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Nystagmus? Langsam reicht es mir... (Vorsicht: Lang!!!)

j>uxge hat die Diskussion gestartet


Hallo,

vielleicht kann mir hier ja jemand weiterhelfen, denn von den Ärzten fühle ich mich langsam vera.....

Vor ca. 3 Jahre fing mein rechtes Auge so ganz leicht an zu "wackeln". Naja, zumindest das Bild und nicht wirklich das Auge. Jedenfalls ist es für mich so wahrnehmbar. Das heißt, ich habe den ersten Arzt aufgesucht, der meinte, es würde an meiner "Augenmigräne" liegen. Nungut, damit habe ich mich erst einmal zufriedengegeben bis ich bemerkt habe, dass das "Wackeln" eher schlimmer wird und unabhängig von der Migräne auftaucht. Zwar ist es an Tagen schlimmer, an denen auch Kopfschmerzen hinzukommen, aber ich habe das eben auch an Tagen, wo ich keine Kopfschmerzen habe.

Also bin ich zum Augenarzt. Der konnte nichts erkennen, mit dem Auge sei alles in Ordnung. Fertig.

Gut, dann zum Hausarzt. Der sah auch nichts... "Gehen sie doch mal zum Augenarzt!"... (Haha)...

Dabei habe ich es dann auch erst mal eine Weile belassen, in der Hoffnung, dass es vielleicht wieder verschwindet. Und weil ich mir langsam blöd vorkam mir ständig anhören zu müssen, dass da "nichts sei"...

Leider wurde es nicht besser, sondern eher schlimmer. Ich fahre schon kein Auto mehr, weil ich die Nummernschilder des vor mir fahrenden Autos zum Teil doppelt sehe. Mit dem linken Auge ist nach wie vor alles in Ordnung und wenn ich mir das rechte Auge zuhalte, steht die Welt wenigstens mal kurz still...

Also bin ich Anfang 2008 wieder zum Arzt deswegen. Hab wieder eine Überweisung zum Augenarzt bekommen, der wieder nichts sah und dann eine Überweisung zum Neurologen. Der hat dann den Sehnerv gemessen und Aufnahmen vom "Innenleben" meines Kopfes gemacht (fMRT oder so). Das Resultat: "Mit ihrem Kopf ist alles in Ordnung, da brauchen sie sich keine Sorgen zu machen..." Na danke. Und was ist es dann? "Keine Ahnung, vielleicht eine larvierte Depression? Versuchen Sie doch mal, ob es mit Cipralex verschwindet..."

O.k., dieses Medikament habe ich dann - nach eingängiger Prüfung der Packungsbeilage - nicht genommen, weil ich mir wie ein Versuchskaninchen vorkam und kein wirkliches Vertrauen in diese Diagnose hatte... (oder in den Arzt, bei dem ich mir vorkam wie ein Hypochonder und der mir mal irgendwas verschreibt, damit ich Ruhe gebe...).

Also, habe ich erst einmal Ruhe gegeben und wieder gehofft, dass es besser wird. Wurde es aber nicht, d.h. nach einer drei-wöchigen Mutter-Kind-Kur hatte ich schon irgendwie das Gefühl, dass es besser wird, aber mittlerweile ist es so stark wie nie zuvor. Während ich vor drei Jahren dieses "Wackeln" nur ab und zu hatte bin ich heute froh, wenn mein Auge mal stillhält...

Das es mir psychisch nicht so gut geht, stimmt allerdings. Hatte in den letzten beiden Jahren wegen einer heftigen Trennung mit Beleidigungen und Bedrohungen etc. ziemlich viel Stress und auch mein Hausarzt meinte neulich etwas von einer reaktiven Depression. Eine Psychiaterin, die mir ein Antidepressivum verschrieb meint zu der "Augenproblematik" allerdings, das könne damit nichts zu tun haben, sondern ich hätte wahrscheinlich ein leichtes "Schielen"... :|N

Also bin ich noch mal zum Hausarzt. Der hat mich wieder zum Augenarzt geschickt und diesmal hat der einen "Nystagmus" entdeckt. Mit dem Auge sei alles in Ordnung, aber ein feinschlägiges "Augenzittern" sei klar erkennbar (endlich sieht mal jemand etwas) und ich müsse zur weiteren Abklärung zum Neurologen.

Nunja, da war ich neulich und der "sieht wieder nichts"... EKG unauffällig, er hat sich den Befund des anderen Neurologen schicken lassen ("da ist nichts...")...

Reflexe oder was er da getestet hat sind auch alle o.k., Taubheitsgefühle oder Kribbeln oder ähnliches (wegen MS ???) habe ich auch nicht...

Was soll ich denn jetzt aus diesem Diagnose-Salat machen ??? Mich würde einfach mal interessieren, was es denn nun eigentlich ist? Ob es was körperliches, oder etwas psychisches ist? Und vor allem, ob man dagegen irgendetwas machen kann, oder ich jetzt für den Rest meines Lebens damit leben muss ???

Wenn ja, wie sieht das dann aus mit Autofahren etc.?

Kann mir vielleicht irgendjemand weiterhelfen und einen Tipp geben, was ich noch tun könnte ??? Fühle mich von den Ärzten einfach nur "herumgeschoben" und keiner versucht mal wirklich mit mir herauszufinden, was es eigentlich ist...

Also, wäre für ein paar Hinweise sehr dankbar!!! *:)

Antworten
O3rt>hoptEistcin


Vielleicht liegt es ja nicht wirklich an den Ärzten sondern daran, dass es wirklich schwierig ist etwas zu finden!?

Wenn es sich tatsächlich um einen Nystagmus handelt, dann könnten das ganze sogenannte Scheinbewegungen (Oszilopsien - Bild wackelt) sein, die durch den Nystagmus entstehen.

Als allererstes musst du in eine Fachklinik um den Nystagmus beurteilen zu lassen (es gibt verschiedene Nystagmusarten). Dann kann man sagen um welchen Nystagmus es sich handelt. Dann stellt sich natürlich die Frage, was die Ursache des Nystagmus ist.

Es besteht die Möglichkeit, dass es sich um einen angeborenen Nystagmus handelt, der aber immer extrem unauffällig war und jetzt durch den ganzen Stress sozusagen dekompensiert. Oder es handelt sich um einen erworbenen Nystagmus, der durch eine andere Erkrankung - meist neurologischer Ursache - entstanden ist.

Manchmal ist der Nystagmus so feinschlägig, dass man ihn mit bloßem Auge nicht erkennen kann (was erklären würde, weshalb er von einigen Ärzten nicht erkannt wurde/wird) - der Patient bemerkt allerdings die Scheinbewegungen. Es gibt verschiedene Geräte mit denen man aber auch den feinsten Nystagmus sieht.

Frau Prof. B. Lorenz hat sehr viel Nystagmusforschung betrieben. Sie war früher an der Uni-Augenklinik Regensburg und ist jetzt an der Universitätsaugenklinik in Gießen. Es sollten also sowohl Regensburg als auch Gießen hier hilfreich sein können. Ebenso denke ich wären die Uniaugenkliniken Würzburg und Freiburg für Nystagmusbeurteilung sehr gut.

Primär geht es nicht darum den Nystagmus zu behandeln, sondern die Ursache zu finden!

Also wirklich zum Spezialisten! Dann ist man auf der sicheren Seite. Und die MRT-Bilder immer mitnehmen! Auch diese können manchmal "falsch plaziert" sein oder zu grob geschichtet...

Und wenn es kein Nystagmus ist und tatsächlich "nur" der ganze Stress, dann kann man immernoch das ganze über "die psychische Schiene" behandeln. Mir sind die Ärzte nur immer etwas zu schnell mit dieser Schiene, wenn sie nicht gleich was finden. Ich würde jedenfalls nicht so schnell locker lassen :)z

Liebe Grüße

j*ugxe


Vielen, vielen Dank für diese ausführliche Antwort @:). Hatte schon befürchtet, dass sich jeder von der Länge des Beitrags abschrecken lassen hat.

Wie sieht es denn aus mit der Uniklinik in Heidelberg? Wäre die auch geeignet? (Ist nicht so weit...)

Was mich wundert ist nach wie vor die Tatsache, dass das Augenwackeln manchmal stärker ist als an anderen Tagen (manchmal merke ich es kaum und manchmal kann ich kaum irgendetwas fixieren...). Wäre das bei einem Nystagmus nicht konstanter? Das ist eigentlich der Hauptgrund, warum ich das mit dem Stress in Erwägung ziehe.

Was die Ärzte angeht: Ich kann mir schon vorstellen, dass so etwas schwierig ist, aber ich denke, dass Ärzte ihre Patienten ernst nehmen und ihnen nicht das Gefühl geben sollten, sie würden sich das alles nur einbilden. Zumindest hätte ich erwartet, ein paar Vorschläge zu bekommen, was ich machen soll oder ein paar Ideen, worauf ich mal achten sollte, um herauszufinden, was es ist, etc. Keine Ahnung. Nur nicht das ständige Gefühl geben, man wäre ein Hypochonder...

Also, vielen Dank noch mal für die Antwort!!! *:)

Otrthomptis,tin


Hallo,

Uniklinik Heidelberg ist super. Bei der Anmeldung gleich sagen, dass es um Nystagmusabklärung geht. Einen Termin in der Sehschule/Orthoptik vereinbaren.

Auch ein Nystagmus ist vom Zustand seines "Besitzers" abhängig, d. h. Müdigkeit, Krankheit, Stress, etc. verschlechtern den Nystagmus (übrigens auch wenn man aufgeregt oder nervös ist). Insofern ist ein Nystagmus nicht konstant.

Den zweiten Abschnitt deines obigen Beitrags sollte man mal im Ärzteblatt abdrucken! Ich persönlich bin auch der Meinung, dass sich Ärzte

- zu wenig Zeit für ihre Patienten nehmen

- nur selten wirklich hinhören

- zu spezialisiert sind

- immer mehr zum Verkäufer werden

Natürlich spielt die Politik und Gehaltsverteilung hier auch eine große Rolle... Aber wir werden das nicht ändern können und es wird sicher zunehmend schlechter. Ich bin ja gespannt wie lange die Privatkassen die Abzockerei noch mitmachen... Aber lassen wir das!

Egal was dahinter steckt - man sollte nicht locker lassen bis man die Ursache (welche auch immer) gefunden hat!

Trotzdem schöne Weihnachten!

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