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Hornhaut-Verletzung heilt nicht

B;laucer KlaVus 01 hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen,

nachdem ich bereits mehrfach (vergeblich) beim Augenarzt war, würde ich gerne einmal eine Meinung von Dritten einholen:

Kurz die Geschichte: im Frühjahr 2004 beim Pflanzen meiner Hecke die Spitze eines dünnen Liguster-Triebs (schräg von unten nach oben) ins Auge bekommen. Eigentlich nicht besonders heftig. Starke Rötung des Auges. Ging zum Augen-Arzt. Unfall geschildert, incl. Liguster (=>giftig?!). Antibiotika und Gel "Corneregel" erhalten. Habe ich angewendet. Rötung nach 1 Tag vorüber. Soweit im Alltag alles ok.

Allerdings: manchmal morgens (trockene Hornhaut) oder bei zufälliger Berührung der richtigen Stelle an der vorderen Hornhaut verspüre ich einen stechenden Schmerz, vergleichbar, als wenn eine Rasierklinge senkrecht zwischen Auge und Lid stehen würde. Ergebnis ist je nach Situation eine minutenlang andauernde heftige Reizung des Auges. Meine Arbeit muß ich dabei manchmal unterbrechen. Hin und wieder, aber selten dauert die Folgerötung bis in den nächsten Tag hinein.

Ich war mit dieser Schilderung nun bereits zweimal bei einem anderen Augenarzt als beim ersten mal. Er stellte eine leichte Verletzung fest und bat mich um fortgesetzte und reichliche Anwendung des Augengels. Mittlerweile habe ich um die acht 10g-Tuben verbraucht, aber noch keine signifikante Besserung feststellen können.

Vor dem nächsten Arzttermin (evtl. Arztwechsel) möchte ich nun etwas vorbereitet sein. Deshalb meine Frage nun, ob nach 9 Monaten in dieser Hinsicht noch Besserung durch Anwendung des Gels zu erwarten ist. Ggf was getan werden kann, wenn eine unsichtbare Narbe oder ähnliches entstanden ist.

Von der weiteren Anwendung des Gels verspreche ich mir nach jetzigem Erfahrungsstand jedenfalls nichts mehr.

In der Hoffnung auf einen "Experten" im Forum schon mal meinen Dank für die Hilfe.

Gruß Klaus

Antworten
q7ueen~fegexr


Hallo,

zunächst einmal, die Verletzung der Hornhaut durch Pflanzen ist sehr häufig mit einer schlechten Heilungsprognose verbunden da der Wundrand nicht schön glatt, wie z.B. bei einer Operation ist sondern durch die Art der Pflanze bedingt, unregelmässig.

Eine Hornhautverletzung heilt nie komplett sondern Du wirst eine Narbe zurückbehalten und eine erhöhte Rezidivneigung, d.h. die Verletzung kann immer wieder aufbrechen. Wichtig ist die Pflege der Hornhaut , auch tagsüber damit es nicht zur Austrocknung kommt. Die Verletzung kann auch immer eine Eintrittspforte für Keime sein die dann zu schlimmen Komplikationen wie Entzündungen des Augeninneren führen kann. Dein AA hat absolut richtig gehandelt, wenn er Dich mit Antibiotikum und Corneregel behandelt hat.

Alternativ kannst du folgendes machen: tagsüber Tränenersatzpräparate mit Hyaluronsäure benutzen, z.B. Biolan-Gel 0,3% , das hat keine Konservierungsstoffe und Du kannst trotz seiner gelartigen Konsistenz gut sehen. Ausserdem wird der eigene vorhandene Tränenfilm auf der Augenoberfläche gebunden. Nachts solltest Du dann ein hochvisköses Präparat nehmen, z.B. Corneregel oder Regepithel. Bepanthen Augensalbe ist auch gut, schmiert aber vielen Patienten zu sehr, am besten am Wochenende mal ausprobieren. Bei Schmerzen immer gleich zum AA da die Narbe wieder "aufbrechen" könnte und die Gefahr einer Infektion besteht.

Die Schmerzen entstehen einerseits durch den Epitheldefekt, (die Hornhaut ist eines der Schmerzempfindlichsten Organe), kleinste Irritationen werden sehr schmerzhaft wahrgenommen. Andererseits neigt das Auge gerade in den Wintermonaten (Heizungsluft, Kälte) zum austrocknen und das fördert den Heilungsprozess nicht gerade. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr ist deshalb auch sehr wichtig, also viiiieeel trinken.

Schade, dass ich Dir keine besseren Nachrichten schicken kann aber die Prognose ist bei diesen Verletzungen durch Pflanzen einfach oft nicht so toll.

Gute Besserung wünscht

B9lauher jKlaxus 01


Danke

... für die ausführliche Info. Auch wenn die Prognose nicht optimal ist. So was hätte ich auch gerne von einem behandelnden Arzt direkt gehört. Aber dafür ist heute keine Zeit mehr da, nicht mal, wenn man als Privatpatient den 2,3fachen Satz bezahlt. Aber: es gibt schlimmeres im Leben. So prägt einen das Leben halt. Gut auch zu hören, daß Trinken die Sache unterstützt. Das ist wenigstens jetzt schon gegeben.

Frohe Festtage

Klaus

Nsessiec81


Hatte vor ca. einem Jahr das gleiche Problem wie Du... mir hat eine Optiker harte Linsen anpassen wollen und mich eine Stunde mit komplett falsch sitzenden Linsen in die Stadt zum "dran gewöhnen" geschickt.

Jetzt nach über einem Jahr ist wieder von meiner Seite aus alles i.O., allerdings merke ich die HH-Verletzung auch noch, wenn meine Augen sehr trocken sind. :-(

Ich hoffe, dass ich nächstes Frühjahr einen weiteren Versuch mit Hartlinsen starten kann.

qLuueenTfegxer


@nessie

hallo, auch wenn die geschäftstüchtigen Optiker in diesem Forum mich jetzt wahrscheinlich wieder virtuell steinigen:

Nach so einer HH-Verletzung sollte man die Indikation für das Kl -tragen sehr streng stellen. Sollte sich die alte Verletzung wieder verschlimmern merkst Du den Schaden zu spät weil die Linse die Hornhaut ja abdeckt und die warnenden Schmerzen unterdrückt.

In Deinem Fall ist es sicher besser, zu einem in KL-Anpassung erfahrenen Augenarzt zu gehen. Deine Augen sollten auch öfters kontrolliert werden als 2x/Jahr, nämlich alle 2 - 3 Monate wegen der o.g. Risiken.

Gruß

BWlauer kKlauNs 0x1


Kontaktlinsen

@ nessie81:

hast Du so oder so Kontaktlinsen (KL) oder extra wegen der Augenverletzung? Waren die KLs somit zum Schutz der Hornhaut gedacht?

@ queenfeger:

wären KLs ein gangbarer Weg, um die Wunde eine gewisse Zeit reizfrei zu halten. Mein Arzt hatte sich geäußert, daß die Wunde eben durch den häufigen Lidschlag per se schon mal nicht richtig heilen kann. Eine KL könnte dies verhindern. Oder nicht?

Gruß Klaus

qSueenf`egxer


Ja,

es gibt sogenannte Verbandslinsen, die haben keine korrigierende Wirkung (aber bei Bedarf auch mit Korrektur) und sind im Durchmesser etwas größer als die normalen Kontaktlinsen. Wenn Dein AA dir diese Linse empfohlen hat, würde ich sie in jedem Fall mal probieren, engmaschige Kontrolluntersuchungen vorausgesetzt. Die Linse bleibt Tag und Nacht im Auge und kann auch als Medikamententräger dienen.

Die Krankenkasse zahlt meist nicht, die sagen ein normaler Salbenverband tuts ja auch, aber die Linsen sind einfach komfortabler und schützen die Hornhaut vor der Reibung der Lider. Aber wie gesagt, häufige Kontrollen sind unbedingt nötig, auch wenn das Auge nicht mehr schmerzt.

Gruß

BSlaue-r KLlaxus 01


Danke!!

@ Queenfeger:

vielen Dank für den Tipp. Werde ich im neuen Jahr ganz bestimmt mal angehen. Würde meinem Wohlbefinden sehr helfen, wenn damit das Problem zu lösen wäre.

Danke noch einmal.

Gruß Klaus

N=essixe81


...ich trage schon seit ca. 10 Jahren Linsen... im ersten Jahr hart-flexible Linsen, mit denen ich jedoch durch den Reitsport (Staub) Probleme bekam. Dann nunmal seit 9 Jahren Weichlinsen.

Ich habe nach der HH-Verletzung ca. 1/2 Jahr ganz mit KL ausgesetzt und trage diese auch bis heute nur noch ein paar Stunden, wenn ich mal besonders hübsch aussehen möchte. ;-) Wenn ich die Linsen sechs Stunden drin hatte, nehme ich sie einfach raus. Allerdings habe ich mich durch die KL-Pause auch an mein Brillengesicht gewöhnt und finde es gar nicht mehr soooo schlimm... :-o

Bin also wirklich sehr vorsichtig geworden. Wenn es die neuen Acuvue Advance in meiner Stärke gibt, werde ich diese testen.

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