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Hartz-IV-Betroffene, wie lebt Ihr?

aJpple8869


Aha ...dafür sich zur Arbeit aus dem Bett zu quälen ,sollte schon ein bischen mehr drin sein ,als ausgeschlafen Harz 4 zu beziehen ?

Mein Mann legt sich gerade ins Bett um morgen früh um4.15 aufzustehen und 80 KM zur Arbeit zu fahren .

m+illa.1805


LORA LEY

Also bevor das jetzt wieder falsch verstanden wird ich finde diese löhne nicht ok.

aber so ist es doch z.b. in der physio brange so das mittlerweile an jeder ecke eine dieser kleinen praxen steht, die leute aber immer weniger therapien verschrieben bekommen. weil sie einfach durch die krankenkassen vorgeschrieben werden. das heisst bei erkrankung xy sind 6 mal krankengymnastig vorgesehen.

also weniger kundschaft bei meht praxen. dazu kommt auch noch das es z.b. in dortmund alleine drei private schulen gibt die physios ausbilden für verdammt viel geld. das heisst dann auch das es ungefähr jedes jahr 150 neue physios gibt und immer weiter sinkende patienten zahlen.

meine ehemalige cheffin hatte für eine teilzeit stelle fast 340 bewerbungen.

ja was soll ich da machen bzw was soll meine cheffin machen. ich denke schon das man sich da immer der nächste ist und wenn sie genug auswahl hat dann sieht sie doch zu erstmal zu trotz weniger patienten ihre rechnungen bezahlen zu können und ein normales leben zu führen und dann den lohn anzugleichen. nimmt man aber als berufsanfänger nicht so eine scheiss stelle an bekommt man nie erfahrung und kann in andere bereiche wechseln. und ist man erstmal ein paar jahre ohne berufserfahrung kann man am besten die ausbildung neu anfangen.

G,inny P\ottexr


Aha ...dafür sich zur Arbeit aus dem Bett zu quälen ,sollte schon ein bischen mehr drin sein ,als ausgeschlafen Harz 4 zu beziehen ?

Ja genau, Arbeit sollte sich wieder lohnen, deshalb die Forderung nach einem Mindestlohn.

svchnat'tergxusxche


Lora Ley

Schön, du siehst also die Mechanismen, die es quasi ja schon verlange, einen schwarzen Peter möglichst wehrloszu präsentieren um von der eigenen Unfähigkeit und Korruption abzulenken.

Ich glaube, da hast Du mich gründlich mißverstanden. Es geht nicht darum, einen Schwarzen Peter hin und her zu schieben. Es geht darum, daß wir erkennen, mit welchen Mitteln wir geteilt werden, um beherrscht werden zu können.

Sieh Dir diesen Faden an. Immer wieder kommen politische Ansichten zum Vorschein. Meistens sind die gegen eine Partei oder einen Politiker gerichtet. Erst wenn wir in der Masse erkannt haben, daß die Figuren auf der Bühne beliebig austauschbar sind, sehen wir weiter. Denn es spielt doch gar keine Rolle, welche Partei oder Koalition gerade regiert. Es spielt auch keine Rolle, welcher Politiker welche Schnapsidee hat. Da sind ja noch genügend andere, die sie vom Tisch fegen könnten. Die Politik kann immer nur versuchen, die Balance zu halten zwischen den Forderungen der Banken, die sie auf dem Umweg über die Industrie zu befriedigen hat, und den Wählern, die ihr Dasein legitimieren müssen.

Glaubst du wirklich, dass eine Umschulung Frankie 01 (ich kenn jetzt sein genaues Alter nicht) wieder in Lohn und Brot bringen würde? Lächerlich! Ich habe 2 Leute in meinem Bekanntenkreis, einen LKW Fahrer, einen Hochqualifizierten Maurermeister mit Zusatzausbildung Stukkateur, techn. Zeichner. Bauleitung usw. Beide sitzten momentan in Umschulungsmaßnahmen, man möchte sich schier an den Kopf greifen: Die Schulungsmßnahme kostet ca. 3000,- Euro im Monat, um einen ehemaligen LKW Fahrer fit am PC zu machen und ihm kaufmännisches Rechnen beizubringen, damit er in ca. anderthalb Jahren sicherlich einen mit mitte 50 als Berufsanfänger einen Job im kaufmännischen Bereich findet. :-/

Der Frage nach dem Sinn einer Umschulung sollte immer eine andere Überlegung vorausgehen: Wer wird worauf geschult. Wenn man sich ansieht, wie umgeschult wird, dann zeigt sich sehr schnell der über viele Jahre gewachsene Filz. Es gibt eine Reihe von Lehreinrichtungen dafür. Viele sind mit den Gewerkschaften verbandelt. Die haben ein Programm erarbeitet, an das sie sich halten müssen. Ich habe in einem Schulungsunternehmen gearbeitet und weiß, mit welchen Mitteln das Eindringen neuer und marktgerechter Angebote verhindert wird. Hier kann sich nur etwas verändern, wenn die Arbeitslosen nicht warten, was ihnen angeboten wird, sondern Forderungen stellen, was sie lernen möchten.

Meine eigene Umschulung habe ich damals abgelehnt. Es wurde mir nur angeboten, weil ich lange genug arbeitslos war. Aber es war nicht nur inhaltlich nichtssagend, sondern ich hätte mich auch mindestens 2/3 der Zeit gelangweilt. Das war alles schematisch abgearbeitet worden. Der einzige Vermittlungsversuch stand sogar meinem Profil direkt entgegen. Da war explizit das gefordert, das ich genau so explizit als nicht vorhandene Kenntnisse angegeben hatte. Am Ende hat mir ein Lehrgang von nur einer Woche Dauer dann wieder Arbeit gebracht. Aber die rund 5000 DM mußte ich als Arbeitsloser selbst aufbringen. Das Unternehmen gehört nicht von den vom Arbeitsamt gesponsorten.

was es hierbei an Frankies Aussage zu bemängeln gibt, erschließt sich mir auch nicht wirklich, genau so ist es doch, die Leute werden seit Jahrzehnten darauf getrimmt, das alle den Gürtel engerzuschnallen haben und es tendiert immer mehr in die Richtung, dass derjenige, der für sich in Anspruch nimmt von seiner Hände Arbeit satt zu werden, eigentlich schon exorbitante Ansprüche stellt. Somit wird Branche für Branche langsam kaputt gemacht und die Menschen werden immer mehr gezwungen den gleichen Job für weniger und weniger Geld zu machen und immer mehr an Abgaben zu leisten, um den ganzen Wahnsinn am Routieren zu halten

Das ist alles richtig. Nur können wir diese Entwicklung nicht aufhalten, indem wir uns ihr nach dem Vogel-Strauß-Prinzip verweigern. Denn die Verweigerer mögen denken, einen Kampf dagegen auszufechten. Sie kämpfen nur auf dem Rücken der anderen. Und daran habe ich etwas auszusetzen. Das Lohndumping wird nicht dadurch gestoppt, daß wir arbeitslos bleiben und sagen, "Nö, für das Geld nicht." Denn damit genau das etwas bringen könnte, müßten alle mitziehen. Vor allem auch die vielen Arbeitenden. Aber das wird wieder dadurch verhindert, daß wir uns in Gruppen einteilen lassen haben, die jeweils einen anderen Lieblingsschauspieler auf der Bühne haben. Wenn die einen zum Generalstreik aufrufen, werden die Anhänger der anderen schon aus Prinzip sich verweigern.

TUim8batukxu


milla1805

wir haben nunmal ob wir es wollen oder nicht eine welt witschaftskrise die wir kleinen leute hier sicher nicht zu verantworten haben aber wir haben sie nunmal. wir sind nicht mehr in den zeiten in denen es ein wirtschaftswunder gab.

Bist du sicher, dass wir eine Weltwirtschaftskrise haben? Ich meine, woran erkennst du das, außer an den gebetsmühlenartig wiederholten Medienberichten? Zugegeben, für uns ist es sehr schwer, das alles zu überprüfen, was uns da vorgesetzt wird. Aber gerade darum ist eine gesunde Portion Skepsis doch mehr als angebracht, oder nicht? Fakt ist jedenfalls, dass die Unternehmensgewinne in den vergangenen Jahren rasant angestiegen sind, während die Löhne stagnierten bzw. sogar sanken. Dieses Ungleichgewicht hat nichts, aber auch gar nichts mit irgendeiner Krise zu tun.

aber glaubt ihr das ganze wird besser wenn amn sagt ok dann leb ich halt auf kosten des staates?

Der Staat sind doch wir alle. Und wenn wir zusammenzählen, was in unserem Staat erwirtschaftet wird, also von uns allen, dann ist das meines Erachtens genug, um alle im Staat am Leben zu halten. Welchen Grund wollen wir denn anführen, einige davon auszunehmen? Und - mal ganz ketzerisch gefragt - wenn wir die Lebenshaltungskosten einiger Leute nicht übernehmen wollen, wäre es dann nicht humaner, sie auf schmerzfreie Art zu entsorgen?

das glaube ich nicht denn eine wirtschaft funktioniert nur wenn man sie ( auch wenn es schlecht läuft ) ankurbelt. Auch wenn das vielleicht etwas weit hergeholt ist aber hätte es nicht leute gegeben die nach dem krieg geschuftet haben um sich was aufzubauen könnten wir jetzt auch leben wie im kosovo ..................

Die Nachkriegsjahre sind tatsächlich etwas weit hergeholt. Jedenfalls wurde das Wirtschaftswunder nicht durch Niedriglöhne und Zeitarbeit geschaffen. Aber etwas anderes: Was verleitet dich eigentlich zu der Annahme, dass man die Wirtschaft ankurbelt, indem man den Leuten Geld entzieht? Oder habe ich dich nur missverstanden? Einen Großteil der wirtschaftlichen Misere verdanken wir ja gerade dem Umstand, dass die Reallöhne in den letzten Jahren gesunken sind, dass prekäre Arbeitsverhältnisse um sich greifen und in der Folge der Binnenmarkt zum fast Erliegen gekommen ist. Was glaubst du wohl, würde die Wirtschaft mehr ankurbeln? Wenn wir einen Mindestlohn einführen oder wenn wir den Managern noch mal 30 % draufzahlen?


Ginny Potter

Aus diesem Grund fordern ja so viele den Mindestlohn, aber leider fühlen sich sie Damen und Herren Politiker nicht zuständig.

Weit gefehlt! Die Damen und Herren Politiker fühlen sich schon zuständig. Sie sind aber der Meinung, dass Mindestlöhne die Wirtschaft ruinieren. Jedenfalls die Politiker, die derzeit am Ruder sind. Ob das ihre eigene Meinung ist, sei mal dahingestellt. Jedenfalls ist es die Meinung der Wirtschaftsbosse. Ja, wo kämen wir denn auch hin, wenn Unternehmer mehr als 5 Euro bezahlen müssten? Nur leider können diese Flachpfeifen in Nadelstreifen nicht von 12 bis Mittag denken. Arbeitnehmer sind nicht nur Kostenfaktor, Arbeitnehmer sind gleichzeitig auch Marktteilnehmer = Kunden. Wenn auch vielleicht nicht Kunden des eigenen Unternehmens, so aber doch Kunden irgendeines Unternehmens. Wenn diese Arbeitnehmer in der Masse betrachtet weniger Geld zur Verfügung haben, fallen sie als Kunden aus und die Wirtschaft floriert nicht, sondern geht mit Karacho den Bach runter.


Lora Ley

Wenn aber jemand kommt der von meinen 9 Euro 4 abhaben will, hab ich nicht so wenig Verdienst, weil der Markt nicht mehr hergibt, sondern weil hier ein Sklaventreiber-Geschäftszweig entstanden ist, der Milliarden von Euronen umsetzt, indem nichts anderes tut als Menschen von ihrem verdienten Geld einen Großteil wieder abzunehmen.

Dieses Verfahren heißt eigentlich Zuhälterei und steht unter Strafe. Allerdings nur, wenn es sich um Liebesdienste handelt. Bei allen anderen Arbeiten scheint es salonfähig zu sein.

G3inny{ PoIttexr


Weit gefehlt! Die Damen und Herren Politiker fühlen sich schon zuständig. Sie sind aber der Meinung, dass Mindestlöhne die Wirtschaft ruinieren.

Ich meinte damit das sie sich nicht in der Pflicht sehen Mindestlöhne einzuführen. Die Gründe die sie dafür anführen sind echt abartig.

Wenn diese Arbeitnehmer in der Masse betrachtet weniger Geld zur Verfügung haben, fallen sie als Kunden aus und die Wirtschaft floriert nicht, sondern geht mit Karacho den Bach runter.

Völlig richtig, aber das kapieren diese Sesselpupser mit Aktenschrank im Ar*** nicht... :-/

LUorwa LBey


Um den Unternehmen auf diesem Markt das Überleben und damit auch die Arbeitsplätze zu sichern, gibt es die staatlichen Zugeständnisse.

Und damit verrät der Staat letztendlich seine Bürger. Diese exorbitanten Summen die hier Jahr für Jahr aufgebracht werden müssen, sind auf dauer von immer weniger Arbeitnehmern nicht zu tragen. Von den unfassbaren Summen die ständig von der EU verschleudert werden, ganz zu schweigen. (Da mutet es ja schon fast als niedlich an, das Eu Abgeordnete Kinder auf Steuerzahlungskosten in Winterurlaub schicken).

Wir verzögern damit den Untergang, aber wir werden ihn nicht verhindern können.

Wenn man sich im Net mal so umhört, gibt es einige, die der Meinung sind, das die Dinge an sich schon gelaufen sind. [[http://www.youtube.com/watch?v=zL8AAo1zvmo&feature=PlayList&p=7C9B2091FB679317&index=33]] wie immer, wer googelt findet mehr Wenn man sich mal genau umschaut, und das tue ich, seit ich diesen Link hier zur Diskussion gestellt habe: [[http://www.med1.de/Forum/Cafe/376093/]] man man, da kann einem schon Angst und Bange werden.

T0imbhatuku


schnattergusche

Aber in der Praxis reicht Stabilität nicht aus. Um weiter existieren zu können, muß jedes Jahr ein Zuwachs erwirtschaftet werden. Das ist ein Kernpunt im kapitalistischen System.

Da du dich anscheinend mit der Thematik beschäftigt hast, wirst du auch wissen, dass es auch Kritiker dieser Wachstumstheorie gibt. Ich habe ebenfalls heftige Zweifel, ob stetiger Wachstum nötig und überhaupt möglich ist. Allerdings bin ich kein Wirtschaftswissenschaftler und kann nur meinen Menschenverstand benutzen, darum unterlasse ich hier auch jeden Versuch, dir meine Sicht erklären zu wollen.

Eine Gesellschaft ist immer in Bewegung. Dabei wechseln auch die Anforderungen an die Arbeit, die innerhalb der Gesellschaft zu erledigen ist. Der Markt ist dynamisch. Wer einen Beruf gelernt hat, wird einen neuen lernen müssen. Aber Arbeit gibt es, so lange es die Gesellschaft gibt.

Erwerbstätigkeit geht ständig zurück, Dynamik hin oder her. Von 1970 bis 2007 ist zwar die Zahl der Erwerbstätigen leicht gestiegen, gleichzeitig ist aber die Jahresarbeitszeit stark zurückgegangen, sodass sich insgesamt über die Jahre ein Rückgang um 11 % ergibt. Davor kann man seine Augen nicht verschließen. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen, daran kann kein Zweifel bestehen. In der Folge wird uns eine Dauerarbeitslosigkeit beschert sein, mindestens in der jetzigen Höhe, wahrscheinlich aber eher in noch größerer Höhe. Die Frage ist, wie wir damit umgehen.

Natürlich weichen die Zahlen der offenen Stellen stark von den Arbeitslosenzahlen ab. Jeder Arbeitslose ist registriert. Aber bei weitem nicht jede zu besetzende Stelle wird der ARGE gemeldet. Viele Unternehmen wollen sich nicht (oder nicht mehr) mit unmutigen Arbeitnehmern belasten, die nur deshalb kommen, weil sie mußten.

Nicht alle Bewerber kommen, weil sie "mussten", sondern es suchen auch Leute aus Eigeninitiative über die Arbeitsagentur nach Stellen. Wie auch immer, es ist sicher richtig, dass nicht alle Unternehmen ihre offenen Stellen der Agentur melden, aber du willst der Community hier nicht ernsthaft erzählen wollen, dass es ebenso viele freie Stellen wie Arbeitslose gibt? Wir haben 3,6 Mio. Arbeitslose, und das sind nur die in der Statistik erfassten. In Wahrheit werden wir sicher 5 bis 6 Mio. haben. Demgegenüber stehen etwa 500.000 offene Stellen, wovon eine ganze Reihe noch "geförderte Stellen" sind, also gar keine echten sozialversicherungspflichtigen Jobs. Glaubst du allen Ernstes, dass da draußen noch ca. 4 Mio. unbesetzte Arbeitsstellen existieren, von denen niemand etwas weiß? Wenn du das behauptest, bist du ein Phantast.

T%imbqatuku


Lora Ley

Diese exorbitanten Summen die hier Jahr für Jahr aufgebracht werden müssen, sind auf dauer von immer weniger Arbeitnehmern nicht zu tragen.

Richtig, sehe ich auch so, von den Arbeitnehmern ist das auf Dauer nicht zu tragen. Von dem, was im Staat insgesamt erwirtschaftet wird, aber schon. Das BIP ist Jahr für Jahr kontinuierlich gestiegen. Was noch kontinuierlich gestiegen ist, sind die Unternehmensgewinne. Wenn wir also nur ein kleines bisschen an der Verteilung der Gelder feilen und dazu auf den kostenintensiven Büromoloch Arbeitslosenverwaltung und -überwachung verzichten, dann haben wir genau das, was uns retten kann: Das Bedingungslose Grundeinkommen. :)z

fTrankYi 01


Lora Ley

Seit Du hier intensiv schreibst, brauch ich es nicht mehr zu tun ;-)

Super :)^ :)^ :)^

f?rankhi 0x1


Wenn wir also nur ein kleines bisschen an der Verteilung der Gelder feilen und dazu auf den kostenintensiven Büromoloch Arbeitslosenverwaltung und -überwachung verzichten, dann haben wir genau das, was uns retten kann: Das Bedingungslose Grundeinkommen. undefined :)z

Timbatuku

Ja genau! Vorallem würde dann der sich bereits abzeichnende Kanibalismus unter den Leuten zurückgehen. :-/

L8oraI 3Ley


Mill 1805

bzw was soll meine cheffin machen.

Ihr unternehmerisches Risiko nicht auf deinem Rücken austragen ???

Ich habe mich 2003 selbstständig gemacht und hatte wirklich schlechte Zeiten. Am Anfang hätte ich vom Arbeitsvolumen her locker noch eine Angestellte brauchen können, konnte mir aber keine Leisten. Ich habe am Anfang teilweise meine Miete auflaufen lassen, aber meine Angestellten hatten immer pünktlich ihr Geld, teilweise mehr als ich. Mir wäre es nie in den Sinn gekommen, die Leute schlechter zu bezahlen, damit es mir besser geht. Wenn ich selbstständig sein will, ist mir (hoffentlich) klar, dass das Ding in die Hose gehen kann. Bevor alles knallt und alle arbeitslos wären, könnte ich mir vorstellen, mit meinen Leuten zu reden, um die Löhne ggf. eine Zeitlang zu stunden (musste ich gottseidank noch nie) Aber ich kann doch keine Geschäftskalkulation darauf aufbauen, dass meine Leute von ihrer Arbeit nicht satt werden :(v

LToraq LOexy


Ich glaube, da hast Du mich gründlich mißverstanden. Es geht nicht darum, einen Schwarzen Peter hin und her zu schieben. Es geht darum, daß wir erkennen, mit welchen Mitteln wir geteilt werden, um beherrscht werden zu können.

Mir geht es in erster Linie nicht darum, jemandem einen schwarzen Peter zuzuschieben, sondern um Aufklärung. Erst einmal finde ich, man sollte sich mit den tatsächlichen Gegebenheiten auseinander setzten, und sich überlegen, wo die tatsächlichen Schieflagen bestehen. Du schreibst, man sollte am Markt bleiben, weil man sich da besser präsentieren und somit verkaufen kann. Unterschreib ich dir sofort. Aber, selbst wenn alle Arbeitslosen dies beherzigen und vor allem auch beherrschen würden: Es gibt schlichtweg nicht genug Jobs, um allen arbeitsfähigen Arbeitslosen wieder in Lohn und Brot zu bringen. Und es sind ja nicht nur ehemalige Hilfsarbeiter heutzutage arbeitslos. Ich denke mal, ein Ingenieur der von einem recht guten Gehalt irgendwann in Hartz 4 hängt, macht das kaum aus Faulheit.

Das Lohndumping wird nicht dadurch gestoppt, daß wir arbeitslos bleiben und sagen, "Nö, für das Geld nicht."

Stimmt, das liegt aber nicht daran, das der Sklavenjobbetreiber seinen Job dann selber machen kann, es liegt daran, dass er weiß, das er auf jeden Fall jemanden findet, der den Job macht. Du siehst es doch hier, viele sind der Meinung, lieber menschenunwürdig als gar nicht. Und dagegen gilt es halt aufzuklären, ich weiß, im Moment ist es utopisch, aber wenn irgendwann solche Ausbeuter wüssten, das die Masche nicht mehr funktioniert wären sie doch gezwungen, wieder einzuhaken und die Leute anständig zu bezahlen :=o Glaub mir, jeder Unternehmer macht bevor er gar kein Geschäft macht, ein nicht ganz so gutes Geschäft. ;-D

Aber das wird wieder dadurch verhindert, daß wir uns in Gruppen einteilen lassen haben, die jeweils einen anderen Lieblingsschauspieler auf der Bühne haben. Wenn die einen zum Generalstreik aufrufen, werden die Anhänger der anderen schon aus Prinzip sich verweigern.

eben, aufklären und versuchen Denkblokaden einzureißen. o:)

L.orWa LMey


Das ist alles richtig. Nur können wir diese Entwicklung nicht aufhalten, indem wir uns ihr nach dem Vogel-Strauß-Prinzip verweigern. Denn die Verweigerer mögen denken, einen Kampf dagegen auszufechten. Sie kämpfen nur auf dem Rücken der anderen.

Da es momentan ja eh so ist, das wir als Bevölkerung Geldmittel auftreiben müssen, die jeder Beschreibung spotten, bin ich der Meinung, dass ich lieber in einer Gesellschaft lebe, in der es Menschen gesattet wird, ihre Würde unter egal welchen Umständen zu behalten, und bei dem, was tatsächlich jeden Tag an Leitungen aus dem deutschen Steuertopf in alle Welt fließt, ist es doch so, dass die tatsächlichen Leistungen an Arbeitslose doch eher zu vernachlässigen sind, auch wenn das gerne anders propagiert wird. Ich würde es wichtiger finden, wenn die breite Masse sich hier einen Ausweg sucht, anstatt zuzusehen, wie die Spirale immer weiter abwärts führt. Und ja, bevor sich irgend jemand überlegt, dass seine Arbeitskraft tatsächlich nichts mehr wert sein könnte, wäre ich bereit auf einiges zu verzichten, damit solche Dinge die Chance haben, sich zu verändern o:) Mein Traum wäre es, wenn die Wirtschaft von sich aus Mindestlöhne beschließt, weil sie merkt, dass es nur auf dem Papier mit utopischen Zahlen und Renditen halt doch nicht geht. |-o

L*oraV Lxey


Das Bedingungslose Grundeinkommen.

Einer meiner Träume o:) Ich meine ich würde trotzdem arbeiten und ich denke mal, die meisten, die Arbeit haben, auch. Diejenigen, die sich jeden Tag zur Arbeit quälen würden die Existenssicherung benutzen um sich aus dem Arbeitsleben zurückzuziehen und Arbeitslose, die nicht mehr gezwungen sind sich zu rechtfertigen und um ihre Würde zu kämpfen, würden entdecken, dass Arbeiten im Team mit netten Leuten spass machen kann. Die zur Verfügung sehende Arbeit würde auf jeden Fall effizienter erledigt, weil niemand mehr gezwungen wäre. Die Gesellschaft würde schlagartig wärmer und lebenswerter. x:) Also ehrlich, hört sich vielleicht nach Spinnerei an (obwohl für meine Begriffe eher die momentane Sachlage Spinnerei ist) aber mir würde es gefallen in einer Gesellschaft zu leben, in der die Menschen wieder zufriedener sein könnten. @:)

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