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Meine Verletzung am Auge - und was ich daraus lernte

E"ingxang hat die Diskussion gestartet


Meine Verletzung am Auge - und was ich daraus lernte

Guten Tag ! Dies ist meine Geschichte und ich möchte Sie hier "verewigen" in der Hoffnung, daß meine Erfahrungen jemand anderem von Nutzen sind.

Vor etwas mehr als 2 Jahren landete ein Daumen meiner Freundin versehentlich in meinem rechten Auge. Die Schmerzen waren höllisch und ich musste beide Augen geschlossen halten, da es sonst unerträglich war. Wir sind zum Augenarzt, der eine oberflächliche Verletzung der Hornhaut diagnostizierte. Er gab mir das Rezept für eine Salbe und meinte, das wird schon wieder.

Es folgten 2 Tage, die mir einen Eindruck davon vermittelten, was es bedeutet, blind zu sein. Die Salbe ließ sich nur unter größtem Schmerz an den Bestimmungsort bringen, doch ich befolgte tapfer den eindringlichen Rat des Arztes. Jede auch noch so geringe Bewegung der Pupille stach wie eine Messerspitze in den Augapfel und die Tränen wollten nicht versiegen.

Schließlich sind wir zu einem anderen Arzt. Der aber meinte nur, es ist fast verheilt und das wird schon. Es dauerte ca. 5 Tage, bis ich das Auge schmerzfrei öffnen konnte. Doch da war die Sehfähigkeit stark eingeschränkt (ca. 50%). Bis die Schärfe einigermassen wiederhergestellt war, dauerte es ca. weitere 2 Wochen - gemeint sind ca. 95%, doch es war lange Zeit von Tag zu Tag schwankend. Noch heute sehe ich auf dem Auge leuchtende Objekte leicht verschoben doppelt !

Doch die Probleme waren damit keineswegs behoben. Immer wieder gab es einen "Rückfall", verursacht durch eine Berührung im Schlaf oder aus anderen unbekannten Gründen. So musste ich morgens oder nachts erstmal stundenlang aufrecht ruhig sitzenbleiben, bis es sich beruhigt. Die Sehschärfe war danach 2-3 Tage lang mehr oder weniger stark vermindert. Mit der Salbe gab es auch Probleme, das Auge reagierte zunehmend abweisend mit Schwellung und Rötung. Anstatt zu helfen, machte sie es nur schlimmer. Diese Rückfälle passierten immer wieder und wie man sich vielleicht vorstellen kann, war es sehr unangenehm. Ich war schon fast verzweifelt. Auch die volle Schärfe wollte einfach nicht zurück kehren.

Also wieder zum Augenarzt. Der untersuchte das Auge mit verschiedenen Apparaten. Danach meinte er, alles wäre gesund und fit, es gäbe keine messbare Beeinträchtigung, die meine Probleme erklärt oder dokumentiert. Die Hornhaut hätte sich vielleicht noch nicht ganz neu "ausgerichtet" oder "strukturiert". Es gab dann noch ein Rezept für eine neue, andere Salbe.

In Folge probierte ich verschiedene Salben und Tropfen auch, doch bis auf eine Ausnahme führten sie früher oder später zu allergischen und abwehrenden Reaktionen, machten es also nur schlimmer. Lediglich ein homöopathisches Präparat "Euphrasia" von Wala stellte sich immer mehr als äußerst beruhigend und wohltuend heraus. Das sind Tropfen in kleinen Plastik-Phiolen mit jeweils 0,5ml und sie sind nicht gerade billig. Es stellte sich heraus, daß sich das Auge nach einem der nächtlichen Fälle mit diesen Tropfen sehr schnell beruhigte, ca. nach 30 Minuten. Ohne die Tropfen war es selbst nach Stunden noch entzündlich und schmerzhaft, und das, obwohl jede Menge Tränenflüssigkeit floss. Ausnahmslos alle anderen Cremes, Salben und sonstige Tropfen verschlimmerten eine Entzündung grundsätzlich nur.

Da mir die Ärzte keine Hilfe waren, begann ich, selbst zu forschen und nach einer Lösung zu suchen. Irgendwann wurde mir klar, daß die Absonderung von Tränenflüssigkeit in dem Auge nicht richtig funktionierte. Auch konnte ich die verschiedenen Faktoren erkennen, die die Trockenheit der Augen begünstigen und fördern. Dadurch konnte ich durchaus positiven Einfluss auf die Situation ausüben. Doch immer wieder wachte ich mit Schmerzen auf und musste wie gehabt darunter leiden. (entscheidend ist die Luftfeuchtigkeit, die vor allem dann in den Keller geht, wenn es im Innenraum viel wärmer ist als draußen)

Schließlich erkannte ich das entscheidende Phänomen in dieser Angeleheit. Mir fiel auf, daß sich die Augenlider gegen Ende der Nachtruhe miteinander und mit dem Augapfel selbst bzw. der Hornhaut verklebt hatten. Wenn ich dann wie gewohnt die Lider aufriss, wurde dabei ein Teil der Oberfläche der Hornhaut abgerissen und es entstand sofort eine schmerzhafte Verletzung inklusive Sehschwäche. Das heimtückische daran ist, daß diese Verklebung nicht so einfach zu bemerken ist, denn man fühlt nichts, solange das Lid noch geschlossen ist. Nur wenn man es vorsichtig versucht, zu öffnen, kann man es am Widerstand erkennen. In diesem Zustand ist das Auge zudem total ausgetrocknet und da kann es schon eine Verletzung verursachen, wenn man bloß die Pupille unter dem geschlossenen Lid bewegt.

Das zu erkennen war entscheidend. Heute teste ich nach dem Aufwachen erstmal instinktiv aus, ob die Lider verklebt sind. Ist das der Fall, achte ich darauf, die Pupillen ruhig zu halten und richte mich erstmal auf. Dann gähne ich und werde langsam wach. Alleine wach zu werden löst schon einen Tränenfluss aus. Das Gähnen tut dann ein Übriges. Es ist zwar etwas anstrengend, noch so im Halbschlaf, aber nach ca. 1-2 Minuten ist alles befeuchtet und das Auge lässt sich normal öffnen. Danach ist für gewöhnlich nichts weiter nötig und der Tag kann beginnen. Selten ist das Auge ein wenig aufgerauft, dann reicht eine Phiole Euphrasia und das wars.

Auch wenn eine grundsätzliche Störung am verletzten Auge noch nicht behoben ist, lebe ich nun endlich, nach über 2 Jahren, weitgehend ohne Schmerzen und nennenswerte Einschränkungen. Auf dem Weg dahin habe ich 3 oder 4 Ärzte konsultiert, 1 davon antroposophischer Naturheilkundler. Letzterer unterschied sich von seinen schulmedizinischen Kollegen lediglich darin, daß er mir Euphrasia Augentropfen empfohl, was aber viel zu spät kam, da ich längst selbst darauf gekommen war. Zudem hatte der keine Ahnung von garnichts. Die Schulmediziner erwähnten das Problem "trockenes Auge" mit keinem Wort, nur die Salbe war wichtig. Der Antroposoph hingegen beschwerte sich, es wäre eine Ausrede der Schulmedizin, es auf die Trockenheit im Auge zu schieben.

Was habe ich daraus gelernt ?

1) Eine oberflächliche Verletzung am Auge lässt sich mit Wala Euphrasia Augentropfen effektiv und schnell bekämpfen. Alles andere hat sich bei mir nur als überflüssig wenn nicht schädlich heraus gestellt.

2) Die Augen produzieren im Schlaf keine Tränenflüssigkeit und darum sind Nacht und die Zeit um das Auwfachen der sensibelste Zeitpunkt. Dabei kann es zu einer unmerklichen Verklebung der Lider mit dem Auge kommen, was bei normaler Öffnung unweigerlich zu einer erneuten Verletzung führt.

3) Das Auge am Morgen vorerst still und geschlossen zu halten und den Tränenfluss durch Aufrichtung und Gähnen anzuregen, bis die Verklebung sich gelöst hat, ist ein guter Weg, mit so einer Situation umzugehen.

4) Weiß und beachtet man diese Dinge nicht, kommt es wiederholt zu Verletzungen und das Auge hat u.U. große Schwierigkeiten, sich selbst zu heilen. (Tränenflüssigkeit ist keinesfalls entzündungshemmend !!!) Das ist ein Teufelskreis, denn jede Verletzung sensibilisiert das Auge und erhöht die Chance als auch Intensität eines erneuten Zwischenfalls. Meine Erfahrung war, daß traumatisierende Schmerzen den Tränenfluss allgemein hemmen.

Hinweis: Die Euphrasia Tropfen ersetzen nicht die Tränenflüssigkeit sondern hemmen die Entzündung, beruhigen das Auge und fördern den Selbstheilungsprozess massiv.

Weitere Hinweise:

- Die Seite, auf der man liegt, begünstigt den entsprechenen Tränenfluss, da Druck auf die Tränendrüse entsteht.

- Je größer die Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draussen, desto seltener sollte man lüften. Kalte Luft speichert weniger Feuchtigkeit als warme Luft. Wird kalte Luft aufgewärmt sinkt daher die Luftfeuchtigkeit rapide und trockene Luft entzieht dem Körper Feuchtigkeit.

Fazit: Wer schon mal eine solche Verletzung hatte und noch immer unter den Folgen in der beschriebenen Weise zu leiden hat, könnte aus meinen Erfahrungen lernen. Ich würde jedem, dem ein Arzt eine oberflächliche Verletzung der Hornhaut diagnostiziert, dazu raten, die Finger von allen möglichen Saben und sonstigem Zeug zu lassen, was die Schulmedizin so zu bieten hat, und anstatt dessen auf Wala Euphrasia Augentropfen zu vertrauen. Am Ende muss und kann nur der eigene Körper das Auge heilen, keine Salbe und kein Präparat ist dazu im Stande !!!!! Vielleicht werden das mal irgendwelche Nano-Roboter erledigen, aber noch ist es nicht so weit. Und was die Selbstheilung betrifft, konnte ich wirklich nicht beobachten, daß irgendetwas anderes sie bei mir unterstützt hätte. Das gilt übrigens auch für die Euphrasia Augentropfen von Weleda, die habe ich auch intensiv über einen längeren Zeitraum getestet, sie haben nicht gewirkt und nach ein paar Wochen wiederum Reizungen verursacht.

Ich bin sicher, hätte mich mein Arzt bei der ersten Untersuchung mit diesen Informationen versorgt, mir wäre viel Leid erspart geblieben. In diesem Sinne gebe ich allen einen gutgemeinten, wohlwollenden Gruß mit auf den Weg und hoffe sehr, daß sich vielleicht auch der ein oder andere Arzt von diesen Zeilen inspirieren lässt. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit !

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