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Grauer Star bei meiner Oma und sie lehnt die OP ab

S4pri@ngcyhild hat die Diskussion gestartet


... was natürlich ihr gutes Recht ist, aber ich würde gerne wissen, ob die Risiken, die sie fürchtet, real sind (was das Auge angeht kenne ich mich leider selbst absolut nicht aus).

Also bei meiner Oma wurde wie gesagt Grauer Star diagnostiziert, und von September bis Dezember 2010 ist ihre Sehstärke auf einem Auge von 20 % auf 4 % runtergegangen (beim anderen Auge weiß ich es nicht). Der Augenarzt rät zu einer Operation, ihr neuer Hausarzt hingegen macht ihr Angst und unterstützt so ihre ablehnende Haltung.

Meine Oma hat nämlich auch eine Durchblutungsstörung in der Netzhaut, und sie meinte, ihr Hausarzt hätte ihr erklärt, dass es bei der Operation, bei der soweit ich weiß die Linse ersetzt wird, in den Glaskörper bluten könnte, wodurch sie noch schlechter sehen würde. Und wenn überhaupt würde es nach der Operation nur ein wenig heller werden, aber sie würde trotzdem nicht besser sehen.

Der Opa meines Freundes wurde letzten Sommer wegen seines Grauen Stars operiert und sieht jetzt besser als ich (bin Brillenträgerin; er braucht seine nicht mehr).

Also was ich jetzt im Wesentlichen wissen will ist: Stimmt das, was der Hausarzt sagt? ???

Antworten
N@ic"ola9iNicolxai


Normalerweise sind Katarkat-Operationen längst Routine-Eingriffe mit nur einem sehr geringen Komplikationsrisiko. Dabei wird die trübe Linse gegen eine künstliche Linse ersetzt. Während mit normalen Linsen anschließend eine Gleitsichtbrille nötig ist (Soll auch Leute geben die sich nur mit ner Lesebrille rumschlagen wollen anstatt eine Gleitsichtbrille zu tragen) gibt es inzwischen auch Multifokallinsen mit denen man in allen Entfernungen gut sehen können soll was aufgrund dessen daß das Gehirn dabei das schärfste Bild rauspicken muß bei vielen Patienten allerdings nicht richtig funktioniert. Sofern weitere Augenerkrankungen wie Netzhauterkrankungen vorliegen besteht während der Op natürlich ein erhöhtes Risiko für das betroffene Auge daß es zu Komplikationen kommt welche das Sehen anschließend verschlechtern. Das muß individuell beurteilt werden.

MGetalImxaus


Wobei aber gesagt werden sollte, dass das Nutzen/Risiko-Verhältnis bei einer Cataract- (grauer Star)-OP ziemlich günstig ist. Habe 4 Jahre bei diesen OPs assistiert und die Patienten auch in der Nachbehandlung betreut. Es war kein Einziger dabei, der hinterher schlechter als vorher sah. Und auch, wenn es Komplikationen wie Glaskörperblutungen gibt (was selten, aber nicht ausgeschlossen ist), kann es in aller Regel direkt bei der OP behoben werden.

Ich würde dringend zur OP raten. Das Sehvermögen und dadurch auch die Lebensqualität wird wieder stark steigen. Ohne OP wird sie in absehbarer Zeit nahezu blind. Dazu kommt, dass die OP mit zunehmendem Stadium des Stars immer risikoreicher wird. Die Linse wird nämlich immer härter mit der Zeit. Da sie ja mit Ultraschall verflüssigt und abgesaugt wird, braucht man bei einer harten Linse wesentlich mehr Energie und längere Ultraschallzeiten, was wiederum Blutungen verursachen kann.

Was noch ein Argument ist: eine klare Linse macht auch die Kontrolle und Behandlung der Netzhaut einfacher. (Mal nach z.B. einer Laser-Behandlung gefragt?)

Es lohnt sich! Nur keine Angst!

Szpring}chilxd


Danke für die Antworten. @:)

@ Metalmaus:

Das mit dem zunehmenden Risiko weiß sie, das hat meine Mutter ihr auch schon erklärt. Ich glaube sie hat einfach Angst vor der OP (sie ist meines Wissens nach nie krank gewesen oder operiert worden) und wie ich sie kenne denkt sie vermutlich auch, dass es sich in ihrem Alter einfach nicht mehr wirklich lohnt, sich dem Stress auszusetzen (sie ist immerhin schon stolze 84 Jahre alt).

Sie ist eine Frau, die sehr genau weiß, was sie will, und ich denke nicht, dass ich da als Enkelin viel ausrichten kann – im besten Fall denkt sie vermutlich einfach, dass ich keine Ahnung habe, wie sie es auch schon meiner Mutter unterstellt hat. Sie hält sehr viel von ihrem Hausarzt, der sie wie gesagt leider in ihrer "störrischen" Haltung ermutigt.

Wir machen uns natürlich große Sorgen, aber vermutlich hätte sie nur mein Opa dazu bringen können, sich operieren zu lassen. Leider ist mein Opa aber vor einem Jahr verstorben. :°( :)-

MvetaIlmaus


Fragt doch mal den Augenarzt, ob er nicht mal mit dem Hausarzt telefonieren kann. Vielleicht hat der nicht soooo den Plan von Augenheilkunde...

Desweiteren würd ich ein Gespräch ohne Oma beim Hausarzt suchen. Ich mein, man lässt sich ja auch nen Blinddarm rausnehmen, und haste schonmal den Aufklärungsbogen gelesen? Da traut man sich kaum, den Eingriff machen zu lassen. Und dennoch werden die allerallermeisten wieder wach und sind gesund. Deswegen lässt doch keiner den Blinddarm drin, oder?

Und selbst wenn die Netzhaut schon so geschädigt ist, dass keine Visusverbesserung mehr möglich ist: wenn hell, dunkel und Bewegungen besser wahrgenommen werden, fällt auch die Orientierung in gewohnter Umgebung leichter.

Versucht doch mal, ihr zu sagen, dass der Opa sicher nicht gewollt hätte, dass sie immer schlechter sieht, sondern, dass sie alles macht, damit sie so lange wie möglich gut leben kann.

Alles Gute wünsch ich der Dame!

Szpri"ngchi|ld


Dankeschön. @:)

Ich werd mal schauen was sich machen lässt.

SjtichHli'nxg


Nach Kararakt Op's brauchte ich keine Gleitsichtbrille mehr, mein Sehschärfe beträgt jetzt 95 und 80%.

Allerdings benötige ich Lesebrillen. Habe mir 7 einfache Ausführungen auf meine Augen abgestimmt, zugelegt. Im Auto, an der Waschmaschine, an der Tiefkühltruhe im Keller, Handtaschen und an bestimmten Plätzen liegen die rum und ewig bin ich auf der Suche. Ein Nachteil, weil ich keine Gleitsichtbrille ( ca. 800, – Euro Kosten) mehr brauche. Vorteil, eine Lesebrille vom Optiker kostet mich nur ca. 17 Euro. Mein Augenarzt trägt eine aus dem Supermarkt für 2,50 – sagt er.

Allerdings musste ich 2 Jahre nach der OP geläsert werden – nannte sich Nachkatarak.

Das Risiko im Alter zu stürzen ist sehr groß und die Folgen eines Sturzes können erheblich sein. Meine Mutter hatte sich auch geweigert und Verletzungen durch Stolpern und Stürze machten sie unsicher, lesen war auch beschwerlich, Fernsehen auch – sie vereinsamte.

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