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Erhöhter Augeninnendruck

S(ilbe'rm%ondauge hat die Diskussion gestartet


Hallo an alle selbst von Glaukom / erhöhtem Augeninnendruck betroffenen, evtl. an (Augen-)Ärzte:

Ich dachte, ich sei bei meinem Augenarzt gut aufgehoben, aber nun habe ich meine Zweifel:

Der Augeninnendruck wird zwar 1-2x wöchentlich gemessen, es wurde auch ein Tagesprofil gemacht, aber gemessen wird von der Arzthelferin. ich habe gelesen, eigentlich muß der Arzt selber messen. Wie ist das bei euch ? Wer mißt den Druck, der Arzt oder die Helferin ?

Danke im Voraus für Antworten, Gruß

Silbermondauge

Antworten
T<rochxly


Wie hoch ist denn der Druck bei dir?

Generell würde ich davon ausgehen, daß eine Arzthelferin, die regelmäßig mißt, genauso gut ist, wie der Augenarzt. Ok, man braucht etwas Übung, um das wirklich verläßlich machen zu können, aber es ist nun wirklich nicht so kompliziert, daß das keine Arzthelferin machen könnte.

Persönlich habe die Erfahrung gemacht, daß gerade nicht-operative Augenärzte den Augendruck auch etwas übergenau messen. Leider gibt es auf Grund von Refraktionsfehlern und unterschiedlich dicker Hornhaut immer Schwankungen in der Genauigkeit, egal wie gut der Augenarzt oder Helferin messen kann.

Es ist schon einmal gut, daß ein Tagesprofil gemacht wurden ist. Sofern bei dir ein erhöhter Augendruck vorliegt, wäre es dir dringend zu empfehlen, regelmäßig ein HRT bei dir machen zu lassen. Die Abkürzung steht für Heidelberg Retina Tomograph, hierbei wird der Nerv am Hintergrund deines Auges mit einem Laser aufugenommen und durch wiederholte Aufnahmen einen halben Jahr später, können schon kleinste Veränderungen registriert werden und eventuell die Glaukom-Therapie verschärft werden. Leider tragen das die gesetzlichen Kassen nicht, obwohl dies wirklich sehr zu empfehlen ist, weil wesentlich früher erkannt werden kann, ob die Therapie ausreicht oder nicht. Mußt nur fragen, ob dein AA dieses GErät hat, oder ob eine Kooperation mit einer Augenklinik besteht, die diese Untersuchung durchführen kann.

Sofern du diese Untersuchung zusätzlich regelmäßig machst, bist du auf der sicheren Seite.

Ansonsten laß doch mal den Wert von deinem Arzt nachmessen, aber wenn bei ihm die Helferin wirklich regelmäßig mißt, hätte ich da weniger Probleme mit.

Wichtig ist, daß der Augendruck ca. unter 20 gehalten wird und dann regelmäßig kontrolliert wird, ob der Sehnerv Schaden nimmt oder nicht.

Gleichzeitig kannst du die Prognose durch Sport verbessern und eventuell das Rauchen einstellen oder einen zu hohen Blutdruck in den Griff bekommst.

Das sind alles Gründe, die einen Schaden am Sehnerv weiter provozieren können.

Ansonsten müßtest du noch schreiben, um was für ein Glaukom es sich bei dir genau handelt, um dir nähere Auskunft geben zu können.

dTie aIndere Eelfxe


nicole


bei mir wurde damals übrigens auch der druck von den arzthelferinnen gemessen. ich denke mal, daß die darin genauso gut ausgebildet sein müssen, wie andere arzthelferinnen, die blut abnehmen.

T6ordtuga


Bei mir wird der Druck auch immer von der Arzthelferin gemessen

Das wird immer mit einem Gerät gemacht, das Luft auf den Augapfel pustet. Wenn der Wert ungewöhnlich ist, also von den bisherigen Werten deutlich abweicht, misst der Arzt noch einmal manuell nach (da wird dann so ein Teil direkt auf das Auge gesetzt). Außerdem wird bei der Beurteilung mein Refraktionsfehler sowie die gemessene Hornhautdicke berücksichtigt.

Die von Trochly beschriebene Untersuchung wird nach dem Urlaub bei mir gemacht. Der Arzt hat mir auch erklärt, dass diese Untersuchung Veränderungen am Sehnerv sehr viel schneller zeigt. So kann frühzeitig mit einer entsprechenden Behandlung die weitere Zerstörung aufgehalten werden. Bei einer Gesichtsfeldveränderung ist es nämlich meist schon zu spät, dann sind schon Zellen im Sehnerv irreparabel geschädigt.

Gruß Tortuga

sYasiqhasyi


@ silbermondauge

Bei mir wird es so gemacht, wie Tortuga es schon beschrieben hat. Ich habe oft einen zu hohen Druck durch Kortisontropfen oder -tabletten. Die Artzhelferin misst mit dem Pustegerät und wenn hier der Wert auffällig ist, misst der Arzt genau nach. Das war bisher immer sehr zuverlässig, d.h. der Wert den der Arzt gemessen, stimmt ziemlich genau mit dem der Helferin überein. Ich denke, da kann man sich schon verlassen. Schönen Gruß, Saskia

T=rocRhly



Es ist wirklich so, daß man mit dem HRT kleinste Veränderungen am Sehnerv erkennen kann. Aus diesem Grund ist die Untersuchung wirklich anzuraten, auch wenn sie von den Krankenkassen nicht übernommen wird. Der Fehler liegt eindeutig bei den Kassen, die Untersuchung ist absolut signifikant.

Generell ist beim Messen des Augendrucks die Methode mit dem Goldmann-Applanationstonometer zu empfehlen. also die Betäubung der HOrnhaut und dann Aufsetzen des kleinen Köpfchens unter Blaulicht. Alleine auf die Non-Contact-Methode zu verlassen, wäre mir persönlich doch etwas zu unsicher. (Also Luftdruck), es sei den der Druck ist wirklich bei 16 mmHg und somit Dicke unter dem Limit von 22 mmHg.

So wie du das beschreibst, scheint sich der Augenarzt wirklich um dein Auge zu kümmern und ich wäre erst mal nicht zwangsweise beunruhigt, weil die Arzthelferin den Druck mißt.

S9ilbermo_nda9ugxe


@ all

Danke für Eure Antworten

@ Trochly

Danke für deine Ausführlichen Erklärungen Generell ist beim Messen des Augendrucks die Methode mit dem Goldmann-Applanationstonometer zu empfehlen. also die Betäubung der HOrnhaut und dann Aufsetzen des kleinen Köpfchens unter Blaulicht.

Das wird gemacht. Aber eben NICHT vom Arzt...

Auf die HRT-Untersuchung hat er mich nicht angesprochen, das wundert mich, denn er ist sooo dahinter dass man ab 35 den Augeninnendruck messen lässt. Vielleicht hat er nicht die Geräte und kann mit der HRT-Untersuchung kein Geld verdienen ?

Habe ich überhaupt schon ein Glaukom? Sehnerv und Gesichtsfeld sind ja i.O.


LG Silbermondauge

T,rochxly


Hallo Silbermondauge,

grob erklärt spricht man von einem Glaukom, wenn 2 von folgenden drei Punkten erfüllt ist:

1) erhöhter Augeninnendruck

2) Einschränkung des Gesichtsfeldes

3) sichtbarer Schaden am Sehnerv.

Es kann gut sein, daß bei dir kein Glaukom vorliegt, wenn du sagst, dein Gesichtsfeld und Sehnerv sehen unauffällig aus. Wenn nur der Augendruck grenzwertig oder erhöht ist, spricht man von einer oculären Hypertension. (Also Hochdruck im Auge). Ist definiert als zu hohen Druck, obwohl keine Schäden festgestellt werden können. Es gibt Menschen, die von Natur aus einen höheren Druck haben und sich keine Schäden entwickeln. Die Grenze von 22 mmHG wurde ja nur statistisch ermittelt.

Aber gerade wenn noch keine Schäden zu erkennen sind (es müssen ja auch keine auftreten) wäre es zu empfehlen, regelmäßig ein HRt zu machen, um den Sehnervenkopf zu beobachten.

Das Gerät kostet gebraucht ungefähr so viel wie ein neuer Golf und somit ist die Finanzierung in kleineren Praxen immer wohl schwierig. Eigentlich wird das dann so gehandhabt, daß du zu einer Augenklinik überwiesen wird, die macht die Untersuchung und die Auswertung dann entweder dein Augenarzt oder auch die Klinik. Kostet ca. um die 80 Euro pro Untersuchung.

Vielleicht beruhigt es dich, wenn du mal vom AA den Druck messen läßt, aber ich glaube er wird nicht besser messen können, als eine Arzthelferin, die das regelmäßig macht.

Die Frage ist auch erst mal wie hoch ist der Druck denn bei dir? Und nimmst du Medikamente dagegen?

Ich hoffe, dir helfen zu können.

Lieben Gruß

SeilbiermSo[ndaugxe


@ Trochly

Mein Augeninnendruck schwankt derzeit zwischen 20 und 22.

Bis heute habe ich Cosopt bekommen, aber da sich meine Schuppenflechte dadurch verstärkt hat, habe ich darum gebeten (naja, sagen wir, ich habe gemeckert) dass ich was anderes bekomme.

Ab heute tropfe ich dann Xalatan.

Ciao, Silbermondauge

TFrochxly


Wenn der Augendruck immer so um die 20, 22 schwankt würde ich mich auf oculare Hypertension einigen, gerade, wenn kein Defekt am Auge gefunden wurde.

Nicht wundern: Unter Xalatan können die Wimpern länger werden und es kann zu einer Irisverfärbung kommen. Ansosnten ist das Präparat aber gut verträglich.

J[aFna08


nur um mal ein Missverständnis mit den Druckwerten aufzuhebe

Hallo zusammen,

ich habe gelesen, daß hier davon gesprochen wird, daß ein Augendruck von 20 bis 22 mm Hg i. O. wäre. Das ist ein Richtwert, der nach der Gaußverteilung angegeben wird, d. h. es gibt immer Leute, bei denen der Augendruck kleiner sein muß. Das ist abhängig von der Hornhautdicke => unbedingt eine Pachymetrie machen lassen und von der persönlichen Präferenz, wozu z. B. auch niedriger Blutdruck zählen kann... darum ist das Glaukom eine Erkrankung, die sehr schwer zu diagnostizieren ist und man braucht wirklich einen fähigen AA. Des weiteren gibt es neben dem HRT auch die GDx-Untersuchung, die ähnlich Aussagen liefern kann. Diese Untersuchung ist aber auch nur sinnvoll, wenn man einen Sehnerv hat, der der Norm entspricht, da die Berechnung dieser Messungen im Vergleich mit Durchschnittswerten abläuft => alleine, wenn der Sehnerv kleiner oder größer als der der Norm ist, können diese Messungen nicht 100 %ig übertragen werden. Auch hier sollte ein fähiger AA die Diagnose übernehmen.

Viele Grüße Jana

T%rocxhly


Es stimmt wirklich, daß Leute auch schon ein Glaukom entwicklen bei wesentlich niedrigeren Drücken. Man spricht dann von einem Normaldruckglaukom, da eine Schädigung vorliegt, obwohl der Wert in der statistischen Norm liegt.

Es gibt auch den umgekehrten Fall, daß der Druck außerhalb der Norml liegt und trotzdem alles in Ordnung ist: man spricht dann von einer okulären Hypertension.

Das die Hornhautdicke die Werte verfälscht stimmt, aber da der Augendruck über den Tag schwankt, ist es wahrscheinlich zu vernachlässigen einmal den genauen Wert zu haben.

Wichtiger ist eben ein mögliches Glaukom im Auge zu behalten und hierzu gehören regelmäßige Untersuchung beim Augenarzt in Verbindung mit dem HRT.

Ob die andere Untersuchung wirklich überlegen ist, könnte fraglich sein, da hier zwar die Dicke der Nervenfaserschicht gemessen wird, aber keine Vorwerte da sind, also im Prinzip nicht gesagt werden kann, ob die Therapie ausreicht oder nicht. Mit der GDX-Untersuchung unterliegt man dann ebene "nur" einer anderen statistischen Norm.

Ein Glaukom kann inzwischen eigentlich gut therapiert werden und wenn es im Frühstadium erkannt wird, reicht eine Verlaufskontrolle durch AA und HRT höchstwahrscheinlich aus. Da der gefürchtete Gesichtsfeldausfall erst Eintritt, wenn über 30 Prozent der Nervenfasern geschädigt sind.

Wichtig ist noch, daß Rauche aufzugeben, da dieses genauso wie erhöhter Blutdruck negativ für den Sehnerv ist.

J{ana0x8


Hornhautdicke etc

Hallo zusammen,

also ich bin fest davon überzeugt, daß die Hornhautdicke gemessen werden sollte, da bereits bei 20 µM mehr oder weniger (die Norm liegt bei 550 µM) der Druck um einen Punkt verfälscht wird...und es gibt einfach Patienten, die teilweise natürlich teilweise durch Vorerkrankungen wesentlich dünnere/dickere Hornhäute haben und wenn man sich überlegt, daß vielleihct einfach 5 Punkte zuwenig gemessen werden, kann das gravierende Einflüsse haben.

Bzgl. GDX/HRT: Es hängt meiner Ansicht nach, sehr von Augennerventyp ab, welche MEthode vorzuziehen ist, sinnvoll ist sicher, beide gemacht zu haben, insb. wenn es kritisch werden sollte.

Ich gebe Dir recht, daß der Augendruck im Laufe des Tages extrem schwanken kann. Bei der Norm ist er morgens am höchsten und am frühen Nachmittag gibt es noch einen Peak.

Allerdings gibt es auch Patienten, die z. B. nachts einen Peak haben und wenn der nicht erkannt wird, können einfach Schädigungen auftreten, da das Glaukom eine sehr individuelle Erkrankung ist.

Rauchen ist sicher sehr schädlich, da die Gefäße sich zusammenziehen, sowie auch extreme Kälte für lange Zeit oder eben auch häufige Flüge sowie Extremsportarten wie Bungeejumping, Hochgebirgstouren oder Gewichtstemmen etc.

Des weiteren ist der Perfusionsdruck wichtig, das ist der Wert zwischen Augendruck und Blutdruck, wenn z. B. der Blutdruck niedrig ist, muß der Augendruck auch niedriger sein, um eine Durchblutung des Sehnervs zu gewährleisten....

Alsoinsgesamt alles sehr individuell, so daß man unbedingt regelmäßige Kontrolle machen lassen sollte!

Schöne Grüße Jana

SLilb;ermondxauge


Und diese HRT- und GDX-Untersuchungen:

- macht die ein Augenarzt ? Oder nur eine Klinik ?

- wie werden die gemacht ?

- kosten die was ?

(Ich hab schon oft gedacht, ob mein AA vielleicht gar kein Gerät zur Messung der Hornhautdicke hat, weil sonst hätte er mich doch direkt drauf angesprochen ?)

Mein Arzt sagte zwar, der Sehnerv sei in Ordnung, aber wie hat er das genau festgestellt... ? Er hat irgendwie in mein Auge geleuchtet...

Gruß Silbermondauge

TVroceh8ly


Wie erwähnt sind regelmäßige Kontrollen hier sehr wichtig.

Sofern eine Therapie eingeleitet wird, hält man den Druck ja eh nach Möglichkeit in einem sicheren Normbereich, also deutlich unter dem statistischen Grenzen. Dann kann eventuell mögliche Verfälschungen durch die Hornhautdicke vernachlässigt werden.

Da es wesentlich größere Fehlerquellen gibt, wie die Verwendung einer falschen Menge von Farbstoff auf der Hornhaut oder eine mögliche Druckerhöhung durch Zukneifen der Lider durch den Patienten oder beim Aufhalten der Lider durch den Messenden.

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