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In welche Uniklinik wegen Netzhautproblemen? Erfahrungen gesucht

Sgabi2x5 hat die Diskussion gestartet


Ich schlage mich jetzt schon einiger Zeit mit der Netzhaut meines einen Auges herum und je mehr ich unternehme, desto unsicherer werde ich. Ich habe mittlerweile -11 Dioptrin, so dass ich mit solchen Sachen irgendwann wohl rechnen musste, schade dass das schon mit 30 so ist.

Da ich bisher gegensätzliche Festellungen bekam, will ich unbedingt noch in eine Uniklinik, um mich beraten zu lassen. Ich hoffe sehr, dass hier schon jemand Erfahrungen mit Netzhautspezialisten in Unikliniken gemacht hat und mir von seinen Erfahrungen und Eindrücken berichten kann! Denn im Internet komme ich nicht wirklich voran bei meiner Entscheidung, wo ich nun hin soll.

Mir ist es egal, wo in Deutschland das ist, also, wenn jemand einen Tipp für mich hat, bitte Bescheid sagen! Ich habe imer wieder gehört, dass die LMU Klinik in München, Köln oder Dresden gut sein soll? Kann das jemand bestätigen? Falls ich mich lasern lasse, dann aber lieber von einem Oberarzt, der das jeden Tag macht. D.h. es nützt mir eigentlich nicht wirklich viel, wenn die Klinik den guten Ruf hat, weil der Leiter Prof. Dr....bei den OPs gut ist.

Falls jemand Erfahrungen mit dem Lasern von Netzhautlöchern, Netzhautrissen und Absicherung von Deckeln an der Netzhaut hat und mit nen Tipp geben kann, bitte Bescheid sagen!

Bei mir hat sich jedenfalls der Glaskörper zurück gezogen und an einer Faser hängt die Netzhaut noch dran. Ob ein ganz kleines Loch vorhanden ist oder nicht, da gibt es 2 unterschiedliche Meinungen dazu. Da es aber, falls vorhanden, wohl sehr klein sein soll, ist das wohl nicht relevant.

Mein Problem ist, nach beiden Meinungen, diese Stelle, an der die Netzhaut noch hängt. Ein Arzt will zur Sicherheit lasern, ich habe aber Angst davor, dass dabei was schief geht oder eine NHA erst recht hervor gerufen wird oder ich, wenn man einmal damit anfängt, immer wieder Löcher haben werde, die gelaster werden müssen. Ein anderer will abwarten und es beobachten und findet das alles zwar gefährlich, aber nicht so dramatisch. Aber dabei habe ich auch ein schlechtes Gefühl, weil ich nun in Panik lebe, dass der Glaskörperzug jeden Moment erfolgen kann und dann was schlimmeres passieren könnte, es zu einer NHA kommt usw..

Wie schätzt man das und das Risiko als Außenstehender ein? Stelle ich mich zu sehr an, denn lasern lassen sich doch viele Menschen und insgesamt ist es ja relativ einfach und es treten nicht allzu häufig Komplikationen auf.

Bin für Tipps und Anregungen dankbar!

Antworten
J*ori


Ich bin schon mein halbes Leben lang stark kurzsichtig und hatte Werte von -18/-16 (jetzt nicht mehr, aber das ist eine andere Geschichte). Mit etwa 14 Jahren wurde ich das erste Mal mit dem Thema Netzhaut konfrontiert. Bei der regelmäßigen Netzhautuntersuchung wurden kleine Löcher und einige "dünne Stellen" (Vorstufe zu Löchern) festgestellt. Zur Behandlung musste man damals tatsächlich noch in die Uniklinik (bei mir UKE – Eppendorf/Hamburg), weil das Verfahren des Laserns damals noch recht neu war und die notwendigen Geräte dazu noch sehr teuer.

Mittlerweile ist dies ein so gängiges und routinemäßiges Verfahren, dass jeder gute Augenarzt so ein Gerät in der Praxis hat.

Die Behandlung mit dem Laser ist zwar nicht das Angenehmste von der Welt, aber auch nicht schlimm. Vor allen Dingen geht es ganz schnell, weil der einzelne "Schuss" dauert nur Bruchteile von Sekunden. Zwar braucht es in der Regel pro Loch oder dünne Stelle mehrere Schüsse, aber wie gesagt, insgesamt ist das eine Angelegenheit von ein paar Minuten. Das Auge wird örtlich betäubt und, da vorher die Pupillen weitgestellt werden (wie auch bei der Netzhautuntersuchung), kann man hinterher eine Weile nicht so gut gucken. Die Stellen, wo gelasert wurde, sieht man als Patient nicht! Sie beeinträchtigen also das Sehen nicht!

Das Lasern ist heute eine ganz normale Routinebehandlung und wenn ich daran denke, was damals für ein Zirkus im UKE veranstaltet wurde, ist es heute in der Augenarzt-Praxis nicht viel mehr als ein normaler Termin.

Mit Hilfe der Laserbehandlung wird die Netzhaut an den Stellen der Löcher bzw. dünnen Stellen an die Rückwand des Auges "geschweißt". Damit wird langfristig verhindert, dass die Netzhaut reißt und "herunterfällt". Es ist also eine absolut notwendige Maßnahme, um Schlimmeres zu verhindern.

Ich kann gut verstehen, dass Du, das erste Mal damit konfrontiert, Deine Ängste und Bedenken hast. Ging mir damals auch nicht anders. Aber mittlerweile habe ich auf jedem Auge bereits mehrere Laser-Behandlungen gehabt und es ist wirklich nicht schlimm. Klar gibt es Schöneres, aber auf der anderen Seite wird so mein Augenlicht gesichert und das ist es allemal wert.

Du musst nicht in eine Uniklinik, so besonders ist der Fall nicht. Ein guter Augenarzt behandelt soetwas jeden Tag in seiner Praxis. Ich rate Dir, informiere Dich über den Aufbau des Auges und das Thema Netzhautablösung im Internet. Geh zu einem guten Augenarzt und lasse Dich ausführlich beraten. Und lasse die Laserbehandlung machen. Klar, Du kannst es auch lassen und weiter beobachten, aber bei bereits vorhandenen Stellen ist das Risiko einer Ablösung deutlich höher. Eine regelmäßige Kontrolle ist selbstverständlich (ich gehe alle halbe Jahr).

Alles Gute

Jori

P.S. Übrigens, die Erklärung, dass "die Netzhaut noch an einer Faser dranhängt" ist nicht ganz richtig. Die Netzhaut kleidet das Innere des Auges wie eine Tapete aus, d.h. sie liegt an der Rückwand im Inneren des Augapfels an. Problematisch wird es, wenn sie diese "Tapete" von der Rückwand abhebt. Die kleinen Löcher sind erste kleine Abhebungen. Dünne Stellen zeigen an, dass hier eine Abhebung in nächster Zeit passieren kann. Im allerschlimmsten Fall kann sich die Netzhaut komplett von der Rückwand ablösen. Das kann dann, wenn überhaupt, nur mit einer sehr aufwendigen OP behoben werden.

SGabik25


Danke für deine Antwort!

Also, so wie ich das verstanden habe, hat sich der Glaskörper bei mir an einer Stelle zurück gezogen und dabei ist eine kleine Faser an der Netzhaut hängen geblieben, so dass sich so ein Deckel gebildet hat, der eben jeden Moment oder auch nie an der Netzhaut ziehen könnte. Naja, im Endeffekt ist es ja egal, denn man muss sich eben entscheiden, ob man warten und beobachten will oder ob man es, zur Sicherheit, lasern lassen will.

Ich bin gerade bei dem Abwägungsprozess. Ich weiß, dass ganz viele Leute schon öfter als ein Mal gelaster wurden und diese finden das meist nicht weiter schlimm. Aber ich hatte eben damit bisher nie zu tun und auch dieser, relativ kleine Eingriff, macht mir totale Angst. Ich habe Angst, dass man die Netzhaut mehr schädigt, als es vorher der Fall war, weil man sie ja an der gelasterten Stelle zerstört und evtl. auch erst durch Lasern eine NHA hervorrufen kann. Auf der anderen Seite ist Lasern ja mittlerweile wohl in den meisten Fällen nicht mit Komplikationen verbunden. Und dann denke ich wieder, das ist der kleinere Eingriff und man hat wenigstens versucht, eine mögliche NHA zu verhindern und somit eine große OP.

Mögliche Risiken beim Lasern halten mich im Moment noch ab, es machen zu lassen. Kann mir dazu jemand näheres sagen?

Jforxi


Risiken gibt es, wie bei jeder anderen Behandlung, jedem Medikament etc., natürlich bei der Laserbehandlung auch. Leichte Kopfschmerzen direkt nach der Behandlung sind das Harmloseste, Blutungen eines der schwereren Risiken.

Die Risiken darf man natürlich nicht leugnen. Die sollte Dir aber am besten ein Arzt erklären, er kann auch sagen, wie wahrscheinlich die einzelnen Risiken sind. Wenn Du z.B. hier im Netz darüber liest, sind ja (wie beim Medikamentenbeipackzettel) erstmal alle möglichen, wenn auch höchst seltenen Risiken und Nebenwirkungen aufgeführt.

Ich kann Dich gut verstehen. Ein Eingriff bleibt ein Eingriff und natürlich kann auch etwas schief gehen. Ähnliches habe ich durch, als bei mir die Diagnose "Grauer Star" gestellt wurde. Ich hatte furchtbare Angst vor der OP. Die Vorstellung, dass jemand an meinem Auge herumschnibbeln würde, war gräßlich. Auch hatte ich Angst vor dem "was ist, wenn...", z.B. wenn ich dann gar nicht mehr sehen kann. Und ich habe mich ausführlich mit den Risiken auseinandergesetzt, was mich nicht wirklich ruhiger gemacht hat.

Als die OP vorbei war, war ich überglücklich und habe mich über mich selbst geärgert, dass ich mich aus lauter Angst vor der OP solange herumgequält habe. Die OP ist super verlaufen und nebenbei sind meine Werte drastisch reduziert worden (von -18/-16 auf -1,75/-1,5).

Es ist wichtig, sich zu informieren und sich beraten zu lassen. Und es gilt, in der Beratung mit einem Fachmann, abzuwägen, was schwerer wiegt: die Risiken des Eingriffs oder das Risiko durch eine NHA zu erblinden.

Hast Du einen Augenarzt, dem Du vertraust? Oder vielleicht probierst Du doch noch einen anderen aus. Vielleicht gehst Du doch mal in eine Uniklinik in Deiner Nähe. Dort gibt es meist ambulante Sprechstunden. Entweder mit Überweisung oder Du zahlst halt die 10 Euro noch mal. Das wäre es mir allemal wert (ich bin damals sogar bei der Erstbesprechung zum Thema "Grauer Star" bei meinem jetzigen Augenarzt als Privatpatient aufgelaufen, weil ich unbedingt schnellstmöglich eine zweite Meinung haben wollte).

Ich wünsche Dir, dass Du an jemanden gerätst, der kompetent ist und Dir vom Typ liegt, so dass Du ihm vertrauen kannst. Und dass Du die für Dich richtige Entscheidung triffst.

Alles Gute.

Jori

P.S. Wenn Du in der Nähe von Hamburg wohnst, kann ich Dir meinen Augenarzt nur wärmstens empfehlen.

S>abDix25


Naja, ich habe eine AÄ, der ich eigentlich schon vertraue, aber sie hat keinen Laser und meinte auch, dass sie mir zum Thema Laser nichts sagen wird, weil sie kein Fachmann ist.

Deswegen schickte sie mich zu einer anderen Frau, die Lasereingriffe durchführt und von deren Einschätzungen sie wohl sehr viel hält und wohl auch so gut wie immer richtig wären. Diese meinte, ich solle die Stelle noch so 3 Wochen beobachten. Aber dort fühlte ich mich nicht wirklich wohl. Es war eher eine Massenabfertigung und sie schaut nur ganz kurz in mein Auge und meinte, kann man erstmal beobachten oder kann man auch lasern. Auf Nachfragen reagierte sie genervt und rückte auch nur ein paar Infos raus. Das gefiel mir überhaupt nicht. Denn ich habe ja nur zwei Augen und als Laie will ich schon wissen, welche Risiken es gibt, wie man meine Situation einschätzt und was ihr Rat wäre usw.. Aber Fehlanzeige.

Nun möchte ich eben schon in eine Uniklinik gehen, bisher bin ich aber im Internet nicht wirklich weiter gekommen, in welche ich gehen soll. Ganz ehrlich, mir wäre es egal, wo der Arzt sich befindet, das Auge wäre es mir wert, dorthin zu fahren.

Hat dir ein AA denn trotz deiner damals hohen Werte (dünnere Netzhaut usw.) trotzdem zum Lasern geraten? Das ist das, was mir ein bisschen Bedenken macht.

Hey, dass sich deine Werte so dermaßen verbessert haben ist ja super! Herzlichen Glückwunsch, das muss ja unglaublich sein.

LG

Jforxi


Also, wenn mich mein Arzt dermaßen abgefertigt hätte, wäre ich auch verunsichert und wahrscheinlich nicht wieder hingegangen. Mein Arzt hat mir alles sehr ausführlich und geduldig erklärt. Er war gar nicht genervt, eher etwas belustigt, weil es wohl nicht so oft vorkommt, dass jemand so viel wissen will.

Er hat mich überzeugt, dass die Laserbehandlung gerade für jemanden, der so stark kurzsichtig ist, wichtig und richtig ist. Denn es ist die einzige Möglichkeit, die Netzhautablösung auf eine vergleichsweise einfache Weise zu verhindern. Sonst bleibt ja nur, abzuwarten, bis die Netzhaut sich eventl. sich wirklich ablöst und dann hoffen, dass die komplizierte OP erfolgreich ist. Mich wird dieses Thema mein Leben lang begleiten und glücklicherweise kann das Lasern so oft, wie nötig, gemacht werden.

Ich wünsche Dir, dass Du den richtigen Arzt findest.

LG

Jori

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