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Minusstunden, wann gerechtfertigt?

w$aldwufCfel 7x8 hat die Diskussion gestartet


Hallo,

mein Mann arbeitet in einer Firma in Schichtbetrieb mit rollender Woche.

Demnächst steht in der Firma eine Betriebsfeier an. Dem regulären Schichtplan nach müsste mein Mann zu dieser Zeit arbeiten. Nun hat die Firma angeordnet, dass für die Zeit dieser Feier die Firma geschlossen wird, die Mitarbeiter an dieser Feier teilnehmen sollen und trotzdem, wer in dieser Zeit arbeiten müsste, entweder die Zeit einarbeitet oder Minusstunden dafür bekommt. So richtig sehen wir das aber nicht ein, da mein Mann viel lieber arbeiten gehen würde.

Kann uns da jemand weiter helfen, wie das eigentlich rechtlich ist? (Ach ja, bitte keine Antworten, wie, mein Mann solle froh sein, dass er Arbeit habe und er müsse sich einfach seinem Ag fügen)

viele Grüße

Antworten
wOatldwurffel 78


Weiß keiner Rat?

bvabyAface2x8


Ich bin kein RA, aber ich denke nicht das es rechtens ist. Die Firma möchte schließen....

Wie sehen das die anderen Kollegen ???

S've.n_3x3


Die Frage lässt sich nicht mit Bestimmtheit beantworten, dazu müsste man schon den genauen Inhalt des Arbeitsvertrages, etwaige allgemeinverbindliche Tarifverträge etc. kennen.

Grundsätzlich ist es aber möglich, dass der Arbeitgeber durch Nichtannahme der Arbeitsleistung Deines Mannes in Annahmeverzug gerät. Dies würde bewirken das Dein Mann die ausgefallenen Stunden trotzdem bezahlt bekommen müsste.

Ohne Zweifel wird der Arbeitgeber nicht begeistert sein wenn einer seiner Arbeitnehmer Ärger macht weil er wegen einer Betriebsfeier nicht bereit ist seine gewöhnliche Arbeitszeit zu verlegen...... Jetzt muss man überlegen ob es einem das wirklich Wert ist, selbst wenn man möglicherweise im Recht ist. Die möglichen Folgen eines Streits zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten klar sein..

LG

AAn;dy160547x1


google am besten mal unter :annahmeverzug von arbeitsleistung durch den arbeitgeber

oder hier:

II. Arbeitsrecht:

1. Begriff: Nichtannahme der ordnungsgemäß angebotenen Arbeitsleistung des Arbeitnehmers durch den Arbeitgeber (§§ 293, 194 BGB), d.h. der Arbeitgeber beschäftigt den Arbeitnehmer nicht. Auf ein Verschulden des Arbeitgebers als Gläubiger der Arbeitsleistung kommt es nicht an. Ordnungsgemäß ist das Angebot der Arbeitsleistung nur, wenn ein tatsächliches Angebot erfolgt (§ 294 BGB). Ein wörtliches Angebot genügt aber, wenn der Arbeitgeber erklärt hat, dass er die Leistung nicht annehmen werde, oder, wenn er eine erforderliche Mitwirkungshandlung nicht vornimmt (§ 295 BGB). Nach einer Kündigung des Arbeitgebers braucht der Arbeitnehmer die Arbeit nicht erneut anzubieten.

Der Annahmeverzug tritt nicht ein, wenn dem Arbeitnehmer seinerseits die Erbringung der Arbeitsleistung unmöglich ist (§ 297 BGB).

2. Folge des Annahmeverzugs: Der Arbeitnehmer wird von der Verpflichtung zur Arbeit frei (§ 615 BGB). Er braucht nicht die infolge des Annahmeverzugs ausgefallene Arbeitszeit nachzuholen.

3. Der Arbeitnehmer behält seinen Lohnanspruch, ohne zur Nachleistung verpflichtet zu sein, soweit die Arbeitsleistung infolge des Annahmeverzugs unterbleibt (§ 615 Satz 1 BGB). Anzurechnen ist, was er infolge des Unterbleibens der Arbeitsleistung aufgrund anderweitiger Dienste erwirbt oder zu erwerben böswillig unterlässt (§ 615 Satz 2 BGB). Böswillig handelt, wer untätig geblieben ist oder die Aufnahme einer Arbeit verhindert hat, obwohl die Möglichkeit zum Tätigwerden bestand und die Tätigkeit zumutbar war. Das kann auch eine vom Arbeitgeber angebotene Weiterbeschäftigung zu vertragswidrigen Bedingungen sein (BAG, 07.02.2007 - 5 AZR 422/06). Allerdings darf dies nicht dazu führen, dass der Arbeitgeber die Arbeitsbedingungen einseitig ändert, ohne dass er eine Änderungskündigung ausspricht. - Über den anderweitigen Verdienst ist der Arbeitnehmer auskunftspflichtig.

sollte alles drin sein was du wissen wolltest

w-aldwPuffel- 78


Hallo,

verstehe ich das also richtig, dass mein Mann die Zeit nicht einarbeiten müsste?

Einen Tarifvertrag gibt es nicht und einen Betriebsrat auch nicht.

Viele der anderen Mitarbeiter sind zwar nicht zufrieden, nehmen es aber hin, da viele nur einen befristeten Vertrag haben. Mein Mann hat einen unbefristeten und beschwert sich zumindest bei seinem Schichtleiter.

Wir sind jetzt so verblieben, dass er die Zeit, in der Firma, einarbeitet, jedoch nicht zu der Betriebsfeier gehen wird, da es ja seine Freizeit ist.

viele Grüße

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