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Ein Leben lang schielen

BCovix21 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

kurz zu mir: Ich bin 21 und schiele eigentlich seit meiner Geburt, mittlerweile bin ich bereits 3 mal daran operiert worden. Das erste mal mit 14 an beiden Augen, diese Op war erfolgreich. Das linke Auge war seitdem "schielfrei" rechts waren es noch ca. 8-9°. Mit Brille oder Kontaktlinsen waren es noch ca. 4-5 ° rechts. Dazu muss man sagen, dass ich ein sehr schmales Gesicht habe und das Schielen dadurch deutlich mehr auffällt als bei anderen Personen. Also entschloss ich mich mich nochmals operieren zu lassen, das war mit 19. Angst hatte ich nicht, schließlich war es eine ambulante Op und da ich selber Krankenschwester bin, fand ich die Op in örtlicher Betäubung noch eher interessant :-). Für mich war klar, dass nach der Op alles gut sein würde. Ich würde wieder deutlich selbstbewusster sein und einfach mehr Lebensfreude haben. Ich müsste mir keine Gedanken machen, ob ich auf Fotos schielen würde und müsste mich dafür nicht mehr schämen. Die Op verlief so weit gut. Schmerzen waren ok. Zuerst sah alles recht gut aus. Ein Restwinkel von ca. 2° würde wahrscheinlich bleiben, aber ich hatte die Hoffnung, dass das alles wär und ich damit gut leben könnte Doch im Laufe der Zeit bildete sich der Schielwinkel erneut. Wieder waren da diese 8-9°, die deutlich sichtbar waren. Ich war ziemlich enttäuscht, doch mit Kontaktlinsen, die ich eigentlich täglich getragen hab, war es ok. Es war nicht so, dass mich Leute darauf angesprochen haben, auch auf Partys oder so wurde ich angesprochen, es war ok, doch gestört hatte es mich weiterhin. Also machte ich einen erneuten Termin und letzendlich bin ich letzte Woche erneut am rechten Auge operiert worden. Man hatte mir zuvor gesagt, dass das bei mir eine "Gehirnsache" wär und mein Gehirn diesen Schielwinkel einfach brauchte, um sozusagen glücklich zu sein. Doch damit wollte und konnte ich mich nicht abfinden. Ich hatte solche Hoffnung in diese Op, die laut meiner Ärzte aber auch die letzte Möglichkeit wäre. Auch diese Op verlief gut. Am nächsten Morgen bei der Nachuntersuchung war der Restwinkel gleich 0. Ich war soooo glücklich. Doch schon in desichtn nächsten Tagen konnte man da wieder einen Restwinkel sehen. Das konnte ich nicht fassen. Für mich ist das ein reiner Weltuntertag. Die Schmerzen waren mir so egal, ich war so traurig. Denn es war ja die letzte Möglichkeit! 4 Tage später bestätigte sich dann meine Vermutung. 3° Restwinkel oder Brille, 1° mit Brille. Ok, besser als davor, doch sichtbar ist es. Ich habe solche Panik, dass sich alles wieder zurückbildet bis auf die 8-9°, alles wäre umsonst und ich weiß, das wäre für immer. Für mich ist das ungefähr so schlimm, wie die Nachricht einer Krebserkrankung. Ich will doch mein Leben leben und nun, ich habe Angst, mich Menschen anzuvertrauen, weil ich mich schäme für mein Aussehen. Vielleicht habe ich auch daher keinen Freund, weil ich mich einfach schäme. Nun weiß ich nicht, wie es weitergehen soll, weil ich doch nicht mein Leben lang schielen will...ich weiß nicht, ob es hier jemanden gibt, der mich verstehen kann bzw. dem es ähnlich ergeht?!? Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn mir jemand schreibt... :-)

Antworten
OZrth%opt!istin


Also erstmal zu dem Ergebnis der Operation

ohne Brille 3°, mit Brille 1° ist ein unglaublich gutes Ergebnis! Da kannst du mächtig froh drüber sein. 1 bis 3° Schielwinkel kann kein Mensch sehen! Weniger sollte es auf keinen Fall werden, da dann das Risiko eines Außenschielens viel zu groß wird! Und ein Außenschielen ist immer auffälliger als ein Innenschielen! - Auch bei einem schmalen Gesicht!

Absolut wichtig ist, dass du immer deine Brille trägst (bzw. Kontaktlinsen)! Übrigens wird kein Arzt sich für den Schielwinkel ohne Brille interessieren...

Leider ist es so: einmal Schieler - immer Schieler! Man kann nichts dagegen machen. Und wenn es tatsächlich so sein sollte dass du einen sogenannten Anomaliewinkel ("Gehirnsache") hast, dann kann man auch dagegen nichts machen - dann kannst du dich x-mal operieren lassen und dein Gehirn wird immer wieder diesen Schielwinkel eindrehen (oder die Augen rutschen irgendwann nach außen!)

Ich bin geschockt über deine Aussage, dass so ein bisschen Schielen für dich genau so schlimm ist wie die Nachricht einer Krebserkrankung - hast du nicht geschrieben, dass du Krankenschwester bist? Du solltest also wissen wovon du da redest und was für ein Unsinn das ist!!!:(v

Ich denke nicht, dass dir ein Augenarzt je helfen kann, denn du scheinst eine Menge Dinge deines Lebens auf dein Schielen zu projezieren! Was das Thema Freund betrifft: das klassische Beispiel eines ca. 5 - 8° Schielers ist der Schauspieler Christopher Lambert (Highlander) - und ich denke nicht, dass es ihm an Frauen mangelt... Im Gegenteil: gerade das Schielen (netterweise immer wieder bezeichnet als Schlafzimmerblick) macht diesen Mann sexy! Dann gibt es in der alten Serie von Beverly Hills 90210 eine Schauspielerin (Kathleen Robertson - ich schätze den Winkel auf die 8 - 10°) die schielt... Das kann es also nicht wirklich sein!

Google die beiden doch mal...

Ich denke du solltest deine Konzentration auf wichtigere Dinge in deinem Leben legen! :p>

Alles Liebe

W.arhxead


Hallo Bovi21,

ich kann dich sehr gut verstehen, ich gehör wohl wie es aussieht leider auch zu den Schielern, bei mir liegt es aber daran, dass ich auf dem linken Auge im Sehzentrum eine Narbe auf der Netzhaut hab und ich deshalb eigentlich nur noch mich auf das rechte Auge konzentriere. So geht das linke Auge nicht zu 100% mit dem rechten mit. Wenn ich mich arg anstrenge kann ich zwar schielfrei schauen aber das ist auf Dauer zu anstrengend und einfach zu unbequem.

Ich drück dir die Daumen, dass du selbstbewusster wirst und jemanden findest, der dich so nimmt wie du bist.

Fwraukie29


Hallo, *:) hatte grad mal Zeit um in diesem Forum rum zu stöbern,ich gehöre auch zu den schielern bin jetzt schon fast 30 jahre alt und schiele mit dem rechten Auge bei mir ist es auch eine Gehirn sache,meine Mutter sagte zu meiner Zeit DDR Zeit hat man mich nicht operiert warum angeblich ist es nie aufgefallen :|N Ich hatte einen Schielgrad von 26 grad sehr doll für mich,bin halt zum Augenarzt gegangen der sagte nichts zumachen weil es ein nicht sehendes Auge ist,der Mut verlies mich-bis zum Anfang dieses Jahres war in der Augenklinik und lies mich operieren von 26 grad sind noch ca 10 grad immer noch zuviel für mich und im Juni ist die 2 OP ??? Habe alles im schnell durch Gang geschrieben sonst würde es zu lange dauern.

Ich verstehe Dich es sehr gut

Liebe Grüße *:)

B6öses_S/chnee4wit.tcxhen


Kathleen Robertson schielt mit 8-10°? ich hab das gerade mal gegooglet, das sieht man bei der ja wirklich kaum! und du hast 1-3°, also entschuldige mal, aber das soll dann noch jemand erkennen können? das kann ich mir nicht vorstellen.

ich würde mir an deiner stelle überhaupt keine gedanken machen, das fällt niemandem aus und sieht auch überhaupt nicht schlimm aus.

MZe]dusAO0{1


Hallo,

ich kann mich Orthoptistin nur anschließen. ICh selbst bin auch Schieler seit meiner Geburt. Anfangs lag meine Pupille soweit innen, dass man sie nur zur Hälfte sehen konnte. Sie verschwand quasi hinter der Nase. Ich bin 5mal an den Augen operiert worden. Ein Restschielwinkel ist wirklich völlig normal und fällt den meisten Leuten kaum auf.

1° Schielwinkel mit Brille ist doch traumhaft. Und ohne Brille 3°. Das ist wirklich nicht viel.

Eine Krebserkrankung ist eine schlimme Sache und eine oft tödlich verlaufende Krankheit. Vielleicht solltest du dir das mal vor Augen führen. Schielen und Krebs in eine Schublade zu stecken ist wirklich absolut unangebracht.

Kein Mensch ist 100% mit sich zufrieden. Manche fühlen sich zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein oder, oder, oder... .

Denk dir doch einfach, dass das (wahrscheinlich nicht mal sichtbare) Schielen deine Besonderheit ist. Und siehe es nicht als negative Eigenschaft an. :-)

Unangenehm wird es, wenn man wegen solcher "Fehlstellungen" gehänselt wird. Daran hat das Selbstbeswusstsein dann auch zu knapsen. Aber in deinem Fall kann ich mir das eigentlich nicht vorstellen. Du schreibst ja, dass dich keiner darauf anspricht.

Übrigens bin ich glücklich verheiratet und ich und mein Mann sind zusammengekommen als ich noch offensichtlich geschielt habe. Das hat ihn garnicht gestört. Und wenn ein Mann dich wegen des Schielfehlers nicht will, ist es eh der Falsche.

BPovCi2x1


Dank euch für die aufbauenden Worte!

Natürlich kann man das nicht wirklich vergleichen mit dem Schielen und der Krebserkrankung. Das ist mir schon bewusst! Áber es macht vielleicht deutlich, wie sehr ich darunter leide....

Naja ich werde versuchen mich dran zu gewöhnen; was anderes wird mir wohl nicht übrig bleiben :-(

lg

fIoh


hm. soso.

also ich hatte bis vor kurzem 17 grad nach aussen geschielt.

ich habe es operieren lassen. nun sind es noch ca. 3 grad.

mein vater hat es bis heute nicht bemerkt.

und meine freundin, die sich über 5 jahre daran gewöhnt hatte, meinte, daß sie nun erst das gefühl hätte ich würde schielen. sie hat die beziehung übrigens vor 2 monaten, (8 wochen nach meiner OP) gekündigt.

glaube zwar nicht, daß das mit der OP zusammen hängt, aber ich will damit sagen es ist alles sehr relativ.

und weil ich es nun genieße die leute direkt anzuschauen, mit nur 3grad aussenschielen geht das ohne das ich verlegen wechschauen muss wenn zurückgekuckt wird, haben damit einige menschen scheinbar auch mehr probleme als mit meinem etwas verlegenem wegschauen wenn zurück geschaut wurde ... verstehst du ?

also überleg mal ob deine probs wirklich am schielen oder etwas anderem liegen.

vielleicht haste ja einen bart oder sonstwas ... ;-)

meine story übrigens hier zu lesen [[http://www.med1.de/Forum/Augen/200903/3/]]

B@ovi2x1


Ich danke auch für eure Beiträge, ihr habt mich zum Nachdenken angeregt. Mittlerweile sind 2 Wochen vergangen, so langsam verschwindet die Schwellung und Rötung in und ums Auge...und nu seh ich da einen Unterschied im Gegensatz zu vor der Op. Es ist deutlich besser geworden. Jetzt habe ich echt die Hoffnung, das es so bleibt, denke die Chancen sind ok, schließlich war der Schielwinkel beim letzten Mal direkt nach der Op wie zuvor. Nun hält es sich bei den 1-3°, ich werde es weiterhin sehen, aber denke wirklich, dass Leute denen es nicht passt, Pech gehabt haben und naja ich werd damit leben. Danke euch echt!

Liebe Grüße

Goamombaray"burvsxt


Hallo,

der Thread ist ja nun ein bisschen älter und ich weiß nicht, ob es besser wäre einen eigenen zu eröffnen. Da ich aber eigentlich keine Frage habe, der Threadtitel aber passt, werde ich hier schreiben. Ich hoffe es stört niemanden.

Ich habe ein angeborenes Lähmungsschielen und wurde deswegen, in frühester bis früher Kindheit, dreimal operiert, zuletzt mit sechs, kurz vor der Einschulung. Nun war das Resultat dieser Operationen nicht unbedingt erfolgreich, meinen Eltern wurde gesagt, ich wäre ausoperiert, es wäre nichts mehr zu machen. Das war auch das, was ich bis vor kurzem als unabänderliche Tatsache akzeptiert hatte.

Nun bin ich vor einigen Wochen, per Internetrecherche, darauf gestoßen, dass das offenbar ein Trugschluss ist und prinzipiell immer operiert werden kann.

In der Zwischenzeit war ich beim Augenarzt, was aber, wie erwartet, wenig fruchtbar war. Die Hauptuntersuchung beim Arzt dauerte vielleicht drei Minuten. Nein, eine Operation wäre rein kosmetisch, die Krankenkassen würden nicht zahlen, auch eine nystagmusberuhigende Operation wäre sinnlos, die Kopfzwangshaltung würde das in meinem Alter, ich bin über vierzig, nicht mehr verbessern. Auf Nachfrage hat er mir dann aber doch Auskunft über meinen Visus erteilt und sogar einen Termin fürs örtliche Klinikum eingeholt. Dort habe ich nun Ende April einen Termin.

Mag sein, dass so eine Schieloperation nur "kosmetisch" ist. Ein Nichtbetroffener wird aber kaum nachvollziehen können, was das bedeutet. Ich habe mir immer wieder eingeredet, dass es mir nichts ausmacht bzw. es nicht so schlimm wäre und so lange ich mich nicht auf Fotos sehen musste, hatte ich es mir auch meistens geglaubt. Allerdings habe ich es nie wirklich geschafft, mir ein "dickes Fell" diesbezüglich zuzulegen und, obwohl nach der Jugendzeit nur noch selten, führen offen-verächtliche Reaktionen meiner Mitmenschen dazu, die Lebensfreude auf ein geringes Maß zu reduzieren.

Ob eine erfolgreiche Operation mir tatsächlich helfen würde? Ich habe mitunter Zweifel, ob es sich nicht schon zu sehr in meine Psyche eingebrannt hat, dass es sinnlos sein könnte. Viele andere Alternativen habe ich aber nicht und wahrscheinlich ist es noch einen Versuch wert.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Gruß

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