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Lange Kündigungsfrist - geht freistellen lassen?

7'morFrixgan7 hat die Diskussion gestartet


Hallo zusammen,

Ich würde gerne über kurz oder lang gerne aus verschiedenen Gründen meinen Job wechseln. Im Moment habe ich einen unbefristen Arbeitsvertrag, der allerdings die in meinen Augen endlos lange Kündigungsfrist von 6 Monaten hat. Stellenangebote sind in der Regel aber ja "ab sofort" ausgeschrieben - schon klar, dass das nicht heißt "ab morgen", aber die meisten Arbeitgeber stellen sich wohl schon einen Bewerber vor, der innerhalb der nächsten 1-3 Monate anfangen könnte und nicht jemanden der (vom jetzigen Zeitpunkt ausgehend) sagt: "Ich komm dann mal Anfang März vorbei."

Daher die Frage: Ist es einfach, sich als Arbeitnehmer im Fall einer Kündigung freistellen zu lassen (natürlich unbezahlt), um dann bei einem neuen Arbeitgeber anzufangen? Ich wüsste keinen Fall, in dem das in meiner Firma je jemand gemacht hat, allerdings haben sich die meisten Leute, die im Lauf der Zeit gegangenen sind eher selbstständig gemacht, hatten also nicht den unbedingten Zeitdruch, parat stehen zu müssen.

Zur Info: Ich habe einen Job, der nicht in der Führungsebene ist, kenne also keine großen Betriebsgeheimnisse. Allerdings habe ich ziemlich viel Kontakt zu Geschäftspartnern, Kunden und Multiplikatoren, so dass es wenig Sinn machen würde, mich "durchzuschleppen", wenn ich keine Lust mehr habe...

Hat jemand Erfahrungen?

Antworten
T[hxofu


hilft dir jetzt sicherlich nicht, aber ist denn eine Kündigungfrist von 6, in worten "SECHS" MONATEN (!) überhaupt rechtens?

Also sowas is mir noch nie untergekommen Oo

w}eisnicJhtmzehxr


@ thofu

das ist rechtens... bekommen festangestellte ab einer gewissen zeit im betrieb (CH: 1 jahr), bei ZA-mitarbeitern ist die zeitspanne etwas länger (CH: zum glück gleich geregelt wie bei festangestellten) - aber die bekommen auch diesen schutz...

es wird begründet mit "als schutz für leute, welche lange im job (=unflexibel da "fuss gefasst") sind, um eine chance zu schaffen, sich bei einer entlassung auf die neue situation einzustellen"...

das du die 6monate-frist nicht kennst, ist eigentlich ein armutszeugnis an diejenigen, welche die zeitarbeit so forcierten... bedeutet es doch nichts anderes, als das was die ZA-gegner immer prophezeiten: missbrauch der za, um den (das sagt ein schweizer) sehr starken kündigungsschutz in deutschland zu umgehen... :-/

@ 7morrigan7

als arbeitsloser sag ich dir:

wenn du den job wechseln willst, musst du dich hald mit deinem "schicksal" abfinden und auf stellen mit antrittsdatum nach kündigungsfrist bewerben... ich wäre froh, hätte ich eine solche frist (und überhaupt einen job)

als einer, der seinen letzten job auch aus "verschiedenen gründen" (wohl andere als bei dir) los geworden ist (war so halb freiwillig gegangen):

such nen job, erklär "ungekündigtes verhälltnis", wenn du nen (besseren) job auf sicher hast der eine vor-kündigungsfrist-anfang benötigt, versuch dich mit deinem boss auf eine kündigung ausserhalb der frist zu einigen (oder ähnliches)... immernoch besser als eine freistellung zu provozieren/riskieren - die fällt früher oder später wieder auf dich zurück, und das wenn du es am wenigsten brauchen kannst...

ffsxi


Die Gesetzliche Kündigungsfrist ist 4 Wochen zum 15. oder ende des Monats bei längerer Beschäftigung ändert sich die Frist nur für den Arbeitgeberauf:

1. zwei Jahre bestanden hat,

einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,

2. fünf Jahre bestanden hat,

zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats

3. acht Jahre bestanden hat,

drei Monate zum Ende eines Kalendermonats

4. zehn Jahre bestanden hat,

vier Monate zum Ende eines Kalendermonats

5. zwölf Jahre bestanden hat,

fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats

6. fünfzehn Jahre bestanden hat

sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats

7. zwanzig Jahre bestanden hat,

sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Quelle:[[http://anwalt-im-netz.de/arbeitsrecht/kuendigungsfristen.html]]

Wenn im Tarif- oder Arbeitsvertrag längere Fristen vereinbart werden ist das rechtens, wenn der Arbeitgeber mindestens genausolange Kündigungsfristen wie der Arbeitnehmer hat.

Der Arbeitgeber hat kein Interesse an Mitarbeitern die bereits innerlich gekündigt haben, deshalb soltest du dir eine neue Stelle suchen, und dann mit deinem Arbeitgeber über die Kündigungsfrist verhandeln, wenn er dich nicht wirklich Dringend braucht, wird er dich sofort aus dem Arbeitsverhältnis Entlassen.

2. Möglichkeit du läst dich von Ihm Fristgerecht Kündigen, dann hast du in dem Fall das du keine Stelle findest Anspruch auf Arbeitlosengeld, in diesem Fall solltest du allerdings Vorsichtig sein das aus der Fristgerechten keine Fristlose Kündigung wird.

@ Weisnichtmehr

In Deutschland sind solche langen Kündigungsfristen mehr als unüblich, gerade ZA-Firmen haben in den ersten 2 Wochen 2 oder 3 Tage

w3eisoni)chtmve`hxr


also waren diese - mir bekannten - fristen in D wohl eher spezielle regelungen... eigentlich schon krass... klar irgendwo durch auch verständlich, aber wenn man sich mal so überlegt das einer, der seit 5 jahren dort ist, in zwei monaten "draussen" ist...

obwohl - ich seh grad, hier hat's auch geändert :-o

" Das Arbeitsverhältnis kann im ersten Dienstjahr mit einer Kündigungsfrist von einem Monat, im zweiten bis und mit dem neunten Dienstjahr mit einer Frist von zwei Monaten und nachher mit einer Frist von drei Monaten je auf das Ende eines Monats gekündigt werden.

Diese Fristen dürfen durch schriftliche Abrede, Normalarbeitsvertrag oder Gesamtarbeitsvertrag abgeändert werden; unter einen Monat dürfen sie jedoch nur durch Gesamtarbeitsvertrag und nur für das erste Dienstjahr herabgesetzt werden. "

naja was will man, will man ne gute behandlung muss man wohl in's obere management oder gleich selber arbeitgeber werden... :-/

fcsci


Die Damen und Herren im oberen Management haben auch nicht besser, sie haben meist Beraterverträge die von heute auf morgen gekündigt werden können und haben keinen 8 sondern 16h Tag.

nayra


Vermutlich hast du da nicht viele Moeglichkeiten wenn du wirklich ungluecklich mit dieser Stelle bist.

-Du kannst entweder so lange suchen bis du tatsaechlich eine Stelle findest die sich darauf einlaesst, dass du erst 6 Monate spaeter beginnst. Was vermutlich recht lange dauern wird.

-Oder du kuendigst jetzt auf in 6 Monaten mit dem Risiko bis dahin nichts zu finden und arbeitslos zu werden.

-Oder aber du suchst eine Stelle und laesst dir den Vertrag geben fuer in 2 Monaten aber bevor du unterschreibst suchst du das Gespraech mit dem jetzigen Arbeitgeber und machst klar, dass du wechseln moechtest weil du dich im Unternehmen nicht wohl fuehlst und ein Angebot haettest fuer in 2 Monaten und bittest um Anerkennung der Kuendugung in Gegenseitigem Einverstaendnis. Meiner Erfahrung nach lassen sich Arbeitgeber darauf ein einen Menschen frueher gehen zu lassen statt ihn durch zu ziehen. Aber du hast das Risiko, dass deine Kuendigung erst in 6 Monaten angenommen wird, das Angebot verfaellt und du ohne Job dastehst ...

7,mo3r+rigaxn7


Also ich hatte diese Kündigungsfrist von Anfang an (bin erst seit ca. 2 Jahren in der Firma) und habe auch die selbe Frist, wenn mein Arbeitgeber mir kündigt (es sei denn es gäbe Gründe für eine unbefristete Gründung). Ich würde meinen Arbeitgeber auch nicht dahin "provozieren" wollen, dass er mich freistellt, sondern schon offen mit ihm reden. Ich sehe eben auch die zwei Seiten:

Einerseits kann mein Arbeitgeber eigentlich niemanden mehr beschäftigen wollen, der innerlich längst woanders arbeitet, aber sehr viel Kontakt nach außen hat, wo Motivation und gute Laune Pflicht sind.

Andererseits muss die Arbeit aber ja schon gemacht werden und es gibt tatsächlich einige Dinge, für die aktuell nur ich zuständig bin, die also entweder auf kollegen abgewälzt oder schnell auf einen nachfolger delegiert werden müssten. Und da könnte ich mir gut vorstellen, dass mein Chef sagt: "Nö, da bleibst du jetzt mal schön bis zum vertraglichen Ende da, damit wir die Nachfolge in Ruhe regeln können und bis dahin noch jemanden haben, der den Job gut und routiniert erledigt."

Nur um das klarzustellen: Ich mache meine Job im Großen und Ganzen sehr gerne und habe auch keinen Grund zu glauben, dass mein Arbeitgeber mich sowieso ganz gerne loswerden würde. In erster Linie möchte ich wechseln, weil ich eine Stelle in der Nähe meines Freundes finden will, außerdem kommen noch andere Gründe dazu, z.B. dass ich mit der Branche, in der ich aktuell arbeite nicht ganz glücklich bin und dass ich mich natürlich irgendwann auch weiterentwickeln will, was Verantwortung, Aufgabenbereich etc. angeht. Bei meiner jetzigen Stelle ist das eher ausgeschlossen. Der Wechel muss auch nicht "jetzt sofort" sein, sondern vielleicht irgendwann innerhalb des nächsten Jahres... bei einer so langen Kündigungsfrist, ist das aber nicht mehr fern ;-)

7Ymorrbiganx7


Äh, unbefristete Kündigung meinte ich natürlich.

p6aspa07


Meine Frau hat 6 Monate zum Jahresende Kündigungsfrist. Kündigt sie im August, muss Sie (theoretisch) noch bis zum Ende das darauf folgenden Jahres (also fast 1,5 Jahre) bleiben.

Praktisch wechseln Ihre Kollegen natürlich trotzdem, die haben auch diese Kündigungsfristen. Der alte AG hat ja kein Interesse, jemanden länger zu halten, als er noch etwas zu leisten bereit wäre. Also wird es dann - abhängig von irgendwelchen Sachzwängen und Nachfolgeregelungen - eine gewisse Verhandlungsbereitschaft geben.

Hat der neue AG Interesse an dem Mitarbeiter, so wird er sich auf einen Vertrag mit "wenn dann"-Bedingungen einlassen. Z.B. "Vertragsbeginn ist zwischen Oktober und März, sobald AN verfügbr. AN wird alles daran setzen mit dem alten AG eine kurzfristige Regelung in Verhandlungen zu erzielen...". Sowas halt. Und dann heisst es: Reden, verhandeln, überzeugen.

p6apSa0x7


Ach so, übrigens solltest Du nicht um "Freistellung" verhandeln, sondern dann auf eine "Aufhebung". Im ersteren Fall bist Du nämlich immer noch angestellt und kannst keinen zweiten Job antreten, Du musst nur nicht hin und kriegst (je nach Vereinbarung) kein Geld. Im zweiten Fall ist der Vertrag dann vorzeitig beendet und Du bist frei für einen neuen Job. Das nur am Rande.

w#eisInichotmxehr


@ fsi

joah aber sie werden entsprechend den bedingungen und arbeitszeiten bezahlt... der kleine "arbeiter" unten hat zuweilen auch keine 8stunden-tage (sondern mehr), kriegt aber nur die 8 stunden, und zu den arbeitsbedingungen die man hat, sag ich mal nix... (und ZA, welche die "manager-vorteile" - von einem tag auf den anderen gekündigt - haben, ganz zu schweigen, die haben noch weniger kohle als angestellte...

aber das ist OT... :-)

@ TE:

ich schliess mich dem an, was papa07 sagt...

s?chneiHderixn


Hi morrigan,

du solltest erst kündigen wenn du ne neue Stelle hast. Erstens kannst du dich nicht darauf verlassen das du schnell wieder eine Stelle bekommst und zweitens ist es so das wenn du kündigst eine drei Monatige Sperre hast vom Arbeitsamt. Einen Aufhebungsvertrag kannst du machen, aber bedenke die Arbeitsstellen liegen nicht auf der Straße.

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