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Sportbefreiung in der Ausbildung

c2ejoxur hat die Diskussion gestartet


Hallo,

ich habe folgendes Problem: ich möchte eine Ausbildung zur Buchhändlerin machen, jedoch taucht im Lehrplan Sport auf. Ich hab diverse gesundheitliche Probleme und möchte mich vom Sportunterricht befreien lassen, wobei ich einen Amtsarzt zurate ziehen muss. Ich stell mir darunter allerdings einen sehr strengen und irgendwie auch unsensiblen Arzt vor und wollte fragen ob jemand damit Erfahrungen hat (speziell im Raum Dortmund) und mir vielleicht mitteilen kann, wie wahrscheinlich es ist dass das problematisch wird - oder auch nicht. Ich mache mir sehr große Sorgen deswegen und daher die Frage.

Meine gesundheitliche Lage ist die folgende - ich habe das Kiss-Syndrom, das vermutlich noch recht unbekannt sein dürfte. Aufgrund einer schwierigen Geburt ist meine Nackenstruktur irgendwie "falsch" und dadurch recht instabil. Das ist heilbar, allerdings nur durch "Geraderücken" der Knochen, was nur bis zum 12ten Lebensjahr möglich ist, da sich dann die Knochen verhärten. Diese Behandlung würde eine Weile in Anspruch nehmen, bei mir wurde das ganze aber erst kurz vor der Aushärtung der Knochen festgestellt und kommt somit nur sehr, sehr bedingt und nicht wirklich ausreichend behandelt werden.

Die Konsequenzen für mich sind fast durchgehend Kopfschmerzen und bei Stürzen, Stößen oder ähnlichem (bspw bei Ballspielen) eine höhere Gefahr einer gravierenden Nacken- und Genickverletzung. Das ist um ehrlich zu sein meine Hauptsorge, ich hab dementsprechend natürlich auch Angst etc.. Somit fällt Ballsport schonmal weg. - sowie andere Sportarten auch bedingt, durch die Kopfschmerzen die wirklich immens werden teilweise.

Desweiteren ist durch das Syndrom mein Gleichgewicht ziemlich eingeschränkt, ich kann nicht Fahrrad fahren, habe beim Tanzen (auch teil des Lehrplans) koordinationsschwierigkeiten und auch Geräteturnen ist für mich unmöglich. Hoch oder weit springen ist nicht drin, Barren oder ähnliches auch nicht..

Sogar joggen ist sehr schwierig da durch die Erschütterung die Kopf- und Nackenschmerzen sich verstärken. Von Rennen oÄ ganz zu schweigen.

Beim Schwimmen schränkt mich das auch ein, nur starres Brustschwimmen ist möglich, mit dem Kopf unter Wasser bin ich völlig orientierungslos (also kein Tauchen, kein Kraulen, kein Reinspringen), sogar im Wasser fällts mir schwer nicht unterzugehen.

Desweiteren hab ich Kreislaufschwierigkeiten, was nicht wirklich mit der Kondition zu tun haben kann, als ich früher noch nicht wusste dass die Kopfschmerzen daher rühren und dadurch auch noch viel schlimmer werden, lief ich regelmäßig und meine Kondition war gut, ich war nicht aus der Puste oder so aber hab Herzrasen bekommen, schwarz vor Augen, schwindlig etc, das hab ich auch im Alltag oft, dass mir einfach so schwummrig wird etc..

Was auch noch zu erwähnen ist, dass ich einen Gelenkkapselausriss am rechten Ring- und eine Operation (wegen Panaritium) am rechten Mittelfinger hatte und sich die Finger trotz Training zwar im Alltag wieder bewährt haben, im Sport jedoch auch ziemliche Schmerzen hervorrufen.

Meine Wirbelsäule ist in einer C-Form gekrümmt.

Da sich aber bis auf das mit dem Genick aus dem Sport vermutlich keine LANGfristigen Konsequenzen ergeben, sondern Kurzfristige (hauptsächlich starke Schmerzen) weiß ich nicht, ob ich da auf eine Attestierung zählen kann und mache mir große Sorgen dass dadurch meine Ausbildung gefährdet ist.

Für wie wahrscheinlich haltet ihr es, dass sich dabei Probleme ergeben könnten? Oder habe ich auch die Chance auf ein Attest, wenn es "nur" Schmerzen sind, die man ja nicht nachweisen kann?

Ich danke euch, dafür dass ihr den Text bis hierhin gelesen oder überflogen habt und ich würde mich über Antworten sehr freuen, denn das nagt sehr an mir..

Antworten
SAhceexp


Aufgrund deiner Beschwerden hast du ja sicher schon während deiner Schulzeit ein Attest gehabt, oder? Wenn ja, dann dürfte es sicher kein Problem sein, wenn dir jetzt wieder eins ausgestellt wird. Überhaupt sehe ich hier nicht das Problem, dass dir keins ausgestellt wird. Ich hatte während meiner Schul- und BErufsschulzeit auch ein Attest. Eher ein Teilattest. Durfte zwar Sport mitmachen, aber keine Sportarten die mit Sprüngen zu tun hatten oder Dauerlauf. Bei mir hat dann der Orthopäde die Teilbefreiung angeornet. Mit dem Schriebs vom Orthopäden bin ich dann immer zum Amtsarzt. Die Prozedur musste jedes Jahr wiederholt werden.

c>ejoxur


Tja, der Unterschied wäre hier, dass ich vorher nur ein Attest vom Hausarzt hatte, was an der Berufsschule nicht mehr ausreichend ist. Aber vielen Dank für deine Hilfe, das ist sehr aufmunternd :)

Briqenex81


Auch wenn der Name Amtsarzt ist, gibts auch da gute und schlechte, sowie Hausärzte etc. Wenn du dahin gehst, brauchst du keine Angst haben. Wichtig ist,dass du am besten alle Krankenunterlagen mitbringst, zur not vorher von deinen behandelnden Ärzten geben lassen, damit er sich ein genaues Bild machen kann. Ich denke nicht das es mit der Erkrankung schwierig wird eine solche Befreiung zu bekommen. Ich hatte in der Schule eine Sportbefreiung auf die gesamte Schulzeit hinund das musste ich damals auch vom Amtsarzt holen.

Also keine BEdenken dabei.

s|unnyk806


Ich hatte während meiner Schulzeit zwar kaum Atteste, was ich darf und was ich nicht darf (war den Lehrern allgemein zu heikel bei vielen Sportarten mich teilnehmen zu lassen), aber dafür während meiner Berufsschulzeit. Der Schule reichte ein Attest meines Hausarztes. Trotzdem habe ich schon viel mit Amtsärzten, durch diverse Ämter zu tun gehabt. Überwiegend waren die alle recht grummelich, aber da ich denen immer meine Unterlagen mitgenommen hatte, (Unterlagen von sämtlichen Untersuchungen, Klinikaufenthalte und Röntgenbilder), sind diese Untersuchungen so weit immer positiv ausgefallen. Ich denke auch, das Du gute Chancen auf ein Attest hast, nimm einfach alles mit was Du über Deine Erkrankungen auftreiben kannst (Dein Hausarzt oder andere Ärzte sollen Dir Kopien Deiner Unterlagen machen)

Ich wünsch Dir viel Glück! :-)

Lzacdosxte2x2


habe mich früher in der gymnasialzeit auch vom hausarzt krankschreiben lassen, irgendwann planten die lehrer nen zwergenaufstand und ich musste zur amtsärztin.

sah sie meinen rücken an und saget: mhhh ja, jaaaaaaaaa, oh jaaaaaa das glaub ich dass sie schmerzen haben, ich schreib ihnen das attest dann aus!

bums aus fertig.

mal abgesehen davon: sportunterricht für buchhalterin, haben die den knall nicht gehört?

coecjour


Vielen, vielen Dank für all die lieben und aufmunternden Worte!

Ja, ich finds auch bescheuert dass Sport da notwendig ist - vor allem weils wirklich das ganze Spektrum trifft, was noch fehlt wäre Skilanglauf oder so.

Dank euch hab ich jetzt wesentlich weniger Bedenken.. dankeschön, ich fühl mich schon viel besser und steh dem nicht mehr so ängstlich gegenüber :)

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