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Bei Weitsichtigkeit das gesunde Auge abkleben?

MUicdhi2x9 hat die Diskussion gestartet


hallo..ich bin neu hier und eine echt verzweifelte mama gerade. ich war mit meinem sohn 5 Jahre bei der U9 untersuchung und da hat er auf einem auge schlecht gesehen. ich bin dann von mir aus zum augenarzt mit ihm gegangen und habe dort erstmal einen anschiss bekommen warum ich erst jetzt kommen würde...toll. bei uns in der familie trägt niemand eine brille und mir ist nie aufgefallen das mein sohn schlecht sieht. auf jeden fall meinte er das mein sohn eine hornhautverkrümmung hat und angeblich auf einem auge nur 20 % sieht. das andere auge hätte es ausgeglichen. dann wedelte er schon mit dem brillenrezept rum und meinte ich soll mich in der sehschule anmelden und fertig....jetzt habe ich ein rezept mit r 5,00 und li 3,50 ( obwohl das auge ja angeblich super sieht!)

und das gesunde auge soll abgeklebt werden. meine kinderärztin meint das macht man heut nicht mehr und er schielt ja auch nicht. ich bin hin und her gerissen und weiss überhaupt nicht wem ich was glauben soll. ich denke auch das die werte nicht so schlecht sind weil mein sohn eine wahrnehmungsstörung hat und teilweise die bilder vorn gar nicht deuten konnte weil er die begriffe nicht kennt. was soll ich denn jetzt tun, die brille anfertigen lassen und davon ausgehen das alles so stimmt? wenn ich auf einen termin bei einem anderen arzt warte dann vergehen monate und vielleicht wird dann das auge noch schlechter :-(

aber kann ich denn davon ausgehen, das die werte wirklich so mies sind ???

Antworten
ASliexn36


Folge bitte den Anweisungen deines Augenarztes und vereinbare eine Termin in der Sehschule.

meine kinderärztin meint das macht man heut nicht mehr und er schielt ja auch nicht. ich bin hin und her gerissen und weiss überhaupt nicht wem ich was glauben soll.

Deine Kinderärztin ist keine Augenärztin. Wenn sie sich ein bisschen mit der Materie auskennt, würde sie nicht eine solche Empfehlung abgeben.

Oqrt!hop!tistixn


Hallo,

ich versuche jetzt in kürze die Problematik darzustellen:

Weitsichtige sind in der Lage über das Krümmen der eigenen Augenlinse (Akkommodation) die Weitsichtigkeit auszugleichen. Bei deinem Sohn heist das, er strengt sich ungefähr 3 dpt an und sieht dann auf dem linken Auge gut. Aber rein rechnerisch bleiben dann auf dem rechten Auge noch 2 dpt übrig, denn alle Vorgänge werden seitengleich durchgeführt.

Das bedeutet den ganzen Tag sieht dein Sohn auf dem Linken Auge scharf und auf dem rechten Auge unscharf. Das rechte Auge kann also ein scharfes Sehen nicht richtig lernen. Es kommt zu einer sogenannten Amblyopie (Schwachsichtigkeit eines Auges). Diese kann man nur behandeln, in dem man das Auge zwingt zu schauen - sprich das gute Auge zuklebt. Das ist die absolut beste Therapie!!! Da du schreibst, dass lediglich eine Sehschärfe von ca. 20 % vorliegt muss man sehr viele Stunden zukleben. Ich würde den ganzen Tag zukleben und lediglich 2 Stunden pro Tag freilassen. Dein Sohn ist schon "sehr alt" für einen Therapiebeginn! Er wird nächstes Jahr wahrscheinlich in die Schule kommen, daher ist es wichtig, dass man möglichst gute Therapieergebnisse vorher erzielt (in der Schule zukleben macht keinen Sinn, da das Kind sich mit schlechter Sehschärfe schlechter konzentrieren kann).

Wenn die Therapie jetzt nicht begonnen wírd sinken die Chancen noch etwas zu erreichen. Man kann auch nicht abwarten das das Kind verständiger wird. Natürlich kommt man gut mit einem Auge durchs Leben - solange dem guten Auge nichts passiert...

Ich empfehle: so schnell wie möglich in die Sehschule, so viel wie möglich kleben (die Orthopitstin wir dort auch über die Risiken des Klebens aufklären und was man alles beachten muss!!!) und natürlich immer die Brille tragen.

Und ein Tip an die Mama: viel Geduld!

Sollten noch Fragen bestehen gerne auch unter: weltbeste.sahneschnitte@hotmail.com

Liebe Grüße

MciIchi2x9


danke für deinen beitrag aber ich habe mir jetzt nächste woche einen neuen termin bei einem anderen augenarzt geholt um mir eine zweitmeinung einzuholen da mein sohn ads und avws hat und er mir letztens sagte das er nicht wusste was vorne auf dem bild ist, statt es nicht gesehen zu haben. will mich erst komplett absichern bevor ich so eine starke brille anfertigen lasse.

stimmt es das ihm am anfang schwindlig und schlecht ist durch die stärke ???

Oprthop?tistixn


Eine zweite Meinung kann nie schaden! Wichtig ist aber, dass der Augenarzt bei der Untersuchung tropft, denn sonst kann er absolut keine sichere Aussage machen! Also bitte darauf bestehen - auch wenn es nicht so angenehm für das Kind ist... Auch ist es superwichtig, dass nach dem räumlichen Sehen geschaut wird - am besten zusätzlich in die Sehschule (ist nur eine Frau, die nach Schielen, rämlichen Sehen schaut - es werden keine besonderen Dinge gemacht...).

Ja, es kann durchaus sein, dass am Anfang "Nebenwirkungen" der Brille auftreten. Insbesondere Kinder stecken diese aber superschnell weg! Es ist auch möglich, dass er sagt, dass er mit der Brille schlechter sieht - er schwindelt nicht! Er muss besonders am Anfang lernen "entspannt" zu schauen (die eigene Linsenanspannung locker lassen) - das kann etwas dauern! Aber es kann auch sein, dass er die Brille aufsetzt und gar nichts bemerkt!

Übrigens 3 und 5 dpt sind nicht so stark...

M%ich3i2x9


hallo zurück..mein sohn trägt nun die brille seit knapp zwei wochen, nachdem ich mir eine zweitmeinung bei einem anderen augenarzt eingeholt habe. Er hat sie sofort akzeptiert und ich bin richtig stolz auf ihn. am anfang meinte er das er schlechter sieht aber jetzt nach der eingewöhnung ist alles gut.

ich komme gerade wieder vom augenarzt und sie hat ihm das besser sehende auge abgeklebt und meinte ich muss das jetzt ein viertel jahr machen. 6 tage die woche den ganzen tag bis er schlafen geht. muss das sein? :-( im netz liest man soviel was dafür aber auch soviel was dagegen spricht. das macht einen verrückt.

er ist jetzt 5 1/2 jahre und kommt aber erst mit 7 in die schule.

O rthoptDistixn


Liebe Michi29!

Warum suchst du ständig Antworten hier im Netz, wo du anscheinend doch von 2 Augenärzten die gleiche Meinung erhalten hast?

Im Internet steht so viel Mist... Vertrau doch bitte deinen betreuenden Augenärzten und Orthoptistinnen, die machen ihre Sache wohl recht gut!!!

Das mit dem Zukleben wird dich begleiten, bis dein Kind etwa 12 Jahre alt ist! Das ist keine Sache, die mit ein paar Tagen ausgestanden ist. Das heist nicht, dass man immer kleben muss, aber bis zum 12. Lebensjahr ist das Sehsystem in dieser Hinsicht noch nicht völlig ausgereift und man muss aufpassen, dass das was man sich mit Mühe "erklebt" hat nicht wieder abfällt. Danach bleibt es in der Regel aber stabil. Oft wird behauptet, dass ganze sei mit 6 Jahren stabil, das ist aber falsch!

Je mehr du jetzt klebst, desto schneller geht die Sehschärfe nach oben. Das dauert aber in der Regel - auf keinem Fall ist das in 3 Monaten erledigt!!! Wichtig ist hier, dass man auch den sogenannten "Reihenvisus" prüft (wie gut das Auge lesen kann - es gibt spezielle Tests hierfür für Kinder), denn hier schneiden die amblyopen Augen oft noch schlechter ab als auf einzelne Sehzeichen (manche haben auf einzelne Sehzeichen 100 %, aber auf die, die in einer Reihe stehen nur 40 %).

Ich weiß, das klingt doof, aber dein Sohn ist für den Beginn einer solchen Therapie schon sehr alt, darum muss man auch so viele Stunden am Tag kleben. Wenn man noch was vernünftiges erreichen will bleibt dir also gar nichts anderes übrig! Und dein Sohn wird dir später mal dafür danken! Stöber doch mal hier durchs Forum und schau, wieviele eine Amblyopie haben und jetzt als Erwachsener versuchen etwas dagegen zu unternehmen. Und sie glauben einem leider nicht, dass das nicht mehr möglich ist (es gibt auch zu viele Verkäufer, die etwas anderes behaupten... :(v) Man kann es nur in der Kindheit behandeln.

Die Einstellung der Eltern spielt eine entscheidende Rolle für den Verlauf der Therapie! Die Eltern sind diejenigen, die das ganze durchsetzten müssen. Je mehr Ausnahmen ("da lassen wir das Pflaster mal weg") es gibt, desto weniger erfolgreich verlauft das ganze. Außerdem überträgt sich die Einstellung der Eltern auch aufs Kind. Sind die Eltern motiviert, sind es die Kinder in der Regel auch (natürlich bestätigen die Ausnahmen die Regel...).

Wird die Sehschärfe besser in 3 Monaten, dann kommt es darauf an um wieviel. Je nach Erfolg bleiben die Stunden weiter oder können abgeschwächt werden.

Ich weiß, dass das Pflaster nicht angenehm ist - besonders im Sommer, wenn man dann auch noch baden gehen möchte usw (und ihr werdet im Sommer sicher noch kleben müssen :)z... Aber es ist auch nicht schön, wenn man als Erwachsener ein schwachsichtiges Auge hat - und ich frage mich, was ist wichtiger ???

Und für mich als Mutter würde immer das Horrorszenarium bestehen: Was ist, wenn dem guten Auge mal was passiert - z. B. dumm den Schneeball ins Auge mit dem 14. Lebensjahr, oder kleiner Kieselstein beim Radeln usw... Dann kann mein Kind (je nach Sehschärfe auf dem amblyopen Auge - in eurem Fall gerade mal 20 %) nicht richtig lesen, keinen Führerschein machen, viele Berufe nicht lernen usw. Mit 20 % ist er in jedem Fall schwerst Sehbehindert.

Für mich als Orthoptistin und Mutter ist einfach nicht klar, warum das überhaupt in Frage gestellt wird. Ja, es ist nicht so einfach und auch nicht toll. Aber es liegt doch in meiner Verantwortung als Elternteil, dass mein Kind gut versorgt ist.

Tut mir leid, jetzt hab ich mich in Rage geschrieben. Aber wenn man über viele Jahre immer wieder hört: wieso muss ich das denn? Was, so viele Stunden? Mein Kind lässt sich nicht zukleben, ich kann ihn doch nicht zwingen? Mein 3-jähriger möchte das aber nicht! Gibt es nicht ein Medikament? Er sieht doch auch mit einem Auge gut! Das ist mir zu viel Stress zu Hause - ständig die Zukleberei.

Und der schlimmste Satz ist: Kann man das nicht einfach in ein paar Jahren operieren?

Man lässt das eigene Kind lieber aufschneiden, als ein Auge zuzukleben... :|N

Nochmal Verzeihung... |-o

Alles Gute

MOichi^29


Hallo...also ich finde es schon komisch das du dich gleich so aufregen musst über mütter die verzweifelt sind.

du kennst die ganzen hintergründe jeder einzelnen doch gar nicht...mein sohn hat zig probleme im leben zurecht zu kommen weil er eben nicht das glück hatte vollkommen gesund auf die welt zu kommen.

das ich ihm jedes weitere in seinem leben dann noch ersparen möchte ist sicher mehr als verständlich.......

und glaub mir, ich mache alles damit er es einfacher im leben hat...

und wenn du dich über mütter aufregst die dir all die jahre die gleichen fragen stellen...würde ich einfach mal sagen, du hast den falschen beruf gewählt....fragst du nie nach wenn du dir unsicher bist? eben weil du das beste für dein kind möchtest?! ???

natürlich ist es dein beruf und dein wissen möchte ich dir keineswegs in frage stellen aber sich zu beschweren, warum eltern immer wieder seit jahren dir die gleichen fragen stellen ist aus meiner sicht mehr als verständlich.

wir haben jetzt zwei verschiedene pflasterarten ausprobiert und leider ist mein sohn allergisch. sein auge ist entzündet und am montag bekommen wir wieder ein neues pflaster aus anderen zusatzstoffen....wenn dieses pflaster das einzige problem wäre, was mein sohn hätte...wäre ich nicht so verzweifelt und würde so "dumme" fragen stellen glaub mir......

OrrthoptFistiDn


Ich rege mich nicht darüber auf, dass Eltern immer wieder die gleichen Fragen stellen, im Gegenteil!!! Denn die Eltern stellen während der Betreuung nur Fragen und ich beantworte diese sehr, sehr gerne! Das macht einen Großteil meines Berufs aus und ich liebe ihn! Und ich versuche immer Fragen so genau und einfach wie möglich zu beantworten, damit die Eltern nicht mit Fachchinesisch zugedeckt werden und überfordert sind.

Ich rege mich darüber auf, dass manche Eltern es (unterbewusst oder bewusst) ablehnen aufwendige Therapien durchzusetzten und eher dazu bereit sind das Kind einer OP zu unterziehen als ein Auge abzukleben...

Auch ich möchte auch das Beste für meine Kinder und kann jeden Elternteil sehr gut verstehen, der eine 2. Meinung einholt, das ist gut so. Aber wenn Eltern von mehr als 2 Seiten die gleiche Aussage hören und dann noch bei einer 4. und 5. Stelle nachfragen, nur weil ihnen die ersten 3 Aussagen nicht so gut in den Kram passen, dann finde ich das immer sehr schwierig. Und ich denke, dass kannst auch du gut verstehen, oder?

Und ich habe nie gesagt, dass die Fragen "dumm" sind. Im Gegenteil - man kann sich nicht genug informieren.

Aber deine Frage weiter oben war: "muss das denn sein?" Und wenn du ehrlich bist steckt auch bei dir hinter dieser Frage mehr als nur Informationswunsch, denn die Informationen hast du schon. Für mich bedeutet so eine Frage in Wirklichkeit (und das entnehme ich meinem Erfahrungsschatz): "Das ist enorm aufwendig - wenn ich ehrlich bin möchte ich das eigentlich nicht machen - geht es nicht einfacher?" Und du stellst diese Frage, obwohl schon 2 Augenärzte dir eine Antwort dazu gegeben haben. Und hättest du so oft nachgefragt, wenn die Therapie nicht so aufwendig gewesen wäre? Geben sie ihm diese Tablette, sie kann zwar folgende Nebenwirkungen haben (allergische Reaktion, Magenbeschwerden, Durchfall und bla,bla) evtl. ist eine 2. erforderlich, dann ist alles erledigt - hättest du dann nachgefragt? Ich denke nicht...

Und genau hier liegt mein Problem.

Ja, es gibt Kinder,die auch weitere Probleme haben - aber das ändert halt nichts. Und wir Orthoptistinnen haben es da ja ganz einfach: Wir geben den Eltern ein Brillenrezept und Pflasterrezept und sagen: "Na jetzt machen sie mal. Wir sehen uns in ein paar Wochen." Und meistens wird noch nichtmal richtig und ausreichend aufgeklärt. Ich bin mir dessen durchaus bewusst.

Und wenn du ehrlich bist und meinen Beitrag oben jetzt nochmal liest, dann verstehst du auch genau wie ich es gemeint habe. Es tut mir leid, dass ich dich wütend gemacht habe, das war nicht meine Absicht... :°(

Es wäre schön, wenn du dich nochmal äußerst... :)z

Moic(hi2x9


Hallo,

aufwendig? ich finde das sicher nicht aufwendig früh ein pflaster meinem sohn aufs auge zu kleben ;-) keine ahnung wie du darauf kommst. aber nur mal zum vergleich...ich war ja bei zwei augenärzten wie ich schon erwähnt habe. und sie haben beide bei den erstuntersuchungen getropft. nachher hatte ich zwei verschiedene brillenrezepte in der hand und einer meinte ich soll nicht kleben und der zweite meinte ich soll kleben.

ich stand da mit zwei verschiedenen brillenrezepten und zwei verschiedenen aussagen. kannst du dir vorstellen wie man sich als mutter da fühlt ??? ???

deswegen bin ich ja so unsicher und wenn dann alle sagen du musst dem arzt vertrauen, stellt sich mir die frage WELCHEM? das mein sohn definitiv eine brille brauchte, die antwort hatte ich ;-)

OyrthoXpetisxtin


Entschuldige, dass klang aber unter dem Beitrag vom 07.01. nicht so...

a]ntjHe/2x2


Hallo,

ich habe die Beiträge aufmerksam verfolgt und möchte nun auch etwas dazu schreiben. Ich muss meinem 2,5-jähringen Sohn seit 3 Monaten das rechte Auge abkleben (re: - 6 und li: -2,5). Tendenz beim letzen Sehtest war, dass sich das Auge von 10% auf 30 % verbessert hat. Nun zu unserem täglichen Pozedere. Mein Sohn wacht um ca. 7 Uhr auf, er ist glücklich, spielt schön und selbständig, ist sehr aktiv redet viel und ist rundum happy. Um ca. 8 Uhr klebe ich das rechte Auge zu, dabei muss ich beide Hände festhalten, er weint bitterlich, danach muss ich ihm noch einige Minuten die Hände festhalten, damit er sich das Pflaster nicht wieder herunter reisst. Danach ist sein Charakter nicht wieder zu erkennen, von dem aufgeweckten, zufriedenen Kerlchen ist nichts mehr zu erkennen. Und das schon seit Monaten. Ich bin sehr konsequent und ziehe es wirklich immer durch, aber er gewöhnt sich nicht daran. In der Kita klammert er sich an mich und weint und ist sehr zurückhaltend und geht nicht auf andere zu. Ich dachte es liegt an seinem Wesen, doch ich musste feststellen, dass es wohl doch an dem Augenpflaster liegt. Letzte Woche war die Brille kaputt und somit konnte ich ihm auch das Auge nicht abkleben. So glücklich habe ich ihn noch nie gesehen. In der Kita ging er sofort los, zu den anderen Kindern und spielte gemeinsam mit ihnen, er weinte kein einziges Mal als ich ihn hinbrachte. Ich weiss, dass die Abklebetherapie die einzige Möglichkeit ist, dass die Sehschärfe erlangt werden kann und ich vertraue dem Augenarzt. Allerdings dachte ich anfangs es könnte etwa ein Jahr dauern ("das Licht am Ende des Tunnels" war sichtbar). Nun sagte mir der Arzt, es könne mehrere Jahre dauern, bis nicht mehr abgeklebt werden muss. Ich frage mich nun ernsthaft, was schlimmer ist, ein schlechtes Auge oder eine Kindheit die durch das Abkleben "verpfuscht " wurde. Das Abkleben ist bei ihm so beeinträchtigend und wirkt sich so sehr charakterverändernd aus, dass ich nicht weiss was hier schlimmer ist. Vielleicht muss ich einen Kinderpsychologen zu rate ziehen. Ich denke die Fragen die dabei auftauchen (z.B. ob auch eine Operation helfen könnte?) sind doch die logische Folge. Wenn es eine Operation geben würde, wäre das für mich sicher eine Alternative, die ich in Erwägung ziehen würde.

h\yperqopiehaxse


Ich bin froh, dass meine Eltern es fast 6 Jahre lang voll durchgezogen haben. Ich habe mit beiden Augen nach innen geschielt und es wurde eine sehr starke Weitsichtigkeit festgestellt. Mit 2 Jahren bekam ich meine erste Brille und es wurde mit dem abkleben angefangen. Mit 4 wurde ich an beiden Augen operiert, aber abgeklebt wurde danach immer noch. Es war immer ein Kampf mit vielen Tränen, aber heute bin ich froh. Nur meine Weitsichtigkeit hat sich leider nur wenig verbessert, aber ich bin dadurch nicht schwachsichtig geworden. Ich kann nur raten es auch voll durchzuziehen.

OYrtZhoptvistixn


Liebe Antje22,

ich kann dich wirklich nur ermutigen weiterzumachen. Und es gibt tatsächlich ein Licht am Ende des Tunnels: wenn die Sehschärfe deutlich besser ist.

Man versetze sich doch mal in die Situation des Kindes. Da kommt jemand und macht einem dieses doofe Gestell auf die Nase - fühlt sich unangenehm an. Dann - weil das ja noch nicht genug ist - ein Pflaster. Jeder, der schon mal ein Pflaster auf einem Auge hatte kennt auch das unangenehme Tragegefühl das damit verbunden ist. Es ziept und man schwitzt darunter.

Und das Schlimmste ist: man tauscht eine hervorragende Sehschärfe gegen eine miserable ein. 100 % oder eher mehr auf dem guten Auge gegen 20 % auf dem schlechten - jeder wäre da verunsichert, verärgert und trotzig.

Wenn du so konsequent weiterklebst ist zu erwarten, dass die Sehschärfe in 6 Monaten soweit angestiegen ist, dass der Unterschied nicht mehr so krass ist. Dann sollte sich auch das Verhalten "bessern" (du weißt was ich meine). Meiner Erfahrung nach geht es in der Regel eher schneller als 6 Monate, wenn es sich um eine "normale" Amblyopie (ohne exzentrische Fixation) handelt. Es wird dann wirklich leichter für das Kind. Und begleiten wird einen das bis zum 12. Lebensjahr (nicht dass man immer kleben muss, aber so lange kann es wieder schlechter werden!)

Ich danke dir für deinen Bericht. Denn sehr vielen Müttern ist genau diese Situation zu viel (nicht das ich das nicht verstehen könnte!!!). Und ich danke auch hyperopiehase - sie ist genau das Beispiel warum es sich lohnt!!!

Es ist auch nicht das Problem, das man für die Zukunft ein "verpfuschtes" Auge hat. Das Problem ist, dass dem guten Auge was passieren könnte und man sich dann fragt, warum hab ich das nicht durchgezogen...!

Dass psychologische Schäden durch das Kleben entstanden sind habe ich noch nicht erlebt und ich denke doch, dass alles besser wird, wenn die Sehschärfe ansteigt!

Alles Gute

uKdoZh


Ich habe die Diskussion hier etwas verfolgt. Ich habe von einem Physik-Professor, der in der Neurowissenschaft arbeitet, einmal folgendes gehört: Offenbar kann das Abkleben eines Auges folgende Nebenwirkung haben: Das Gehirn lernt nicht, die Bilder beider Augen zu verknüpfen. Offenbar kann es dadurch dazu kommen, dass kein stereokopes Seen entwickelt wird. Ich habe dazu bisher leider allerdings keine weiteren Quellen. Die Erklärung erscheint mir allerdings logisch. Die Frage ist allerdings, inwiefern ein stereokopes Sehen ohne Abkleben entwickelt werden würde, wenn eine starke Fehlsichtigkeit vorliegt (z.B. Weitsichtigkeit, Schielen, ...). Vielleicht weiß ja jemand mehr über diese Risiken.

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