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Krankmeldung!

NwaPn4danta


Das stimmt so nicht, dass wer krank ist, zu Hause bleiben muss. Der Arbeitnehmer hat alles zu unternehmen, was seine Gesundheit bald wieder herstellt, und alles zu unterlassen, was dies verzögert/verhindert. Was das im Einzelnen ist, hängt von der Art der Erkrankung ab.

Mit einer fiebrigen Grippe ist es da sinnvoll, zu Hause zu bleiben und das Bett zu hüten. Mit einem Burnout und einer Erschöpfungsdepression ist alles erlaubt und sogar wünschenswert, was zur seelischen Gesundung beiträgt - und das ist in diesem Fall sicherlich eine Fahrt zur Familie, raus aus der gewohnten Umgebung, raus aus dem Alltagstrott, und den Zuspruch und die Fürsorge der Lieben in Anspruch nehmen, sich auf positive Lebensinhalte konzentrieren (ein neues Haus besichtigen, Zukunftspläne schmieden). Falls die Autofahrt zu anstrengend sein sollte, fährt eben die Frau., oder sie wechseln sich ab. Das hat, wenn es hart auf hart kommen sollte, vor jedem Arbeitsgericht bestand.

Atnto+ng Sommexr


Hallo Nandana,

Du schreibst:

am 23.08.09, 10:55 Uhr:

Ich bin wirklich sehr erstaunt, wie viele Leute hier - ungeachtet der für den Mann wirklich extrem belastenden Situation mit gesundheitlicher Schädigung - die Ehrlichkeit dennoch für das erstrebenswertere Gut erachten. Das ist ja alles schön und nett mit der Ehrlichkeit, aber es kann doch wohl nicht sein, dass der Ehrlichkeit die eigene psychische (und körperliche) Gesundheit geopfert wird?**

Ich, Toni, gehöre ja auch zu den Ehrlichkeitsfanatikern...

Aber - wir beide sind doch nicht so weit auseinander, wie Du denkst.

Ich meine, daß dieser Mann ganz klar gesetzwidrig ausgenutzt wird. Dieses Verhalten seines Arbeitgebers ist auch unmoralisch.

Darf aber ein Mensch, der nicht Betrüger ist oder selbst unmoralisch ist / wirkt / das von sich selbst beauptet...

weil er mies behandelt wird, seinerseits nun wieder Rechtsbrüche begehen und unmoralisch auftreten??

Dürfen Du oder ich ihm das raten??

Ich meine - Nein.

Praxis:

Der Mann darf, wenn er sich so krank und ausgenutzt und überlastet fühlt, daß man objektiv an Krankheit, auch an das Burn-Aut-Syndrom denken kann, nach einer ärztlichen Untersuchung ohne alle Probleme krankgeschrieben werden.

Aber er muß dann zu Hause sein, erreichbar sein, darf höchstens ins Krankenhaus, zum Arzt im weitesten Sinne oder in die Apotheke zum Medikamentenkauf gehen oder fahren.

Er darf eben vor allem nicht 900 km zum Kaufobjekt-Haus zur Besichtigung fahren und dann die 900 km wieder zurück. Auch wenn seine Frau die ganze oder halbe Strecke fahren würde.

Fazit: Wenn einer krank geschrieben ist infolge vom Arzt diagnostizierter Krankheit, dann ist das sein gutes Recht. Aber krank heißt arbeitsunfähig und zwingend auch unfähig zu irgendwelchen privaten Arbeiten und Leistungen, die womöglich viel anstrengender sind als die Arbeit. !! Natürlich auch, wenn sie nicht anstrengender oder ganz leicht sind.

Er hat alles zu tun, um sich zu schonen, und baldmöglichst wieder arbeitsfähig zu sein.

Ich war in meinem Beruf auch lange Zeit für solche Leute verantwortlich. Einmal habe ich festgestellt, daß ein Arbeiter in seinem Krankenstand Fahrschule gemacht hat. Weiß was ? Am nächsten Tag gabs eine Vorladung zur Arbeitsstelle; ein Kritikgespräch von einer Stunde.

Und dann war der Mann fristlos entlassen.

- Ende -

Das war a) rechtlich und b) moralisch in Ordnung.

Gruß

Toni :=o

s%chnfatteIrguJsche


er hatte schon fast 1 jahr deswegen kein urlaub.muss ständig 6 oder gar 7 tage arbeiten und ist immer nur schlapp und müde

Krankmachen ist da keine Lösung. Dein Mann ist auch sicher nicht der einzige, den es so hart trifft. Für den Betrug könnte Dein Mann entlassen werden. Wenn Euch das egal ist, dann kann er besser selbst kündigen, und den Grund dabei angeben. Das wirkt sich auf den zukünftigen Weg besser aus.

Ich würde eher zum Ordnungsamt gehen. Es gibt gesetzliche Regelungen für die Arbeits- und Ausgleichszeiten. Wenn der Chef Besuch vom Amt bekommt, wird er seine Personalpolitik überdenken oder den Laden schließen müssen.

So wie Du es beschreibst, muß Dein Mann aber nicht krankmachen, denn er ist krank. Wenn das Leben nur noch aus Arbeit, Essen und Schlafen besteht, ist er ausgebrannt. Der Arzt wird das sehen und entsprechend attestieren. Da kann ein Ortswechsel für die Genesung hilfreich sein. Ich würde nicht darauf warten, daß der Körper die Notbremse zieht durch Herzinfarkt, Krebs oder anderes.

tNiTffa=nya


@ Anton

Sag mal verstehst Du nicht worum es geht?

Es gibt Krankheiten bei denen es WÜNSCHENSWERT ist das Haus zu verlassen weil genau DAS den Heilungsprozess FÖRDERT. Solche Ansichten über Krankheien wie Du sie verbreitest sind antiquiert und entsprechen nicht dem aktuellen Wissensstand.

Wenn der Arzt sagt sie müssen dringend aus dem Haus und mit der Familie was machen um wieder gesund zu werden dann gilt das.

NManYdamna


@ Toni

Prinzipiell hast du sicherlich recht, und auf philosophischer Ebene ist Deinen Ausführungen nichts entgegen zu setzen. Aber die theoretische Philosophie hilft im Alltag leider nicht immer weiter. Folgt man konsequent Deiner Theorie, würde das bedeuten, dass der Mann notfalls seine Gesundheit opfern muss, wenn er auf "ehrlichen" Wegen nichts erreicht.

Das von Dir beschriebene Beispiel mit dem Typen, der während der AU Fahrstunden gemacht hat, klingt für mich eher nach "blaumachen", aber da kenne ich die Hintergründe halt nicht, vor allem die Art der Erkrankung. Wenn es ein akuter Infekt, Magen-Darm etc. war, dann würde ich die fristlose Kündigung kräftig unterstützen! Solche Schmarotzer braucht keine Firma.

Der Weg zum Ordnungsamt, wie Du schreibst, ist sicher eine "ehrliche" Möglichkeit. Problem ist nur: Der Mann wird eh bald weg sein, da lohnt sich das ja für ihn wirklich nicht mehr. Und: Dieses Verfahren dauert, er braucht den Urlaub aber JETZT SOFORT. Und drittens: Möglicherweise könnte er bei diesem Vorgehen nicht anonym bleiben, und sein Arbeitgeber wüsste, wer ihn angeschissen hat. Damit wäre ihm sicher bei aller Ehrlichkeit nicht gedient...

dsibb uxk


denn er ist krank. Wenn das Leben nur noch aus Arbeit, Essen und Schlafen besteht, ist er ausgebrannt.

:)^

... er sollte sich dringend erholen!

Ein Burnout verkürzt die Lebenszeit. Ganz zu schweigen von dem Mangel an Lebensqualität.

AGlpxia


Anton, ich glaube du beziehst deine Kenntnisse von vor 20 Jahren ;-) Eine Krankschreibung heißt nicht, dass man zu Hause bleiben muss. Man darf ALLES tun, was die Genesung nicht stört, z.B. das Haus verlassen, Essen gehen, ins Kino gehen usw.

mOeedikgirl


Ich bin in einem Wohlfahrtsverband tätig und gerade jetzt in der Urlaubszeit fliegen bei uns die "gelben Scheine" nur so rein.

Selbst unsere gerade fertig gewordenen Auszubildenden halten ihr Vertragsende nicht ein und lasse sich gleich mal den Rest krankschreiben. Was mir dabei aufgefallen ist, am besten scheint da wohl die psychische Schiene bei den Ärzten zu ziehen.

Ich denke, jeder muss es für sich selbst entscheiden wie er handelt. Ich finde es aber denoch den Kollegen gegenüber ungerecht, die dann evtl auf Urlaub verzichten müssen oder die zusätzlich anfallende Arbeit auch noch mit übernehmen müssen. Meiner Meinung nach zieht das einen endlosen Rattenschwanz nach sich, vielleicht sollten sich die Mitarbeiter mal an den Betriebsrat oder an die Mitarbeitervertretung wenden, vielleicht lässt sich da was machen. Es kann doch auch nicht betriebswirtschaftlich sein, wenn die MA ständig krank sind und unmotiviert.

Für Euer Vorhaben wünsch ich Euch jedenfalls viel Glück und eine Entscheidung mit der Ihr langfristig ohne schlechtem Gewissen leben könnt.

*:)

NOandanxa


Ich finde es aber denoch den Kollegen gegenüber ungerecht, die dann evtl auf Urlaub verzichten müssen oder die zusätzlich anfallende Arbeit auch noch mit übernehmen müssen.

Genau das ist dem Mann ja wohl die ganze Zeit passiert, denn sonst hätte er ja nicht ein Jahr durcharbeiten und seinen eigenen Urlaub verschieben müssen. Und jetzt soll ausgerechnet ER Rücksicht auf andere nehmen? Wie es aussieht, krankt da der ganze Betrieb dran - wenn laut TE "mindestens 5 Gesellen und 3 Lehrlinge fehlen", dann muss ja wohl nicht ausgerechnet IHR Mann das alles ausgleichen!

Meiner Meinung nach zieht das einen endlosen Rattenschwanz nach sich, vielleicht sollten sich die Mitarbeiter mal an den Betriebsrat oder an die Mitarbeitervertretung wenden, vielleicht lässt sich da was machen.

Das werden sie sicher schon getan haben, wie in den meisten Fällen wohl leider erfolglos, da Betriebsräte leider oft nicht wirklich die große Macht haben. Außerdem ist das jetzt, wo er sowieso auf dem Absprung ist, sicher nicht mehr sein Bier.

Hmel{ia x80


Ich finde es aber denoch den Kollegen gegenüber ungerecht, die dann evtl auf Urlaub verzichten müssen oder die zusätzlich anfallende Arbeit auch noch mit übernehmen müssen.

Es gibt immer solche und solche. Den einen zwickts im Rücken und er läßt sich 2 Wochen krankschreiben, der andere kriecht noch mit 40 Grad Fieber in die Arbeit. Und ganz ehrlich, das sind die Dummen. Leider gehöre ich auch zu den Dummen. Weil die anderen mit ihrer Masche durchkommen. Ich brings auch nicht übers Herz um 6 Uhr in der Arbeit anzurufen und zu sagen ich bin krank. Wenns wirklich ist sag ich schon einen Tag vorher Bescheid. ( Ausser natürlich es gibt über Nacht nen Notfall).

Aber es dankt dir keiner. Und wenn ich dann mit solchen Rückenschmerzen in der Arbeit stehe das ich mich nicht bücken kann und mich dann auch noch auslachen lassen darf, dann hab ich mittlerweile auch kein Problem mehr damit einen gelben Schein einzureichen. Es is mir dann auch egal wer meinen Job macht. Den meisten anderen is es ja schließlich auch egal. Und gelästert und geschimpft wird bei uns sowieso immer wenn einer krank ist.

A8nto}n {Sommexr


Hallo liebe Sozial-Menschen !

Ich weiß selbst am besten, daß es genug Krankheiten gibt, bei denen der Kranke sogar das Haus verlassen soll auf ärztlichen Rat.

Da hat ja auch niemand was dagegen. Aber 1.800 km Autofahrt, stressige Hausbesichtigung, womöglich dann noch stressigere Notartermine ...

all das, was in diesem speziellen Falle zu erwarten ist,

Für diesen speziellen Kranken,

das kann ich mir schlecht als ärztliche Therapie zum Gesundwerden vorstellen.

Vor einer halben Stunde habe ich meinen Bruder angerufen, einen Arzt, der als praktlischer Arzt niedergelassen ist und ganz viele AU-Bescheinigungen im Jahr ausstellt.

Habe ihm den Fall geschildert.

Sein Kommentar : " 1.800 km mit dem Auto fahren - das kann keine Therapie zum Gesundwerden sein. Da lachen ja die Hühner. Sozial denken ist schon gut - aber das - das ist ein bißchen sehr weit hergeholt."

Dem brauche ich nichts mehr hinzufügen.

Liebe Grüße

Toni :=o

AmlpGixa


Anton, ich glaube du hast es immer noch nicht wirklich verstanden ;-)

Er IST nicht wirklich krank. Er braucht nur diesen Schein und ich denke mal dem Arbeitgeber wird er ganz sicher nicht erzählen, dass er 1800 km fahren wird ;-)

p&ap%ula


Wie gesagt: Er hat die Konsequenzen zu tragen! Viele Chefs, und gerade wenn es so läuft, rufen ihre kranken Arbeitnehmer Zuhause an oder kommen sogar zum "Krankenbesuch" vorbei...

A&lpia


Glaube ich kaum, dass das hier passieren wird. Er arbeitet ja scheinbar in einer sehr großen Firma und kennt noch nicht mal den Chef.

w"alodwuffyelA 7x8


Hallo,

da wir uns alle auf die Angaben der TE verlassen müssen, ist die Antwort für die meisten recht einfach.

Ich sehe das ganze ein klein wenig anders. Selbst wenn es so sein sollte, wie hier beschrieben, so sollte sich derjenige einfach beim Arzt eine Krankschreibung holen, aber ich würde nie in einem Forum rumfragen, ob und wie ich so etwas am besten anstelle. Ich finde das nicht sehr klug so etwas öffentlich zu machen. Des weiteren sollte auch klar sein, dass eine vorgeschobene (vor allem psychische) Erkrankung mal eine Berufsunfähigkeitsversicherung (beinahe) unmöglich macht.

Wie das jetzt genau mit Urlaub und frei aussieht, dafür fehlen zu viele Angaben. Mein Mann geht auch sechs oder sieben Tage am Stück arbeiten, hat aber dann eben unter der Woche zwei oder drei Tage frei. Seit einem Jahr kein Urlaub bedeutet auch noch lange nicht etwas unrechtmäßiges, denn er kann seinen Urlaub trotzdem letztes Jahr genommen haben und muss dieses Jahr einfach nur warten.

Zum anderen stellt sich mir die Frage, warum man unbedingt jetzt das frei braucht und damit nicht bis Oktober oder November warten kann. So eine lange Autofahrt ist mit einem 2 Monate alten Säugling kein Spaß und erst recht keine Erholung, weder für die Eltern noch für das Kind. Und nur weil die Eltern das Kind noch nie gesehen haben, dass so übers Knie zu brechen, weiß ich nicht, ob es das wert ist.

viele Grüße

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