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Hartz-IV-Betroffene, wie lebt Ihr?

Echemali=ger NutJzer (1#474901x3)


@ Smaragdauge

Und ja, irgendwie finde ich es tatsächlich richtig, wenn Menschen sich nicht für alles hergeben, nur um es anderen unter die Nase zu reiben, wie: Ja, ICH mache ja noch was für die Gesellschaft, DU aber nicht. Wie schön, wenn man noch jemanden findet, auf den man runterschauen kann. :(v – Nicht jeder, der alles mit sich machen lässt und sich für nichts zu schade ist, nützt der Gesellschaft. Dann würden wir bis heute noch keinen Mindestlohn haben.

Nur dass man bei diesem "für alles hergeben" im Gegensatz zu anderen bei 382 € + Kosten der Unterkunft und Heizung anstatt bei 0 € anfängt und darauf auch nicht ca. 40 % Abgaben zu leisten hat – Grenznutzen-Denken ist hier aber mal sowas von unangebracht. Für manche regulär Berufstätige mit Kindern ist es übrigens eine Frage von +-0 und nicht von 1 € pro Stunde, ob sich ihre Arbeit im Vergleich zu Hartz IV lohnt oder nicht. Ich habe auch nirgendwo davon gesprochen, dass es darum ginge, irgendjemandem etwas unter die Nase zu reiben, sondern auf den handfesten gesellschaftlichen Nutzen aus der erbrachten Arbeitsleistung abgestellt, zumal staatliche Zuschüsse an gemeinnützige Träger, die Aufgaben der öffentlichen Fürsorge erfüllen (und ihre Kosten ggf. durch 1-Euro-Jobs minimieren können), und soziale Grundsicherungsleistungen wie ALG II letztendlich aus einem großen Topf stammen. Niemandem, der vor so einer Option steht, geht's auch nur ansatzweise um eventuelle Einflüsse auf den ersten Arbeitsmarkt, sondern einzig und allein darum, dass die Gesellschaft vielleicht 90 % aus dem erarbeiteten Nutzen abgreift und man selbst nur 10 % – zu wenig im Abgleich mit den so oder so vorhandenen 382 € + KdU. Die zwei häufigsten Sätze, dich ich in meiner Zeit in der ARGE gehört habe, waren "Das steht mir zu." und "Lohnt sich das für mich?".

Eigentlich gilt doch für jeden: Was ich mir nicht leisten kann, kann ich nicht haben?

Es gibt so viele Menschen, die etwas dringend brauchen, sich aber nicht leisten können – warum sollen "Arbeitgeber" dann eine Ausnahme bilden?

Eine reichlich arrogante Denkweise, wenn man bedenkt, dass man in so einer Situation bei Lichte betrachtet mit denen im selben Boot sitzt. Hier stellt sich auch die Frage: Warum können sich die betreffenden Arbeitgeber etwas nicht leisten? Vielleicht aufgrund der hohen Lohnnebenkosten, die wiederum zum Teil für die soziale Grundsicherung entstehen? Wie ich schon sagte – das Ganze hat etwas davon, sich selbst auszubremsen bzw. am Ast, auf dem man sitzt, zu sägen.

IYsa>be[ll


smaragdauge + zuza

Ist ja Alles schön und gut, in einigen Teilen Eurer Argumentation aus der betreffenden Sicht, gebe ich Euch auch recht.

Doch wenn ich von "1-Euro-Jobs" spreche, dann fast ausschließlich aus der Sicht eines HartzIV-Empfängers.

Wenn Du keine Arbeit hast, aber arbeiten willst, unter Leute willst, etwas Sinnvolles tun (und ja, auch Essen reichen an die, die es nicht selbst können halte ich durchaus für sinnvoll, alleine aus dem sozialen Aspekt heraus)...dann ergreifst Du diese Gelegenheit. Du kommst (regelmäßig) raus, Du wirst gebraucht....besser als gar nichts.

Hinzu kommt noch:

SO viele 1-Euro-Jobs gibt es nun auch wieder nicht wie es immer dargestellt wird. Vielleicht in Großstädten, das weiß ich nicht. Aber hier bei uns – ich hatte gerade mal Einen für vier Wochen in den letzten 4 Jahren. Da habe ich weitaus mehr zeitlich begrenzte geringfügige Beschäftigungen....

Smaragdauge

Was ist das für eine Bezahlung bei einer Teilzeitstelle, wo man nach Steuern weniger raus hat als 400 Euro?

Ein HartzIV-Empfänger hat ja noch die Existenzsicherung!

Sagen wir mal ich bekomme 1000 Euro Leistungen insgesamt (nur als Beispiel).

Arbeite für 400 Euro, 200 Euro davon werden an die 1000 Euro angerechnet.

Dann habe ich immer noch 1200 Euro im Monat raus!

Ich verstehe den Gedankengang nicht, man würde ja "nur" 200 Euro verdienen – das stimmt einfach nicht.

Ein paar von Euch gehen einfach zu sehr von nicht-HartzIV-Situationen aus.

Und ja, irgendwie finde ich es tatsächlich richtig, wenn Menschen sich nicht für alles hergeben, nur um es anderen unter die Nase zu reiben, wie: Ja, ICH mache ja noch was für die Gesellschaft, DU aber nicht.

Das ist ja wieder was Anderes. So denkt nun wirklich nicht Jeder, der umstrittene Jobs macht.

Wie gesagt: Mal ein wenig mehr aus der Sicht eines HartzIVlers blicken ;-).

Und was die Arbeitgeber angeht die solche Jobs anbieten: Sicher sind darunter auch ein paar, die die Situation(en) gnadenlos ausnutzen. Aber wie überall gilt auch hier, dass man nicht Alle über einen Kamm scheren kann.

Nimmt man eine kleine Firma, die zwar noch eine Arbeitskraft gebrauchen, sich aber nicht leisten kann? Warum soll ich als HartzIV-Empfänger da nicht mit anpacken, im Monat mit den (beispielhaften) 1200 Euro nach Hause gehen?

Ich nehme Niemandem etwas weg – die Grundsicherung bekäme ich so oder so.

Ich verstehe schon die Argumentation, dass genau dies die schwarzen Schafe/Ausbeuter auf den Plan rufen könnte oder schon tut, ABER es darf Eines nicht übersehen werden:

Ein 1-Euro-Jober ist ja nicht von der Pflicht befreit weiterhin eine "richtige" Arbeit zu suchen, ganz und gar nicht. Solange man HartzIV bezieht, egal mit welchen (Neben)Jobs auch immer, ist man verpflichtet weiter zu versuchen dort rauszukommen.

s5noopyx18


also ich lebe vom amt und halte mich über wasser mit einem 400 euro job,wobei ich sagen muss,hätte ich mein auto nicht gehabt würde ich auch diesen job wiederum nicht bekommen,ich bin psychisch ziemlich am ende,aber die vorstellung nur zuhause zu sitzen macht mich verrückt,also doch dann lieber arbeiten,ich habe von august vom amt gelebt,was ich natürlich immernoch mache,weil mehr arbeiten ist zur zeit noch nicht drinn,ich weiss noch nicht wie es mit mir gesundheitlich weiter geht,ich nehme jezt wieder medis um am ball bleiben zu können und arbeiten zu gehen,ich stecke in einer lebenskriese,es passiert bei mir nicht mehr wie aus den bett aufzustehen und zur arbeit zu gehen,naja wenn meine tochter schule hat stehe ich auch morgens auf wenn ich nicht um 8 uhr auf der arbeit sein muss,ich lebe von harz 4,noch nicht lange,aber mann kann über die runden kommen sind meine erfahrungen,jeder sollte selber mit seinem gewissen zu recht kommen nicht doch den hintern mal raus zu bewegen um zu arbeiten,das baut sich doch selber auf,das selbstwertgefühl

I<sNabIell


snoopy

hätte ich mein auto nicht gehabt würde ich auch diesen job wiederum nicht bekommen

Ich mußte mein heißgeliebtes Auto vor 4 Jahren abgeben, weil ich die nötigen Reperaturkosten nicht aufbringen konnte. Und es ist in der Tat so, dass es trotz guter öffentlicher Verkehrsmittelanbindung eine Unflexibilität hervorruft die ich so nicht erwartet hätte.

Alleine was das Einkaufen angeht oder Arzttermine....

Und die Kosten?

Eine Monatskarte kostet hier um die 50 Euro/Monat. Der Unterhalt für ein Auto würde da nicht erheblich drüber gehen, selbst bei den Spritpreisen nicht (zumindest nicht für die Strecken die ich fahre und meiner Versicherungsklasse).

sFnoo1py18


also ich weiss noch nicht wie es mit mir weiter geht,ob ich es weiterhin mit meiner psyche zu arbeiten,mein psychater wollte mich schon für drei wochen krank schreiben damit ich zur ruhe komme,doch damit würde ich meine arbeit verlieren,weil ich noch robezeit habe und die mich brauchen,wenn ich mein auto verlieren würde,bin ich echt verloren ich wohne in einem dorf weit ausserhalb

uRhu2


Sondern sie bieten Stellen an, deren Arbeitskräfte sie dringend brauchen, aber anders nicht finanzieren können.

Es gibt gewiss einige Vereine, etwa im kulturellen Bereich, die kaum irgendwoher Gelder bekommen. Da wird auch viel ehrenamtlich geleistet. Und ohne geförderte Beschäftigung würde das Ein oder Andere gar nicht gehen.

Aber in der Pflege oder im Krankenhausbereich (wie mein Beispiel), da wird doch ganz schön Geld umgeschlagen (Wie groß mag der Etat des besagten Krankenhauses sein? 50 oder 100 Mill im Jahr ???). Einige Unternehmen in dieser Branche kommen einfach so mit regulären Einnahmen aus. Andere wiederum machen es zu ihrem Geschäftsmodell, nennenswerte Bereiche durch Billigststellen abzudecken. (Ich bin grad nicht im Bilde, es kann sogar sein, dass der ein oder andere Anbieter vom Amt noch Zusatzgelder bekommt für die "Gnade", dass er überhaupt solche Stellen anbietet.) So oder so: Da krieg ich richtig 'nen Hals. Und nochmal: So ein Geschäftsmodell ist einfach bloß parasitär.

W/a`terxli2


Ich hab kein Hartz4, aber lebe ungefähr so beim Hartz4-Satz oder drunter seit einigen Jahren.

Also man kann sich wirklich kaum was leisten: Urlaub, Auto, neue Waschmaschine etc. wüsste ich nicht, wie ich das machen soll, denn wenn 300€ für Essen usw. übrig bleiben, kann man nicht wirklich sparen, wenn man doch mal irgendwie nen bisschen leben will (mal weggehen, mal zu Frisör u.ä.).

Und wenn man sparen will oder mal irgendwas größeres anschaffen will, dann muss man ehrlich gesagt zur Tafel gehen, weil sonst hat man ja nie Geld übrig. Die 300€ gehen für Essen und Schulzeug und Kosmetik usw. sonst echt drauf. Ich zahl dann auch noch GEZ und ein Bahnticket und so (damit ich zu meiner Arbeit fahren kann, wo ich übrigens immer Schiss habe, dass ich die mal verliere und dann wieder ein Riesenproblem hab, was aber eigentlich so riesig nun auch nicht ist, weil man findet schon immer eine neue prekäre Beschäftigung ;-)), also da bleibt echt nix mehr.

Bgäre|ntaOtze


Ich bin aber auch der Meinung, das Harz4 angepasst werden muss. Ich selbst habe ein Handicap und finde dadurch keinen Job, daher kann man bei mir nicht davon sprechen, das es nur übergangsweise ist. In diesem Falle wäre es nur richtig, dass solche Leute wenn sie denn einen 400 Eurojob finden, dieses auch komplett behalten dürften.

m=oonnxight


In diesem Falle wäre es nur richtig, dass solche Leute wenn sie denn einen 400 Eurojob finden, dieses auch komplett behalten dürften.

Finde ich nicht richtig. Schließlich sollen auch diejenigen wieder was zur Kasse beitragen wenn sie schon einen kleinen Job haben. Und es kann ja bei Gott nicht richtig sein, dass ein Mensch der Unterstützung vom Staat bekommt und einen 400 € Job macht, mehr verdient als einer der Vollzeit arbeitet und selber schauen kann wo er bleibt. Menschen mit Behinderungen bekommen sind doch in Mehrbedarf eingegliedert oder nicht? Wieviel macht das denn aus?

KYara&t~ela7dy


Ich selbst habe ein Handicap und finde dadurch keinen Job, daher kann man bei mir nicht davon sprechen, das es nur übergangsweise ist.

Wie viele Bewerbungen hast Du denn im letzten Jahr geschrieben, dass Du diese These aufstellst?

B0ärentcatze


Es ist natürlich auch abhängig, wo man wohnt. Mit aushilfsjob, Miete und der Grundsicherung sollte man aber schon auf 1000 Euro kommen.

E"hemaligerD Nut]zer (#479x013)


@ Bärentatze

Ich bin aber auch der Meinung, das Harz4 angepasst werden muss. Ich selbst habe ein Handicap und finde dadurch keinen Job, daher kann man bei mir nicht davon sprechen, das es nur übergangsweise ist. In diesem Falle wäre es nur richtig, dass solche Leute wenn sie denn einen 400 Eurojob finden, dieses auch komplett behalten dürften.

Du sollst in dem Fall, dass du einen Job findest, bessergestellt werden, weil du keinen Job findest? Da beißt sich die Katze aber ganz gewaltig selbst in den Schwanz ":/

E@hem3aligQer -NAutzer (#525x892)


Und die 1000 EUR soll Dir der Steuerzahler schenken? Tolle Einstellung.....

Bhäreynt1actzxe


Es ging um einen Aushilfsjob.

B>ärenWtqatzxe


Nein, es wären dann ja nur 600 Euro, da man ja selbst 400 Euro verdient.

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