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Schieloperation bei meinem 2 jährigen Sohn

SXilvSanax-2 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen, ich bin auf der Suche nach Erfahrungsberichten für die Operation bei Höhenschielen im Kleinkindalter.

Nachdem wir viermal bei unserem Augenarzt waren und er uns zu einem anderen Augenarzt überwies, kam heraus das mein Sohn unter Höhenschielen leidet. Nun haben wir auch endlich eine eine Erklärung dafür das bei ihm keine Krankengymnastik und Osthepathie Erfolg brachten. Ich brachte meinen Sohn das erste mal im alter von knapp 4 Monaten zum Augenarzt weil sich sein kopf leicht verformte, da er auf einmal ein "Lieblingseite" entwickelte. Er lag also häufig mit dem Kopf auf der gleichen Seite. Wenn ich ihn auf die andere Seite legen wollte so protestierte er lauthals. Ich holte mir Rat bei meinem Kinderarzt und empfahl mir einen Augenarzt aufzusuchen. was ich auch umgehend tat. Er sagte allerdings kein Wort von einem Höhenschielen. Er meinte nur Babies schielen ab und zu das sei völlig normal. Also wartete ich ab und schaute wie sich mein Sohn entwickelte, aber es besserte sich nicht. Mittlerweile hat mir mein Kinderarzt Krankengymnastik verordnet da er annahm mein Sohn hätte eine Muskelverkürzung, Also ging ich nach 3 Monaten wieder zum Arzt, er untersuchte meinen Sohn und fand wieder nichts. Hier mein Tipp an alle, sofort den Arzt wechseln.

Dann schlug er vor einen Untersuchung mit Tropfen zu Erweiterung der Pupille. Dann könne er das Auge besser untersuchen. Das ging natürlich schief, da mein Sohn sich zwar die Tropfen brav in Augen tropfen lies aber dann die Untersuchung gänzlich verweigerte. Kurz um er überwies mich dann in eine Augenklinik. Und da stellte man in zwei minuten fest das er eben unter dem sogenannten Höhenschielen leidet. Und da erklärte sich dann auch die Kopfschiefhaltung. Nun hat der Arzt eine Operation am Augenmuskel vorgeschlagen. Nun wüsste ich gerne wie die Kinder diese Operation vertragen. Ich habe gelesen sie soll schon etwas schmerzhaft sein. Bitte schreibt mir eure Erfahrungen. Auch mit der Nachbehandlung.

Vielen Dank im voraus.

Antworten
O$rthoZp?tisxtin


Hallo!

Erstmal ist es ein typischer Verlauf - leider!

Kinder oder auch Erwachsene neigen oder drehen bei bestimmten Schielformen den Kopf auf eine Seite um hier bessere Binokularfunktionen zu haben. Hier wird eine Krankengymnastik auf gar keinen Fall erfolgreich sein, da in Kopfgeradehaltung die Sehqualität leidet!

Nach der Beschreibung gehe ich davon aus, dass es sich um einen Strabismus sursoadduktorius an einem Auge handelt. Bei der OP wird (je nach Ausmaß der "Störung") der untere schräge Augenmuskel (M. obl. inferior) zurückverlagert. Manchmal muss zusätzlich auch der obere schräge Augenmuskel noch operiert werden.

Bei Kindern wird die OP in Vollnarkose durchgeführt. Je nach Arzt oder Klinik kommt es zu einem stat. Aufenthalt von 3 - 4 Tagen. (Ein Tag vor der OP, OP, dann je nach Befund noch 1 - 2 Tage danach). Ambulant würde ich mein Kind nicht operieren lassen, denn sollte irgend etwas sein (und bei Kindern kommt sowas immer in der Nacht oder am Wochenende), hat man niemanden um sich, der einem spontan helfen kann. Dass etwas an der OP-Wunde ist, ist eher unwahrscheinlich, aber es könnte zu Nachwirkungen bzgl. der Vollnarkose kommen - ich als Mutter hätte davor großen Respekt...

Die Kinder bekommen in der Regel für eine Nacht einen Verband auf das operierte Auge, der am darauffolgenden Tag dann entfernt wird. Zur Besseren Wundheilung bekommen die Kinder dann über den Tag verteilt Tropfen (eine Woche lang). Schmerzen werden insbesondere von Kindern nicht beklagt. Manche beschreiben ein Ziehen wenn sie schnell rumschauen, andere haben ein Fremdkörpergefühl, dass durch die Fäden entsteht, mit denen die Bindehaut wieder zugenäht wird (lösen sich von selbst auf).

Bei Operationen an den schrägen Augenmuskeln ist es möglich, dass das Kind erstmal Doppelbilder hat (ich halte es aber für unwahrscheinlich, dass ein 2-jähriger diese äußert). Es kann gerade am Anfang nach der Verbandabnahme sein, dass das Kind sich unsicher verhält - dies legt sich aber in der Regel schon nach kurzer Zeit.

Was ich insbesondere bei OP's an den schrägen Augenmuskeln immer wieder sehe, ist dass die Kinder sich nach OP gerne übergeben müssen - weiß aber ehrlich gesagt nicht warum...

Im großen und ganzen ist eine solche Schiel-OP für die Kinder kaum belastend. Die rennen am nächsten Tag schon wieder wie wild auf der Station rum...

Was mich etwas wundert, ist dass man bereits im 2. Lebensjahr zu einer Schiel-OP geraten hat. Normalerweise wartet man damit gern noch etwas ab, weil ein 2-jähriger sich einfach noch nicht so perfekt untersuchen lässt. Ich kenne natürlich den Befund jetzt nicht so genau - ist die Kopfhaltung denn so ausgeprägt, dass man es vorzieht schnell zu operieren?

Häufig ist es so, dass wenn man besser Untersuchen kann, es sich zeigt wie groß die Schielabweichung wirklich ist und man so evtl. einen 2. Eingriff besser vermeiden kann. Aber es gibt auch die 2-jährigen, die sich super untersuchen lassen und der Befund ganz klar vorliegt.

Darf ich fragen, wo operiert werden soll?

Ich hoffe ich konnte ein bisschen helfen!

Liebe grüße

S&ilva9nax-2


Hallo, und vielen Dank für diese ausführliche Information. Mein Sohn soll in der HSK Fresenius Klinik in Wiesbaden von Prof. Steinhorst operiert werden. Ich habe jetzt allerdings noch einen Untersuchungstermin in der Uniklinik Gießen vereinbart. Ich wollte doch nochmal eine zweite Meinung einholen.

Mein Sohn ließ sich eigentlich ganz gut untersuchen. Er war sehr geduldig. Er hat keine extreme schiefhaltung des Kopfes, sie haben das Höhenschielen mit einer ganz einfachen Untersuchung festgestellt. Sie hielten den Kopf von meienm Sohn fest und führten einen Gegenstand vor seinen Augen hin und her und hoch und runter. Danach haben sie noch einige andere Untersuchungen mit ihm gemacht. Aber der Befund ist ganz eindeutig.

Jedenfalls sagte mir der Prof. Steinhorst das er mir diese Op rät, er denke das dann die schiefhaltung vom Kopf völlig verschwinden werde. Es könne jedoch sein das möglicherweise in ein paar Jahren eine Folgeoperation nötig sein könnte. Das könne er nicht ausschließen. Muß abe nicht. Er empfahl die Op. da sich durch zu langes Warten die Sehstärke stark beiträchtigt werde.

Ich bin schon ziemlich nervös wenn ich an die Operation denke. Wir werden auch Stationär aufgenommen. Darüber bin ich sehr froh denn falls doch Komplikationen auftreten ist gleich jemand vor Ort der helfen kann.

Nochmals vielen Dank.

Liebe Grüße

*:) *:)

OnrtJhopt8istin


Wenn der Kopf nicht ausgeprägt schief gehalten wird, würde ich mit einer Schiel-OP erstmal noch etwas abwarten, aus den o. g. Gründen.

Prof. Steinhorst sagt mir persönlich jetzt nichts (was aber gar nichts heißt...), aber die Uniklinik Gießen hat einen ausgesprochen guten Ruf - die werden sicher auch eine Empfehlung abgeben.

Ja, man kann tatsächlich ein Höhenschielen erkennen nur anhand so einer kurzen Untersuchung... Und ja, die KZH wird - wenn man das ganze Höhenschielen beseitigt - in der Regel völlig aufgegeben!

Was nicht richtig ist, ist das durch zu langes abwarten die Sehschärfe leidet. Wahrscheinlich wird man sowieso empfohlen haben etwas zu kleben (Pflaster auf das gesunde Auge), dann geht man bzgl. der Sehschärfe kein Risiko ein! Das Binokularsehen ist nur dann gefährdet, wenn die Kopfhaltung aufgegeben wird (ohne OP). Also eigentlich spricht nicht viel dafür, die OP schnell zu machen (aber wie gesagt, ich kenne den Befund nicht!).

Eine 2. Meinung ist immer gut!

Bis dahin alles Gute

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