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Hartz-IV-Betroffene, wie lebt Ihr?

EMhemailigeZr \Nutuzer 6(#47O9013)


@ Isabell

Nur begannen -allerdings nicht unbedingt Deinerseits- schon wieder aufgrund dieser Forderung Einzelner, solche Aussagen wie "die meisten sind so und so, kommen aus dem und dem Umfeld" etc.

Die "meisten" ist sicherlich zu hoch angesetzt, aber ansonsten kann ich dieser Aussage auch nicht ganz widersprechen. Eine gewisse Tendenz zu generationsübergreifender Hilfebedürftigkeit ist definitiv gegeben, aber in den betreffenden Fällen ist i. d. R. deutlich mehr kaputt als nur eine nicht vorhandene Erwerbstätigkeit.

Wieso ein Jammer-Thread??

Erst mal habe ich das nicht vorgeschlagen, sondern es war die Eingangsfrage dieses Fadens und dann: Warum kann man sich nicht über schwierige finanzielle Verhältnisse (die übrigens ja noch längst nicht nur HartzIV-Empfänger betreffen) austauschen, erzählen wie man selbst organisiert etc. – ohne gleich als "Jammerer" dazustehen? Was hat das Eine mit dem Andere zu tun?

Und warum muß man sich einer Kritik stellen, wenn man erläutert wie man mit XY Euro monatlich haushält?

Weil es eben nicht nur bei der Darlegung der Verhältnisse geblieben ist, sondern von anderen Seiten immer wieder Forderungen nach mehr eingebracht wurden und das in völliger Ignoranz derer, die sich finanziell gerade noch im Lager der Selbstversorger befinden, denen das Wasser aber bereits jetzt bis zum Halse steht. Oder aber es wurden an den Haaren herbeigezogene Vergleiche zu irgendwelchen Berufsgruppen gezogen. Dabei ist mir klar, dass Leistungsbezug nach dem SGB II mit nicht gerade wenigen Behördengängen und anderweitigen Verpflichtungen einher geht, aber so etwas kann man trotzdem nicht mit einer Vollzeitberufstätigkeit vergleichen. Und das ist für die, die es betrifft, einfach nur ein Schlag ins Gesicht, wenn von Leuten ohne den nötigen Einblick solche Hypothesen aufgestellt oder Grundsicherungsleistungen auch nur ganz allgemein mit einem Arbeitsentgelt verglichen werden.

tLuff7arxmi


Weil es eben nicht nur bei der Darlegung der Verhältnisse geblieben ist, sondern von anderen Seiten immer wieder Forderungen nach mehr eingebracht wurden

genauso viele haben aber auch gesagt, dass sie gut mit dem alg2-satz haushalten können. das ist also eine sehr selektive wahrnehmung der diskussion hier.

generell betrifft heute alg2 längst nicht mehr nur die sog. unterschicht.

es ist heute kein tabu mehr, wie noch in meiner eltern-generation, als junger mensch (auch uni-absolvent) die hilfe des staates in anspruch zu nehmen – idealerweise nur für kurze zeit versteht sich.

jedes mal wenn ich im jobcenter bin, sehe ich dort leute wie du und ich, nicht die typischen fälle, die man immer in den medien sieht.

es hat sich da definitiv einiges geändert!

tSu ffarmxi


ich persönlich habe mich auch noch nie über jobcenter-termine beklagt, bislang konnte ich auch immer alles irgendwie mit dem bearbeiter gut klären.

also, ich bin wirklich dankbar in dtschl. zu leben, wo es diese staatliche hilfe gibt.

natürlich finde ich mancheine meinung einiger alg2-empfänger auch nicht nachvollziehbar.

ich habe z.b. vor kurzem an einem coaching für existenzgründer teilgenommen, bekomme jetzt auch einstiegsgeld zu meiner existenzgründung. naja, und bei den gruppenseminaren, wo junge architekten, designer, schauspieler, heilpraktiker usw. mit mir teilnahmen (alle alg2-empfänger) – ja, manch einer hatte schon diese seltsame mentalität, so viel wie möglich vom amt zu erhalten, auch mit tricks meine ich – und das waren alles junge, gut bebildete leute, die sicher eine gute zukunft vor sich haben!

I[sabBelxl


Dabei ist mir klar, dass Leistungsbezug nach dem SGB II mit nicht gerade wenigen Behördengängen und anderweitigen Verpflichtungen einher geht, aber so etwas kann man trotzdem nicht mit einer Vollzeitberufstätigkeit vergleichen.

Wer tut das denn?

Natürlich kann das nicht direkt verglichen werden.

Folgendes geht nicht nur an Dich:

Was gesagt wird ist, dass HartzIV-Empfänger zu sein mehr Belastung bedeuten kann als "nur" die Behördengänge oder ewigen Anträge etc.. Es gibt als HartzIV-Empfänger eben andere Stressfaktoren – aber das darf man ja nicht sagen, sonst ist man ja gleich in der Ecke des fordernden Empfängers.

Ich habe es so satt, sorry, jetzt werde ich doch mal ein wenig unsachlich:

- Wenn man als HartzIVler sagt, dass man sich damit "arrangiert", damit leben kann (weil man es nun mal muß) – dann heißt es, man fühle sich wohl, wäre gerne in der Situation (war anderer Faden oder früher in diesem hier, weiß ich nicht mehr genau)

- Wenn man als HartzIVler sagt, dass es durchaus Stress bedeutet in dieser Situation leben zu müssen und sogar krank machen kann wenn man nicht arg aufpasst – dann ist man ein Jammerer

- Wenn es Einem als HartzIVler zu den Ohren raushängt immer und immer wieder zu hören/lesen, dass ja die "Meisten" so und so sind und hier und da und sowieso obwohl das gar nicht das Thema ist – dann ist man nicht kritikfähig

Man darf ja sowieso nichts sagen, da man ja schön bequem zu Hause hockt, während Andere arbeiten gehen – sprich: sämtliches Recht überhaupt was zu sagen wird einem abgesprochen. Man hat dankbar zu sein, hat sich keinen (überflüssigen, entbehrlichen) Luxus zu gönnen – denn sobald man das kann (völlig egal wie man das hinbekommt), bekommt man ja noch zu viel Geld.

Ich würde niemals sagen, ich hätte mehr Stress als Jemand der 8 Stunden täglich arbeitet – aber ich habe auch Stress, anderen, aber er ist da. Und das ist kein "Jammern", sondern lediglich ein Fakt. Den ich schon alleine dadurch belegen kann, dass es ein Stressfaktor ist, sich in ständiger Kritik zu sehen sobald man nur IRGENDWAS sagt oder erzählt.

Ich weiß noch, als ich mir vor ein paar Jahren gemeinsam mit meiner Tochter die "Wii" gekauft habe, für die wir alle Drei länger gespart hatten und ich es wagte in einem Faden zu erzählen was für einen Spass wir damit haben – Uiiii, da war was los! Oder dass ich rauche.....geht ja gar nicht. Als HartzIVler hat man doch kein Vergnügen, keinen Spass zu haben – man muß zum Lachen in den Keller gehen, solange, bis man gefälligst dem Staat nicht mehr auf der Tasche liegt.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Es geht gar nicht an, dass ich mich für irgendwas rechtfertigen muß. Ich weiß, wie ich in diese Situation gekommen bin, ich weiß, was ich bisher geleistet habe und trotz HartzIV noch immer leiste.

Und ansonsten, zu Deinem restlichen Beitrag etwas, was mir insgesamt (nicht nur von Dir) immer wieder auffällt:

Es wird sehr häufig so argumentiert, so dargestellt, als hätten HartzIV-Empfänger nie gearbeitet, würden also den Umstand einer Voll- oder auch nur Teilzeitarbeit gar nicht kennen. Zur Sicherheit: Natürlich gibt es diese HartzIV-Empfänger auch, das ist mir klar. Aber darum geht es mir gerade nicht. UM diese geht es hier nicht, bzw. das wurde nie zum Thema gemacht – außer von Dir und einigen Anderen aus wirklich wenigen Einzelbeiträgen die von den Meisten hier einfach ignoriert wurden.

Es geht um Äußerungen wie z.B.:

....(...)....wenn von Leuten ohne den nötigen Einblick solche Hypothesen aufgestellt....(...)...

das impliziert genau das was ich meine. Wie geradezu übelst arrogant ist so eine Sichtweise? "Ohne den nötigen Einblick"? Oder habe ich da was mißverstanden?

Und hier:

...(...)....auch nur ganz allgemein mit einem Arbeitsentgelt verglichen werden.....(...)...

Natürlich vergleiche ich HartzIV mit einem Entgelt – mein "Chef" ist eben der Staat/die Komune, respektive die ArGe. Meine Chefin ist meine Fallmanagerin oder meine Projektleiterin, je nachdem, was ich gerade mache. Wenn diese mir eine Aufgabe stellen (um es mal so zu nennen), dann muß ich dem in den meisten Fällen folgen, zumindest entsteht ein Gespräch darüber.

Oder habe ich hier (auch?) was mißverstanden?

Ipsabpexll


meiner Tochter

=

meinen Töchtern

;-)

A,eessxa


Danke Isabell :-) Dass Du hier so wacker die Stellung gehalten hast.

Ich stimme allem was Du geschrieben hast vollkommen zu :-) :)=

bGeetl,ejuPicex21


Ich kann auch voll verstehen wie Isabell (stellvertretend für sicher ne große Anzahl von Leuten) sich fühlt, kein Problem.

Ich bekam hier wieder leichte wallungen als ich gelesen hab was Tatze sich von nem 400 Euro Job wünscht und das es sich ja überhaupt sonst nicht lohnt etc... Das sind dann die Leute, die eben das H4 nicht als Einkommen und den Staat nicht als Arbeitgeber sehen sondern das ist für mich einfach fordern ohne Ende...

Das hat jedoch nichts damit zu tun, dass ich denke das würden "die meisten" so machen, oder dass alle schmarotzer sind oder oder oder... das ging ganz persönlich an diesen einen User (und ich kenn zwei oder drei die genauso denken und die kriegen das auch von mir persönlich vor den Latz geknallt ;-) )

Das ein Student mit Bafög weniger als H4 hat, das ist einfach so... ob das nun fair, gut oder normal ist, darüber kann ja sicher seine eigene Meinung haben...

Und ob man es als single schafft mit 350 euro und Miete zu leben... das ist wohl auch ne Sache von Haushalten etc... ich denk nur einige müssen sich bewusst machen, dass dieses Geld eben wirklich Grundsicherung heißt und da ist echt kein Luxus vorgesehen oder einfach mal so von bezahlbar, da muss man dann sicher einschnitte oder sparungen woanders machen.

Darum empfinde ich H4 auch nicht als zu hoch, keineswegs, ich denk mir nur es reicht... und zwar so wie es ursprünglich gedacht war mal, dass man damit einige Jahre überbrücken kann.... dass das natürlich knapp ist wenn ich von 32 bis Rente (und die ist dann ja auch nicht höher) H4 beziehe, das ist logisch.... ich glaub nur noch mehr könnte in solchen Fällen der Sozialstaat auch nicht tragen, dann lohnt es sich nicht mehr vollzeit zu arbeiten, oder die Gehälte müssten auch mind 50% höher ausfallen und zwar in jeder Branche.

m/idn$ightlSadyx41


:)^

msidnighZtlaxdy41


daumen hoch gilt für isabell u aessa

Ephe]malige r Nuptzer (_#479x013)


@ Isabell

- Wenn man als HartzIVler sagt, dass man sich damit "arrangiert", damit leben kann (weil man es nun mal muß) – dann heißt es, man fühle sich wohl, wäre gerne in der Situation (war anderer Faden oder früher in diesem hier, weiß ich nicht mehr genau)

Arrangieren ist meines Erachtens ein weit gefasster Begriff und hat nicht zwingend etwas mit "sich in der Situation einrichten" zu tun.

- Wenn man als HartzIVler sagt, dass es durchaus Stress bedeutet in dieser Situation leben zu müssen und sogar krank machen kann wenn man nicht arg aufpasst – dann ist man ein Jammerer

Aus der Perspektive von Vollzeitberufstätigen, die unter schlechteren Bedingungen als HartzIVler leben (was auch nicht zwingend eine Frage des Geldes ist), halte ich das nach wie vor für eine legitime Einschätzung.

Man darf ja sowieso nichts sagen, da man ja schön bequem zu Hause hockt, während Andere arbeiten gehen – sprich: sämtliches Recht überhaupt was zu sagen wird einem abgesprochen. Man hat dankbar zu sein, hat sich keinen (überflüssigen, entbehrlichen) Luxus zu gönnen – denn sobald man das kann (völlig egal wie man das hinbekommt), bekommt man ja noch zu viel Geld.

Die andere Seite darf, der Political Correctness geschuldet, normalerweise genauso wenig was sagen.

Ich weiß noch, als ich mir vor ein paar Jahren gemeinsam mit meiner Tochter die "Wii" gekauft habe, für die wir alle Drei länger gespart hatten und ich es wagte in einem Faden zu erzählen was für einen Spass wir damit haben – Uiiii, da war was los! Oder dass ich rauche.....geht ja gar nicht. Als HartzIVler hat man doch kein Vergnügen, keinen Spass zu haben – man muß zum Lachen in den Keller gehen, solange, bis man gefälligst dem Staat nicht mehr auf der Tasche liegt.

Du müsstest aber mittlerweile auch mitbekommen haben, dass ich an solchen Stellen strikte Abgrenzungen mache. Solange nicht die für den Vermieter bestimmten KdU-Leistungen dafür zweckentfremdet werden, kann jeder mit dem Geld machen, was er will. Nur zu rauchen und gleichzeitig zu behaupten, das Geld würde hinten und vorne nicht reichen (hast du nicht gemacht), so etwas funktioniert einfach nicht.

das impliziert genau das was ich meine. Wie geradezu übelst arrogant ist so eine Sichtweise? "Ohne den nötigen Einblick"? Oder habe ich da was mißverstanden?

Das mit den Hypothesen und dem fehlenden Einblick war wohl eindeutig auf die Bärentatze-Fraktion bezogen.

Natürlich vergleiche ich HartzIV mit einem Entgelt – mein "Chef" ist eben der Staat/die Komune, respektive die ArGe. Meine Chefin ist meine Fallmanagerin oder meine Projektleiterin, je nachdem, was ich gerade mache. Wenn diese mir eine Aufgabe stellen (um es mal so zu nennen), dann muß ich dem in den meisten Fällen folgen, zumindest entsteht ein Gespräch darüber.

Oder habe ich hier (auch?) was mißverstanden?

Zu meiner Zeit hat sich der überwiegende Teil der Leistungsempfänger, mit denen ich zu tun hatte, eher als "König Kunde" verstanden, aber das hat sich die Bundesagentur mit ihren Begrifflichkeiten auch irgendwo selbst so eingebrockt. Hinzu kamen Verleumdungen, Drohungen, Dienstaufsichtsbeschwerden als Druck- und Beschleunigungsmittel und allgemein ist man sowieso davon ausgegangen, dass man am längeren Hebel sitzt, wenn man sich an die BILD-Zeitung wendet.

I/sabvexll


DoN_

Arrangieren ist meines Erachtens ein weit gefasster Begriff und hat nicht zwingend etwas mit "sich in der Situation einrichten" zu tun.

Sehe ich ja auch so und so hatte ich es auch ganz und gar nicht gemeint – deshalb habe ich extra geschrieben, dass es in einem anderen Faden, bzw. in einem früheren Gespräch hier, so dargelegt, vorgeworfen – ja sogar aus dem Zuammenhang gerissen wurde. Und da war klar zu merken, dass es so gesehen werden wollte.

Aus der Perspektive von Vollzeitberufstätigen, die unter schlechteren Bedingungen als HartzIVler leben (was auch nicht zwingend eine Frage des Geldes ist), halte ich das nach wie vor für eine legitime Einschätzung.

Ergo: Wenn ein Niedriglohnverdiener unter der Situation leidet, darf er leiden – ein HartzIVler aber jammert? Denn dafür geht der Niedriglohnverdiener ja schließlich auch arbeiten? (Das erinnert mich stark an die auch heute noch gegebene Diskussion von wegen, "Mann geht arbeiten – Frau ist zu Hause – Frau hat nix zu meckern, schließlich "arbeitet" sie ja nicht und bringt kein Geld nach Hause.... :-/)

Auch hier fehlt mir Deinerseits mal wieder eine Differenzierung.

Das impliziert genau das, was immer wieder passiert, bezogen auf sämtliche (Lebens)Situationen: "Dein Problem möchte ich mal haben, MIR geht es vieeeel schlechter". Oder dieser Begriff "Luxusproblem" – da schaudert es mich immer ungemein. Es gibt keine "Luxusprobleme". Wenn ein Mensch unter einer Situation leidet, dann leidet er. Da gibt es keinen Maßstab.

Ausnahmen bestätigen natürlich wie immer die Regel. Aber die sind in einer allgemeingehaltenen Aussage eben nicht enthalten.

Zu meiner Zeit hat sich der überwiegende Teil der Leistungsempfänger, mit denen ich zu tun hatte, eher als "König Kunde" verstanden,...(...)....

Und schon wieder sind wir bei unserem Kernproblem: Der meiste Teil.

Schon mal darüber nachgedacht, dass der andere (angeblich geringere :-/) Teil einfach nur nicht auffällt, weil er sich arrangiert??

Es fallen immer die "Quertreiber" auf und werden subjektiv dann dadurch als der Hauptteil wahrgenommen – da muß man nur an das Thema Ausländer denken.....

Iisa}bedlxl


Huch...zu früh abgeschickt:

Es fallen immer die "Quertreiber" auf und werden subjektiv dann dadurch als der Hauptteil wahrgenommen – da muß man nur an das Thema Ausländer denken.....

Das Schlimme ist, dass durch diese Wahrnehmung eben schon bei geringsten Gemeinsamkeiten auch die "Nicht-Quertreiber" sofort in die Ecke der eigentlichen Quertreiber geschoben werden. Man kann es auch "assoziierte Wahrnehmung" nennen.

"Die Isabell – die raucht" – und sofort schießt irgendein RTL-Bild/Vorstellung in den Kopf. "Und sie trinkt auch noch Bier :-o " – das Bild verfestigt sich. Das ist bei sämtlichen Klischees/Vorurteilen so und da kann sich Niemand von ausnehmen, auch ich tue das nicht – ABER: Dadurch, dass ich um diesen Umstand weiß, kann ich eben differenzieren. Komplettiere mein Bild durch weitere Umstände/Wahrnehmungen.

Hier zum Beispiel:

Nur zu rauchen und gleichzeitig zu behaupten, das Geld würde hinten und vorne nicht reichen (hast du nicht gemacht), so etwas funktioniert einfach nicht.

Sage ich: völlig unabhängig ob ich nun HartzIV bekomme oder sonst wie finanziell eng dastehe: "Mein Problem". Und ja, wenn ich dann Bilder vorgesetzt bekomme, bei denen Leute sitzen die rumjammern, dass sie ihren Kindern nichts anständiges zu Essen kaufen können, aber eine 5-Euro Schachten Zigaretten vor sich liegen haben oder das dickste Handy oder zwei Autos vor der Tür: "Nee Leute...so nicht!" Da gibt es kein Mitleid. Aber auch das hat wieder nix mit HartzIV zu tun.

bkewe=tlej&uice2x1


stimmt das sag ich meinem kollegen auch der jammert, dass am ende kein geld mehr da ist und der ist krankenpfleger in VZ.... selbst dem sag ich "rauch doch nicht spart mind 150 euro" ;-)

Ephemal5iger Nu6tz}er (8#3939x10)


Das Bild über den "typischen" H4ler formen ja so Sender und Zeitungen wie z.B. RTL und Bild.

Genau dieses Bild wird dann von der Gesellschaft übernommen. Da ist es dann vollkommen egal, ob Menschen wie z.B. Isabell und ich aus rein gesundheitlichen Gründen keine Arbeit bekommen, da wir eben nicht alles machen können.

Nimm z.B. meinen 1-Euro-Job, den ich momentan ausüben muss. Ich habe 2 kaputte Handgelenke und trage deshalb 2 dicke Orthesen (sind so konstruiert, dass sie einem Gips gleichzusetzen sind, was die Stabilisierung betrifft), habe 1 absolut kaputte, instabile Schulter, chronische Knochenhautenzündung an beiden Schienbeinen (kann also nicht knien oder lange in die Hocke gehen), Belastungstachykardie, Asthma (also keine Staubbelastung die über einen normalen Haushalt hinaus geht). Ich arbeite in einem Gebrauchtwarenmarkt einer christlichen Organisation. Muss also in der früh erstmal die ca 5000 qm Verkaufsfläche, die natürlich mit Sofas, Sesseln, Tischen, Regalen kreuz und quer verstellt ist, saugen. Die ganze Ware, wie z.B. komplette Küchen mit stark verdreckten Elektrogeräten, gründlichst putzen, Bücherregale (ca 2000 Bücher) ausräumen, abstauben, wieder einräumen. Geschirregale abstauben, Geschirr spülen bzw. trocknen, spülen geht ja aufgrund der Orthesen nicht. Letztend sollte ich den Heizraum kehren/saugen und wischen, da sie dort irgendwas gebohrt hatten und auch viel von der Wand abgebröckelt war. Einmal den Handfeger benutzt und schon stand ich mit Asthmaanfall in einer dicken Staubwolke. Etwas sagen, dass man dies oder das aus diesem oder jenem Grund nicht machen kann, wird gleich als Arbeitsverweigerung dargestellt. Eine kurze Zusatzpause, weil man vor Schmerzen Tränen in den Augen hat, wird nicht genehmigt. Man hat gefälligst das Selbe zu leisten, wie die Gesunden dort auch. Also blieb mir nix Anderes übrig, als mich nach 1 Woche arbeiten, dann mal für ein paar Tage krankschreiben zu lassen. Dann wieder Arbeit, dann wieder krank. Es wird dort überhaupt keine Rücksicht auf irgendwelche körperlichen Einschränkungen genommen. Deshalb hab ich mir jetzt von meinem Schulteroperateur ein fachärztliches Attest geholt und dieses vorgelegt. Mal sehn, was auf mich zukommt, wenn ich wieder dorthin gehe. Noch bin ich AU.

Im Übrigen trage ich sonst (zur Zeit gehts nicht wegen dem 1 Euro Job) 2 Wochenzeitungen und Wochenendprospekte aus und betreue 2 Nachhilfekinder an jeweils 2 Nachmittagen in der Woche und wenn eine schwierige Schulaufgabe ansteht, noch zusätzlich am WE.

Im übrigen bin ich gelernte Krankenschwester, Rettungsassistentin und umgeschulter Fachinformatiker Systemintegration (habe aber keine Ahnung von der Programmierung, das mach der Anwendungsentwickler). Kann aber eben alle drei Berufe nicht ausüben.

Das Problem, dass einige ihre Miete nicht zahlen, sondern die KdU-Gelder anderweitig verschleudern, ließe sich verhindern, wenn die Ämter generell dieses Geld nicht auszahlen, sondern direkt an den Vermieter überweisen würden. So geschieht das bei mir, nach ausdrücklichem Wunsch von mir, auch. Und nur, weil ich dem Vermieter, als ich eine Wohnung suchte, anbot, die Miete direkt vom Amt überweisen zu lassen, habe ich diese Wohnung bekommen. Muss aber von meinem Regelsatz ca. 100 Euro auf die Warmmiete draufzahlen. Bekomme also nur knapp 280 euro ausbezahlt und davon gehen dann noch Strom, Telefon und private sowie Tierhalterhaftpflichversicherung (die Versicherung beträgt nur 14 euro/Monat) weg. Ich verlange aber ganicht, dass meine ganze Wohnung bezahlt wird, denn ich bin kein Einzelfall und der Staat könnte sich das dann garnicht leisten.

Ich kenne aber auch ein paar Sozialschmarotzer, aber unser Landratsamt unternimmt bei Kenntniss davon, nichts dagegen.

IEsabexll


devil_w

So geschieht das bei mir, nach ausdrücklichem Wunsch von mir, auch. Und nur, weil ich dem Vermieter, als ich eine Wohnung suchte, anbot, die Miete direkt vom Amt überweisen zu lassen, habe ich diese Wohnung bekommen. Muss aber von meinem Regelsatz ca. 100 Euro auf die Warmmiete draufzahlen.

Ist bei mir genauso.

Seit ich hier wohne bekomme ich nicht die komplette Miete übernommen, sondern ca. 60 Euro weniger.

Vor ein paar Monaten bekam ich dann den Bescheid ich müsse zum August ausziehen, das konnte ich allerdings abwenden unter dem Aspekt, dass dann nochmal 60 Euro (also insgesamt 120 Euro) weniger übernommen wird.

Also soviel dazu, dass die Miete komplett übernommen wird.

Doch auch hier bleibt es natürlich mir überlassen, mir eine angemessene Wohnung zu suchen – bisher (ich schaue seit 3 Monaten) ohne Erfolg. Die Wohnungen die ich finde sind für zwei Leute entweder zu klein, liegen am AdW oder haben Nebenkosten, die teurer sind als die Kaltmiete selbst (ehrlich, ich konnte es kaum glauben: 2 Zimmer, 50 qm, 360 Euro kalt + 400 (!!!) Euro Nebenkosten – ich habe beim Anruf gefragt wie diese sich bitteschön denn zusammensetzen? Konnte mir nicht beantwortet werden).

(Nur zur Sicherheit: Das ist kein Meckern!! ;-D – nur die Bestätigung bezüglich devils Aussage, dass die Miete bei Weitem nicht immer mal "einfach so" übernommen wird – selbst wenn die Wohnung kein Palast ist)

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