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Hartz-IV-Betroffene, wie lebt Ihr?

b:eetZlejKuiceQ2x1


na die, die studiert haben verdienen im schnitt auch etwa 6 jahre später... da darf es dann ruhig auch mal bisschen mehr sein wenn man sich 6 jahre für seine ausbildung noch nen nachtjob antun musste oder nen haufen schulden wie bafög zurückzahlen muss...

Issvabe8ll


kamikaze

Wie fändest Du es denn gerecht?

:)z – die Frage stelle ich mir auch die ganze Zeit bei diesem Thema.

Was wäre die Alternative, bzw. wie sollte die aussehen?

Bleiben wir beim Beispiel des Müllfahrers: vom Können (im Sinne vom Ablauf der Arbeit) her ist es ein Job, den Jeder von uns in wenigen Tagen oder auch Wochen lernen kann. Selbst die körperliche Fitness dafür kann man (als körperlich gesunder Mensch) in wenigen Wochen erreichen. Das jetzt bitte nicht mißverstehen, damit will ich nicht sagen, dass Müllfahrer ungebildete/dumme Menschen sind!!! Es geht mir rein um die Art der Arbeit die sie verrichten.

Doch ein Arzt, Jurist, EDV-Spezialist, Lehrer usw. muß eben vom Können her weit mehr drauf haben. Da reichen keine paar Wochen oder eben ein guter körperlicher Zustand.

Und Jemand sprach die Verantwortung an, das finde ich einen sehr wichtigen Punkt. Auch das ist nicht (ab)wertend gemeint, doch all' diese Berufe bergen eine weit größere Verantwortung. Ist doch völlig wurscht ob sie dafür nun belangt werden oder werden können – trotzdem ist diese Verantwortung gegeben. Sie "spielen" tagtäglich mit Menschenleben, bzw. deren Existenzen.

Und als Letztes kommt noch der Punkt, dass nicht jeder Akademiker zwingend viel verdient, oder gar zwingend mehr als ein Arbeiter.

Ich erinnere mich an einen Wachtmeister in dem Gericht in dem ich gelernt habe. Dieser Job ist kein Ausbildungsberuf, sondern lediglich eine Schulung von drei Monaten (zumindest war es damals so, vor knapp 20 Jahren), sie kamen aus den verschiedensten Berufssparten. Meist gelernte Handwerker. Er war Anfang 40, hatte drei Kinder, verheiratet – mancher Assistenzarzt oder Lehrer würde sich ein Bein für sein damaliges Gehalt ausreissen, auch heute noch. Ich weiß sein Gehalt deshalb so genau, weil wir ein allgemeines Gespräch darüber hatten, er mir es "verriet", ich es erst nicht glaubte, bis er mir seine Lohnabrechnung zeigte.... ;-).

Also wie gesagt, es ist zwar 20 Jahre her und ich weiß durchaus, dass sich ziemlich viel geändert hat, bezüglich Niedriglöhne und so....dennoch glaube ich schon, dass es auch jetzt noch so ist, dass nicht zwangsläufig jeder Akademiker mehr verdient als ein Angestellter/Arbeiter.

Soll unterm Strich heißen:

Auch hier sollte man mit Verallgemeinerungen aufpassen. Die Diskrepanz zwischen Studierten und Nicht-Studierten ist meiner Meinung und Erfahrung nach insgesamt nicht so gravierend – wenn man die Extreme ausblendet. Nicht jeder Arzt ist Chefarzt/Oberarzt oder hat eine florierende eigene Praxis. Nicht jeder Volljurist ist Richter/Staatsanwalt oder arbeitet in einer gut florierenden Kanzlei als Teilhaber...usw.....Manche müssen froh sein, wenn sie eine Angestelltenstelle bekommen und dementsprechend auch bezahlt werden.

bleetle,juicxe21


danke Isabell...

unterschreib.... und das sag ich als miesbezahlte Krankenschwester mit viel verantwortung und blöden arbeitszeiten ;-) ;-) ;-) ;-)

IDsab?ell


beetlejuice

Und ich wette, um Dich herum gibt es auch irgendwo Ärzte, die nicht wesentlich mehr als Du verdienen (zumindest nicht in der hier dargestellten Diskrepanz), genauso besch...eidene Arbeitszeiten haben wie Du, aber trotzdem nicht weiterkommen? ;-) :-/

_6Parvaxti_


@ beetlejuice21

na die, die studiert haben verdienen im schnitt auch etwa 6 jahre später... da darf es dann ruhig auch mal bisschen mehr sein wenn man sich 6 jahre für seine ausbildung noch nen nachtjob antun musste oder nen haufen schulden wie bafög zurückzahlen muss...

Ehrlich gesagt hinken diese Argumente ziemlich. Im Grunde muss man immer den Einzelfall betrachten.

Es gibt zum Beispiel auch Ausbildungen wo man viel Zeit und auch Geld investieren muss, um sich entweder die Ausbildung und entsprechende Weiterbildungen zu finanzieren um auf dem Arbeitsmarkt eine Chance zu haben. Außerdem fällt es einigen, die eine Ausbildung abgeschlossen haben, hinterher erst mal sehr schwer einen Job zu finden sofern sie nicht vom Betrieb übernommen wurden. Manche hängen dann nochmal Schule dran oder machen noch eine Ausbildung oder eine Weiterbildung. Da kann auch mächtig viel Zeit vergehen, bis man da mal richtig im Berufsleben steht. Ich bin da mal so frei zu behaupten, dass man es da mit einer Ausbildung teilweise sogar schwieriger hat irendwann mit beiden Beinen im Berufsleben zu stehen, als mit einem akademischen Abschluss. Wobei es aber hier sicher auch immer auf die Berufssparte ankommt.

Zudem bezieht auch nicht jeder Student Bafög. Entwerder bleibt man in der Zeit bei den Eltern wohnen oder die Eltern finazieren einen andernweitig. Und das Argument mit den Haufen Schulden erst... Ich nehme mal meinen Mann als Beispiel: Er hat in der Regelstudienzeit Mechatronik studiert. Er hat den Bafög-Höchstsatz bekommen. Nach dem Studium hat er eine Anstellung in einer Firma gefunden, wo er doch ziemlich unterbezahlt wurde und im Grunde heute noch unterbezahlt ist. Er hat aber trotzdem locker 500€ im Monat sparen können obwohl er mich zum Teil mit durchgefüttert hat. Nach gerade mal 14 Monaten Arbeit hätte er sein Bafög zurück zahlen können. Ehrlich, 7000€ klingt zwar erst mal viel, ist es aber im Grunde nicht. Zumindest ist es nicht soviel, dass es den Wörtern "ein Haufen Schulden" gerecht werden würde. Natürlich hat er auch schon deshalb viel an Geld gespart, weil er es auf einen Schlag zurückzahlen konnte. In Raten kommt einem die Bafög-Rückzahlung doch etwas teurer. Weiter gibt es bei der Bäfög-Rückzahlungen noch weitere Vergünstigungen, z.B. wenn man Kinder hat oder zu den 30% der besten seines Jahrganges und Studienrichtung in ganz Deutschland gehörte oder, dass Studium in der Regelstudienzeit absolvierte. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit die Rückzahlung auszusetzen, falls das Geld Anfangs doch nicht so locker sitzt.

@ kamikaze

Wie fändest Du es denn gerecht?

Die Frage müsste eher heißen: Kann man denn je gerecht sein?

Wenn man jeden gerecht entlohnen möchte, müsste man jeden Fall einzeln betrachten und auch jedes Mal individuell entscheiden. Das ist jedoch schlicht nicht machbar.

b>eetlvejuicne2x1


Naja wer 10000 euro für wenig geld hält das man einfach mal so auf einmal zurück zahlen kann, der hat wohl meist von daheim schon soviel geld dass er eh nicht bafög berechtigt ist...

ja Isabell, ein Assistenzarzt verdient sogar weniger als wir nach wenigen Jahren... nicht jeder Dr. ist ein stinkreicher sonstwas... ohne eigene Praxis schon dreimal nicht (und die kostet ja auch nebenbei mal richtig kohle wenn man die nicht von Papi erbt)

Und klar fängt man im schnitt ca 5 jahre später mit dem verdienen an und eben längst nicht immer besser.... das sind doch auch alles Klischees.

mZnef


Hier fiel ja nicht nur die forderung nach Mindestlohn sondern nach einheotlichem grundeinkommen.. und darauf sagte ich das ich schon berufe in unterschiedlichen verantwortungen arbeitszeiten Qualitäten etc auch verschieden zu bezahlen finde..

Das würde sich mit einem einheitlichen Grundeinkommen auch ganz und gar nicht beißen.

b#eetleSjuice2x1


tja ich find schon, denn ein einheitliches grundeinkommen ist doch nix anderes wie die grundsicherung jetzt die jeder kriegt plus eben das Gehalt das man sich (wie auch immer gestaffelt) dazu verdient...

und jetzt verdient man entweder gehalt oder bezieht grundsicherung...wo ist da der unterschied? jo es heißt anders.... aber da wir von der höhe ja noch gar nicht gesprochen haben... was soll es ändern ob es nun grundeinkommen (ohne zuverdienst) heißt oder H4 oder Grundsicherung?

A^e)essa


Von unserer Seite wurden nie alle in eine Schublade gepackt, aber es ist sogar verpöhnt, Kritik an einem Bruchteil des Klientels zu üben, weil das ja einen Generalverdacht gegenüber allen anderen Leistungsempfängern generieren würde.

Von Dir nicht :-)

Allerdings würde ich mal sagen, dass es insgesamt auffällig ist, dass der Bruchteil des Klientels immer und überall der ist, der als Erstes erwähnt wird ;-)

_7ParIvatix_


@ beetlejuice21

Naja wer 10000 euro für wenig geld hält das man einfach mal so auf einmal zurück zahlen kann, der hat wohl meist von daheim schon soviel geld dass er eh nicht bafög berechtigt ist...

Na ja, 10000€ ist der Höchstsatz den man eventuell zurück zahlen muss. Wie ich bereits schrieb, kann man unter Umständen die Schulden stark verringern. Und nein, mein Mann hatte sicher nicht soviel Geld von daheim, dass er nicht Bäfög berechtigt gewesen wäre. Im Gegenteil: Seine Eltern sind Geringverdiener und waren auch oft arbeitslos, daher hatte er auch den Bafög-Höchstsatz bekommen. Und als er mit arbeiten anfing, hat er auch nicht gerade viel verdient als Ingenieur. Er hatte gerade mal 1200€ Netto und hätte dennoch die Schulden nach wenigen Monaten zurück zahlen können. Und ja, mein Mann (und nicht nur er in unseren Bekanntenkreis) sieht es im Grunde genauso wie ich, dass eine Schuldenanhäufung von ein paar tausend Euro kein unüberwindbares Hindernis darstellt. Vor allem, wenn man die Sache richtig angeht und noch Prozente raus schlägt, damit es gar nicht erst dazu kommt, dass man den Höchstsatz zahlen muss.

hGcolhcsxra


Ich lebe subjektiv gesehen sehr gut.

m)nsexf


tja ich find schon, denn ein einheitliches grundeinkommen ist doch nix anderes wie die grundsicherung jetzt die jeder kriegt plus eben das Gehalt das man sich (wie auch immer gestaffelt) dazu verdient...

und jetzt verdient man entweder gehalt oder bezieht grundsicherung...wo ist da der unterschied? jo es heißt anders.... aber da wir von der höhe ja noch gar nicht gesprochen haben... was soll es ändern ob es nun grundeinkommen (ohne zuverdienst) heißt oder H4 oder Grundsicherung?

Eben. Und die Staffelung, die zusätzlich oben drauf kommt, kann beim Akademiker durch einen besseren Verdienst höher ausfallen als bei einem Müllmann. So hätte man Grundsicherung plus Leistungsgerechte Vergütung, wie auch immer die dann ausfallen mag (wahrscheinlich so wie jetzt auch, nur eben mit ner Sicherheit). Grundeinkommen mit Zuverdienstverbot – wer kommt denn auf sowas?

Wo der Unterschied ist? Hartz4 macht dich abhängig, setzt dich unter Druck, du musst dem Markt zur Verfügung stehen, du bist an Auflagen gebungen, du bekommst das nur als Notnagel, es kann dir gestrichen oder gekürzt werden. Beim Grundeinkommen wäre das alles nicht so. Du könntest auch sagen "Reicht, mir danke, dafür arbeite ich nicht noch zusätzlich" und es obläge deiner Entscheidung ohne wenn und aber.

Das soll jetzt keine Lanze für das bedingungslose Grundeinkommen sein. Nur dass das hieße, dass fortan alle Berufe gleich gemacht würde im finanziellen Sinn, stimmt nicht.

K_rea`chexr


Ich kann nur für meine Eltern reden.

Ihnen geht es verhältnismässig gut. Sie haushalten eben mit ihrem Geld, ein Auto haben sie, das auch gebraucht wird,meine Mama geht einer Teilzeitbeschäftigung (20Std/Woche) nach, Papa arbeitet für wenig Geld in einer Werkstatt und repariert Haushaltsgeräte (30Std/Woche, 1 €-Job-mässig).

Grosse Sprünge sind eben nicht drin, aber sie tun etwas.

Es reicht auch noch für ein kleines Gartengrundstück, das war's dann. Viel schenken wir Kinder ihnen, wir überlegen uns immer tolle Sachen zum Mutter-Vatertag, zu den Geburtstagen, den Feiertagen, wo wir dann oft zusammenlegen und grössere und nützliche, aber auch schöne Sachen schenken.

Mein Vater hat viele viele Jahre hart gearbeitet, gutes Geld verdient, einen verantwortungsvollen Job gemacht, den er sehr ernst genommen hat, dann lösten seine Chefs das 'Problem' mit Outsourcing. Bei Mama sah es ähnlich aus.

Mir tut es sehr leid für meine Eltern, ich finde, sie haben das nicht verdient und es ist nicht einfach.

Wir als Kinder sind aber froh, dass wir ihnen durch unsere bessere Situation Vieles zurück geben können, unter Umständen auch materielle Dinge, die für sie einfach zu kostspielig wären.

Schönen Tag!

blee+tleajui!cex21


Problem nur wenn bei grundeinkommen auf einmal alle sagen danke ein teilzeitjob reicht.. aus welcher kasse wird das dann bezahlt?

Die 10000 euro höchstrückzahlung schafft bei 5jahren uni fast jeder.. 2000 euro pro jahr also 4000 bezogen sind gerade mal 370euro pro monat....

Das heißt ich muss um zu sparen direkt knapp 7000 auf den tisch legen sonst zahl ich 10000..

Wo das wenig ist hab ich immer noch nicht gesehen mit unter 30 jahren.. aber da denken wir wohl in anderen Dimensionen

mInexf


Tja, wie wahrscheinlich ist es, das alle Leute plötzlich genügsam werden? :=o Bis jetzt sind das nicht so viele, die nicht gern 'mehr' hätten. Es ist selbstverständlich nicht gemeint, dass Grundeinkommen ein Leben in Saus und Braus ermöglicht. Die meisten wollen Jetzt bitte nicht mit "ich nicht, und ich kenne auch wen, der..." kommen aber nunmal Urlaube, Autos, teure Hochzeiten, viele Markenklamotten, nen vollen Kühlschrank über das nötigste hinaus, ein nettes Eigenheim, Hunde, Kinder, am besten ne teure Privatversicherung weil man es sich ja schließlich wert ist... ;-D ............ die Liste kann ich dir fast endlos fortführen und nein nicht auf jeden Punkt muss man mich festnageln Ich bin mir ziemlich sicher, dass eben nicht alle sagen würde "Danke, da reichen mir ein paar Euro aus meinem Teilzeitjob dazu", wenn sie arbeitsfähig sind und ihnen Grundeinkommen+normaler Lohn für ihren Beruf vor der Nase stehen und damit über dem Grund-Standard leben könnten.

Die 10000 euro höchstrückzahlung schafft bei 5jahren uni fast jeder.. 2000 euro pro jahr also 4000 bezogen sind gerade mal 370euro pro monat....

Das wären dann eben Fälle, die wieder einzeln (um-)geregelt werden müssten.

Sagt ja niemand: Das Konzept ist easy, einfach jedem ein paar Euro Grundeinkommen auszahlen und so laufen lassen. Dass darin noch ein ganzer Rattenschwanz weiterer Regeln und Bürokratie hängt wird sich nie ändern.

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