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Wie komme ich aus meinem Beruf raus?

Kdatze*nmxinze hat die Diskussion gestartet


Bei mir ist es ziemlich verzwickt, vielleicht kann mir jemand einen Rat geben. Und zwar arbeite ich seit fast 10 Jahren als Sekretärin (bei dem selben Arbeitgeber) und ich weiß nicht wie ich aus diesem Beruf rauskommen kann. Ich leide unter diesem Beruf, er ist absolut nicht mein Ding aber aufgrund finanzieller Verpflichtungen kann ich nicht einfach alles hinschmeißen und kündigen :°( Gelernt habe ich damals Fremsprachensekretärin weil mir Sprachen total liegen und dies mir auch Spaß macht. Vor 2 Jahren habe ich noch eine Weiterbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin drangehangen, weil ich mir davon erhofft hatte, endlich aus dem Sekretariat rauszukommen. Es hat sich aber rein gar nichts an meinen Aufgaben geändert. Ich darf weiterhin Kaffee kochen, Bänder tippen, kopieren, Mädchen für alles sein. Ich hasse diesen Beruf, er macht mich psychisch kaputt. Ich weiß einfach nicht wie ich da rauskomme!! Es ist ja nicht damit getan, dass ich mir einen anderen Arbeitgeber suche, denn es sind die Aufgaben an sich die ich so ablehne. Dieser Beruf hat in meinen Augen null Anspruch und Ansehen bekommt man erst recht nicht. "Tippse" - so bezeichne ich mich mittlerweile schon selber. Durch meine Weiterbildung habe ich gemerkt, dass meine Interessen Richtung Außenwirtschaft/Export gehen (das Thema wurde in der Weiterbildung angerissen), wo auch Fremdsprachenkenntnisse gefordert sind. In der Realität werden für diese Stellen natürlich nur Fachkräfte gesucht wie z.B. Speditionskaufleute. Was könnte ich jetzt eurer Meinung nach tun? Zähne zusammenbeißen und berufsbegleitend den Betriebswirt für Außenwirtschaft machen? Aber das sind weitere 3,5 Jahre die ich psychisch aushalten muss - ich kann das nicht mehr, im Sekretariat arbeiten. Oder wirklich alles hinschmeissen und kündigen? Dann versuchen vom Arbeitsamt eine Umschulung zur Speditionskauffrau oder Kauffrau Groß-/Außenhandel finanziert zu kriegen, wobei ich mir da keine Chancen ausrechne, da ich ja im kaufmännischen Bereich vermittelbar bin. Mein Beruf wird immer gesucht. Könnte ich mir von einem Psychologen bescheinigen lassen, dass ich aufgrund psychischer Belastungen diesen Beruf nicht mehr ausüben kann (AA zahlt ja Umschulung nur bei körperlichen Einschränkungen). Ich weiß, ich sollte nicht jammern, heutzutage kann jeder froh sein der noch einen Job hat. Aber ich halte die nächsten 35 Jahre in diesem Beruf einfach nicht mehr aus.

Antworten
gTatho


In der Realität werden für diese Stellen natürlich nur Fachkräfte gesucht

Hast du denn schonmal aktiv gesucht?

VPiRTUxE


Das Einzige was hilft, ist eine berufsbegleitende oder Vollzeit Fortbildung. Wenn du mit dem Job als Ganzes absolut nicht klarkommst, hilft nur ein Studium, berufsbegleitend oder Vollzeit. Aber da du ja sagst, dass du nicht einfach so kündigen kannst, ist das schlecht. Ich selber hab meinen Job auch gehasst und hab berufsbegleitend an der FH studiert. 3 Abende von 17:30 bis 22:00 und jeden Samstag tagsüber und das jede Woche. Naja ich hatte absolut kein Leben mehr. Morgens um 05:30 aufstehen - von 0600-1530 arbeiten, dann an die FH. In der Freizeit musste ich lernen, sonst kommt man mit dem Stoff, den Hausübungen, den Referaten und den über 10 Prüfungen im Semester nicht klar. Psychisch hat mich das schon irgendwie fertig gemacht, aber es hat sich -zumindest beruflich- gelohnt. Wenn man mal eimal in nem Beruf steckt, der einem nicht gefällt, und schon so lang da drin gearbeitet hat wie du, ist es eben sehr schwer, sich anders zu orientieren. Aber ich versteh dich zu 100% - war bei nicht anders, nur dass meine Rahmenbedingungen besser waren. War noch "jung", als ich mitm Abendstudium begonnen hab(23),hab erst 3Jahre in dem Job gearbeitet und hätte im schlimmsten Fall auch kündigen können.

A\nonyAmax1


Also ich würde an Deiner Stelle definitiv auch über einen Wechsel des Arbeitsplatzes nachdenken. Mag ja sein, dass Kaffeekochen, Tippen und Kopieren in gewissen Umfang zu den Aufgaben einer Sekretärin oder Fremdsprachenkorrespondentin gehört, aber wenn ich Dich richtig verstehe, machst Du ausschließlich solche Sachen. Wäre kurzfristig doch zumindest einen Versuch wert, und auf jeden Fall besser, als alles hinschmeißen und kündigen. Vielleicht hast Du ja Glück, und findest eine Stelle, wo Du zumindest teilweise auch Deine Fremdsprachen- und sonstigen Kenntnisse einsetzen kannst oder auch bessere Weiterbildungsmöglichkeiten hast.

Darüber hinaus würde ich auch ein Fernstudium/ Abendstudium in Erwägung ziehen, gerade, wenn Du ein klares Ziel hast, in welche Richtung Du Dich umorientieren möchtest. Denn wie Du selber schreibst: Du hast noch ca. 35 Jahre Berufstätigkeit vor Dir, es ist also nicht zu spät, sich mit 30 oder so noch umzuorientieren.

Mit dem psychologischen Gutachten wäre ich sehr vorsichtig. Derartiges könnte sich nämlich durchaus negativ auf Deine weitere Karriere auswirken. Eine Person, die aus psychischen Gründen in ihrem früheren Beruf nicht mehr arbeitsfähig war, ist wohl für einen Arbeitgeber nicht sehr attraktiv. Noch dazu, wenn der neue Beruf (also etwa im Außenhandel) letztendlich eine ähnliche psychische Belastbarkeit voraussetzt.

L$una PB.


ich weiss nicht wie alt du bist mir gings auch so. ich habe eigentlich etwas anderes gelernt und war zum schluss nur mehr ein psychisches wrack weil ich jeden sch... der andren machen konnte weil die so faul oder nicht mal selbst im word etwas tippen konnten.

dann noch nur mehr kaffee gekocht und irgendwas kopiert. bin froh dass ich dann doch rausgekommen bin eigentlich weil ich nimmer konnte bereue nur heute dass ich nicht schon schneller reagiert habe weil ich wirklich lange zeit "ausgepowert" war und das wünsch ich keinem weil so schnell kommt man da nicht raus trotz gesunder ernährung und sport.

viel glück:)

dLavFo%rka


2 PN :)D

K;atzenmxinze


Hallo, lange ist es her und ich danke euch für die vielen hilfreichen Antworten. Mittlerweile habe ich den entscheidenden Schritt getan und mich zu einer berufsbegleitenden Weiterbildung zur staatl. geprüften Betriebswirtin, Fachrichtung Außenwirtschaft, angemeldet. Habe inzwischen das 1. Semester hinter mich gebracht und mein Notenschnitt liegt bei 1,5. Mein Chef wird in seinem Weltbild dermaßen erschüttert sein, dass seine Tippsi so schlau ist ]:D

Der Unterricht ist 3x die Woche von 17:00 bis 21:40 Uhr, demzufolge durfte ich meine Arbeitszeit entsprechend reduzieren, was mir schon unheimlich (psychisch) hilft. Lieber bin ich bis spät abends in der Schule und kann dafür schon um 16 Uhr Feierabend machen, als dass ich bis mind. 17 Uhr auf Arbeit bin wenn ich die Weiterbildung nicht machen würde.

Ich hoffe, dass alles weiterhin so gut läuft und es sich später für mich beruflich wirklich auzahlt.

d'avo6rkVa


Ich freue mich für dich, dass du die Entscheidung getroffen hast für die Weiterbildung. Ich drück dir die Daumen und wünsche dir viel Erfolg für alles. Du schaffst das. :)^ :)^ :)^

WfatReroli


Ich glaube dass du Kaffee kochen musst usw. ist nicht bei jedem Arbeitgeber so, sogar wenn du die gleiche Jobbezeichung hättest. In manchen Betrieben machen das Praktikanten oder alle Angestellten mal, also z.B. so, dass der Kaffee kocht, der die Kanne leergemacht hat...

Und du kannst doch mit deiner Ausbildung sicher mehr, als nur tippen. Ich würd sagen bewirb dich doch einfach mal oder ruf bei interessanten Stellenanzeigen an und frag, ob du dich mit deiner Qualifikation bewerben kannst oder ob dafür noch irgendwas anderes nötig ist. Also wenn du finanziell aus dem Job nicht rauskannst und eine Weiterbildung zu lang dauert, dann kannst du dir nur was neues suchen, anders gehts nicht. Ich meine vielleicht reicht echt ein anderer Arbeitgeber, der dich nicht so doofen Kram machen lässt...

Sbhoxjo


Waterli, machst Du das hauptberuflich, dass Du in irgendwelche Fäden reinschreibst, von denen Du nur den Eröffnungsbeitrag gelesen hast?

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