Realsatire: "Menschen mit Behinderungen im Deutschen Bundestag"

17.10.11  14:48

[[http://www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,27799/ticket,g_a_s_t]]

Wer hätte auch ahnen können, dass sich zu einem Dialog mit Behinderten tatsächlich behinderte Menschen anmelden würden?!

Oder wartet - war die Absage schon das Statement zum Titel der Veranstaltung?

aT.fisxh

23.10.11  15:19

Da fehlen einem echt die Worte. (Vielleicht hat deshalb noch niemand etwas dazu geschrieben?) :|N

M!olblien'chexn

23.10.11  15:30

Ich sehe jetzt nicht ganz, wo das Problem ist. Wenn es zutreffende sicherheitstechnische Bedenken gibt, ist doch sinnvoller, die Planung der Veranstaltung nochmal zu überdenken. Dass es schade ist für viele, die sich dazu angemeldet haben, kann ich gut nachvollziehen, aber ich habe irgendwie das Gefühl, dass hier unbedingt Ansprüche auf Sonderbehandlung geltend gemacht werden und das verstehe ich nicht. Absagen von Parlamentsveranstaltungen für "Normalos" treten das Jahr über bestimmt mehrfach auf, was im Normalfall wohl von den Betroffenen bedauernd zur Kenntnis genommen wird, aber in keinster Weise eine Aufreger darstellt, wie hier soeben konstruiert wird ... oder lieg ich da völlig falsch?

Rxebelu%ti\on

23.10.11  15:43

Als Begründung wurde die übergroße Zahl der Anmeldungen von Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Rollstuhl genannt.

Ich halte diesen Satz für den Stein des Anstoßes. Es handelt sich ja nicht um irgendeine Veranstaltung, sondern um eine, bei der es (u.a.) genau um diese Leute geht: Teilnehmer im Rollstuhl. Darauf nicht vorbereitet zu sein, ist dann schon etwas peinlich.

Miol)lieQnchxen

23.10.11  16:03

Rebelution, ich sehe es wie Mollienchen.

Vielleicht hilft eine Metapher:

Jemand veranstaltet eine Kinderfeier und sagt dann ab, weil tatsächlich Kinder zur Feier kommen. Da ist es egal, welche Gründe angeführt werden. Wenn man eine Kinderfeier veranstaltet, dann weiß man doch, dass Kinder kommen. Genauso bei den Behinderten mit dem Zusatz, dass man die Integration in die Gesellschaft beweisen wollte. Das hat m. E. mit einer "Sonderbehandlung" nichts zu tun ;-)

S%ahrasxahra

23.10.11  16:06

Ich kenne die genauen Umstände im Reichstag nicht, lediglich die Kommentare auf der verlinkten Page lassen darauf schließen, dass dort an solche "Details" offenbar wenig gedacht wurde. Aber ich finde dennoch, dass man da auch ein paar Abstriche machen muss – die Bahn wäre beispielsweise auf eine unberechenbare Anzahl Rollstuhlfahrer auch nicht vorbereitet, da die Installation behindertengerechter Einrichtung zwar mittlerweile recht umfangreich bedacht wird, aber meist doch ziemliche Umstände mit sich bringt.

RIeb(elu#tioxn

23.10.11  16:21

Jemand veranstaltet eine Kinderfeier und sagt dann ab, weil tatsächlich Kinder zur Feier kommen. Da ist es egal, welche Gründe angeführt werden. Wenn man eine Kinderfeier veranstaltet, dann weiß man doch, dass Kinder kommen.

Wenn sich plötzlich 300 Kinder bei meiner kleinen Garten-Kinderparty anmelden würden, wäre eine Absage an alle für mich auch die logische Konsequenz, sofern sich keine Alternative bietet, da ich, so wie ich die Veranstaltung bisher geplant habe, nicht mit 300 Kindern klar kommen würde. Das ist ein völlig normaler Vorgang. Die Bahn musste im Laufe des Jahres aus sicherheitstechnischen Gründen auch mehrfach Züge wegen Überfüllung räumen lassen, da sie den Fahrgastmengen nicht gerecht geworden sind. Ärgerlich für die Betroffenen, aber aus meiner Sicht nicht vergleichbar mit dem "Skandal", der hier herbeigeredet werden soll.

Das hat m. E. mit einer "Sonderbehandlung" nichts zu tun

Wenn ich davon ausgehen darf, dass die Absage einer Veranstaltung aufgrund vergleichbarer Umständen ein ganz normaler Vorgang ist, dann wäre mir kein Fall bekannt, bei dem die wieder ausgeladenen Teilnehmer das nicht so hätten akzeptieren können. Hier wird nun aber mit aus meiner Sicht fadenscheinigen Argumenten versucht, eine solche Absage zu skandalisieren. Dass es sich dabei um eine Veranstaltung für Behinderte handelt, ist traurig, ich verstehe aber nicht, wo eine spezielle Behindertenveranstaltung eine größere Berechtigung hätte als jede andere und das kann auch nicht im Sinne der Integration sein.

Aus meiner Sicht steht durchaus die Integrität der Ingenieure des Reichstags auf dem Spiel, da bei der Bauplanung offenbar nicht weit genug gedacht wurde, aber für die räumlichen Gegebenheiten, die seit dem Love-Parade-Unglück verschärften Sicherheitsregeln und die große Zahl an Anmeldungen können doch die Veranstalter nichts, da muss man auch mal die Kirche im Dorf lassen.

R;ebeMl&utixon

23.10.11  16:24

@ Rebelution

Die Bahn sollte aber vorbereitet sein, wenn sie eine Extra-Fahrt nur für Behinderte veranstaltet. Sie sollte dann vorher wissen, wie viele Rollstuhlfahrer auf den Bahnhsteig/in den Zug passen und wenn sich genug angemeldet haben, ist halt Schluss. Darauf kann man sich doch vorbereiten.

Bei einer regulären Fahrt, bei der überraschend ganz viele Rollstuhlfahrer auftauchen, wäre das was anderes. Aber darum geht es ja hier nicht.

Bei der Veranstaltung im Reichstag sollte es ja eigentlich nicht überraschend sein, dass sich auch eine große Menge Rollstuhlfahrer anmelden würde...

MYolliXenchxen

23.10.11  16:30

Dann häng doch an den Reichstag noch ein paar Wagen an ... über die konkreten räumlichen Umstände, auch räumliche Alternativen, können wir nur spekulieren, deswegen finde ich es falsch, das Thema so aufzublasen.

R]ebeltutioxn

23.10.11  16:36

Okay, dann ist es vielleicht angebrachter, über die Berichterstattung herzuziehen, die durchaus in die Richtung "wie konnte das passieren" geht, als über die Fakten selbst.

M8oellienxchen

23.10.11  16:40

Wenn sich plötzlich 300 Kinder bei meiner kleinen Garten-Kinderparty anmelden würden

Wo steht denn, dass die Veranstaltung "klein" wäre? Richtigerweise müssten auch nicht zu viele Kinder per se kommen, sondern nur zuviele Kinder die eine bestimmte Eigenschaft haben. Z. B. zu viele Kinder, die Gummistiefel anhaben (rein fiktives Beispiel).

Leider habe ich nicht mehr Infos zur Verfügung, wie die Veranstaltung vonstatten gehen sollte. Z. B. wäre es wichtig zu wissen, ob Einladungen verschickt wurden oder es eine Anmeldefrist gab. In einem der Beiträge steht, dass wohl über 100 Rollstuhlfahrer gekommen wären.

fadenscheinigen Argumenten

Nur weil sie nicht deinen Ansichten entsprechen, müssen sie nicht fadenscheinig sein ;-) Ich habe den Sinn und Zweck der Veranstaltung so verstanden, dass man die Integration der Behinderten nach außen hin zeigen wollte. Peinlicherweise macht das Gebäude einen Strich durch die Rechnung, was beweist, dass vorab nicht an die/einige Umstände des Behindert-Seins (z. B. dem Rollstuhlfahren) gedacht wurde.

S!ahrausahra

23.10.11  16:42

Seit der LoveParade wurden die Sicherheitsbestimmungen extrem verschärft.

Der Veranstalter trägt z. B. das voll Risiko für Sicherheit usw. Das ganze ist extrem kompliziert.

Bei uns war vor Monaten ein tag der offenen Tür am INstitut. Wir mussten überall Leute abestellen die zählen wieviele Personen z. B. in einen Raum / Gang gehen, da eine Bestimmte Menge pro Quadratmeter nicht überschritten werden durfte.

Klar ist es peinlich weil man sich das hätte denken können. Aber es sind wohl allem anschein nach gar keine Kapazitäten für 300 Rollstuhlfahrer vorhanden.

MBeEtamfeHtaxmin

23.10.11  16:45

dass vorab nicht an die/einige Umstände des Behindert-Seins (z. B. dem Rollstuhlfahren) gedacht wurde.

Das habe ich doch selbst gesagt. Und über Alternativen können wir wie gesagt nur spekulieren, da wir, eben wie du es selbst sagst, keine weiteren Informationen bezüglich des Veranstaltungsablaufes haben. Es gibt meiner Meinung nach also keine Grundlage für das Nichtakzeptierenkönnens der Absage.

R7ebeolutxion

23.10.11  17:04

Es gibt meiner Meinung nach also keine Grundlage für das Nichtakzeptierenkönnens der Absage.

Nun – die Alternative wäre doch sicher eine Begrenzung der Teilnehmerzahl gewesen.

Wäre der Reichstag komplett rollstuhltauglich, er würde trotzdem irgendwann zu klein, wenn sich zuviele anmelden. Da würde sich keine drüber aufregen.

Offenbar ist er weitgehend rollstuhl-ungeeignet. Das hätte man aber bereits bei der Planung dieser Veranstaltung wissen sollen, dann hätte man sich diese Peinlichkeit erspart.

Cxhe

23.10.11  19:00

Das hätte man aber bereits bei der Planung dieser Veranstaltung wissen sollen, dann hätte man sich diese Peinlichkeit erspart.

Korrekt, aber die Einwände gegen die Veranstaltungen kamen nun wohl doch recht kurzfristig, wodurch eine Umplanung vielleicht nicht mehr möglich war. Inwieweit da bereits Erfahrung vorhanden ist oder man sich frühzeitig hätte kümmern können, kann ich nicht sagen.

Und dass man es dann komplett absagt, anstatt nachträglich noch auf eine bestimmte Teilnehmerzahl zu begrenzen, wodurch viele unfair behandelt worden wären, ist aus meiner Sicht verständlich.

RSeb"elut>ion

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