicht den Anspruch einer Allgemeingültigkeit erfüllen. Und darum geht es mir hier.

Zuverlässige Medizin kann ja nur erfolgen, wenn unabhängig vom Anwender eine erwartbare Wirkung eintritt. Wie das jetzt passiert sei erstmal dahin gestellt.

Was würde denn die alternative Medizin gehen Entzündungen wie z.B. Blasenentzündung verordnen oder auch gegen meine schuppig Haut im Gesicht? Das könnte ich direkt probieren. Die Ärzte haben da nix für mich. Find ich sehr unbefriedigend.

H_ancxa


Mit Sachlichkeit meine ich in erster Linie Objektivität. Ein persönlicher Erfahrungsbericht ist zwar interessant, kann aber nicht den Anspruch einer Allgemeingültigkeit erfüllen. Und darum geht es mir hier.

Für mich, für Menschen in meinem Umfeld und für die Tierärzte, die die Heilungen bei den Kontrolluntersuchungen bestätigt haben, ist das objektiv. Die Tierärzte waren nicht die Behandler, sondern Beobachter.

Diese Erfahrung bekommt dann für diese Menschen Allgemeingültigkeit, wenn sie wiederholt werden kann.

Was würde denn die alternative Medizin gehen Entzündungen wie z.B. Blasenentzündung verordnen oder auch gegen meine schuppig Haut im Gesicht?

Ich habe so wenig Lust, mich ständig zu wiederholen.

Es gibt in der Homöopathie keine Mittel gegen bestimmte Krankheiten.

Es wird das Mittel herausgesucht, welches die Selbstheilung anregt.

Geh doch einfach mal zu einem richtigen klassischen Homöopathen.

Dann kannst du eigene Erfahrungen sammeln.

mRir&i8x0


Vielleicht waren es aber auch Fehldiagnosen, bzw. der Versuch der Geldmacherei von den Tierärzten. Es macht mich zumindest stutzig, wenn nicht selbstheilende Krankheiten durch Selbstheilung geheilt werden.

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