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Klage gegen Mobbing - Erfahrungen???

SFpineilxli hat die Diskussion gestartet


Hallo,

da ich seitens der Geschäftsführung permanent gemobbt wurde und es mich schon krank gemacht hat, habe ich Ende März gekündigt! Da ich leider keine neue Arbeit habe hat dies von jetzt auf gleich meine ganzen Existenz ruiniert, ich musste mein Auto verkaufen und nun auch noch umziehen, da ich mir meine Wohnung nicht mehr leisten konnte...mit einem Mal wieder auf Null :-(

Nun raten mir meine Freunde und meine Familie, gegen meinen ehemaligen Chef vorzugehen.

Nur weiß ich nicht, wie das alles laufen soll. Hat denn Jemand Erfahrungen gemacht?

Kosten für den Anwalt? Gerichtskosten, falls es tatsächlich vor Gericht geht?

ich wäre euch sehr dankbar, weiß nicht weiter... :-(

Liebe Grüße

Antworten
j@u?slticyex66


Was willst du von ihm haben, scchon nachgedacht?

Das mit der Kündigung war natürlich sch..ße, habe ich dir ja schon vor 2 1/2 Monaten geschrieben.

Klar allemal besser, als sich kaputt machen zu lassen.

Ich hätte an deiner Stelle nicht gekündigt und mich notfalls 1 1/2 Jahre krankschreiben lassen.

Jetzt klagen würde ich m.E. nicht.

S_pjiHnce~lxli


Kündigung war sch****?

Da kann ich dir leider absolut nicht zustimmen!;-) Mir ging es richtig schlecht und nun kann ich immerhin wieder schlafen und habe keine Angstzustände mehr! Also war es sicherlich für MICH die absolut richtige und Beste Entscheidung die ich treffen konnte!!!!

Kein Arzt schreibt dich so lange krank! Eine andere Ex-Kollegin hat vor 3 Monaten ,ebenfalls auf Grund von Mobbing in der Firma, gekündigt, sie bekommt kein Attest über eine so lange Zeit (am Stück so wie so nicht, dass meine ich nicht)! Mag sein, dass so etwas in Einzelfällen geht, bei mir bestand die Möglichkeit auch nicht...

Was ich von ihm will? Darüber würde ich mich ja gerne erkundigen...was in meinem Fall das Beste wäre...Abfindung, Schadensersatz oder sogar Schmerzensgeld...

ipbdxn


Ich denke, du musst das alles irgendwie schriftlich belegen können. So einfach kommst du vor Gericht nicht durch. So leid es mir tut.

j8usti3ce6x6


Also war es sicherlich für MICH die absolut richtige und Beste Entscheidung die ich treffen konnte!!!!

Darum schrieb ich auch (auch schon damals):

Klar allemal besser, als sich kaputt machen zu lassen.


Kein Arzt schreibt dich so lange krank!

Völliger Quatsch. Kein Arzt schreibt dich wegen Mobbing krank. Richtig.

Bei Angstzuständen und Depressionen sieht das aber anders aus. Und das sind KEINE Einzelfälle und warum soll die Möglichkeit nicht bestanden haben?


Hier noch etwas Internetwissen, damit andere Betroffene nicht genauso denken.

Quelle DGB

Teile der Mobbing-Betroffenen leiden unter so starken psychosomatischen Krankheiten, dass sie auf Dauer krankgeschrieben werden und schließlich Erwerbsunfähigkeits-Rente erhalten.

Quelle Haufe Akademie

Der in einer Klinik beschäftigte Kläger war von seinem vorgesetzten Chefarzt nachweislich gemobbt worden. Aufgrund einer psychischen Erkrankung wurde er erst vorübergehend, später dauerhaft arbeitsunfähig krank. Der Mann klagte auf Schmerzensgeld und auf die Entlassung des Chefarztes. Er argumentierte, sein Vorgesetzter weigere sich, an einer Lösung des Konflikts mitzuarbeiten und die Klinik sei nicht bereit, Maßnahmen gegen den Chefarzt zu ergreifen.

Die Entscheidung:

Das Bundesarbeitsgericht urteilte, der Kläger habe Anspruch auf Schmerzensgeld von der Klinik. Der Chefarzt als «Erfüllungsgehilfe der Beklagten» habe seine arbeitsrechtlichen Pflichten verletzt. Allerdings bestehe kein Anspruch darauf, dass die Klinik ihn entlässt.

j9ustic=e6x6


Alle werden dauerhaft krankgeschrieben, nur bei dir soll sowas nicht möglich sein? ???

Kann ich so nicht glauben.

Ein Kollege von mir ist wegen Depressionen bereits 2 Jahre krankgeschrieben.

Ohne gemobbt worden zu sein.

SepiUnelxli


Um ehrlich zu sein...verstehe ich gerade nicht, warum du hier veruschst mich so anzugreifen?!??? ? Wenn ich sage, dass es bei mir nicht so war, kannst du das glauben!

Das es bei deinem Kollegen geklappt hat ist erfreulich, aber jeder Arzt ist eben anders, was bekannt sein sollte!

Also....

Wollte wissen, ob sich Jemand mit Klage bzgl. Mobbing auskennt und nicht, wer wann wie lange krankgeschrieben wird!!!! Wenn du mir da weiterhelfen kannst wäre ich dir sehr dankbar.

Für die Sachen, die du schreibst, ist es in meinem Fall eh zu spät, also muss darüber hier nicht mehr diskutiert werden, sorry!

PvurrinDgCaxt


Hallo Spinelli,

ichh glaube, dass eine Klage im Nachhinein wenig bringen wird.

Warst Du denn aufgrund des Mobbings krank geschrieben? Hast Du das Mobbing durch deinen damaligen Chef dokumentiert, mit Datum und Uhrzeit und in Stichworten festgehalten, was passiert ist? Hast Du Zeugen, die gegen Deinen Ex-Chef aussagen können/werden? Gab es in der Firma einen Betriebsrat, den Du informiert hast? Wenn nicht stehen deine Chancen mehr als schlecht, noch irgendetwas erreichen zu können.

Mobbing ist heutzutage leider oft eine "Standardausrede", wenn einem Mitarbeiter etwas nicht passt, da prüfen die Gerichte ganz genau. Oft wird die Klage auch einfach schon im Vorfeld abgewiesen, weil die Beweise nicht eindeutig sind.

Dass Du gekündigt hast, damit es Dir wieder besser geht und deswegen jetzt wieder bei Null anfangen musst tut mir leid, wird die Gerichte aber wenig beeindrucken. Wenn Du nicht nachweisen kannst, dass Du das Opfer von massivem Mobbing (bzw. in Deinem Fall ja Bossing) geworden bist, hast Du leider null Chancen.

Trotzdem alles Gute und viel Glück für Dich

Cat

G-unnxr


war von seinem vorgesetzten Chefarzt nachweislich gemobbt

Was bedeutet denn bei Mobbing "nachweislich"? Hab ich mich schon öfter gefragt. Grad heute musste ich eine Fortbildung absagen, weil meine Kollegin durch einen Unfall am Handgelenk (Splitterbruch) nächste Woche krank ist und meine andere Kollegin Urlaub hat - damit bin ich alleine und kann nicht zwei Tage komplett weg.

Ich rufe also an und sage für den 08.06. ab (m.E. rechtzeitig) und bekomme zu hören, dass sei aber echt schade und dass sei ja jetzt auch doof. Ich solle bitte daran denken, dass mein VErtrag doch immer nur auf 4 Jahre befristet ist...ich empfinde das als Mobbing, weil ich jetzt Angst haben und zwar massiv (endet zwar erst im März 2010) und jetzt immer dneke, ob die entgegen einer früheren Aussage mich doch entlassen wollen - obwohl ich doch schwanger bin...aber was bedeutet dann "nachweislich"?

rhagnvettxa


Ich glaube nicht, daß dich hier jemand angreifen möchte, es ist halt nur dumm gelaufen, daß du selbst gekündigt hast. Eine Klage während eines bestehenden Arbeitsverhältnisses wäre einfacher gewesen.

Ein Freund von mir wurde von Seiten des Chefs auch gemobbt (heißt übrigens bossing, wenn es aus Richtung Chef kommt). Er war erst beim Hausarzt, der aber nicht ewig krank schreiben kann. Er ist dann zum Psychiater (Psychiater können krankschreiben, Psychologen nicht) und hat ihm seine Geschichte erzählt. Von wegen Angstzustände, Schlafstörungen, Verlustängste, Verlust sozialer Kontakte etc.

Vielleicht kannst du die Aktionen, die gelaufen sind, schriftlich mit Datum dokumentieren und dir von einem Arzt bescheinigen lassen, daß es dir mental schlecht geht. Falls du einen guten Arbeitsrechtler findest, geh zu einem Beratungsgespräch zu ihm, der kann dir sagen, wie deine Chancen stehen. So eine Erstberatung kostet um die 150 Euro. Wenn du eine Rechtschutzversicherung hast, mußt du eh nur deine Selbstbeteiligung zahlen, der Rest läuft über die Versicherung. Wie deine Chancen stehen? Schwer zu sagen, es wird sicherlich auch darauf ankommen, wie ein Psychiater deine Vrfassung schildert bzw. wie glaubhaft du es ihm rüberbringen kannst. Und es wird relevant sein, was du von den Mobbingvorkommnissen noch dokumentieren kannst. Kannst du dich nicht mit deiner Ex-Kollegin zusammen tun? Sie kennt doch auch die Zustände in deiner Exfirma und kann dies bezeugen.

Ich wünsch dir viel Glück!

M9iste>rKraczy


@ Spinelli:

Du musst dem Gericht eben glaubhaft machen, dass du "gemobbt" wurdest - also das du Ständig schikaniert, niedergemacht oder auf deine Kosten Witze gemacht wurden.

Ein Richter würde heutzutage den Fall genaustens prüfen. Es sind mittlerweile so viele Klagen wg. Mobbing, da sind einige dabei die eben unhaltbar sind und nur erfunden um einem anderen eins auszuwischen.

Wenn du den BR informiert hast oder eben Zeugen hast die Fälle bestätigen und nachweise wie emails oder was auch immer, die Mobbing erkennen lassen dann hast du vielleicht eine chance. Ohne das alles, lass es besser sein, da wird es nie und nimmer zu einer Klage kommen.

@ Gunnr:

Ich sehe die Aussage deines Vorgesetzten nicht als Mobbing, da dies nicht ständig ist. Falls er dir doch jeden Tag droht, dann wäre es Mobbing. Trotzdem verstehe ich nicht ganz was passiert ist, gehst du nun zur Fortbildung? Ich hab verstanden nein, aber wieso droht dir dein Chef denn jetzt? Er muss aber die entstehenden Kosten für das ausgefallene Seminar zahlen, denn du hast ja vorher Urlaub bzw. eine Freistellung dafür erhalten oder? Du kannst ja nichts dafür wenn deine Kollegen krank bzw. Urlaub vom chef genehmigt bekommen...

jvust0iceA6x6


Sorry, war nicht bös gemeint. %-|

Aber bei solchen Aussagen:

Das es bei deinem Kollegen geklappt hat ist erfreulich, aber jeder Arzt ist eben anders, was bekannt sein sollte!

würde ich mal überdenken, ob ich da richtig aufgehoben bin. Der Weg zum Psychiater wäre wohl am besten gewesen.

Dein AG ist bestimmt froh, dass ihr euch so ''sozialverträglich'' getrennt habt.

Für die Sachen, die du schreibst, ist es in meinem Fall eh zu spät

Zu spät, ja. Kann ja aber nicht schaden, wenn man weiß, wie man es beim nächsten mal besser macht. Ich hoffe für dich natürlich, dass dieser Fall nicht eintritt.

Die letzten beiden Zitat-Kästchen enthielten übrigens ein Urteil wegen Schmerzensgeld im Mobbing-Fall. Das wardas erste, was mir in die Finger fiel. Vielleicht finde ich noch welche. ;-)

jOustEicxe66


Guckst du hier :)z

[[http://www.anderfuhr-buschmann.de/urteile/mobbing/]]

S<pin.ePlxli


Danke für eure Antworten :-)

Das es mit der Beweislast schwierig ist und oft daran scheitert habe ich auch gehört.

Ich persönlich habe ein "Arbeitstagebuch" geschrieben, eMails meines Chef´s ausgedruckt, ein ärztliches Attest (habe auf ärztlichen Rat hin gekündigt) und ein Kollege würde für mich aussagen, der, aus selbigem Grund, das Unternehmen bereits im vergangegen Jahr verlassen hat.

Einen Betriebsrat haben wrir leider nicht...

GLunxnr


Genau: ich gehe NICHT zur Fortbildung. Klar, dieses eine Mal war es kein Mobbing, aber ich frage mich, was vor dem Gesetz als "nachweislich" gilt.

Deshalb hab ich diese kurze Geschichte heute erzählt, weil ich mich halt gefragt hab: WIE sollte ich sowas nachweisen, selbst wenn es täglich wäre?

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