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Hartz-IV-Betroffene, wie lebt Ihr?

ALeessxa


mh, du hast immer noch nicht beantwortet was mit elterngeld und kindergeld ist.

Kindergeld wird vollständig angerechnet im HartzIV-Satz.

Das ist noch so ein Mythos - das man Kindergeld sozusagen noch "dazu" bekommt. Stimmt nicht.

Elterngeld bekommen ALGII-Empfänger normalerweise auch nicht mehr, zumal man das nicht über drei Jahre bekommt.

mnidnigh/taladyx41


elterngeld, unterhalt u kindergeld werden vom h4 abgezogen. also bekommt sie nur miete vom amt und muss mit ihrer tochter von kindergeld, unterhalt u eventuell elterngeld leben.

tzuffKarmxi


Das ist noch so ein Mythos – das man Kindergeld sozusagen noch "dazu" bekommt. Stimmt nicht.

war nur interessehalber.

naja, klar kann niemand mit dem geld große sprünge machen, aber mir ist nicht klar wieso man so gar nicht damit auskommt. entweder man haushaltet schlecht oder keine ahnung?!

ich kenne es ja selbst, bekomme eben auch den regelsatz momentan. aber es geht. wie viel mehr kann denn eine 3jährige brauchen. klar, wenn ich für sie alle neu kaufe, dann klappt das nicht mit dem geld. aber gerade für kinder in dem alter findet man second hand soooo viele top sachen (ebay kleinanziegen ;-) )

ich würde mich eher darauf konzentrieren mit dem geld gut auszukommen, als mit einer anwältin ständig gg das jobcenter anzugehen. zudem würde ich doch schauen, bald wieder zu arbeiten (je nachdem in welchem bundesland man lebt, sollte ein kindergartenplatz möglich sein)

A/ee^sxsa


Ich habe als Single ohne Kind immer verwundert geguckt wenn jemand meinte, HartzIV sei doch viel zu wenig usw. Ich bin damit ohne Kind gut ausgekommen, fand es ok.

Mit Kind sieht das anders aus - seit ich mein Kind habe fällt mir das Haushalten weniger leicht, und mein Sohn ist ja sogar noch klein (erst fünf)

Ich muss wirklich sagen, dass sich da mein Empfinden total geändert hat. Früher war ich wirklich Verständnislos wenn jemand angefangen hat über das "geringe" HartzIV zu jammern. Heut weiß ich dass das tatsächlich sehr auf den Einzelfall ankommt.

Auskommen tun wir. Aber es wird haarig wenn mal eine unvorhergesehene Ausgabe dazukommt. Und ich schaffe es sogar noch was zurückzulegen für Rechnungen usw für Reparaturen usw die mal anfallen können. Mir wurde aber im JobCenter gesagt, ich sei eine der wenigen die es schaffen würde wirklich davon noch was zurückzulegen für nötige Anschaffungen (wobei ich sagen muss das ich im Moment nichtmal eine Waschmaschine habe - wäre mir auch im Moment unmöglich eine zu kaufen).

Weil wir wirklich sehr bescheiden leben, was ja auch ok ist. Aber die Mitarbeiter selbst da meinten schon, dass es zum Leben ok ist. Aber um sich für Rechnungen usw zu wappnen reicht es einfach bei vielen Leuten nicht.

Ich finde man darf natürlich von ALGII nicht zu viel erwarten. Aber ich finde es schlecht das es nicht mehr möglich ist, Anträge zur Übernahme von Kosten für einen gebrauchten Herd zu stellen.. da würde ich lieber fünfzig Euro weniger bekommen aber dafür bei solchen Dingen dann direkt einen Antrag stellen können.

Die meisten Leute schaffen das nicht so einfach. Das ich es schaffe verdanke ich einfach der Tatsache, dass ich sehr lange sehr wenig Geld hatte schon vor HartzIV und bevor ich krank wurde (denn ich bin leider krank) - und daher das Haushalten mit sehr wenig schon vorher gelernt habe.

Dass nicht jeder der auf einmal HartzIV beziehen muss gleich ein Musterbeispiel an guter Haushaltsführung wird ist irgendwie logisch, auch wenn genau das immer wieder erwartet wird... Das muss man eben lernen und auch bereit dazu sein. Klar.

Aber es ist nicht so einfach wie wohl manche glauben.

Ich würde mir ein bedingungsloses Grundeinkommen in Kombi mit einem Mindestlohn für Deutschland wünschen.

Und dann die ganze Energie die jetzt in den HartzIV-Apparat geht, dann in die Ausbildung von Kindern, in die Ausbildung von Arbeitskräften stecken - und viel, viel mehr Energie dareinstecken, dass es den Menschen auch gut geht und sie nicht nur verwaltet werden...

t@uff+armi


Ich muss wirklich sagen, dass sich da mein Empfinden total geändert hat. Früher war ich wirklich Verständnislos wenn jemand angefangen hat über das "geringe" HartzIV zu jammern. Heut weiß ich dass das tatsächlich sehr auf den Einzelfall ankommt.

aber gerade dann verstehe ich nicht, warum man ganze 6 jahre aus dem arbeitsleben aussteigt – zumal nach so langer zeit ja auch der einstieg nicht so leicht sein wird!?

t}uffa+rmxi


manchmal frage ich mich auch, warum in dtschl. der familienzusammenhalt so schlecht ist. in italien z.b. (wo ich länger gelebt habe) da unterstützt jeder jeder, auch finanziell. gut, nicht jeder hat familie (ich habe keine mehr), aber wenn noch eine da ist, bekommt man da gar keine unterstützung, nicht mal in naturalien (essen)??

A%eeDssa


aber gerade dann verstehe ich nicht, warum man ganze 6 jahre aus dem arbeitsleben aussteigt – zumal nach so langer zeit ja auch der einstieg nicht so leicht sein wird!?

Da kommt es auf die Gründe an. Die sind immer wieder unterschiedlich und meistens sieht man es den Leuten nicht an der Nasenspitze an.

Ich habe eine Zeit lang Leute beraten. Oft haben die Leute irgendwelche weiteren Probleme und schämen sich noch dafür - statt zu sagen, warum sie das so machen und nicht "einfach" früher wieder arbeiten gehen.

Bei mir sind es neurologische Probleme, wobei ich auch gearbeitet habe während des zweiten Lebensjahres meines Sohnes. Aber musste dann aufhören weil es einfach gesundheitlich nicht ging.

aber wenn noch eine da ist, bekommt man da gar keine unterstützung, nicht mal in naturalien (essen)??

Nicht jeder wohnt in der Nähe seiner Familie - ich habe lange Zeit gute 500 km entfernt gelebt.

Und ja, ich glaube, bei den meisten Familien wären wohl die meisten sehr erstaunt wenn man sagen würde "gib mir was zu essen, ich kann mir nichts kaufen"...

Man lädt sich gegenseitig gerne mal ein, aber ansonsten führen hier wirklich die meisten Leute ein sehr getrenntes Leben, das stimmt. Man liebt sich, aber führt dennoch getrennte Alltagsleben - trifft sich am Sonntag zum Kaffeetrinken, aber in der Woche sieht man sich nicht...

Ich habe da das Glück das ich jetzt mit meinem Sohn in einem Haus mit seiner Oma und seiner Tante lebe. Daher ist es wirklich so, dass wir uns unterstützen.

Und ich muss auch sagen: ich finde, es muss auch ohne Großfamilie gehen. Einfach weil die hier die wenigsten Leute noch haben.

t}uff4armxi


Nicht jeder wohnt in der Nähe seiner Familie – ich habe lange Zeit gute 500 km entfernt gelebt.

Und ja, ich glaube, bei den meisten Familien wären wohl die meisten sehr erstaunt wenn man sagen würde "gib mir was zu essen, ich kann mir nichts kaufen"...

das war ja auch nur ein beispiel von mir mit den naturalien, weil hier vorhin jemand schrieb, dass es nicht mal mehr für eine warme mahlzeit reicht am ende des monats.

wenn die familie nicht mittellos ist, dann ist die entfernung doch egal – ich würde meine kinder (falls ich mal welche habe) jedenfalls in so einer situation unterstützen, gerade auch wenn kleine kinder vorhanden sind.

wie gesagt, in anderen ländern gibt es nur die familiere und kaum staatliche hilfen – da geht das auch! ;-)

tWuffxarmi


Ich habe da das Glück das ich jetzt mit meinem Sohn in einem Haus mit seiner Oma und seiner Tante lebe. Daher ist es wirklich so, dass wir uns unterstützen.

das ist super u. sicher gold wert! :)^

Apeexssa


das war ja auch nur ein beispiel von mir mit den naturalien, weil hier vorhin jemand schrieb, dass es nicht mal mehr für eine warme mahlzeit reicht am ende des monats.

Das finde ich auch krass und da würde ich auch wahrscheinlich erstmal gucken was man vielleicht im Haushalt ändern könnte... Denn das es nichtmal mehr für Nudeln mit Sauce aus passierten Tomaten und Frischkäse reicht oder für Gemüse mit Kartoffelbrei finde ich schon krass... (das sind nämlich zwei von den Dingen die es bei uns gibt wenn es eng wird *lach*)

wenn die familie nicht mittellos ist, dann ist die entfernung doch egal – ich würde meine kinder (falls ich mal welche habe) jedenfalls in so einer situation unterstützen, gerade auch wenn kleine kinder vorhanden sind.

Carepakete schicken geht natürlich.

wie gesagt, in anderen ländern gibt es nur die familiere und kaum staatliche hilfen – da geht das auch! ;-)

In den meisten dieser Länder sind dann aber eben die aufgeschmissen die das nicht haben.

Selbst in reichen Ländern wie den USA aber ohne funktionierendes staatliches Sozialsystem verhungern tatsächlich Kinder...

Insofern, nein, es funktioniert ohne den Staat eben nicht wirklich.

Was nicht heißt, das man sich auf einem "der Staat wird's schon richten" ausruhen sollte.

Nein, aber die Darstellung das es immer und überall ohne staatliche Hilfe gehen muss ist einfach nicht richtig so.

Was ich auch beobachtet habe, ist, dass es Familien unter HartzIV so lange gut geht wie es noch keine Krisen gibt - keine Krankheiten, keine wirklichen Schwierigkeiten.

Aber Krisen gibt es eben auch in HartzIV-Familien und die werden eben von HartzIV nicht mehr abgefedert.

Und die Familie einzuplanen geht nur bis dem Maß wie auch Familie da ist und sich zuständig fühlt.

S&amearxa26


so nun antworte ich auch endlich mal....

unterhalt vom Kindsvater gibt es bei mir nicht Unterhaltsvorschuss ja und das wird bei der arge mit berechnet....

Elterngeld gibt es nur allerhöchstens 14 Monate und selbst das hat die Arge mir angerechnet.....

und Kindergeld auch,

also ihr stellt euch das so einfach vor mal ehrlich,

wenn man einen Kita oder krippenplatz vorher bekommt dann hat man echt glück mal ehrlich, ich habe meine tochter nach der Geburt bei 8 verschiedenen kindergärten angemeldet und heute noch kein bescheid bekommen obwohl ich da hinterher war!!!

in Elmshorn sieht es schlecht aus damit.....

Ja also kein Kindergartenplatz bedeutet somit, nicht arbeiten gehen können!!!

denn ich habe wie viele andere keine Unterstützung bezüglich der Betreuung des kindes von der Familie!

Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte oder jetzt hätte dann wäre ich definitiv schon am arbeiten,

vor allem gehe ich schon zu tafel was mir definitiv kein spaß macht und Kinderkleidung kaufe ich auf dem Flohmarkt

und angeben bei der arge mit der Anwältin tue ich nicht,

wer Harz 4 bezieht der weiß das das amt auch gern mal bescheißt und nicht richtig berechnet.... ich habe eine beträung von der pro familia geholt um hilfe zu bekommen damit ich mit diesem Geld was ich habe hauszuhalten..... aber leute in von diesem Geld was ich erähnt habe geht miete, Strom Telefon ab und da ist Kindergeld und unterhalt für sie und mich schon enthalten!!! ´

EUherm=aliger PNutzCerw (#393x910)


Bei diesen 865 Euro kann was nicht stimmen, wenn da die Miete komplett enthalten ist. Denn Du bekommst ja für Dich und das Kind um die 600 Euro Grundsicherung + Miete inkl. Nebenkosten außer Warmwasser und Strom, das ist in der Grundsicherung enthalten. Also müsstest Du brutto auf knapp 1000 Euro kommen. Außer die ziehen Dir irgendwas ab, was Du vorher von denen als Darlehen bekommen hast. Kaution z.B. Aber der Abzug beträgt in der Regel max. 10% Deiner Grundsicherung.

Aber das Geld ist knapp, das stimmt schon. Beziehe ja selber ALG II, da ich aufgrund einiger Handicaps ebenfalls keine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekomme. Nur dass meine Wohnung erheblich teurer ist, als das Amt zahlt. Somit bleiben mir von der Grundsicherung ca. 280 Euro und davon geht dann noch der Strom, Internet und Telefon, Haftpflichtversicherung für mich und den Hund (sind zusammen nur 14 Euro/Monat Versicherung) weg. 100 Euro erarbeite ich mir dazu. Davon habe ich aber fast 2,5 Jahre noch ein Nachbarskind mit durchgefüttert und ihm mal hier Socken, mal da nen Puli oder ne Jacke, Schulheft etc gekauft, da Frau Mama sich nicht gekümmert hat. War sehr hart die Zeit, aber es ging.

E`hemaluiger| NutzeJr (#[47901x3)


@ devil_w

Wir ALG II Empfänger bekommen absolut keine Vergünstigungen. Wir bekommen auch nicht immer die vollge Miete bezahlt, sondern nur einen gewissen Satz, der schon extrem veraltet ist. Übersteigt die Kaltmiete diesen Satz, müssen wir den Rest auf die Miete von der Grundsicherung bezahlen.

Vor einigen Jahren bekam man noch eine Waschmaschine, diverse Möbel, Bekleidungsgeld etc. vom Sozialamt.

Heute bekommst man garnichts mehr. Aber muss ja nicht immer alles neu sein und somit kauft man diverse Gegenstände eben gebraucht.

Was diese 1 Eurojobs betrifft. Prinzipiell habe ich damit kein Problem. Nur sollte dort halt auch RÜcksicht auf diverse körperliche Einschränkungen der Arbeitnehmer genommen werden. Passiert dies nicht, so sehe ich das ganz klar als Ausbeute.

Ich stecke momentan in so einer Maßnahme und stoße schon nach ein paar Minuten an meine körperlichen Grenzen, was aber dort Niemanden interessiert. Sagst Du zu denen etwas, wirst Du sofort als faul und aufständisch hingestellt und Dir wird mit Sanktionen gedroht. So darf es einfach nicht laufen. wobei so jemand wie Bärentazte ruhig mal ein paar Tage dort arbeiten sollte

Ich habe ja bereits erwähnt, dass die von mir gewählten Beispiele lokal unterschiedlich sind, aber spätestens bei den Leistungen zur Bildung und Teilhabe, Kita-Gebührenbefreiung oder Rundfunkbetragsbefreiung steht das Vorhandensein zusätzlicher Vergünstigungen außer Frage. Und man kann sich, je nach Perspektive, Vieles schön oder schlecht rechnen, wenn man diesen Aspekt außen vor lässt.

Außerdem würde ich behaupten, dass die wiederkehrenden Teilnehmer an solchen Arbeitsmaßnahmen sich noch weitestgehend realistische Vorstellungen hinsichtlich einer wirtschaftlichen Lebensführung bewahrt haben. Bei den anderen wiederum muss man in der Regel nicht sehr lange nach der Kostenfalle suchen – Zigaretten, mehrere Handyverträge, fünfmal in der Woche teuer an der Imbissbude essen, Ratenverträge, Mahngebühren usw. Irgendwo verbirgt sich meistens mindestens ein gravierender Logikfehler oder Prioritäten werden völlig falsch gesetzt – und genau so viel Integrität haben dann deren Argumente.

LXani1shxa


Hallo,

bin zwar keine Hartz-IV-Empfängerin, aber es gibt auch viele Studenten, die weniger zur Verfügung haben als Hartz-IV-Empfänger. Oft wird das einfach "vergessen" und es heißt immer: "Oh der arme Hartz-IV-Empfänger"...

Ich z.B. habe einen 400-Euro-Job, muss davon meine Miete von 250 Euro zahlen. Bleiben also noch 150 Euro. 100 Euro bekomme ich als Unterstützung von meinem Vater. Sind also 250 Euro und davon muss ich wirklich alles bezahlen.

Denke oft (wenn ich Berichte über Hartz-IV sehe, lese oder mit Hartz-IV-Empfängern spreche, habe selbst welche im Freundeskreis), dass es weniger ist, als ein alleinstehender Hartz-IVler zur Verfügung hat.

Ich muss mit meinem Geld klarkommen,obwohl es noch weniger ist. Und ich schaffe das auch.

Meiner Meinung nach kann man also mit dem Geld, was ein Hartz-IVler bekommt, gut leben. Ich verstehe da die ganze Jammerei nicht. Sorry...

lauXstmo5nster


@ Lanisha:

viele Studenten, die weniger zur Verfügung haben als Hartz-IV-Empfänger.

Das ist wohl schwer vergleichbar. Die Studenten befinden sich in einer (selbst gewählten) Ausbildungsmaßnahme, und haben eine berufliche Perspektive. Studenten betreiben auch meist während des Studiums keine Altersvorsorge, bilden keine nennenswerten Rücklagen, und dieser gesamte Zustand ist üblicherweise zeitlich begrenzt.

All das haben harz4ler nicht.

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