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Hartz-IV-Betroffene, wie lebt Ihr?

f$liedyerlvicxh


meine brutto rente ist 1.600 davon ausbezahlt bekomm ich 900 und mittlerweile nur noch 813,62. weil noch die krankenversicherung von 154 und pflegeversicherung von über 90 euro abgeht.

serenity_firefly:

Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt seit 1.1.13 jedenfalls bei mir

1,025% für den Arbeitgeber und

1,275 % für mich, also 2,3 % insgesamt.

Die Aussage mit den 90 Euro ist für einen Betrag von 1600 Euro viel zu hoch.

m-ar_yloUu06x481


Ich glaube bei Rentnern zahlt der Rentner alleine die Pflegeversicherung, wären dann um die 32 Euro.

So aber ging es hier nicht um Hartz IV und wie man damit lebt?

Also wenn ich lese wer Hartz bekommt der lebt gut. Ich verstehe auch immer nicht wenn einige Leute sagen das sie tausende Euro bekommen! Da frage ich mich , wie bescheissen sie den Staat?

Also zu meiner Lage ich lebe unter dem Existenzminimum trotz oder gerade wegen Hartz.

Also die Situation sieht folgendermassen aus:

Zweipersonenhaushalt also meine Tochter (14) und ich, ich bekomme meine Miete bezahlt 499 € + 347 € Hilfe zum Lebensunterhalt + 184€ Kindergeld + 50 € Unterhalt also Barauszahlung 581 €, davon habe ich Strom, Versicherungen, Telefon, Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel usw zu begleichen. Bei mir ist das Geld immer sehr knapp.

Zusätzlich habe ich noch meine Wochenkarte zu meiner Umschulung.

B7äre ntaxtze


Es reicht genau dafür, für was es auch gedacht ist, zum überleben, aber nicht zum Leben.

Ich wäre zum Beispiel dafür, das Menschen mit Handicap bei einem Aushilfsjob die vollen 400 Euro behalten dürfen. Aber an solche ausnahmeregelungen wird ja nicht gedacht.

bLeetZlevjuicxe21


Naja es soll ja auch das Überleben sichern und eigentlich auch nur was übergangsmäßiges sein. Würde es so gut gehen, dass man da gar nicht mehr raus wollte aus der Situation, dann hätte das ganze System schieflage.

Warum sollten dann Leute mit Handycap 220 Euro mehr behalten dürfen? Warum? Was ist Handycap? leute die mehr geld verbrauchen? Leute die keinen job je finden werden? Oder Leute die sich dann auf einer kleinen Behinderung ausruhen?

400 euro plus H4 plus miete bezahlt ist mehr als so mancher VZ arbeiter verdient. (das nur mal als gedankenanstoß)

z5uxza


ähm, für einen großteil der bezieher ist hartz 4 ein dauerzustand ....dazu stellt sich die frage, wie lange wir als gesellschaft durch sog. "aufstocken" nicht wettbewerbsfähige unternehmen subventionieren möchten.

ich finde es äußerst bedauerlich, dass bei klein-klein über den letzten menschenwürdigen cent verhandelt werden muss, geradezu eine neiddebatte besteht, ob denn nun knapp 400,- ausreichend sind für strom, telefon, nahrungsmittel, medikamente usw. , andererseits die besteuerung von großverdienern und auch unternehmern großzügig gehandhabt wird (siehe z.b. der steuerfahnderskandal in hessen) oder unternehmen aufgrund gesetzeslücken gar keine steuern abführen.

es ist erschreckend mitanzusehen, wie die menschen wg ein paar lächerlichen euro aufeinander losgehen - interessant wird es, sollte die arbeitslosigkeit ansteigen ...

die geringen einkommen von so einigen arbeitnehmern sind nicht die schuld von hartz 4-beziehern, sondern vielmehr eine direkte folge der hartz 4-gesetzgebung und der missachtung von grundlegenden tarifvertraglichen und arbeitsrechtlichen regelungen, d.h. beispielsweise sittenwidrigen löhnen. ich finde es mittlerweile bezeichnend für teile unsere gesellschaft, aufgrund eigener tatsächlich gerade mal "lebenserhaltender" löhne anderen mitgliedern der gesellschaft ein menschenwürdiges leben absprechen zu wollen. auf finanziell schwächeren herumzutreten ist eben allemal leichter als selbst für sich einzustehen und z.b. arbeitsrechtliche schritte einzuleiten. meiner meinung ist es ein zeichen von persönlicher schwäche, welche politisch bewusst genutzt wird. wohin dieses geradezu ausspielen von gesellschaftsgruppen führen kann, haben wir in unserer geschichte bereits deutlich erleben dürfen - sie sind der nährboden schlechthin für nationale tendenzen, auf die momentan auch die AfD setzt.

ich finde es sinnvoller, mich für meine arbeitsrechtlichen interessen einzusetzen als anderen ihr äußerst knappes hartz 4 zu neiden - denn mir geht es nicht besser, wenn andere noch weniger als das menschenwürdige mini-einkommen haben. wenn man sich selbst einsetzt, muss man natürlich etwas mehr gesicht zeigen als wenn man neidvoll auf andere herabschaut!

zYuzxa


@ beetlejuice:

für menschen mit sozialgeld ist der hartz 4-betrag ein dauerzustand - bis ans lebensende!

bTeet9leju}ice2x1


Ich sagte es SOLLTE nicht dauerzustand sein ;-)

Realität kenne ich selbst... und neidisch bin ich sicher nicht, ohne Job würde ich persönlich eingehen.

Nur fände ich es eben auch nicht fair für 40 std im Monat das selbe zu bekommen wie für Vollzeit, egal ob vom AG oder vom Staat. Hat nix mit Neid zu tun sondern mit Fairness wie ich finde.

ICsabxell


LadySunshine32

Ich habe hier noch gelesen, dass 1 Euro Jobs als schlecht empfunden werden... (...) Man muss das auch mal so sehen, dass man nicht für die 200-240 Euro arbeitet sondern für sein monatliches Hartz und das Geld aus dem Euro Job.

:)= :)^

So sieht es aus!

Ich verstehe es immer wieder nicht, wie man diese Sichtweise haben kann, dass man doch "nur für XY Euro arbeitet" und mal so ganz locker die restlichen Leistungen unter den Tisch fallen lässt.

Ich empfinde als HartzIV-Empfänger den Staat als meinen "Arbeitgeber". Wenn dieser mir einen Job ermöglicht, bei dem ich noch ein paar (100?) Euro mehr im Monat habe, dann muß ich doch das GESAMTE sehen, oder nicht?

Genauso wenn ich 400 (bzw. 450) Euro-Jobs mache: Das Geld was mir angerechnet wird ist doch kein Abzug – sondern ich habe eben für die Arbeit die ich mache insgesamt so und so viel.

Die Sichtweise darauf zu richten bringt eine ganze Menge – vor allem für das seelische Gleichgewicht ;-)

mMala^gena


Ich würde niemals einen Hartz4-ler beneiden. Doch ich denke, es ist sinnvoll, dafür zu sorgen, dass jeder, der arbeitet, mehr verdient, damit die Motivation bleibt.

I9sabexll


malagena

"Neid" ist bei diesem Thema genauso unangebracht wie in jeglichen anderen Bereichen auch.

Neid ist nichts Faktisches, bzw. somit gar nichts Objektives, sondern ein Gefühl welches ganz individuell von der Persönlichkeit oder zumindest aus der persönlichen, emotionalen Situation eines Menschen heraus entsteht.

Jemandem etwas zu neiden, (Steigerung: somit zu "mißgönnen"), setzt immer Eines voraus: Mit der eigenen Situation unzufrieden zu sein. Ja sogar (insgesamt) frustriert zu sein.

Die Einen neiden – die Anderen versuchen etwas zu ändern oder arrangieren sich mit ihrer Situation und sind im Rahmen ihrer Möglichkeiten glücklich (zumindest zufrieden).

Wie gesagt: Es geht immer um den Blickwinkel. Und den entscheidet jeder für sich selbst.

zpuxza


@ Isabell:

sog. 1-euro-jobs sind leider bereits i.d.r. nicht zusätzlich, schaffen keinen übergang in den ersten arbeitsmarkt, nutzen allerdings den sog. karitativen einrichtungen durch meines erachtens großzügige zuschüsse.

einen guten überblick liefert:

[[http://infosys.iab.de/infoplattform/dokSelect.asp?pkyDokSelect=37&show=Lit IAB lies' mich]]

mSal(agenxa


Ich würde diese 1-Euro-Jobs obligatorisch erklären, im Dienste der Allgemeinheit.

I7sabxell


zuza

Es geht mir bezüglich des 1-Euro-Jobs rein darum, dass ich den Blickwinkel mancher Empfänger nicht verstehen kann.

Sie sehen nicht das Gesamteinkommen welches sie monatlich haben, sondern nur "Ich soll für einen Euro die Stunde arbeiten ??? :-o >:( :|N :|N " – doch dem IST nicht so.

Ich meine, wo ist der Unterschied wenn unterm Strich zwei Arbeitnehmer – einer HartzIV, der Andere "normal" angestellt – monatlich dasselbe rausbekommen?

Ich bin momentan gerade dabei eine Stelle beim [[http://www.bundesfreiwilligendienst.de/ "Bundesfreiwilligendienst"]] (sie vermitteln ehemalige Zivildienststellen) zu ergattern. Dort arbeite ich dann faktisch 40Stunden/Woche für rund 400 Euro, von denen wiederum rund 200 nicht angerechnet werden – ABER: Ich bekomme die sonstigen Leistungen ja noch dazu! Heißt, ich verdiene unterm Strich ganz normal.

Und nicht: Ich arbeite 40 Stunden die Woche für nur 200 Euro – wie kommt man bitte auf diese Milchmädchenrechnung? ":/ :|N

Lediglich darauf wollte ich hinaus ;-)

bgeetleHjuicxe21


Jo isabell ich ja im prinzip auch...

aber da das die alte "Neiddebatte" ist wird auch immer in diese Kerbe geschlagen. Nein ich beneide keinen H4 Empfänger, ich finde es nur ein Unding, dass er quasi nicht würdigt, dass man ihm ein recht ordentliches Leben gewährleistet. Das gibts kaum in nem anderen Land und darüber können wir froh sein.

Das die Löhne zu niedrig sind und nicht das H4 zu hoch, hat damit ja nichts zu tun, seh ich auch so. Oder nein, ich sehe es so das H4 weder zu hoch noch zu niedrig ist. Man kommt damit klar, mehr sollte es eben auch nicht sein, es ist halt ne Grundsicherung.

Ne Familie kommt meist sogar besser klar als ein Single und das find ich auch ok und richtig denn die Kinder sollen nicht drunter leiden. Ich glaub bei Alleinerziehenden wird es da manchmal etwas knapp da fehlt halt der 2. Erwachsene mit seinen 326?'Euro in der Rechnung... aber Papa mama und 2 Kinder haben 1000 Euro plus miete (so in etwa) doch das reicht, wenn beide quasi noch 2*180 dazu verdienen dürfen, mehr haben manche wo einer VZ arbeitet eben auch nicht...

I)sabIell


beetlejuice

Wir gehen beide völlig konform.

Nur hier bitte (auch wenn es wahrscheinlich keine Absicht war @:) ):

H4 Empfänger, ich finde es nur ein Unding, dass er quasi nicht würdigt, dass man ihm ein recht ordentliches Leben gewährleistet

nicht: "DER** HartzIV-Empfänger...weißt schon ;-)...

Ich war und bin schon immer, sehr dankbar für diese Unterstützung.

Eine kleine Einschränkung möchte ich dennoch als einer (;-)) der HarztIV-Empfänger doch noch bringen:

Das Alles gilt nur dann, wenn man das Geld/die Leistung auch regelmäßig erhält. Und das ist nicht immer gewährleistet.

Es ist nicht so, dass man ein Mal beantragt (bzw. jedes halbe Jahr Folgeanträge stellt) – es kann immer mal was kommen, was eine Zahlung plötzlich verzögert. Z.B. passiert es mir immer wieder wenn es um unregelmäßige Minijobs geht, die meinerseits penibel angegeben werden. Da kommt dann solange kein Geld, bis genau ausgerechnet wurde wieviel Abzug und so weiter. Ein Mal dauerte es wegen 500 Euro einmaligem Verdienst meinerseits, drei Monate..... :-/. Dass dies nur gutgehen kann, wenn man einen kulanten Vermieter hat ist dann völlig irrelevant.

Vielen nicht-Empfängern ist das nicht klar. Sie meinen man bekäme monatlich sein Geld und gut ist. Man hätte also so gesehen nie Stress, es fließt..... :-/. :|N :|N

Zumindest für mich ist es nie die Frage ob ich mit dem Geld auskomme oder mich nicht arrangieren könnte – nein, es ist die Unbeständigkeit, die Unsicherheit ob nicht "nächsten Monat wieder was sein könnte.....". Vor allem genau in solchen Zeiten in denen man etwas verändert, eben z.B. wenigstens einen Minijob ergattert. Gerade dann sollte es Einem doch besser gehen, man fühlt sich wieder "nützlich", ausgeglichener, man tut etwas – um dann aber die Angst zu haben, dass die "existentiellen" Gelder (eben für Miete) dann vielleicht doch nicht fließen.....?... ":/

Das geht an die Substanz.

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