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29.09.07 14:15
Hallo!! Ich habe meine Ausbildung als Erzieherin jetzt begonnen und habe die Aufgabe anhand von beispielen und argumenten zu argumentieren ob BEHINDERUNG EINE KRANKHEIT IST! Nun wollte ich wissen wie ihr dazu steht?
29.09.07 19:30
Schau mal unter
www.allmystery.de/themen/mg39688-2
Ich bin der Meinung, dass eine Behinderung keine Krankheit ist. Unter Krankheit verstehe ich z. Bsp. eine Infektion, Fieber, Husten, Schnupfen usw.
29.09.07 21:09
Wer akut oder chronisch krank ist, ist zeitweilig oder auch für immer behindert. Aber eine Behinderung (als Dauerzustand) ist m.E. keine Krankheit, sondern das, was der Begriff schon aussagt: eine Behinderung, eine Einschränkung.
Beispiel: Wem an einer Hand 3 Finger fehlen (vorausgesetzt: gut verheilt), ist behindert, aber ganz sicher nicht krank. Krankheit ist eher etwas, was man therapeutisch beeinflussen kann, mittels Medikamenten, OP, Physio- bzw. Psychotherapie u.ä. Eine Behinderung lässt sich so nicht beeinflussen, sie ist einfach da.
Interessanter Ansatz ...
Liebe Grüße
Angie (behindert, aber nicht krank
)
29.09.07 21:26
mir hat bei meiner reha mal ein arzt gesagt, zitat: "du bist behindert, nicht krank, eine krankheit wäre heilbar..."
ich persönlich war nach dieser aussage (6 wo nach meinem unfall) ziemlich geschockt, aber ich glaube den punkt triffts...
lg

30.09.07 12:41
du bist behindert, nicht krank, eine krankheit wäre heilbar
Es gibt genug Krankheiten, die nicht heilbar sind weil die Forschung noch nicht soweit ist.
Eine Behinderung ist keine Krankheit, aber durch Krankheit kann man behindert werden.
30.09.07 14:54
wie gesagt, das waren nicht meine worte, sondern die eines arztes... hab mir (später) auch das gleiche gedacht wie du, aber die aussage war so von dem arzt...
lg

30.09.07 15:39
Ich glaube die Grenzen dabei sind fließend.
Wenn einem ne Hand fehlt, lässt sich im Moment nur schwer eine nachwachsen lassen.
Querschnittslähmung und einige Formen von Blindheit wird man vermutlich durchaus in den nächsten Jahrzehnten heilen können bzw. wenn auch nicht 100% durch Selbstheilung dann doch durch Überbrückung die zu einem (beinahe) gleichwertigen Ergebnis führt.
30.09.07 20:53
Hallo Nexiana,
da sehe ich es genauso. Mein Bruder Bernhard ist geistig behindert, aber davon abgesehen, dass er auch schwerer Epileptiker ist, ist er beneidenswert gesund. Kurz: Er ist geistig behindert und außerhalb seiner Anfälle eindeutig nicht krank.
Mein Mann leitet seit vielen Jahren ein Wohnhaus für schwer mental und mehrfach behinderte Erwachsene. Krank ist dort keiner, außer es holt sich jemand einen Schnupfen oder einen Magen-Darm-Infekt. Diese Menschen haben ihre intellektuellen Grenzen, die halt ungefähr beim 2-5jährigen liegen. Diese Menschen sind nicht krank, aber ganz eindeutig behindert. Diese Menschen haben tagtäglich ihre Herausforderungen, ihre Freuden, ihren Ärger, Frust, Überraschungen oder was auch immer - wie jeder andere Mensch auch - nur halt auf sehr reduziertem Niveau.
Liebe Grüße
Angie
01.10.07 20:28
Du könntest es dir auch einfahc machen und sagen eine Krankheit ist all das was im ICD Verzeichnis steht....
02.10.07 18:03
ich selbst habe eine behinderte Schwester(30) und finde auch nicht, dass sie krank ist.. wenn sie nun den Schnupfen hat empfinde ich das als Krankheit .. danke für die Hilfe
02.10.07 18:59
Hallo,
ich habe einen Sohn der Behindert ist und auch eine schwere Epilepsie hat. Für mich ist er krank wenn er ne Erkältung oder so was hat. Auch ein reiner Epileptiker der täglich Medikamente nehmen muß ist solange nicht krank so lange er keinen Anfall hat wurde mir mal gesagt.
Liebe Grüße
Marina
04.10.07 02:46
...wenn mich jemand als Kranker bezeichnet. Ich sehe es bei mir so: Behinderung ist ein Zustand meines eingeschränkten Bewegungsapparats. Sollte bei mir mal der Phantomschmerz anklopfen, ok in diesem Zustand weis ich nicht so recht wie man das dann nennen könnte... Blöder Zustand ? 
LG
04.10.07 21:04
mit mitleidigem Blick auf meinen Rollstuhl schon oft gesagt: "Also gute Besserung". Meine Standardantwort darauf: "Danke, ebenfalls".
Für viele, die mit Behinderung nichts zu tun haben, sind wir Kranke. Ist aber nicht böse gemeint, sie wissen es nicht besser.
Wie schon geschrieben, ist auch für mich eine Behinderung Einschränkung, ein Handicap - auf Dauer. Krankheiten kommen und gehen. Ok, manche sind chronisch, also auch auf Dauer - und die werden auch als Behinderung anerkannt.
Gruß 
05.10.07 19:35
Hi.
Eine Behinderung ist ein Zustand, der Grund für diesen Zustand kann eine Krankheit sein.
Ansonsten:
[...] Im Neunten Sozialgesetzbuch wird Behinderung definiert als eine Beeinträchtigung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Demnach sind Menschen behindert, "wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist" (SGB IX § 2). Die amtliche Anerkennung einer Behinderung muss beantragt werden und wird in der Regel von den Versorgungsämtern festgestellt. Dabei wird das Ausmaß der Funktionsbeeinträchtigung in Zehnergraden von 20 bis 100 abgestuft. Als schwerbehindert gelten Personen mit einer Behinderung von mindestens 50 Grad.
Die amtliche Feststellung einer Schwerbehinderung ist Voraussetzung für die Inanspruchnahme bestimmter Nachteilsausgleiche, die vor allem das Berufsleben betreffen. [...]
Die Zahl der amtlich anerkannten schwerbehinderten Menschen in Nordrhein-Westfalen ist sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen von 1993 bis 2003 kontinuierlich gesunken. Von 2003 auf 2005 ist die Zahl der schwerbehinderten Menschen erstmals wieder leicht angestiegen. Ende des Jahres 2005 lebten circa 1,64 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung in NRW. Das waren circa 15.000 mehr als im Jahr 2003. Somit ist etwa jede(r) elfte Einwohner/-in im Besitz eines Ausweises für schwer behinderte Menschen.
Etwas mehr als die Hälfte der schwerbehinderten Menschen ist männlich (51,8 %). [...]
Quelle: Sozialbericht NRW 2007 - Armuts- und Reichtumsbericht
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