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Behinderung?: Weitsichtigkeit + Schielen + kein räuml. Sehen

Hueikqo22x3 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen!

Bei Auswahlverfahren für einige berufe werden bevorzugt behinderte Leute genommen. Meine Frage diesbezüglich ist, ab wann man als behindert gilt.

Ich persönlich habe auf beiden Augen +7.5dpt. (starke Weitsichtigkeit). Außerdem schiele ich immer auf einem Auge (Muskelfehler oder Nervfehler), sodass nur ein Auge Objekte fokussieren kann. Dadurch habe ich kein räumliches Seh- und Vorstellungsvermögen.

Reicht das als Behinderungsgrund?

Danke im Voraus für Antworten!

Antworten
S0un?flowerm_73


Zum einen ist es nicht so, dass zwangsläufig Behinderte bevorzugt eingestellt werden. Steht zwar oft so schön in Stellenausschreibungen, aber man achte auf den Zusatz "bei gleicher Eignung"... Das relativiert vieles.

Außerdem gilt man erst als behindert, wenn man einen Schwerbehindertenausweis hat (ab 50%) – oder mit einer geringeren Einstufung eine entsprechende Bescheinigung hat. Ich habe 40% und die sog. Gleichstellung, d.h. veränderten Kündigungsschutz. Die Gleichstellung ist erst ab 30 oder 40% beantragbar...

Bevor Du also Behinderung geltend machen kannst, musst Du einen entsprechenden Antrag stellen beim Versorgungsamt.

Ich habe erst 20, nach Widerspruch 30 und nach 2 Jahren Sozialgerichtsverfahren 40% bekommen. Meine Kurzsichtigkeit und Gesichtsfeldeinschränkung nach Netzhautablösung wurde dabei nicht berücksichtigt (Kurzsichtigkeit ist mit Brille ausgleichbar; Gesichtsfeldausfall zu gering). Die 40% beziehen sich daher nur auf meine Knieprobleme und damit zusammenhängenden Einschränkungen.

Ich denke daher nicht, dass die 7,5 Dioptrien Dir etwas bringen. Das fehlende räumliche Sehvermögen: keine Ahnung.

Ich würde aber nicht davon ausgehen, mit Behinderung automatisch eine bessere Chance auf Einstellung zu haben. Oft ist das Gegenteil der Fall, v.a. außerhalb von Behörden und öffentlichem Sektor.

Die Gleichstellung habe ich bspw., weil aufgr. der Probleme das Risiko besteht, keinen Arbeitsplatz zu bekommen oder zu behalten (1. Job direkt deswegen verloren). Das impliziert immer das Risiko, dass man öfter krank ist etc.

Also Vorsicht!

bFmed


Hallo,

ich muss Dich enttäuschen oder kann Dich beruhigen: du bist NICHT behindert ...

(nee, da will jemande behinert sein ??? ?)

Ich kann auch auf einem Auge kaum was sehen (von 1/16 auf 1/6 gebessert im 6. Lebensjahr, also viel zu spät). Das andere Auge hat 100% (mit +1,5), hat mich bis jetzt ganz gut durchs Leben gebracht, auch ohne räumliches Sehen. (jetzt geht es mit der Lesebrille los!!!)

Allerdings fehlt mir das schwache Auge, sobald die Brille dort schmutzig ist, oder was im Auge ist.

Nein, keine Behinderung, kein Grund zur Bevorzugung, kein Grund zur Traurigkeit ...

Lieben Gruß

bmed

H8e7i<ko22x3


Danke schonmal für die Antworten! :)

@ Sunflower:

Ich bewerbe mich bei einem Amt, von daher glaube ich schon, dass die das mit der Gleichstellung ziemlich ernst nehmen...

Bei dem entsprechenden Bewerbungsformular steht auch "eventuelle Behinderung". Ich werde dies dort einfach eintragen und abwarten. Zum Amtsarzt muss man nach dem Auswahlverfahren sowieso...

@ bmed:

Das ist immer eine zwiespältige Sache. Natürlich ist es schöner keine Behinderung zu haben. Wenn da aber die Aussicht auf begehrte Tätigkeiten etwas steigt...

ist eine ethische Frage. :)

Danke nochmal für die Antworten soweit.

tMatuxa


@ Heiko

Die "Meßlatte" bei den Versorgungsämtern ist deutlich höher gelegt worden in den letzten Jahren.

Falls du aber deinen Ethikkonflikt in Richtung pro Behinderung entscheiden würdest – ich habe eine hübsche kleine Behinderung in Pflege zu geben. Damit kannst du nicht nur auf bevorzugte Einstellung im öffentlichen Dienst pochen – du kannst sogar umsonst mit dem ÖPNV fahren – mit einer Begleitperson. Und dann erst die Steuervorteile... :)= Bei Interesse kann meine Behinderung auch gern dauerhaft adoptiert werden ]:D

g3oikyo


@ tatua

;-D :)^

H-ei"ko22x3


Damit ich nicht missverstanden werden, muss ich hier wohl noch was ergänzen. Ich finde, dass man keine Behinderung vorspielen sollte. Das wäre zutiefst unfair und respektlos gegenüber den anderen.

Nur sollte man seine Chancen nutzen, denn diese Sehschäwche sind nicht "normal". Klar ist aber auch, dass das nun keine Scherbehinderung ist...

Es anzugeben halte ich aber für richtig.

I~nka1-Maloxu


Ich hab auch noch einen GdB 50 im Angebot ;-D ! Zahle noch was drauf wenn du ihn nimmst!

Nein, Scherz beiseite . Mit deiner Augenerkrankung reicht das nicht für eine Gleichstellung, im I-Net gibt es Listen wo du nachsehen kannst für welche Einschränkungen es welchen GdB gibt! Bewerb dich ganz normal, im Vorstellungsgespräch kannst deine Einschränkung ja erwähnen, bzw. sieht man sie ja auch.

LG Inka

Hoei;kox223


Bis auf "größere Augen" erkennt man eigentlich nichts. Nur ohne Brille merkt man das Schielen.

IwnwkQa-Maxlou


Na dann sprich es halt an. :=o

IQnka-QMal=ou


Guck mal hier: [[http://anhaltspunkte.vsbinfo.de/nr/26/26.4.1.htm]]

SVunflWow^er_x73


Ich formuliere es jetzt mal ganz krass:

Eine Behinderung anzugeben macht dann Sinn, wenn man dadurch echte Einschränkungen hat. Ich komme aufgr. meines Gangbildes nicht umhin, es anzusprechen, man sieht die Probleme und ich kann weder lange laufen noch stehen.

Aber Dir scheint es eher um einen etwaigen Vorteil zu gehen, denn so gravierend sind Deine Einschränkungen einfach nicht (eine Freundin von mir kann auch nicht 3D gucken – und ist im normalen Berufsalltag NICHT beeinträchtigt, sondern nur bei 3D-Filmen im Kino).

Aber wenn Du das Prädikat haben möchtest: Tausche meinen GdB von 40 und die lächerliche Steuererleichterung gegen Schmerzen, Einschränkungen, Hobbyverlust, multiple Dauerbelastung durch Arzttermine, Physio, zusätzliche Kosten dadurch, durch Medikamente etc. So einfach bekommt man das Prädikat nicht – würde meines gerne abgeben.

HYeSikko22x3


Wie gesagt, es handelt sich sicherlich nicht um eine Schwerbehinderung, aber ganz sauber ist es eben auch nicht. Da im Bewerbungsformular wortmöglich "eventuelle Behinderung" steht, sehe ich das nicht so tragisch das dort auch einzutragen.

O?rthopt4istixn


Bringen wir es doch mal auf den Punkt: du hast keine Behinderung!

Beim Versorgungsamt lacht man dich damit aus!

Und wenn du das in die Bewerbungsunterlagen einbringst ist das lächerlich! Und die Arbeitgeber wissen das sehr wohl! Also lass es lieber... Hier ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass du deswegen nicht eingestellt wirst weil du das reingeschrieben hast!

Firmen ab einer bestimmten Angestelltenzahl sind verpflichtet Schwerbehinderte einzustellen, ansonsten bezahlen sie "Strafabgaben". Die gilt aber nur bei einem Schwerbehindertengrad von 50 %. Du bist also "behindertentechnisch" völlig uninteressant für einen Arbeitgeber. Im Gegenteil! Wer sowas reinschreibt fällt unangenehm auf!

Übrigens: alle die einen Behindertenausweis haben sind verpflichtet dies anzugeben! Viele werden genau wegen des Behindertenausweises nicht eingestellt!!!

Liebe Grüße

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