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Schwerbehinderungsvertretung und Bewerbung

STpinne6rin hat die Diskussion gestartet


Ich habe mich beworben und jetzt kam ein Schreiben darüber, dass meine Unterlagen der Schwerbehindertenvertretung übergeben wurden. Diese würde sich dann bei mir melden.

Was ist davon zu halten? Normalerweise nimmt die Vertretung doch nur Einsicht und stimmt zu oder nicht. Ist das eine kunstvolle Art, mich abzulehnen? Oder ist das was Gutes?

Antworten
Syufnflowger_73


Vorab: Du MUSST als Schwerbehinderte ja grundsätzlich eingeladen werden.

Ansonsten: Ich habe meine Schwerbehinderung nur 1x direkt bei der schriftlichen Bewerbung angegeben und somit diese Lawine losgetreten. Letztlich war es auch so, dass ich von der Behindertenvertretung kontaktiert und ganz nett nach meinen Wünschen befragt wurde: Ob man beim Gespräch dabei sein solle; welche Auskünfte ich nicht geben sollte,...

In Abhängigkeit von dem Wunsch, ob ein Vertreter beim Gespräch dabei sein soll oder nicht, wird dann halt der Termin unterschiedlich koordiniert/intern koordiniert.

S_pinn\erixn


Danke für deine Antwort. Das ist beruhigend. Ich mache das auch zum ersten Mal.

Man muss eingeladen werden? Dann weiß ich doch gar nicht, ob das nur ein Pro-Forma-Termin ist oder ich wirklich in Frage komme. Das wäre mir sehr unangenehm, wenn ich da sitze und eigentlich ist allen klar, dass ich nicht eingestellt werde. Furchtbare Vorstellung.

SpunuflowEer+_73


Zumindest bei GdB 30/40 und Gleichstellung sowie offiziellem Ausweis (GdB 50) muss man tatsächlich eingeladen werden. Ich habe meinen GdB daher stumpf nie angegeben in Bewerbungen, weil ich genau das nicht wollte. Wenn es gut lief, habe ich es im Gespräch thematisiert. Wenn schlecht, dann habe ich mir das Outing gespart.

In einem meiner jetzigen Jobs (da war ich aber schon in der Abteilung, wollte die 2. Stelle unbedingt) habe ich es dann aber regelrecht erzwungen und daher die o.g. Erfahrungen mit dem netten Anruf gemacht. Gut, war ein großes Unternehmen des Gesundheitswesen. Aber ich habe Vergleichbares auch schon von anderen gehört.

Mein Eindruck (Achtung, subjektiv): Wenn die nicht eifnach nur einladen und jemanden dahinsetzen, sondern sich kümmern, macht das einen guten Eindruck. Viel Erfolg!

ZYirmtevrellxa


Man muss eingeladen werden? Dann weiß ich doch gar nicht, ob das nur ein Pro-Forma-Termin ist oder ich wirklich in Frage komme. Das wäre mir sehr unangenehm, wenn ich da sitze und eigentlich ist allen klar, dass ich nicht eingestellt werde. Furchtbare Vorstellung.

Ich war in der Hochschule mal bei einem Auswahlverfahren dabei, wo sich auch Schwerbehinderte beworben hatten. Die MUSSTEN eingeladen werden. Es erschien jedoch nur einer und es war wahrscheinlich für den Betroffenen als auch für die Bewertungskommission eine ziemlich peinliche Nummer. Der Bewerber tat mir richtig leid, da er aufgrund seiner Qualifikationen niemals eingeladen worden wäre und sich mit Halbwissen und mangelnder Eignung ziemlich zum Affen gemacht hat.

STpin%nerixn


Dem zufolge, was ich inzwischen gelesen habe, muss der Bewerber nicht eingeladen werden, wenn er sich offensichtlich fachlich nicht eignet. Eine sehr schwammige Formulierung. Um meine Qualifikation mache ich mir weniger Gedanken, ich bin gut qualifiziert, aber ich möchte in der Verwaltung quereinsteigen. Raus aus der privaten Marktwirtschaft. Da geht es immer nur um Profit und mehr Profit, die Anforderungen steigen gefühlt stündlich, es muss immer schneller gehen, man muss mehr schaffen in kürzerer Zeit. Die Kunden bleiben auf der Strecke, ich bleibe auf der Strecke. Davon abgesehen, dass ich das wegen meiner Krankheit einfach nicht mehr packe. Deswegen habe ich die Behinderung angegeben, ich bin nicht mehr so leistungsfähig wie früher und das sollte der Arbeitgeber auch wissen. Ich brauche ein besseres Arbeitsumfeld.

e)s/tax1


Die MUSSTEN eingeladen werden.

Warum wurde den dieses Gesetz erfunden, das finde ich irgendwie diskriminierend ":/ .

S6un*fl@ower_d73


Weil Behinderte/chronisch Kranke nun mal schlechtere Chancen haben. Arbeitgeber haben Angst vor krankheitsbedingten Ausfälle und sonstigen Problemen. Durch den Zwang zur Einladung werden Bewerber nicht direkt nur danach beurteilt, sondern haben eine Chance sich wirklich selber vorzustellen, statt vorschnell als "Behinderter" abgelehnt zu werden.

Wirklich blöd finde ich aber, wenn man sich mit dem Behinderten-Etikett auf Stellen bewirbt, für die man wirklich nicht qualifiziert ist. So viel selbstkritische Fähigkeiten sollte jeder haben. Persönlich würde ich nie auf die Idee kommen...

L'ian-XJixll


Wirklich blöd finde ich aber, wenn man sich mit dem Behinderten-Etikett auf Stellen bewirbt, für die man wirklich nicht qualifiziert ist.

Das kommt ja leider auch mmer wieder vor.

Bewerber mit einer Schwerbehinderunng müssen deshalb eingeladen werden, weil sie bei im Wesentlichen gleicher Eignung bevorzugt eingestellt werden müssten. Um sich ein Bild über diese "im Wesentlichen gleiche Eignung" machen zu können, muss der Schwerbehindertenvertreter des Betriebes jede einzelne in Frage kommende Bewerbung zu Gesicht bekommen und bei jedem Vorstellungsgespräch dabei sein, nicht nur bei den schwerbehinderten Kandidaten.

SKpinn$erin


Die Schwerbehindertenvertretung hat mich nun tatsächlich angerufen und versucht, mir meine Bewerbung auszureden. Mit allen möglichen schwachsinnigen Argumenten. Sie würde in meinem Fall nicht auf ein Vorstellungsgespräch drängen sagt sie.

Ich bin für die Stelle offenkundig fachlich geeignet, es gibt keinen Grund mich so brüsk abzulehnen. Was soll das denn?

elsta1


Die Schwerbehindertenvertretung hat mich nun tatsächlich angerufen und versucht, mir meine Bewerbung auszureden. Mit allen möglichen schwachsinnigen Argumenten. Sie würde in meinem Fall nicht auf ein Vorstellungsgespräch drängen sagt sie.

Ich vermute sie weiß mehr als Du. Was waren den die Argumente?

SypinneHrin


Sie hat alles Mögliche gesagt, um mich abzuwimmeln, zum Beispiel, dass das Arbeitsumfeld schlecht für mich sei, woher auch immer sie das wissen will, und dass ich schon zu alt wäre, obwohl ich keine 40 bin, und so weiter.

S0unflowderx_73


Ich würde die Bewerbung weiter durchziehen. Das ist ja sehr merkwürdig - und warum es so ist, wird Dir hier vermutlich niemand beantworten können (leider).

aNllesX_wir;dx_gut


Hallo Spinnerin,

bei vielen Stellen die ausgeschrieben sind steht eigentlich schon fest, wer den Job bekommen wird. aber aus irgendwelchen Gründen (wegen einer Betriebsvereinbarung oder irgendeiner gesetzlichen Regelung) muss die Stelle halt ausgeschreiben werden.

Bewerbungen haben in so einem Fall keine Chance....

Wenn das so ist, dann weiss evt. die SBV das.

S6pin1ner{in


Es ist unmöglich, dass die Stelle intern besetzt wird/wurde, ich habe da Hintergrundinformationen.

Ich frage mich halt, wieso ich mit der Schwerbehindertenvertretung überhaupt über meine Beweggründe diskutieren muss? Das ist doch meine Sache, wie ich das Arbeitsumfeld finde und ob ich mich dort wohlfühle, und ich bin wohl die Einzige, die das beurteilen kann. Und zu alt? Entschuldigung, aber das ist das Albernste, was ich jemals gehört habe.

Jetzt weiß ich nicht, was ich machen soll. Ich möchte definitiv nicht zu einem Bewerbungsgespräch gehen, wenn man mich von vorneherein schon ablehnt. Da mache ich mich doch zum Affen. Andererseits ist man dazu verpflichtet, mich einzuladen, und es gibt keinen triftigen Grund für die Ablehnung.

Auf jeden Fall werde ich deswegen den VdK anrufen.

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