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Globuli Verbot

B'rocder-ick


danae87

Denn im Ernst, wieso kann denn ein Homöpath einem krebskranken Menschen die Medikamente ausreden?

Wieso sollte er einen leichtgläubigen "pharma-skeptischen" Patienten nicht skrupellos belügen können?

"Skeptizismus" ist ja allgemein ganz groß in Mode.

B!rodIer%ick


@ MissMarie

@ sugarlove

da gebe ich dir sogar als Homöopath Recht.

Es gibt Dinge bei denen nur Schulmedizin hilft.

Am besten wäre es, wenn Arzt und HP zusammenarbeiten.

...und es gibt keine "Dinge", bei denen Homöopathika nur die kleinste Wirkung haben.

Wie sollte da eine "Zusammenarbeit" aussehen?

Sicher wird ein Schulmediziner ab und zu einen Patienten zum Homöopathen abwimmeln, wenn er sich nicht anders zu helfen weiß; als "Zusammenarbeit" würd ich das aber nicht gerade bezeichnen.

S[unfloGwer_7x3


Es gibt keine wissenschaftlichen Nachweise jenseits von Placebo-Studien, dass Globuli helfen. Die Befürworter verschließen sich entsprechenden Studien und bleiben bei Einzelfall-Schilderungen hängen. Ergo sollte keine Krankenkasse hier Leistungen finanzieren. Verbot? Tja, es gibt halt das Risiko, dass Menschen ernsthafte Erkrankungen mit Globuli behandeln und sich somit schaden. Das sollte man sich immer wieder vor Augen führen, denn es ist häufiger, als gedacht. Da wird dem netten Heilpraktiker, der sich so viel Zeit nimmt und so toll zuhört, halt eher geglaubt als dem eher kurz angebundenen Arzt. Und schwupps, wird eben nicht mehr zielführend behandelt.

Wobei man Globuli/Homöopathika als eigenständiges Problem sehen muss und NICHT mit Hausmittelchen in einen Topf werfen darf. Hausmittelchen und pflanzliche Dinge wirken, weil Substanzen enthalten sind, die nachweislich einen Effekt haben. Diese Stoffe werden nicht zunehmend auch untersucht und arzneitechnisch verarbeitet. In Globuli ist aber nun mal nix drin außer Aberglaube.

SHunfhlow&er_7x3


@ Belafonte:

Baldrian wirkt aber und hat nix mit Homöopathie zu tun.

@ SaNik:

Wieviele Menschen sterben jährlich an den Nebenwirkungen/Wechselwirkungen durch Medikamente, wieviele an Chemos ect. ? Soll man dann Medikamente auch verbieten ?

Wenn jemand an Krebs trotz Chemo stirbt, kräht kein Hahn danach, ob es vielleicht an der Chemo gelegen hat oder diese vielleicht nix gebracht hat... macht man ja eben so.

Das ist ein unglaublicher Blödsinn, mit allem Respekt. Zum einen werden immer wieder Medikamente von Markt genommen, wenn die Risiken überwiegen. Es gab in den letzten Jahren genug Rückrufe und ja, es kräht sehr wohl ein Hahn danach. Und zum anderen wird durchaus geschaut, ob eine Chemo wirkt oder nicht. Es wird angepasst oder ggf. auch abgebrochen. Was der Patient wünscht. Ich kenne au dem beruflichen Kontext einen Fall, wo das gerade sehr akut ist - und der Patient für sich entschieden hat, welche Option er annimmt. Aus keine Chemo, palliative Chemo die er prima verträgt und die ein paar Wochen bringen wird - und Hardcore-Chemo, die ihn umhaut, die etwas mehr Zeit bringen wird, die er aber sterbenselend verbringen wird. Niemand wird einfach unreflektiert chemotherapeutisch behandelt.

B{roPderi>ck


SaNik

Wenn jemand an Krebs trotz Chemo stirbt, kräht kein Hahn danach, ob es vielleicht an der Chemo gelegen hat oder diese vielleicht nix gebracht hat... macht man ja eben so.

Stimmt doch garnicht. Selbstverständlich kräht danach ein Hahn.

Es wird genau erfasst, bei welchem Krebs welche Therapie welche Heilungschancen bringt.

Ihr Skeptiker erzählt manchmal einen Unsinn, dass einem ganz schwindelig wird.

B"rode6rick


onodisep hat die Diskussion gestartet

Doch der Wissenschaftsrat der europäischen Akademien fordert nun, dass solche homöopathischen Mittel keine Genehmigung mehr als Arzneimittel bekommen sollen.

Es sind ja auch keine Arzneimittel. Logisch, dass man dann auch nicht irreführend damit werben können sollte. Das ergibt sich schon alleine aus dem Verbraucherschutz.

"Verbieten" wird man geschütteltes Wasser oder Zuckekügelchen natürlich trotzdem nicht.

Das darf auch weiterhin jederman kiloweise zu sich nehmen.

a0yeashxa


Den Verkauf von Globulis allein würde ich vielleicht gar nicht verbieten wollen, aber dass suggeriert wird und werden darf, dass das Zeug irgendeinen medizinischen Nutzen hat, das muss verboten werden. Jeder, der Globulis verordnet oder verkauft, sollte zumindest dazu verpflichtet werden, eindeutig darauf hinzuweisen, dass das Zeug völlig wirkungslos ist (und zwar ohne Einschränkung, also keine Psydobelehrung a la: "ich muss Ihnen vom Gesetz her sagen, dass es wirkungslos ist, aber ich persönlich sehe das anders...").

Medikamente dürfen nur vertrieben werden, wenn deren Nutzen und Nebenwirkungen durch wissenschaftliche Studien bewiesen ist. Ich verstehe nicht, warum für homöopathische Mittel andere Standards gelten.

Biela^fonxte


Baldrian wirkt aber und hat nix mit Homöopathie zu tun.

Es ging darum, dass es der Hausarzt nicht verschrieb, die Heilpraktikerin aber schon!

bQltuetigxer


Meiner Meinung nach sollten die Krankenkassen homöopathische Mittel nicht bezahlen (meine tut's nicht) und sie sollten auch nicht als Heilmittel beworben werden dürfen. Aber ein Verbot bringt meiner Meinung nach gar nichts - manche Leute lehnen die Schulmedizin eben ab und man kann sie nicht zu ihrem (vermeintlichen) Glück zwingen. Wenn Globuli verboten werden, dann nehmen die Leute eben - im schlimmsten Fall - MMS oder Aprikosenkerne, im besseren Fall werfen sie Heilsteine ins Wasser, pendeln, machen Reiki oder Bioresonanz, glauben an Quantenheilung oder Heilung durch Engel... vielleicht wird ja auch Heilung durch Gebete wieder modern. Gibt ja auf dem Gebiet nichts, was es nicht gibt.

Zu dem Vorwurf, dass Globuli zu teuer sind: es ist doch meines Wissens nach erwiesen, dass teure Medikamente und auch Placebos (bzw. solche, die dem Patienten als teuer verkauft werden) besser wirken als billige. Genauso wie Placebos als Spritze oder Infusion stärker wirken als als Tablette. Unser Gehirn ist da schon sehr speziell... ich habe unlängst beim Arzt in einer Zeitschrift gelesen, dass Ärzte gerne die Möglichkeit hätten, Placebos in bestimmten Fällen auch außerhalb von Studien zur Behandlung einzusetzen. Dieser Artikel hier geht in eine ähnliche Richtung: [[http://derstandard.at/2000065152717/Auch-offen-verabreichte-Placebos-helfen]]

r<r2q0127


WIe sollte denn ein Verbot rechtlich begründet sein? Man kann doch keine vollkommen unschädlichen Produkte verbieten. Man kann nur verbieten, sie als Heilmittel anzupreisen.

Es ist ja auch nicht verboten, Wasser zu verkaufen.

Naannxi77


Es ging darum, dass es der Hausarzt nicht verschrieb, die Heilpraktikerin aber schon!

Und das ist inwiefern relevant? So ein Rezept ist doch gar nicht erstattungsfähig? ":/

Baldrian kannst du frei in der Apotheke kaufen.

AYlte<rsatck5x6


Wenn eine Krankenkasse alternative Heilmethoden nicht bezahlen will, kann ich das akzeptieren.

Ein Verbot von alternativen Heilmitteln/Methoden bestätigt für MICH nur das die Krankenkassen nur verdienen und nicht heilen wollen.

MfG

LLiverpZooxl


Und dass es für Heilpraktiker endlich offizielle Standards und Prüfungen gibt, damit reglementiert wird, welche Fortbildungen/Prüfungen sie machen dürfen um praktizieren zu dürfen und um festzulegen, was sie dürfen und was nicht.

Das finde ich persönlich auch viel wichtiger als ein Verbot von unwirksamen Zuckerkügelchen. Die Dinger machen halt nix. Weder Nutzen noch Schaden. Wer sie nehmen will und dran glaubt, bitteschön. Soll er machen.

Viel schlimmer finde ich die Tatsache, dass das Heilpraktikerwesen völlig unreglementiert ist und unter dem Deckmantal "Heilpraktiker" unglaublich viel Scharlatanerei betrieben wird. Es werden Ängste geschürt, medizinischer völliger Humbug verbreitet, in viele Fällen unglaublich fahrlässig gehandelt und im Endeffekt geht es hier auch nur ums Geld verdienen.

Sicher ist in der Schulmedizin auch nicht alles richtig und gut aber hier ist für jeden medizinische Hilfsberuf und auch für Ärzte ziemlich genau und detailreich geregelt, was wer wann tun darf und welche Ausbildung dieses Person haben muss. Ständig wird geprüft und fortgebildet usw. und währenddessen pfuschen sogenannten "Heilpraktiker" völlig unkontrolliert vor sich hin.

Mein Hausarzt hatte mir nicht einmal Baldrian verschrieben, obwohl es ein Super-Medikament ist, das keine Gewöhnungseffekte hervorruft. Aber meine Heilpraktikern verschrieb es. 100ml bei Rossmann 2,53 Euro.

Warum sollte er auch etwas verschreiben, was du völlig problemlos bei Rossmann kaufen kannst? Gehste halt zu Rossmann und kaufst das. Verschreiben, also ein Rezept ausstellen, macht ja nur Sinn wenn du das Medikament von der Krankenkasse erstattet bekommen willst/sollst bzw. ein Medikament nur auf Ausweisung eines Arztes erwerben/einnehmen sollst.

Bei Zeug, dass man in jeder Drogerie käuflich erwerben kann, macht ein Rezept doch gar keinen Sinn.

Zumal ein Heilpraktiker überhaupt keine Rezepte austellen darf. Zumindest nicht für Dinge, die man ohne Rezept nicht bekommt. Und Rezepte für Dinge, die man frei in der Apotheke oder gar in der Drogerie erwerben kann, sind ja dann wieder überflüssig.

Nach dem Arzneimittelgesetz darf der Heilpraktiker keine rezeptpflichtigen Arzneimittel verschreiben und auch keine Arzneimittel herstellen.

[[http://www.heilpraktiker.org/der-rechtliche-status-des-heilpraktikers Quelle]]

dVaDn[ae87


Wieso sollte er einen leichtgläubigen "pharma-skeptischen" Patienten nicht skrupellos belügen können?

"Skeptizismus" ist ja allgemein ganz groß in Mode.

Genau was ich meine, die Leute sind eh skeptisch, aus verschiedenen Gründen hat die Industrie und die Ärzteschaft da massiv an Vertrauen eingebüßt. Daran muss man arbeiten und nicht harmlose Zuckerkugeln verbieten. Und schließlich und endlich ist es auch jedem selbst überlassen wem er vertraut, ob er sich überhaupt und wenn wie behandeln lässt.

Sunflower

Da wird dem netten Heilpraktiker, der sich so viel Zeit nimmt und so toll zuhört, halt eher geglaubt als dem eher kurz angebundenen Arzt. Und schwupps, wird eben nicht mehr zielführend behandelt.

Eben, aber das ändert sich doch nicht wenn man da nun was verbietet. Dann gehen die Leute eben zum "Lebenscoach" und pendeln da ihre Sachen aus. Da muss man mal zielführend etwas am System ändern. Wenn sich Leute dann noch entscheiden einen anderen Weg zugehen, dann fällt das meines Erachtens nach unter die Freiheit die einem mit seinem eigenen Körper so zusteht.

BiroderWicxk


danae87

19.10.17 19:42

Wieso sollte er einen leichtgläubigen "pharma-skeptischen" Patienten nicht skrupellos belügen können?

"Skeptizismus" ist ja allgemein ganz groß in Mode.

Genau was ich meine, die Leute sind eh skeptisch, aus verschiedenen Gründen hat die Industrie und die Ärzteschaft da massiv an Vertrauen eingebüßt. Daran muss man arbeiten und nicht harmlose Zuckerkugeln verbieten.

Industrie und Ärzteschaft arbeiten am Vertrauen, schon so lange es sie gibt. Sie verdienen nämlich am Vertrauen, dass man ihnen entgegenbringt.

Und Zuckerkügelchen sind garnicht verboten. Ist das so schwer zu verstehen?

Du kannst dir noch in hundert Jahren zentnerweise Zucker kaufen und zu Kügelchen drehen.

Macht es euch solch eine Spaß, euch zu empören, dass ihr einen Grund für diese Empörung erfinden müsst?

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