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Grauer Star: OP - Übergangszeit

Tnortuxga hat die Diskussion gestartet


Nun ist es soweit: ich werde an den Augen operiert. Ich bin sehr stark kurzsichtig (-12/-16) und nun hat sich noch ein Grauer Star dazugesellt. Der sitzt so blöde vor dem "Punkt des Schärfsten Sehens", dass ich, je nach Lichtverhältnis deutliche Schwankungen in der Sehleistung habe. Eigentlich bin ich viel zu jung für diese "Alte Leute-Krankheit", aber es ist wohl durchaus eine nicht ungewöhnliche Nebenwirkung der Kurzsichtigkeit.

Daher wird der Graue Star, obwohl noch sehr gering, operiert. Ich habe einen Riesenbammel vor der OP und das einzige, was mich beruhigt ist, dass es in Vollnarkose gemacht wird.

Erfreulich sind natürlich die Aussichten, dass ich zukünftig eine Brille mit nur -2 bis -3 Dpt. brauchen werde. Das ist bei meinen bisherigen Werten ein absoluter Traum. Darauf freue ich mich schon.

Was ich mir allerdings so gar nicht vorstellen kann: Die Augen werden jeweils im Abstand von 4 Wochen operiert. Jedes Auge braucht ca. 6 Wochen, bis die endgültige, bleibende Sehschärfe erreicht wird. Das macht zusammen ca. 10 Wochen. Man hat mir gesagt, dass ich zumindest nach der ersten OP erstmal richtig Schwierigkeiten haben werden, da der Unterschied zwischen dem bereits operierten Auge und dem noch nicht operierten Auge ca. 10 Dpt. betragen wird. Wenn dann das zweite Auge operiert ist, kann man auch eine Übergangsbrille anpassen.

Das schreckt mich natürlich schon ein bisschen. Ich kann in dieser Zeit nicht Autofahren, wahrscheinlich nicht arbeiten (sitze den ganzen Tag am Computer), darf kein Sport machen und frage mich, ob ich denn überhaupt etwas machen kann. Muss ich wirklich 10 Wochen lang rumsitzen und Nichts tun.

Hat jemand diese OP schon hinter sich? Wie hat er/sie diese Zeit rumgebracht? Wie geht es ihm/ihr heute?

Liebe Grüße

Tortuga

Antworten
BdeKtEt68


Hallo Tortuga, ich habe zum zweiten Mal eine Vitrektomie (Glaskörperentfernung) mit Membran-Peeling an der Makula unter örtlicher Betäubung gemacht bekommen. Das war hinterher etwas schmerzhaft, aber ich konnte es gut aushalten. Am zweiten Tag waren die Schmerzen deutlich geringer. Im Sommer lag ich im Krankenhaus und eine ältere Dame wurde am Grauen Star operiert, mit örtlicher Betäubung. Sie meinte es sei nicht schlimm und die Schmerzen gut zu ertragen. Bzgl. der Anweisungen des Arztes, halte dich an diese. Ich habe schon erlebt, das mehrere Mediziner unterschiedliche Verhaltensstrategien genannt haben. Du darfst nach der OP nichts lesen und keine Handarbeit machen, strengt die Augen zu sehr an. Die ersten 4 Wochen habe ich mich ruhig verhalten. Bei der Hausarbeit habe ich es langsam angehen lassen, der Dreck läuft ja auch nicht weg ;-). Nach 4 Wochen bin ich wieder leicht geradelt, der Blutdruck sollte nicht in die Höhe sausen. Fernschauen darfst Du, nur lesen nicht, ich habe zum Ausgleich Hörbücher gehört. An welche Verhaltensstrategien Du dich nun hälst ist Vertrauenssache, so habe ich es gehalten. Kopf hoch, der Eingriff ist ein Klacks und geht geübten Ärzten locker von der ruhigen Hand. Alles Gute, Bettina :)^

TTorTtugxa


Danke Bettina, für die aufmunternden Worte. Ja, ich habe schon gehört, dass die OP ein Klacks ist, also auch nur wenige Minuten dauert. Trotzdem bin ich froh, dass mein Arzt von sich aus die Vollnarkose vorgeschlagen hat - er macht das generell bei "jüngeren Patienten" so. Ältere Menschen sind da scheinbar ein wenig relaxter.

Die Grauer-Star-OP soll die am häufigsten durchgeführte OP weltweit sein. Mein Arzt macht die auch mehrere 100x im Jahr. Obwohl ich Angst habe (die Vorstellung, da schneidet mir jemand ins Auge ist schrecklich), vertraue ich ihm und tröste mich damit, dass ich hinterher eine wesentliche Erleichterung haben werde.

Liebe Grüße

Tortuga

B,etxt68


Hallo Tortuga, soll ich das als ein Kompliment auffassen "er macht das generell bei "jüngeren Patienten" so. " ?? Ich bin Baujahr ´68, also ein guter Jahrgang. Naja, so ist das wohl mit dem Küken, die noch die Eierschale hinter den Ohren haben, die haben doch glatt vor einem so harmlosen Eingriff Angst und lassen ihren Kreislauf noch mit Narkotika belasten. Mmh...ich fand es auch bei der zweiten Vitrektomie faszinierend zu beobachten, wie Farbe in mein Auge gespritzt und verwirbelt worden ist. Der Farbstoff sollte das Gewebe anfärben und dem Opthalmologen bei der Arbeit helfen. Die Geräte sind filigran und der Operateur muss ein wirklich ruhiges Händchen haben. Trotzdem kann ich auf eine weitere Erkrankung mit Sehkraftraub gut verzichten. Meinen Füherschein hätte ich auch als ´68erin gerne noch ein paar Jahre und unserer Tochter möchte ich auch weiterhin noch Geschichten vorlesen. Bedenke aber, dass jede Op ihre Risiken birgt und auch suboptimal verlaufen kann. Ich wünsche Dir einen baldigen guten Durchblick. Alles Gute, Bettina

T5ortRuga


Hallo Bettina,

das mit den "Jüngeren" bezog sich nicht auf Dich, sondern auf mich. Ich bin Jahrgang 65, also nichts mit Eierschalen. Das "jünger" bezog sich darauf, dass der Graue Star ja eher eine Krankheit der Älteren (so ab 60 aufwärts) ist.

Ich bewundere jeden und damit auch Dich, der so gelassen mit so einer Sache umgehen kann. Leider kann ich es nicht und bin daher froh, dass mir die Möglichkeit einer Vollnarkose geboten wird.

Klar birgt jede OP ihre Risiken und die Vollnarkose setzt noch eins drauf. Andererseits habe ich kaum andere Möglichkeiten, da die ungewöhnliche Art meines Grauen Stars einen Ausgleich mit Brillengläsern nicht mehr zulässt.

Im Moment kann ich noch ganz gut sehen, kann auch noch Autofahren, aber wer weiß wie lange noch. Daher wird die OP jetzt für das Frühjahr geplant. Und seit ich weiß, dass es sein muss, hätte ich es am liebsten natürlich so schnell wie möglich hinter mir. Ich werde berichten, wie es mir ergangen ist.

Liebe Grüße

Tortuga

Bnettx68


Tortuga, so gelassen habe ich der Op nicht entgegen gesehen. Ich war sehr froh, dass ich eine Lösung für mein Augenproblem gefunden habe, nachdem die sehr moderne Behandlung in einer deutschen Klinik ausser Kosten nichts weiter verursacht hat. Keiner mag es besonders wenn an seinem Auge rumgewurschtelt wird, trotzdem fand ich es sehr interessant zu sehen, was in meinem Auge gemacht wird. Man kann sich das so vorstellen, dass das was man sieht nicht im sondern vor dem eigentlichen Auge geschieht. Schade, das Du noch bis zum nächsten Frühling mit der Behandlung warten musst. Ich wünsche Dir, das Du bis dahin noch einen guten Blick behälst. Alles Gute und freundliche Grüße aus Rheinhessen, Bettina

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