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Hartz-IV-Betroffene, wie lebt Ihr?

Abee\sxsa


Das ist wohl schwer vergleichbar. Die Studenten befinden sich in einer (selbst gewählten) Ausbildungsmaßnahme, und haben eine berufliche Perspektive. Studenten betreiben auch meist während des Studiums keine Altersvorsorge, bilden keine nennenswerten Rücklagen, und dieser gesamte Zustand ist üblicherweise zeitlich begrenzt. :)^ :)z

All das haben harz4ler nicht. :)^ :)z

. :)^ :)z

Elhemaligwer Nu*tzer (#479x013)


@ Aeessa

Das ist wohl schwer vergleichbar. Die Studenten befinden sich in einer (selbst gewählten) Ausbildungsmaßnahme, und haben eine berufliche Perspektive. Studenten betreiben auch meist während des Studiums keine Altersvorsorge, bilden keine nennenswerten Rücklagen, und dieser gesamte Zustand ist üblicherweise zeitlich begrenzt. :)^ :)z

All das haben harz4ler nicht. :)^ :)z

. :)^ :)z

Dieses Argument kann ich wiederum nicht wirklich nachvollziehen. Ein Studium dauert auch nicht mal eben von jetzt auf jetzt, womit die währenddessen gegebenen finanziellen Verhältnisse letztendlich genauso maßgeblich sein können – und sie sind nun mal weitestgehend identisch mit Hartz IV. Und wo bitte und vor allem von was betreiben ALG-II-Empfänger (private) Altersvorsorge? Genauso beruhen alle perspektivischen Vorteile, die Studenten gegenüber ALG-II-Empfängern haben, auf deren Leistungen im Studium, welche man wiederum mit einem Vollzeitjob vergleichen kann. Und akademische Fachkräfte haben natürlich überhaupt keinen Wert für die Gesellschaft %-|

AOeessxa


DoN_

Ich habe leider nicht richtig zitiert - nicht ich habe das geschrieben, sondern Lustmonster - ich habe dem allerdings zugestimmt.

Einfach weil ich tatsächlich denke, dass der Vergleich sehr hinkt - denn die Perspektive die ein Student nach abgeschlossenem Studium hat dann durchaus eine andere ist als die Perspektive die jemand nach (Langzeit)Arbeitslosigkeit hat. Und zwar auch wenn der Langzeitarbeitslose sich sehr um Fortbildung und einen neuen Job bemüht hat.

Dazu kommen noch die vielen psychischen Krankheiten die die meisten Menschen entwickeln wenn sie lange Zeit ohne Job sind.

Akademische Fachkräfte haben mit Sicherheit mehr gesellschaftlichen Wert - sprich: Ansehen - als HartzIV-Empfänger....

Die Perspektive ist da wirklich nicht zu vergleichen...

L0anisxha


Mir geht es auch nicht darum, dass ich eine berufliche Perspektive habe (die ich hoffe wirklich zu haben...auch mit einem abgeschlossenen Studium kann ich nachher ohne Job dastehen.)

Mir geht es darum, dass ich in den 5 Jahren meines Studiums weniger Geld zur Verfügung habe als die meisten Hartz-IV-Empfänger. Und ich bin da kein Einzelfall.

Kenne auch viele Studenten, die nicht krankenversichert sind, weil sie es sich schlichtweg nicht leisten können.

Ich finde nur immer dieses "jammern" so schade. Man kann mit dem Geld, welches ein Hartz-Empfänger hat, gut auskommen. Und meiner Meinung nach muss hier in D. auch kein Kind hungern. Wenn ich da Leute sehe, die die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, weil sie dem Kind angeblich nicht mal ein Mittagessen geben können. Sorry, aber das kann ich nicht nachvollziehen...

Acee5ssxa


DAs hier in Deutschland kein Kind hungern muss - ja, das sehe ich auch so.

Was ich allerdings nicht mehr so sehe: Nein, wenn jemand lange Zeit HartzIV bezieht wird es schwierig damit auszukommen.

Nicht das Alltägliche meine ich damit sondern Ausgaben die darüber hinausgehen. Und die können einen leider treffen.

Ich habe schon einen Brief in der Hand gehabt in dem einer kinderreichen Familie ein Zuschuss zu einem gebrauchten Herd abgelehnt wurde - Begründung, Kinder bräuchten ja aus medizinischer Sicht keine warme Nahrung...

Das Problem bei HartzIV sehe ich auch weniger in den Beträgen sondern eher in der psychischen Wirkung.

Auch ich habe Zeiten gehabt in denen ich weniger hatte als HartzIV - viel weniger sogar.

Dennoch würde ich niemals davon ausgehen das es einem mit HartzIV "gut" geht.

Ich würde sogar sagen, wer lange davon leben muss, wird irgendwann psychisch krank weil es eine unwürdige Lebenssituation ist. Nicht weil man verhungert sondern weil man total perspektivlos ist nach einer Weile.

Und *das* geht in der Diskussion leider unter.

Ich glaube eine Menge der "Jammerei" kommt einfach daher, dass kaum jemand nach einer Weile HartzIV noch psychisch gesund ist.... Die meisten ALGII-Dauerbezieher werden schlichtweg depressiv!!!

A,eeKsxsa


Ich habe schon einen Brief in der Hand gehabt in dem einer kinderreichen Familie ein Zuschuss zu einem gebrauchten Herd abgelehnt wurde - Begründung, Kinder bräuchten ja aus medizinischer Sicht keine warme Nahrung...

Ach ja, ich habe damals in einer Beratungsstelle gearbeitet, der Brief ging an Kunden von mir.

tWuff_armxi


bin zwar keine Hartz-IV-Empfängerin, aber es gibt auch viele Studenten, die weniger zur Verfügung haben als Hartz-IV-Empfänger. Oft wird das einfach "vergessen" und es heißt immer: "Oh der arme Hartz-IV-Empfänger"...

als studentin hatte ich auch weniger als alg2, aber damals hatte ich irgendwie noch ein ganz anderes leben – viel sorgenloser irgendwie. da hatte man zukunftsperspektiven, musste keine krankenkasse zahlen, hatte weniger ansprüche, aß in der mensa, bekam geld von der verwandtschaft zugesteckt zum geburtstag. also, wenn ich heute und damals vergleiche, so ist es nach dem studium wesentlich schwerer geworden mit weniger geld auszukommen – wobei ich es wie gesagt schaffe! ;-)

als student ist man in einer lebensphase der ausbildung – auch schüler u. azubis haben nicht viel geld, aber allesamt haben sie doch einfach die aussicht auf eine verbesserung, das ist bei alg2-empfängern leider nicht immer gegeben. die müssen manchmal längerfristig davon leben.sind vielleicht nicht mehr so jung, haben eventl. krankheiten(chronisch) etc.

außerdem ist es schwerer den lebensstandard auf alg2-niveau runterzuschrauben, wenn man vorher schon gearbeitet hat u. damit ein höheres niveau hatte. das ist bei studenten eben auch nicht so. die hatte vorher nicht mehr, können sich daher leichter mit der situation arrangieren,zumal sie jung und gesund sind (in den meisten fällen) u. mit einem berufseinstieg rechnen.

ich war studentin und bin aktuell alg2-empfängerin - man kann beides nicht 100% vergleichen.

AVekessa


tuffarmi

Das meine ich: Der Betrag den man zur Verfügung hat mag sogar noch geringer gewesen sein als Student - aber seelisch liegen zwischen einem Studenten und einem ALGII-Dauerbezieher derartige Welten dass da keinerlei Vergleich möglich ist...

Und genau diese psychische Situation taucht eben in keinem Klischee vom faulen Arbeitslosen auf - dass eben kaum jemand ein "Vergnügen" darin findet vom Staat abhängig zu sein. Und zwar auch wenn er dabei satt wird, was ich ja gar nicht bestreiten würde...

tyuffaNrmi


Kenne auch viele Studenten, die nicht krankenversichert sind, weil sie es sich schlichtweg nicht leisten können.

dürfte kaum möglich sein, da die unis eine bescheinigung der krankenkasse einholen, sonst kommst es zur exmatrikulation.

zudem greift ja recht lang noch die familienversicherung.

und auch sonst, es besteht in dtschl. seid einigen jahren versicherungspflicht – wer nicht zahlt, der häuft eine menge schulden, die er so oder so zahlen muss (auch später).

im studium habe ich immer gearbeitet u. kam gut über die runden, auch mit super wenig geld.

Ehhemalig_er NCutze=r (#39(3910)


DoN_

Leistungen zur Bildung und Teilhabe

welche Leistungen meinst Du damit?

tDuff6armxi


Ich finde nur immer dieses "jammern" so schade.

das finde ich übrigens auch!

ich habe zu lange im europäischen ausland gelebt, um die leistungen die es in dtschl. gibt - einfach so - schätzen zu lernen.

die meisten menschen tun das nicht, alle wollen immer noch mehr und noch mehr.

t*ufBf'armxi


wenn jemand lange Zeit HartzIV bezieht wird es schwierig damit auszukommen.

Nicht das Alltägliche meine ich damit sondern Ausgaben die darüber hinausgehen. Und die können einen leider treffen.

denke auch, dass alg2 keine langzeit-perspektive sein kann und ist, da kommt man irgendwann wirklich in finanzielle schwierigkeiten.

A\eesKsa


ich habe zu lange im europäischen ausland gelebt, um die leistungen die es in dtschl. gibt - einfach so - schätzen zu lernen.

die meisten menschen tun das nicht, alle wollen immer noch mehr und noch mehr.

Das sehe ich auch so.

Mein Sohn hat mich vor einiger Zeit mal gefragt ob wir "arm" seien. Ich habe dann nein gesagt -und ihm erklärt, dass wir ja immerhin immer genug zu essen ]:D und eine schöne Wohnung haben - nur eben weniger Geld als andere Leute.

Da meinte er dann "Wir sind nicht arm, wir haben nur kein Geld!"

Genau das ist für mich der Unterschied zu anderen Ländern - das man hier durchaus noch existieren kann ohne "Geld" zu haben...

Daher würde ich auch nie unterschätzen das mein Sohn hier halbwegs gut aufwachsen kann trotz seiner chronisch kranken Mama :-)

t,ufcf_armxi


diese psychische Situation

ich muss selbst sagen, dass ich mit meinem alg2-bezug derzeit so gut auskomme und mich gut arrangiere, liegt sicher zu einem großteil daran, dass ich mir berechtigte hoffnungen auf eine bessere zukunft mache. nicht auszudenken, wenn man die nicht hat!

Atee8ssxa


denke auch, dass alg2 keine langzeit-perspektive sein kann und ist, da kommt man irgendwann wirklich in finanzielle schwierigkeiten.

Zumal kaum jemand es wirklich hinbekommt so wunderbar zu haushalten dass er die eigentlich ja vorgesehenen Beträge zurücklegt von den Bezügen. Mir wurde das im JobCenter deutlich gesagt - ich sei eine der wenigen die das wirklich hinkriegen...

Und es gibt eben auch manchmal Situationen in denen gehen dann gleichzeitig die Waschmaschine und der Herd kaputt, das Kind soll auf Klassenfahrt, braucht neue Schuhe und und und und... Und nicht immer lässt sich das kostengünstig abwenden...

Das ist denke ich einfach ein Problem - das es eben doch viele gibt durch die ALGII länger bezogen wird - wegen Erkrankungen usw - und zum Beispiel dann nur eingeschränkt arbeiten können usw - und also immer mindestens ergänzend HartzIV beziehen.

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