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Schielstellung

MXonoxixd


Denn wenn Winkelfehlsichtigkeit = Heterophorie ist, dann ist es eine Krankheit (vom Gesetz so definiert) und darf vom Optiker nicht therapiert werden.

Das sind m.E. bloße Spitzfindigkeiten, sowohl juristische als auch solche der Terminologie.

Allen Verfahren gemeinsam ist doch, dass man die Fusion teilweise oder ganz aufhebt und sich dann zeigende Abweichungen von einer wie auch immer gearteten Idealstellung der Augen prismatisch o.ä. zu korrigieren versucht.

Nun findet man beim Polatest bei vielen Menschen solche Abweichungen (oben steht was von 90%, was ich für übertrieben halte). Wenn man bedenkt, dass kein Mensch perfekt symmetrische Gesichtshälften besitzt, und es keinen guten Grund gibt, weshalb diese Asymmetrie bei den Augen halt machen sollte, ist das nicht mehr ganz so überraschend - das Verfahren reagiert einfach recht sensibel selbst auf "natürliche" Abweichungen. Aber wo endet denn dann die Normvariante (die auch erhebliche Probleme bereiten kann) und wo beginnt die Krankheit?

(Ich war nach mehrfachen, unabhängigen orthoptistischen Erhebungen einwandfrei gesund und musste mein Studium aufgrund massiver asthenopischen Beschwerden dennoch monatelang ruhen lassen... tja, Pech gehabt.)

Mir wäre es persönlich lieber, wenn man die MKH in Arztpraxen finden könnte - was heutzutage nur äußerst selten der Fall ist. Bei einer durchschnittlichen Sitzungsdauer von 45-60 Minuten wäre das aber kaum zu realisieren. Andererseits: Mein Optometrist ist in puncto Präzision der Prismenbestimmung (und gewöhnlichen Refraktion) allen Medizinern, die mich bislang untersucht haben, derart überlegen, dass ich das für mich gar nicht ändern wollte... tja, Glück gehabt.

OLrthop'tis6tin


Jetzt schreibst du, das seien doch nur Spitzfindigkeiten aber genau um diese Spitzfindigkeiten geht es in diesem Hin und Her. Die Augenärzte behaupten, dass die Optiker/Optometristen den Namen nur benutzen würden, weil sie die Heterophorie nämlich nicht mit Prismen versorgen dürfen. Im Prinzip bestätigst du das oben!

Und genau wie du oben beschreibst: wo geht beim Polatest der Krankheitswert an ??? Die meisten Auffälligkeiten sind eben normal! Und von vielen werden auch die "Normalen" mit Prismen versorgt (wie schon gesagt: ohne Beschwerden). Hier liegt das Problem. Und man findet die MKH (oder Abwandlungen davon) in den meisten Arztpraxen weil sie oft im Gerät drin ist. Die meisten Ärzte genießen die MKH halt einfach mit Vorsicht.

Mich persönlich stört an der ganzen Geschichte nur die Einseitigkeit der Untersuchung - das ist alles.

Übrigens waren die Optometristen, die ich bisher kennengelernt habe, alle extrem gut im Refraktionieren - aber Sie haben ja auch deutlich mehr Zeit und bekommen für Ihre Refraktionen auch deutlich mehr Geld. Ich bin mir sicher, dass auch diese Qualität sehr schnell abnehmen würde, bekämen sie für die Refraktion nur ein paar Euro... Nehmen wir mal an, die Krankenkassen würden Ihnen vorschreiben pro Untersuchung nur noch 25 Euro zu bekommen - egal wie viel sie untersuchen. Was denkst du würde passieren ??? Und komischerweise sind die Leute bereit viel Geld bei einem Optometristen oder sonstigen Therapeuten zu lassen, wenn sie aber bei einem Augenarzt/Arzt eine Zusatzuntersuchung bezahlen sollen verzichten sie lieber. Was man gut an der Glaukomuntersuchung sehen kann, die inzwischen eine sogenannte Igel-Leistung ist. Die Vorsorge hier geht deutlich zurück, obwohl über viele Jahre propagiert wurde wie wichtig das ist. Ja, die Wirtschaftlichkeit hält in der Medizin großen Einzug. Nicht nur beim Augenarzt...

M)onoxHid


aber genau um diese Spitzfindigkeiten geht es in diesem Hin und Her.

Und ich dachte, es geht darum, Menschen mit Binokularsehproblemen zu helfen.

Meine unmaßgebliche Google-Suche ergab :

//DIN 5340-209 ist definiert: Heterophorie = "Abweichung der Vergenzstellung von der Orthostellung bei vorübergehender Aufhebung der Fusion". //

Wenn das so stimmt, ist wohl alles klar: Denn bei den Testbildern, die bei der MKH verwendet werden, sind stets Fusionsreize, periphere und/oder zentrale, vorhanden. So oder so, solche Debatten sind doch unergiebig.

Und man findet die MKH (oder Abwandlungen davon) in den meisten Arztpraxen weil sie oft im Gerät drin ist.

Das zweifele ich an.

Und von vielen werden auch die "Normalen" mit Prismen versorgt (wie schon gesagt: ohne Beschwerden). Hier liegt das Problem.

So etwas ist natürlich hochgradig unseriös, da besteht wohl Konsens.

Ogrt`hOopti6sxtin


Ich bin auch voll deiner Meinung dass es darum geht Menschen mit Binokularsehproblemen zu helfen und wie gesagt gehöre ich nicht zu denjenigen die der Meinung sind, Optiker sollten keine Prismen anpassen... Aber diese Spitzfindigkeiten sind der Streit zwischen den Verbänden und die Tatsache, dass man die Verbände Angst haben sich gegenseitig was wegzunehmen.

Die Tests sind tatsächlich in den Geräten...

Bei MKH sind wohl Fusionsreize vorhanden, aber nicht genug um eine stabile Fusion zu garantieren und zusätzlich dissoziiert die Polabrille, also kommt es auch hier zu einer Fusionsunterbrechung im weitesten Sinne - einige Tests sind so aufgebaut. Ja, solche Debatten sind unergiebig! Zu mindest aus meiner Sicht.

Aber ich komme immer wieder darauf zurück - es ist nicht gut nur einen Test als Grundlage für die Prismenverordnung herzunehmen...

A$lie6n3x6


@ Monoxid

Und man findet die MKH (oder Abwandlungen davon) in den meisten Arztpraxen weil sie oft im Gerät

Das zweifele ich an.

Doch sind sie.

@ Orthoptistin

Aber ich komme immer wieder darauf zurück - es ist nicht gut nur einen Test als Grundlage für die Prismenverordnung herzunehmen...

Erkär mir bitte, welches Verfahren ein Orthoptist anwendet, bzw. wie vermisst du Prismen?

Ich kenne nur die MKH und bin nicht wirklich überzeugt davon.

Und von vielen werden auch die "Normalen" mit Prismen versorgt (wie schon gesagt: ohne Beschwerden). Hier liegt das Problem.

Diese Problem denke ich, werden wir hier nicht lösen können. Es kommt wohl auf die Sichtweise an. Ich kenne durchaus einen Optiker, der dies aus finanziellen Aspekten so praktiziert, leider, aber solche finden wir hier im Forum sicher nicht.

Ich denke, dass auf beiden Seiten sehr viel Diskussionsbedarf besteht, vielleicht auch aus Ängsten heraus, man könnte sich gegenseitig etwas wegnehmen, aber letzten Endes wollen doch beide Seiten nur eines: Helfen. Die schwarzen Schafe mal ausgenommen.

OOrthop7tixstin


Wie eine Orthoptistin Prismen anpasst hängt ganz von ihrem Arbeitsplatz ab und welche Möglichkeiten ihr zur Verfügung stehen.

I. d. R. macht eine Orthoptistin (nachdem alle anderen Dinge abgeklärt wurden, vor allem ob die Brille stimmt! Die Brille kann einen unglaublichen Einfluss haben. Asthenopiker zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie eine Achsverdrehung von 5° als "Weltverbesserung" bezeichnen und dadurch alle Beschwerden behoben sind...) einen sogenannten Abdecktest. Hiermit wird die beidäugige Zusammenarbeit unterbrochen. Sie misst damit die momentane Abweichung zwischen den Augen (solche Abweichungen schwanken über den Tag verteilt). Dann kommt es darauf an, wie groß diese Abweichung ist. (20° Schielwinkel braucht man nicht mehr mit Prismen versorgen...Ausnahmen bestätigen die Regel). Zusaätzlich muss auch abgeklärt werden ob die Beschwerden des Patienten überhaupt vom Schielen kommen. Denn es gibt durchaus asthenopische Beschwerden die gar nicht durch das Schielen ausgelöst werden - hier kann ein sogenannter Marlow-Verband (ununterbrochener Verschluss eines Auges für 3 Tage)hilfreich sein. Wenn ich nach ADT (Harmswand, PDH) und Marlowverband keine Abweichung finde, dann gebe ich auch keine Prismen. Ebenfalls bekommt der Patient von mir keine Prismen, wenn die Beschwerden unter Marlow-Verband nicht besser werden oder sich bedeutend ändern. (hier muss ich sagen, dass es auch Patienten gibt, die diese Beschwerden nicht unter Marlow verlieren, aber jedoch dann im Prismentrageversuch - diese paar wenigen bekommen dann trotzdem Prismen). Normalerweise wird dann ein sogenannter Prismenausgleich gemacht (der Patient trägt in der Klinik die Prismen probe). Es kommt dann ganz auf den Einzelfall an. In der Regel wird versucht das Prisma so gering wie möglich zu halten um Beschwerdefreiheit zu bekommen. Dann werden die Prismen für einige Zeit als Prismenfolien verordnet, damit der Patient auch testen kann ob die Beschwerden im Alltagsbereich besser werden (wie gesagt haben Prismenfolien ja auch Nachteile). Ich persönlich setze die MKH nicht ein, weil sie mir keine reproduzierbaren Werte bringt.

In der Klinik wird auf jeden Fall geprüft ob eine sogenannte obligate Fixationsdisparität vorliegt, da diesen Patienten nur sehr schlecht geholfen werden kann und man diese Patienten mit Prismen leicht "hochtreiben" kann. Zusätzlich macht man eine sogenannte Harmswand und evtl. ein PDH (diese Methoden jetzt im einzelnen zu erklären würde den Rahmen hier sprengen...)

Auch muss man die Diagnose sichern: Es gibt zum einen die Phorie und zum anderen den sogenannten Intermittens - diese Krankheitsbilder unterscheiden sich durch unterschiedliches Korrespondenzverhalten und Doppelbilder - und die Tatsache, dass der Intermittens in der Regel mit Prismen nicht erfolgreich behandelt werden kann.

Es ist ganz schön schwierig das Vorgehen aufzuschreiben, da es extrem Patientenbezogen ist und zu viele "wenn, dann" existieren. Wenn ich das jetzt nochmal durchlese ist es viel zu oberflächlich und gibt kaum alles wieder. Ich denke das würde auch passieren wenn ein MKH-ler sein Vorgehen beschreiben soll.

Prismenverordnung bei Phorien ist eine der schwierigsten Dinge, da viele Faktoren (Tagesform, Winkelgröße, Abstand des fixierten Objektes, Brille, usw.) eine große Rolle spielen. Eigentlich ist es gar nicht wirklich möglich das Vorgehen aufzuschreiben...

Alle anderen Orthoptistinnen die das hier jetzt lesen mögen mich jetzt bitte nicht köpfen - ich weiß es ist viel zu ungenau...

A-l1ienx36


@ Orthoptistin

Alle anderen Orthoptistinnen die das hier jetzt lesen mögen mich jetzt bitte nicht köpfen - ich weiß es ist viel zu ungenau...

Bin ja Optometrist, also keine Sorge.

Ich persönlich setze die MKH nicht ein, weil sie mir keine reproduzierbaren Werte bringt.

So sehe ich das nunmal auch.

Deine Herangehensweise in der Untersuchung, bestätigt mir auch, dass es wichtig ist, viel weiter zu schauen, als dass dies die MKH bieten kann.

H*opex86


nur mal eine frage :

Sind prismengläser dicker als normale gläser??

B-ikeJrmädxel


Hi Hope.

Prinzipiell nicht, das hängt von der jeweiligen Stärke ab.

Aber Prismen sind an einer Stelle dick, an der gegenüberliegenden dafür recht dünn. Wo sie dick sind, ob oben, unten, aussen oder innen hängt davon ab, wohin man schielt.

Grüße *:)

Owrthop*ti~stixn


Also, wenn man zusätzlich zu seinen Werten Prismen in die Brille einschleift wird die Brille auf jeden Fall dicker, es kommt auf die Prismenstärke an und ob man sozusagen den Porsche unter den Brillen oder nur den Fiat Panda kauft... Bei kleinen Prismenwerten und guter "Optikerarbeit" fällt es in der Regel kaum auf.

HAo!pe86


naja,also meine augen sind eigentlich gut...wenn ich es nun richtig im kopf habe im rechten auge -0,25 und rechts -0,75....aber ich habe halt eine schielstellung

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