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"Ekelgrenze" von Ärzten/Medizinstudenten

TfhoSfu


Thofu, mußt Du nicht ein Pflegepraktikum nachweisen? Da hättest Du doch die Gelegenheit, einen Kontakt zum OP anzuknüpfen.

Nein, das muss ich hier in Österreich nicht vorweisen und schlau wie ich war, bin ich auch damals auch zum Heer gegangen, hab also keinen Zivildienst gleistet. War jetzt so im Nachhinein gedacht bis jetzt eigentlich der größte Fehler meines Lebens ;P

Daher rühren ja auch meine Sorgen, ich hab so selber noch nie Kontakt zum Beruf gehabt. Eben nur durch div. Krankenhausaufenthalte und kleinere Operationen und Wundversorgungen ;P

Das hat mir gereicht, um zu sagen, ich will Arzt werden. Tieferen Einblick in die Materie hab ich nur druch einen Freund, der jetzt Med im 1. Semester studiert.

OZbSeS(sIoN


ich würde sagen, wenn du den wunsch verspürst, dann machs. im schlimmsten fall merkst du halt, dass es dir doch nicht taugt, dass kann dir keiner vorher sagen. ach und: n einblick in die materie kriegt man im ersten semester nicht ;-D das ist ja noch vorklinik, da macht man nur ganz schlimme physik und biochemie ;-D

TNhoxfu


Er steckt grad im ersten Sezzierkurs? So mi Knie und so xD

In den ersten paar Wochen sind die anscheinend ins kalte Wasser geschmiss worden. Durften also beim Sezzieren an sich nur zuschauen. Jetzt hatter ein Knie, an dem er rumschnibbelt. ^^

O\bSe SsgIoxN


oh sorry, dann weiß ich nicht mehr genau, ob er das auch schon so früh hatte oder nicht. glaub aber ehrlich gesagt noch nicht. umso besser, dass man sofort sieht, mit was man umgehen können muss :-)

W;atexrli


Ich denke man muss sich bei jedem Beruf vorher fragen, ob man was bestimmtes mitbringt. Als Lehrer z.B., ob man mit Kindern arbeiten will und den Lärm erträgt, als Richter ob man damit klarkommt, darüber zu entscheiden, ob ein Mensch schuldig oder unschuldig ist...

Ich finde das kann man selber einschätzen. Wenn du denkst, du schaffst das, dann kannst du Medizin studieren. Bei mir ist z.B. eindeutig klar, dass ich das Nervenkostüm nicht hab, das 100%ig eklig finde und dass ich auch nicht der Mensch bin, der seitenweise biologischen Kram auswendig lernt und ich bin generell jemand, dem Naturwissenschaft nicht so liegt. Wenn man es aber interessant findet und es wirklich deshalb studieren will, dann könnte es ja sein, dass du dann wenn du mal was zerschnippeln darfst richtig "Spaß" dran hast. Also wenn du es wirklich willst, dann wirst du schon das Nervenkostüm dafür haben... sonst wärst du doch gar nicht auf die Idee gekommen. Dann würde dich das doch schon alles beim Gedanken daran nerven. Medizin ist ja jetzt wirklich ein Beruf, wo man sich was drunter vorstellen kann, weil es viele TV-Serien usw. gibt, die natürlich nicht unbedingt zur Realität passen, aber egal... es gibt sicher andere Studiengänge, wo man mehr danebenliegen kann, was einen erwartet...

Es gibt auch immer Pläne, wo drinsteht, was man im Studium alles machen muss, welche Seminare, Praktika usw. Geh das am besten mal durch und gucke, ob da was dabei ist, was dich wirklich stört... ich hab z.B. dummerweise mal was studiert, wo ich zwar wusste, dass Mathe drankommt, aber nicht SO. Und dann passte das gar nicht zu mir. Hätte ich mich mal damit befasst, was genau man da machen muss, hätte ich mich vielleicht davon abbringen lassen. ;-) Ich sag mal so, wenn du schon ein paar Geschichten von Medizinstudenten kennst und das jetzt immer noch gerne machen willst, dann bist du bestimmt auf dem richtigen Weg.

o~rbi{tus


...ich bin generell jemand, dem Naturwissenschaft nicht so liegt.

Das ist ein essentieller punkt, der berücksichtigt werden muss. Wenn man als arzt arbeitet reicht es lange nicht aus einfach nur knochen oder krankheitsbilder auswendig runterbeten zu können (und da gibt es schon unzählige). Man muss sich wirklich für die thematik faszinieren können, muss sich ständig fragen stellen und sich ein leben lang weiter bilden. Auch nach einer 100 stunden-woche muss man sich noch am sonntag abend hinsetzten und die neuersten studien durchkauen um eine optimale versorgung der patienten zu garantieren. Man kann und darf sich nicht auf altes lehrbuchwissen ausruhen. Solltest du diese naturgegebene neugierde für den menschlichen körper (vom kleinsten molekül bis hin zur psyche), für all seine noch immer unentschlüsselten geheimnisse und tücken nicht haben, rate ich dir definitv vom arztberuf ab, denn es wird dich selbst nicht erfüllen.

Ekelgefühle verschwinden mit den jahren, aber dass man wirklich hart im nemen sein muss, sollte ebenfalls klar sein. Einerseits darf man sich das tägliche erkranken und sterben seiner patienten nicht zu nahe kommen lassen, andererseits darf man nicht zum kalten eisblock werden. Die suizid- und suchtrate ist sehr hoch unter ärzten.

Natürlich kann man irgendwann dann eine nette privatordination einrichten und um 18 uhr heimgehen, aber mind. 20 jahre lang wird der altag etwas anders aussehen. ;-)

*Vgrüxbel*


Hallo ..

Ich studiere zwar nicht Medizin - Ich habe schon was anständiges gelernt ;-D - aber ich bin seit 17 Jahren im Rettungsdienst aktiv dabei..

Irgendwo habe ich den Hinweis auf die heftigen Verkehrsunfälle gelesen - Das ist beim besten Willen nicht das Schlimmste, was man im Rettungsdienst erlebt und auch nicht das, was sooo häufig vorkommt. Da ist zwar mal blutig oder es klafft eine grosse Wunde oder es fehlt auch mal was... Ja, aber das ist im Prinzip nicht eklig, weil ist ja alles "frisch" ... :=o

Viel schlimmer wird es, wenn man zum dritten Mal in der Nacht in eine Messibude muss weil dort jemand mit Zwang und Polizei in die geschlossene eingewiesen wird - In der Bude quillt die Toilette über, der Typ sieht aus und richt (!!!!) so, als würde er direkt daneben schlafen. Und für die flüssigen Ausscheidungen aus seinem Körper ist er die letzten 3 Wochen nicht mehr vom Sofa aufgestanden... DAS ist heftiger als der schlimmste Verkehrsunfall... Ebsno schön ist der bewussltose Betrunkene, der intensivpflichtig auf der Strasse aufgesammelt wird -> Wenn der seinen Magen& Darminhalt aus zwei von drei Körperöffnungen verliert, dann hat niemand Spass daran....

Ach ja, der Einsatz danach ist dann die Leiche, die seit zwei Wochen in der Wohnung liegt, da krabbeln schon kleine Würmchen drin - Den Geruch bekommt man Tage nicht aus der Nase...

Das nur mal als zwei Beispiele..

Für Rettung & Notaufnahme gilt: nur ein Bruchteil der Patienten sind, schlank, hübsch, gut angezoge mit gewaschener Wäsche und natürlich geduscht... Die anderen sind, zusammengefasst, "fies, dreckig und stinken"...

Übrigens: Ich mache es gerne...!!

Der Tipp für den angehenden Mediziner oder den, der es werden wil: Am Anfang ist es hart, weil man halt einfach alles mitmacht... Später dann in der gutgehenden Privatpraxis als Schönheitschirurg hat man die Probleme natürlich nicht mehr..

Noch eine Anmerkung: Viel wichtiger als die "Ekelgrenze" ist aber die psychische Belastung - Ich behaupte, "fest im Sattel zu sitzen" - Aber als wir vor ein paar Monaten eine Baby-Rea hatten und das drei Monate alte Würmchen nicht wieder gekriegt haben, da war ich fertig... ICh habe einige Abende die Tränen nicht aus den Augen bekommen... Auch mit so was muss man umgehen können..

Trotz allem: Ein toller Beruf - aber auch eine Berufung!! Wer die hat: Ab zum Studium....

Beste Grüße

*g*

R0eiki5-foMr-mxe


Ich würde auf jeden Fall erst mal ein Praktikum machen. Ich hatte damals auch vor Krankenschwester zu werden und habe mit 14 Jahren anfang der 80er ein Praktikum im KH gemacht. Obwohl man als Praktikant ja eigentlich vieles nicht zu Gesicht und Gehör kriegen sollte habe ich es trotzdem. Eine Schulkameradin lag bei mir auf Station nach einem Unfall, sie lag dort insgesamt 8 Monate.... Die Oberschwester hat mir die Unfallbilder gezeigt, hätte sie gar nicht gedurft, aber trotzdem, war ekelhaft. Dann hatten wir eine Frau deren Ofen ist explodiert und ihre Perlonstrumpfhose hat sich in ihre Haut gebrannt, die ganze Station stank nach verwesung. Jedesmal wenn die zum Verbandswechsel in den OP gebracht wurde, haben wir erst mal gelüftet. Dann musste ich Leute aus dem OP rausholen und auf Station bringen, versorgen, und Alte Leute mit Entzündungen am Po durchs lange liegen musste ich die Wunden säubern und mit Zinksalbe verdoktern. Es gab soviel was ich als Praktikantin tun musste, aber eigentlich hätte nicht tun dürfen. Aber dadurch sind mir die Augen geöffnet worden, das das nichts für mich ist. Ich habe auch ein Greuel vor KH gekriegt, wenn ich da mal jemanden besuchen muss, kommen die alten Geschichten wieder hoch, und ich bin froh die Lehre nicht gemacht zu haben. :)z

T9hofxu


naja das mit dem Praktikum wird eher schwierig werden.

Gehen würde das nur in den Sommerferien, aber ich denke nicht, dass ich einfach so ein Praktiukm an irgendeiner Klinik bekomme?

Ich meine ich habe ja leider keine Ausbildung zum Rettungssanitäter oder ähnlichem und im Medizistudium befinden ich mich ja dann da auch noch nicht?

Zu Deutsch: ich hab ja keine Erfahrung.

Zum Roten Kreuz würde ich mich gern freiwillig melden. Zur Zeit geht das aber auch nicht, weil ich eben Stress im Studium hab und ich darum nicht auch noch für die Prüfung zum Rettungssanitäter lernen kann (oder wäre das zu schaffen?).

Ich könnt aber auch in den Sommerferien zur Rettung gehn, nur zahlt sich das für knappe 3 Monate überhaupt aus? Ich denke nicht, dass die sonderlich viel Freude mit mir haben, wenn ich nach 3 Monaten in ne andere Stadt abhauen ^^

F6entQa


Man sollte beim Medizinstudium bei ALLEN Dinge eine möglichst hohe Grenze haben... egal worum es geht... Ekelgrenze, Frustrationsgrenze, etc... Grenzen werden eigentlich immer ausgereizt. ;-D

Meine Ekelgrenze ist eigentlich nur eine "Geruchs"grenze. Gewisse Gerüche muss man einfach nicht haben. Tolerieren sollte man sie dennoch können. ;-D

um Roten Kreuz würde ich mich gern freiwillig melden. Zur Zeit geht das aber auch nicht, weil ich eben Stress im Studium hab und ich darum nicht auch noch für die Prüfung zum Rettungssanitäter lernen kann (oder wäre das zu schaffen?).

Mit dem deutschen Rettungssystem kenn ich mich nicht aus, aber in Österreich ist es möglich als "Dritter" am RTW mitzufahren... das heißt, ohne eine Saniausbildung. Da kann man also "schnuppern".

E-hemlaligerd NutzeFr (#K325731)


Na ja das gilt wohl nicht nur für Ärzte oder Medzinstudenten. sondern wohl für jeden der in dem Bereich arbeitet. Man gewöhnt sich an alles. ich kann alles ab, nur bei einem wird mir schlecht. Wenn Patienten im Mund bluten und Blutkoagel aussprucken, dann kann ich die Schale nicht mehr halten und muss ganz schnell raus :-/ Alles andere an Körperflüssigkeiten lässt mich kalt ;-D

T$hofyu


Mit dem deutschen Rettungssystem kenn ich mich nicht aus, aber in Österreich ist es möglich als "Dritter" am RTW mitzufahren... das heißt, ohne eine Saniausbildung. Da kann man also "schnuppern".

Aja das geht?

Bin Österreicher =)

Muss ich mich mal genauer zu informieren ;P

FFenxta


Ja, das geht definitiv, hab ich selbst schon gemacht. :)z

T{hoZfu


Na ja das gilt wohl nicht nur für Ärzte oder Medzinstudenten. sondern wohl für jeden der in dem Bereich arbeitet. Man gewöhnt sich an alles. ich kann alles ab, nur bei einem wird mir schlecht. Wenn Patienten im Mund bluten und Blutkoagel aussprucken, dann kann ich die Schale nicht mehr halten und muss ganz schnell raus :-/ Alles andere an Körperflüssigkeiten lässt mich kalt ;-D

Sorry hab den Beitrag überlesen. Is mir natürlich klar, dass diese "Standfestigkeit" nicht nur für Ärzte und Studenten gilt sondern für alle in dem Bereich.

Hab's nur speziell auf den Arztberuf bezogen, weil ich's ja werden will =)

Schönen Tag!

HClobdyn


Meine Ekelgrenze ist eigentlich nur eine "Geruchs"grenze. Gewisse Gerüche muss man einfach nicht haben. Tolerieren sollte man sie dennoch können. ;-D

So geht's mir auch. Aber man kann sich ja z.B. Kampfer unter die Nase schmieren, wenn man schon weiss, dass es schlimm wird ;-D Naja man gewöhnt sich eh an alles. :)z

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