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Brillengläser zu dick?

L!uf<tuschixff-Fan


Mein obiger Beitrag soll natürlich kein Plädoyer dafür sein, dass künftig alle, egal wie fehlsichtig sie sind, mit Index 1,5 herumlaufen sollen! Selbstverständlich habe die schönen dünnen Gläser ihre Berechtigung und ein augenscheinlich starkes, aber sich harmonisch in die Fassung einfügendes dünnes Glas ist auch für mich ein eindrucksvoller Anblick!

S!aschxa_kno3ws6_beist


@ LeniKrueger

Dein Statement hatte ich übersehen.

Okay, wenn Deine Meinung dazu so ist. Allerdings würde ich die Sache nicht so krass sehen. Die Kompetenz von der Stärke der Fehlsichtigkeit des Optikers abhängig zu machen, halte ich für sehr oberflächlich gedacht. Wenn man danach ginge, wäre ein kurzsichtiger Augenoptikermeister weniger für die Beratung eines weitsichtigen Kunden geeignet, als ein einer, der selbst hyperop ist. Das ist definitiv nicht der Fall. Die perfekte Beratung im Verkaufsgespräch basiert auf Fachwissen - dieses sollte bei sorgfältig ausgebildeten Augenoptikern gleich sein, egal ob der Kollege kurz-, weit- oder rechtsichtig ist. Sicher kann man eigene Erfahrungen gut mit in die Beratung einfließen lassen, aber Verkaufspsychologie ist eben nicht alles. Für mich zumindest gilt das so. Das Interesse des Kunden steht für mich im Vordergrund. Ich würde niemanden für seine Werte von beispielsweise -1,50 dpt höherbrechendes Material empfehlen, obwohl das den Umsatz steigern würde. Natürlich handle ich wie jeder Arbeitnehmer aber auch im Sinne meines Arbeitgebers. Wenn also ein Kunde anstatt einer Fassung der Hausmarke lieber eine fast identische eines Marken-Herstellers möchte, bei dem man zum Teil fürs Label mitbezahlt, verkaufe ich ihm diese selbstverständlich gerne. Grundsätzlich zeige ich aber Alternativen auf. Sofern davon auszugehen ist, daß diese für den jeweiligen Kunden in Frage kommen könnten. Was ich eigentlich sagen wollte, war aber, daß ich es bedenklich finde, die Kompetenz an der Fehlsichtigkeit des Augenoptikers festzumachen. Wie würdest Du das bei einem Termin zur Kontaktlinsen-Anpassung machen? Dem Anpasser Fachwissen absprechen, weil dieser selbst eine Brille und offensichtlich keine Kontaktlinsen trägt? Oder wenn er keine Brille trägt fragen, ob der jenige selber Kontaktlinsen verwendet? Was wenn der Anpasser emmetrop ist? Hat er deswegen weniger Ahnung von seinem Beruf?

@ Luftschiff-Fan,

auf Deine Beiträge möchte ich später noch eingehen, da ich nun zur Arbeit muß und mir die Zeit gerade knapp wird.

L6ufts2chfiff-]Faxn


Was mich noch brennend interessieren würde: Outest du dich Kunden gegebenüber, wenn sich im Beratungsgespräch das Thema ergibt?

L$eninKru|eger


@ Sascha_knows_best

Da geht es ja weniger um rational Gedankengänge, denn mehr um so eine Art "Gefühl", dass eine Person die stärker kurzsichtig ist, kompetenter ist. Auch wenn natürlich jeder, egal wie gut oder schlecht er sieht in der Augenoptikerausbildung dasselbe lernt. Einfach mehr so ein, oh, cool, der ist ähnlich kurzsichtig wie ich, der weiß wie das ist. Heißt natürlich nicht, dass ich zum Optiker gehe und dann darauf bestehe von jemandem bedient zu werden, der mindestens -5 Dioptrien hat oder sowas. Nur wenn dann tatsächlich ein solcher kommt, dann wäre er mir, zumindest auf den ersten Blick, sympathischer. Wenn er mir dann natürlich nur Mist erzählt, würde ich seine Kompetenz genauso infrage stellen, wie wenn ein anderssichtiger das tun würde.

Angenommen es kommt ein Kunde mit ~-12 Dioptrien zu dir. Würdest du dem dann dringlichst zu den hochbrechendsten Gläsern raten, selbst wenn dieser sich vehement dagegen ausspricht?

Svasch4a_knWows_xbest


@ Luftschiff-Fan

Du bist gut geschult, alle Achtung! Ich hatte ja schon ein schlechtes Gewissen, dich als Neuling bei med1 gleich mit kritischen Fragen zu behelligen, aber du meisterst das ja locker

Vielen Dank - das Kompliment gebe ich zurück, denn Du scheinst eine sehr gut informierte Kundin zu sein. Kritischen Fragen stelle ich mich gern.

Wie in meinem vorherigen Post geschrieben, hat für mich der Wunsch des Kunden Priorität. Seine Brille muß so werden, daß sie IHM gefällt. Je nach Typ Mensch sind die Anforderungen sehr unterschiedlich. Da spielt sowohl das Selbstbewusstsein als auch der persönliche Geschmack des zukünftigen Trägers der Brille eine Rolle. Wenn jemand sehr filigrane Brillen (solche für die die Marke Silhouette bekannt ist) mit entsprechend schlanken Gläsern mag und der oder die jenige sich damit wohlfühlt, verkaufe ich ihm/ihr diese Brille natürlich gerne. Ob das meinem persönlichen Geschmack entspricht, ist nicht Gegenstand des Verkaufsgesprächs. Ich bin dafür zuständig, bei der Auswahl einer dem Typ entsprechenden Fassung fachgerecht zu beraten und auf der technischen Seite das den Bedürfnissen entsprechend optimale Brillenglas zu verkaufen bzw. zu verarbeiten.

wenn die Gegebenheiten mal so sind, dass ein perfektes Endergebnis nicht möglich ist? Richtig, improvisieren und es so zurechtfummeln, dass hinterher alle meinen, es sollte genau so sein!

"Improvisieren" wäre hier schlecht, denn Ziel ist das für den Kunden perfekte Ergebnis.

Es ist halt eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob man eine Brille mit dickeren Gläsern unattraktiv findet oder ob man so ein individuelles Stück tragen mag. Das eigene Selbstbild und Selbstbewusstsein beeinflussen das sicherlich sehr. Aber was du geschrieben hast, stimmt. Die Herausforderung ist, ein gutes Resultat zu erhalten.

Was mich noch brennend interessieren würde: Outest du dich Kunden gegenüber, wenn sich im Verkaufsgespräch das Thema ergibt?

In der Situation, während des Verkaufsgesprächs von einem Kunden direkt nach meiner Fehlsichtigkeit gefragt zu werden, war ich noch nicht, muß ich zugeben. Das mag daran liegen, daß das Verkaufsgespräch hauptsächlich von mir als Optiker "gelenkt" wird. Oder auch daran, daß die meisten Menschen wenig Interesse haben an Dioptrien, Brechungsindex und allem was dazu gehört. Die emmetropen Kollegen könnten ja ebenso in Erklärungsnot geraten, wenn eine Frage nach deren Refraktionsfehlern gefragt würde. Ich wüsste jetzt aber niemanden, der sich dahingehend schon mal erklären mußte. Es ist mir aber schon passiert, daß ich Leuten, die mich nur mit der Brille, die ich im Geschäft trage, außerhalb der Arbeitszeit mit einer Brille in meiner eigentlichen Stärke begegnete.

@ LeniKrueger

Angenommen es kommt ein Kunde mit ~-12 Dioptrien zu dir. Würdest du dem dann dringlichst zu den hochbrechendsten Gläsern raten, selbst wenn dieser sich vehement dagegen ausspricht?

Nein, so würde das nicht passieren. Wie oben geschrieben hat der Wunsch des Kunden für mich Priorität. Verschiedene Optionen aufzuzeigen ist natürlich Bestandteil der Beratung, aber letztendlich entscheidet der Kunde. Sofern für die erforderlichen Glasstärken und Anforderungen das gewünschte Material lieferbar und die Kombination der gewählten Fassung mit dem favorisierten Brillenglas technisch machbar ist, verkaufe ich das dem Kunden sehr gerne. Sollte das durch irgendwelche Gegebenheiten einmal nicht möglich sein, ist die Aufgabe, trotzdem eine akzeptable Lösung zu finden.

AjntiBgoQnxe


Hi Sascha

Oder auch daran, daß die meisten Menschen wenig Interesse haben an Dioptrien, Brechungsindex und allem was dazu gehört.

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn viele Brillenträger nicht mal ihre Stärke wissen (wenn sie denn überhaupt wisen, ob kurz- oder weitsichtig).

Ansonsten verfolge ich eure derzeitige Diskussion gespannt, kann da aber mit meinen geringen Werten nicht mitreden.

SRascha_2knows_b<exst


Hi Antigone,

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn viele Brillenträger nicht mal ihre Stärke wissen (wenn sie denn überhaupt wisen, ob kurz- oder weitsichtig).

Ja, das erlebe ich auch immer wieder. Auch bei Erstverordnungen besteht oftmals wenig Interesse an Erklärung der entsprechenden Werte.

kann da aber mit meinen geringen Werten nicht mitreden.

Warum nicht? Oder habe ich einen Hinweis mit dem Text "nur für Leute mit mehr als X,XX Dioptrien übersehen? ;-)

LaenGiKruxeger


Nein, so würde das nicht passieren. Wie oben geschrieben hat der Wunsch des Kunden für mich Priorität. Verschiedene Optionen aufzuzeigen ist natürlich Bestandteil der Beratung, aber letztendlich entscheidet der Kunde. Sofern für die erforderlichen Glasstärken und Anforderungen das gewünschte Material lieferbar und die Kombination der gewählten Fassung mit dem favorisierten Brillenglas technisch machbar ist, verkaufe ich das dem Kunden sehr gerne. Sollte das durch irgendwelche Gegebenheiten einmal nicht möglich sein, ist die Aufgabe, trotzdem eine akzeptable Lösung zu finden.

Das klingt zumindest besser, als das, was ich von manch einem niedrigbestärkten Kollegen von dir schon erlebt habe. Bei manchen hatte ich schon den Eindruck, sie würden mich am liebsten gleich einweisen lassen, nur weil ich gesagt habe, "Ist mir doch scheißegal, dass die Gläser dick sind. Ich seh mich doch selbst eh nicht."

Ich bin immer wieder erstaunt, wenn viele Brillenträger nicht mal ihre Stärke wissen (wenn sie denn überhaupt wisen, ob kurz- oder weitsichtig).

Ich auch. Ich habe einen Freund, der behauptet, immer und immer wieder er sei kurzsichtig, obwohl ich ihm jedesmal wieder sage, dass das nicht stimmt. Wohl lernresistent.

Oder lustig sind auch die, die jammern "Oh, ich bin so kurzsichtig. -2 Dioptrien, quasi blind! Was, wieviel hast du? -12? Das gibt's? Da gibt's doch aber keine Gläser mehr für, oder? Musst du da nicht Kontaktlinsen und Brille übereinander tragen? Du musst ja blind sein! Hast du einen Behindertenausweis? Darfst du damit überhaupt noch Auto fahren? usw. usf."

A6ntigojne


Hi Sascha,

Warum nicht? Oder habe ich einen Hinweis mit dem Text "nur für Leute mit mehr als X,XX Dioptrien übersehen?

Nein, aber das höchste was ich mal hatte waren -3,5 und -3,75 dpt und das ist schon laaaange her.

Wie es mit -5 und mehr Dioptrien ist, kann ich nicht nachvollziehen und welche Abbildungsfehler/Verzerrungen es bei einem Brechungsindex von höher als 1,6 gibt, weiß ich auch nicht aus Erfahrung.

LYuftschFiff-Faxn


@ Sascha_knows_best

Ich muss sagen, im Nachhinein staune ich über mich selbst! Natürlich war mir in den vielen Jahren als Stammkundin bei dem Filialisten zumindest unterschwellig bewusst, dass vermutlich nicht alle Mitarbeiter tatsächlich fehlsichtig waren. Aber warum nicht eine schöne Brille tragen, auch wenn man sie nicht braucht, einfach als Reklameträger und weil man Freude hat an den Produkten, die man verkauft - dabei hätte ich nie etwas gefunden! Wenn mir aber klar gewesen wäre, dass die Mitarbeiterin, die mich bedient, vielleicht genauso fehlsichtig ist wie ich, sich aber quasi entsolidarisiert, indem sie nur eine schwache Brille trägt, dann hätte das für mich bedeutet: Die Optikerin, die mich bedient, ist selbst der Meinung, dass eine Brille in meiner Stärke, also die Brille, die sie mir verkauft, nur hässlich ausfallen kann! Das wäre für mich ein ähnlicher Fauxpas wie der deines Kollegen, der sich offenbar außerstande sah, mich hinsichtlich Fassungen zu beraten und schließlich fragte: "Haben Sie schon mal über Kontaktlinsen nachgedacht?"

Interessanterweise scheint eure Botschaft "Unsere Kompetenz bezieht sich auf die einfachen Fälle" bei mir angekommen zu sein, denn als vor einigen Jahren die Entscheidung für Gleitsicht anstand, habe ich mich zwar auch einmal in die Warteschlange eingereiht, um mich in dieser Richtung beraten zu lassen, gekauft habe ich aber am Ende beim "richtigen" Optiker. Was nicht heißen soll, dass ich "meinem" Filialisten komplett untreu geworden wäre, er punktet nach wie vor damit, dass die Mitarbeiter sich perfekt auf den Kunden einstellen, sofort checken, ob er billig oder teuer will und dann auch keine Versuche unternehmen, ihn zu etwas Anderem zu überreden, oder auch, wenn ich eine Bifo mit der von mir selbst festgelegten Einschleifhöhe will, kein Problem! (Ist allerdings bei "meinen" Einzeloptikern auch der Fall, sonst wäre ich nicht Kundin bei ihnen).

Mich würde es noch interessieren, wie andere Kunden damit klar kommen, dass sie beim Filialisten jedes Mal einem anderen Mitarbeiter gegenübersitzen (oder -stehen, so voll, wie es dort oft ist). Ich bin schon öfter sehr gut bedient worden, von Mitarbeitern, die ich schon wenige Monate später dort leider nicht mehr angetroffen habe. Die Mitarbeiter, von denen ich aus Erfahrung weiß, dass ich mit ihnen nicht klar komme, sind dagegen der Filiale Jahre und Jahrzehnte lang treu. Ich habe für mich die Lösung gefunden, dass ich vorher anrufe und vereinbare, dass mich die Filialleiterin bedient, denn die ist wirklich gut und kennt meine Wünsche und Vorlieben.

Ach ja, und noch eine Frage: Ich war auch schon mal in meiner Filiale, um mich nach bestimmten Gläsern zu erkundigen. Ist das auch Teil des Theaters, das ihr uns vorspielt, dass die Mitarbeiterin dann ganz selbstverständlich sagt: "Diese Gläser trage ich auch!" ?

Und noch eine Frage (auch wenn mir schon klar ist, welche Antwort ich zu erwarten habe): Glaubst du selber die Geschichte, die ihr uns im Zusammenhang mit den Sofi-Brillen aufgetischt habt?

L4ufytschifYf-Fxan


Ich bin immer wieder erstaunt, wenn viele Brillenträger nicht mal ihre Stärke wissen (wenn sie denn überhaupt wisen, ob kurz- oder weitsichtig).

Besonders originell finde ich auch die Fragesteller in den Foren, die von ihrer Weitsichtbrille reden - ich bin dann jedes Mal unsicher: Ist Weitsichtbrille hier das Synonym für "Fernbrille" (die ja prinzipiell Plus- oder Minusgläser haben kann)? Oder will der Fragesteller damit sagen, dass er kurzsichtig ist und die Brille folglich braucht, um in der Ferne scharf zu sehen, also zum "Weitsehen"? Oder nennt er sie Weitsichtbrille, weil er hyperop ist und sie folglich wegen seiner "Weitsichtigkeit" tragen muss?

Cga7lifornxia94


Luftschiff-Fan

Genau ;-D

Sowas kommt meistens von denen, die höchstens 0,75 Dioptrien haben und gerne behaupten daß sie ohne Brille sooooo schlecht sehen ]:D :-X

SJascha_kJnows_bexst


Auf das Feedback zu meinen Beiträgen würde gerne sofort eingehen, aber weil das Wetter gerade mitspielt, nutze ich den Feiertag und springe ich gleich mal auf's Motorrad 8-) ich werde dann später antworten. Eines hätte ich aber kurz noch:

Und noch eine Frage (auch wenn mir schon klar ist, welche Antwort ich zu erwarten habe): Glaubst du selber die Geschichte, die ihr uns im Zusammenhang mit den Sofi-Brillen aufgetischt habt?

Luftschiff-Fan

Das halte ich für eine Fangfrage, die darauf zielt, ob das Unternehmen, welches du in der Frage ansprichst zugleich auch der Arbeitgeber ist, der seine Mitarbeiter gerne als Brillenmodels im Laden sieht ;-D . Dazu äußere ich mich an dieser Stelle mal nicht :-X ]:D

LDuftsechiffx-Fan


aber weil das Wetter gerade mitspielt, nutze ich den Feiertag und springe ich gleich mal auf's Motorrad 8-)

Das ist doch das Vernünftigste, was du tun kannst - viel Spaß!!!

... und zu den Sofi-Brillen: Immerhin wusstest du, wovon ich rede! :)^ Bei welchem du arbeitest, ist im Grunde egal und geht niemanden etwas an.

C8alifortniax94


Dazu äußere ich mich an dieser Stelle mal nicht   :-X ]:D

Schade, aber wir denken uns unseren Teil dazu ;-D

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