Nutzt ihr euren Behindertenausweis?

Beim Lesen des Themas mit der Rstkolektomie kam mir eine Frage in den Sinn. Ich habe schon seit Jahren einen Behindertenausweis mit 100% MdB. Früher hatte es Vorteile, weil ich da noch eine (...)   >>>

RAoll&ingwLatchxer  am 25.09.07  16:20

16.09.08  09:50

Ich habe Typ1 Diabetes seit über 2 Jahren und spritze 8mal täglich Insulin. Es wäre möglich einen solchen Ausweis zu beantragen und ich hätte gute Chancen auf 50%, wie meine Ärztin mir bestätigte.

Ich würde den aber nie beantragen, da ich dann ja für ganz viele Firmen ein ganz unattraktiver Arbeitnehmer wäre.

- Mehrurlaub

- nahezu unkündbar

Wer will das schon. Und was die Behindertenquote angeht. Die Strafe, die ein Unternehmen da zahlen muss, die soll wohl geringer sein, als die Mehrkosten, die durch Urlaub etc. anfallen...

b`erlingscaxt27

16.09.08  14:36

Hallo,

ich habe grad mal die ganzenen Beiträge gelesen, außer deinem berlinscat27, ist es ja schon ziemlich lange her, aber naja.

Ich selber habe 60% und ein G, für mich war es schon von vorteil, da ich eh keinen "Normalen" Arbeitsplatz mehr bekäme.

Ich weiß zwar nicht wie viel ein Betrieb zahlen muss, aber es soll wohl hoch sein, was ich so gehört habe. Trotzem wollen aber viele Betriebe keine Menschen mit Behinderungen und zahlen lieber.

Ich habe ganz lange mich geweigert einen Außweis zu beantragen, wegen den ganzen ablehnungen der Betriebe, obwohl sämtliche Beörden meinten es wäre besser, staatliche Zuschüsse, Behindertengerechter Arbeitsplatz usw. aber ich wollte nicht, ich wollte arbeiten.

Leider mußte es letztes Jahr sein, klar habe ich jetzt vergünstigungen

-Kostenlos Bus und Bahn fahren

- Vergünstigungen im Schwimmbad, Kino

usw.

Aber wer mich frag, wenn ich wieder ohne Schmerzen und Beinträchtigungen leben könnte, würde ich den Ausweiß sofort wieder abgeben, denn einen Job findet man besser ohne Ausweiß!

Ach so leute sie so damit umgehen, wie es in den vorherigen Berichten beschrieben ist , bah denen sollte man.......

So passiert es doch das es für Menschen mit Behinderungen immer schwieriger ist, die für sie notwendigen Dinge zu beantragen.

Genug gemeckert

Wie ist es den so arbeitsmäßig mit Diabetes Typ1 für dich? Kommt dein Arbeitgeber damit klar, da ja 8mal Spritzen schon viel ist?

:-)

LG

s^unnRy806

16.09.08  14:40

Mein Arbeitgeber weiß noch gar nix davon... hehe

Ich werd mich da erstmal beweisen (fange grad frisch an da) und dann, wenn ich die ersten 100 unbezahlten Überstunden hab, dann erzähl ich denen das irgendwie. Hab ich beim letzten Mal auch so gemacht.

Diabetes hindert nicht am Arbeiten. Ich muss ja nur die Funktion der Bauchspeicheldrüse ersetzen durch die Spritze. Wenn ich was esse --> Spritze. So einfach ist das. Aber Spritze gibts eben auch bei Fruchtsaft, Keks, Eis, Kaffee mit Milch usw. Und so landet man schnell bei 8 Spritzen am Tag.

b)erlins'caxt27

17.09.08  15:58

Hallo,

ach so ist das, dann würd ich auch noch nicht's sagen! :=o

Also von dem was ich darüber weiß nicht, aber ich kenne es nur von der Theorie.

Man kann sich ja auch nicht alles verbieten? DAs tu ich auch nicht, wenn es mir mal etwas besser geeht mach ich auch schnell mehr als ich darf und auch wenn man sich nicht groß bewegen kann, kann man nicht auf alles verzichten.

*:)

LG

s2unny8N06

17.09.08  17:27

Naja weißt Du. Als (Typ1) Diabeteker bist Du an sich ja nicht krank. Du musst halt nur sehr konsequent beim Blutzuckermessen und beim Spritzen sein. Ohne Insulin hat man nicht lange zu leben. Aber es gibt ja Insulin. Wer so tut, als wäre er schwer krank, weil er Diabetes hat, der beschäftigt sich einfach nicht genug mit diesem Anhängsel.

b1erlhins2cat2x7

17.09.08  18:38

Hallo

@ berlinscat27

Weise Worte, aber ich merke du hast dich auch damit sehr auseinander gesetzt.

Ich sag ja, ich kenne Diabetes nur von der Theorie her, aber egal welche Krankheit, beschäftigen und lernen damit umzugehen muss jeder, oder sollte jeder. Ist so mein denken, es nützt nichts eine Krankheit zu haben und sich nicht damit auseinander setzen.

:-)

LG

syunnyg806

17.09.08  19:20

Weisst Du, viele verlassen sich dabei einfach auf die Ärzte. Aber bei Diabetes (Typ1) musst Du Deinen Körper und seine Reaktionen ständig überwachen und gegebenfalls gegensteuern. Da kann Dir der Arzt nicht helfen. Er kann Dir Tips geben und eben die Rezepte, aber das wars auch schon.

Wenn ich vom Arzt komme und der bescheinigt mir super Werte und ich setz mich dann aufs Rennrad und strampel los wie wild vor Freude und vergesse nebenbei ordentlich Zucker zu essen (sportliche Anstrengung führt zu sehr starkem Blutzuckerabsturz bei Insulinpflichtigen Diabetekern), dann lieg ich nach 20km im Straßengraben und hab ne fette Unterzuckerung und brauch nen Notarzt. Wenn ich mich aber informiere und eben nebenbei was zuckerhaltiges esse, dann kann ich meinen Blutzucker trotz der Anstrengung auf Normalniveau halten und Sport machen wie ein Gesunder Mensch.

Ich kann mich aber auch vor den Fernseher setzen, darüber meckern, dass Insulinspritze und Sport nicht zusammen passen, mir ein Bier aufmachen und Schokolade und Chips reinziehen und mich wundern, warum meine Werte immer schlechter werden und sie mir mit 55 den Fuß amputieren...

bre<rlinTscat27

17.09.08  21:22

Servus berlinscat,

Dein letzter Satz hat mir besonders gefallen:

mir ein Bier aufmachen und Schokolade und Chips reinziehen und mich wundern, warum meine Werte immer schlechter werden und sie mir mit 55 den Fuß amputieren

Unser Nachbar (heute 51 Jahre) ist seit seinem 13. Lebensjahr insulinpflichtiger Diabetiker Typ 1. Er lebt leider genauso wie oben beschrieben, nur NOCH VIEL extremer, er ist nämlich auch Alkoholiker. Außerdem bewegt er sich - falls er sich überhaupt bewegt - nur per Auto, um sturzbesoffen oder mit dringend behandlungswürdigem Hypo hilflos im Straßengraben zu landen. Festzustellen, ob er nun einfach nur sturzbesoffen ist oder einen seiner Hypos hat, ist nur per Geruchsprobe festzustellen. Seine erste Beinamputation ist demnächst fällig. Sein rechtes Bein ist nur noch ein graublauer Klumpen, den er vorerst aber standhaft ignoriert, obwohl es ihm ziemlich weh tun muss. Immense Augenprobleme hat er ebenfalls, gedenkt aber nicht, irgendwas an seiner fragwürdigen Lebensweise zu verändern.

Zum Glück kenne ich auch andere Typ-1-Diabetiker, die sehr konsequent leben, Sport treiben und auch mit Mitte 50 noch genauso fit wie gesunde Leute sind. Auch sie sagen, nicht wirklich behindert zu sein. Recht haben sie, denn sie sind es bei ihrer angepassten Lebenweise tatsächlich nicht wirklich. Zum Glück gibt es heute die passende Insulintherapie.

Sorry für meinen Roman, aber unser problematisches Sorgenkind nebenan beschäftigt uns seit einiger Zeit wieder sehr. Es ist ja wunderbar, dass er für den Fall einer behandlungswürdigen Unterzuckerung (d.h. er liegt irgendwo bewusstlos oder irre Lieder singend, aber nicht ansprechbar) irgendwo in der Pampas und unser Einsatz gefragt, ein Notfallbesteck bei sich trägt. Zum Glück sind wir informiert. Spritze verpasst, Notarzt angerufen, Hubschrauber kommt, Problemkandiatat wird für zwei Tage oder so zur Beobachtung im Spital inhaftiert. Danach geht es vom Neuem los ... wöchentlich passiert das ca. einmal. Kein Wunder bei dieser fragwürdigen Lebensweise.

Grüßle aus der Tiroler Pampas

Angie

Mdonstxi

18.09.08  09:46

Solche Leute wie Euer Nachbar dürften gar nicht mehr behandelt werden. Für die wird das Geld zum Fenster raus geworfen.

bmerlPins6catf27

18.09.08  13:46

hallo,

das finde ich aller dings auch!

Ich verstehe manchmal solche Leute nicht, (die die nicht nach ihrer Krankheit Leben). Ich finde egal welche Krankheit der Mensch hat, er sollte sich damit auseinander setzen und auch danach Leben und wer es nicht tut, da sollte eingegriffen werden. Gerade Thema Alkohol, gut ist mitlerweile eine anerkante Krankheit, aber ich hab's bei meinem Onkel gesehen, die Menschen machen sich kaputt und dann auch noch Diabetes.

Wie gesagt ich kenne Diabetes nur von der Theorie her, aber alkohol und Krankheit passen nicht zusammen!

Ich seh das allein schon bei mir, ich muss regelmäßig Medikamente nehmen und da passt halt kein Alkohol mehr dazwischen. Klar ich leb jetzt nicht nur fromm, es ist angemessen und nur an Tagen an denen es mir gut geht und ich es mir erlauben kann, halt weniger Medikamente nehmen muss. Ich denke (ich weiß es aber nicht) das es auch mal drin ist als Diabetiker, aber nur in maßer und nicht in massen, oder?

LG

s.unnyK806

18.09.08  13:58

Als Diabeteker, der gut klar kommt und gute Werte hat (wie ein gesunder eben) der kann genauso saufen, wie jeder andere auch.

Also ne Flasche Rotwein zieh ich mir gern mal rein... Aber ich kann mir keinen Vollrausch leisten, weil ich immer in der Lage sein muss meinen Blutzucker zu messen und gegebenenfalls gegen zu steuern. Außerdem trinke ich vor allem Zeugs ohne viel Zucker. Also Rotwein oder Wiskey mit Cola light oder so. Da ist es einfach, die normalen Werte zu halten.

Schwierig ist es bei Cocktails, weil der Zuckergehalt schwer abzuschätzen ist. Da muss man eben einmal öfter messen dann.

Verzichten tue ich in meinem Leben auf Fruchtsaft und andere zuckerhaltige Getränke, denn ich hab keinen Bock dafür zu spritzen.

Und so wie andere, nebenbei mal nen Keks oder ne Milch oder so, das ist eben ohne SPritze nicht drin. Deswegen lass ich das meist auch, weil ich zu faul zum Spritzen bin... :-D

bzerl.insc{at2x7

18.09.08  14:01

Was in der Hinsicht blöd ist ist, dass die Ärzte nichts unternehmen dürfen. Eigentlich müsste im Falle des Nachbars die Ärztin/der Arzt die Versicherung benachrichtigen, dass der Patient sich nen Sch... um seine Therapie schert und dann müssten dem Leistungen entzogen werden dürfen durch die Versicherung. Das wäre den vielen Millionen gesunden Beitragszahlern, die für eine Leistung zahlen, die andere (wie ich) beanspruchen nur fair gegenüber.

blerljinscxat27

19.09.08  11:59

ja da hast du recht fair wäre es, aber nicht umsetzbar.

Im entdefekt müßte man so einen entmündigen, um ihm zu helfen, aber kein Gericht der Welt würde dies tun, zumindest wenn er zwischen zeitlich so nüchtern ist, sein Leben zu meistern.

Das finde ich vollkommen in Ordnung, wie Du das siehst, Alkohol und Diabetes. Man kann sich auch nicht alles verbieten, das ist ja das was ich in mein Text meinte. Wenn ich es mir leisten kann, kann ich auch mal was trinken, leider kommt das bei mir nicht so oft vor, so ca. alle 2 - 3 Monate. Diabetes und mein Rückenleiden sind eben auch zwei verschiedene paar Schuhe. Bei Diabetes musst du im entdefekt auf deinen Körper/Zucker hören, und bei mir muss ich auf meine Schmerzen und meinen allgemein Zustand hören, sonnst klappt das alles nicht. Aber naja ich bin kein Mensch der trauert, das geht eben seid ca. eineinhalb Jahren nicht mehr, neue Situationen erfordern neue Wege, auch wenn's schwer ist aber anders geht's nicht.

Seit wann hast du Diabetes? Von Kind an oder später? Heute kann man ja nicht mehr aus Typ 1 und 2 lesen seit wann der Mensch die "Krankheit" hat. ("Krankheit" habe ich so geschrieben, da du ja ganz klar sagst, wenn man sich an alles hält ist man nicht so krank)

LG *:)

s5un.nby80x6

19.09.08  13:39

Ich habs erst seit etwas über 2 Jahren.

b)erblinscxat27

19.09.08  14:18

Dafür kennst du dich schon gut aus. Wenn ich bedenke wie lange ich gebraucht habe, bis das ich mich mit meiner Krankheit auseinander gesetzt habe, das hat mindesens 4/5 Jahre gedauert. Gut ich muss ja auch nicht Spritzen oder mich wirklich an feste Regeln/Zeiten halten.

Heute nach all den Jahren, würde ich sagen bei mir hatte das auch mit Scharm zu tun. Natürlch habe ich mich damit auseinander setzen müssen, was darf ich was darf ich nicht, aber da hörte es dann auch auf. Im gegensatz zu früher muss ich mich jetzt schon an feste Zeiten halten, Medikamente mäßig allein schon.

s!unny8x06

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