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Warum mehr Geld bei Minijob durch Lohnsteuerkarte?

C/haoIs ToUtaxl hat die Diskussion gestartet


Hallo ihr Lieben.

ich habe einen neuen Nebenjob auf 400€ Basis.

Jetzt hat meine Chefin gesagt, dass ich 6,50€ in der Stunde bekomme, wenn ich die Lohnsteuerkarte nicht abgebe und 7,00€ wenn sich sie abgebe, mir steht es allerdigs frei selbst zu entscheiden.

Sie sagte aber auch, dass ich nur so viel arbeiten werde bis meine 400€ erreicht sind.

Im Klartext heißt es ja, dass ich weniger Studen im Monat abrbeiten muss, wenn ich die Karte abgebe für das gleiche Geld?!

Ergeben sich durch das Abgeben der Lohnsteuerkarte für mich irgendwelche Nachteile oder Pflichten, die ich ohne das Abgeben der Karte nicht hätte?

Antworten
W6at(er=lxi


Hä? Das finde ich komisch... man kann doch nicht ohne Lohnsteuerkarte arbeiten... also ich würd auf jeden Fall die 7€ nehmen, weil Nachteile hast du keine. Du musst die Lohnsteuerkarte aber abgeben, soweit ich weiß ist das Pflicht.

TWimb{atuku


Chaos Total

Meines Wissens muss man bei einem Minijob keine Lohnsteuerkarte abgeben. Es ist aber nicht verboten, eine geringfügige Beschäftigung als ganz normale Teilzeitarbeit abzurechnen, dann allerdings mit Lohnsteuerkarte.

Rechnen wir mal. Wenn ich dich richtig verstanden habe, sollst du in beiden Fällen 400 Euro netto erhalten. Bei einem Job in der Größenordnung fallen keine Steuern an, weshalb die Lohnsteuerklasse erstmal egal ist. Du hast aber Sozialabgaben. Um 400 Euro netto zu erhalten, musst du 503 Euro brutto verdienen. Da der AG auch seinen Anteil an Sozialabgaben dazu tun muss, kostest du in dem Fall etwa 600 Euro.

Als Minijobber angemeldet bekommst du 400 Euro ausbezahlt. Der AG muss Steuer- und Sozialversicherungspauschale drauflegen, somit kostest du in dem Fall 520 Euro.

Im Fall mit Lohnsteuerkarte müsstest du 71,86 Std. je 7 Euro leisten, um auf dei 503 Euro brutto zu kommen.

Im Fall ohne Lohnsteuerkarte musst du nur 61,54 Std. je 6,50 Euro leisten, um auf die 400 Euro zu kommen. Ohne Lohnsteuerkarte musst du also 10 Std. weniger arbeiten.

Für den AG stellt sich die Rechnung anders dar. Im Fall mit Lohnsteuerkarte kostest du ihn 8,35 Euro/Std. Im Fall ohne Lohnsteuerkarte kostest du aber 8,45 Euro/Std, also 10 Cent mehr.

Fazit: Für den AG ist die Version mit Lohnsteuerkarte besser, du bist 10 Cent/Std. günstiger und musst 10 Std. länger da bleiben.

Folglich ist es für dich ein schlechtes Geschäft, du hast in beiden Fällen 400 Euro, mit Lohnsteuerkarte musst du aber trotz des 50 Cent höheren Stundenlohns 10 Stunden länger arbeiten.

[[http://img175.imageshack.us/img175/5702/neu1.gif Hier]] noch mal die Vergleichsrechnung zum Angucken.

T8imbautuku


Nachtrag:

Um auf dieselbe Stundenanzahl zu kommen, müsste sie dir in der Version "mit Lohnsteuerkarte" 8,17 Euro/Std. bezahlen. Dann würdest du sie aber 9,75 Euro/Std. kosten, also 1,30 Euro/Std. mehr als in der Version "ohne Lohnsteuerkarte". Das wird sie nicht machen.

Also, man kann es drehen und wenden wie man will, für dich ist es besser, ohne Lohnsteuerkarte den Minijob zu machen.

z!uzxa


hi,

der AG kann entscheiden, ob er von einem minijobber eine steuerkarte verlangt - oder aber auch nicht. hierdurch ändern sich nicht die sozialabgaben des AG, allerdings entfällt die pauschalierte lohnsteuer von 2% (welche der AG auch auf den AN abwälzen kann). die lohnsteuerabgabe erfolgt dann nach der tatsächlichen steuerklasse! durch abgeben einer lohnsteuerkarte kann der AN zudem durch seine freiwillige steuererklärung werbungskosten etc. ansetzen und somit möglicherweise einen verlustvortrag "erarbeiten". müsste der TE in lohnsteuerklasse 5 arbeiten, so fällt natürlich lohnsteuer an, in steuerklasse 1 fällt keine lohnsteuer an.

natürlich handelt es sich bei einem minijob IMMER um einen teilzeitjob nach dem teilzeit- und befristungsgesetz; der minijob hat als besonderheit lediglich eine sozialversicherungsrechtliche und lohnsteuerrechtliche sonderbehandlung für den AN aufzuweisen!

kurz gefasst hängt deine entscheidung davon ab, welche steuerklasse du hast!

gruß,

d&imNet^hylgl;yoxim


Sie bezahlt darauf doch keine Lohnsteuer, nur Soli und co. ? ":/

T+imbaztuku


zuza

Wie gut, dass es Profis gibt. :)^ Das war mir so im Detail nicht geläufig. Vor allem dass der AG das Wahlrecht hat, ob mit oder ohne Lohnsteuerkarte, ist für mich ein hochinteressantes Detail.

Und das mit dem Verlustvortrag gilt auch für Privatleute? Ich dachte immer, das gibt's nur bei Gewerbetreibenden. :-/

zPuzxa


@ dime.:

bei einem minijob fällt die pauschalierte lohnsteuer von 2% an, welche der AG auf den AN abwälzen kann, d.h. maximal 8,- bei vollständigem ausschöpfen der 400,- . dies kann durch arbeiten mit steuerkarte umgangen werden, zudem der AN dann eine steuererklärung ausfüllen kann, was sich gerade bei negativen steuertechnischem einkommen und späterer aufnahme einer "richtigen" beschäftigung lohnen wird.

@ timba.:

der verlustvortrag gilt auch für "normale" erwerbstätige ....

für den AG ist es sinnvoll eine steuerkarte zu fordern, da es durchaus AN gibt, die einen weiteren minijob ihrem AG nicht melden, obwohl sie hierzu verpflichtet sind. man denkt wohl, dass es vielleicht nicht auffällt - leider fällt dies immer auf (datenabgleich ...) und ist dann für den AG doch mit einigem verwaltungstechnischen aufwand verbunden ....

d+imetVhylglByoxim


@ zuza

danke :-D

Wieder was dazugelernt :)^ @:)

C6haosA Tot%al


Huhu ihr lieben:)

ich hab gerade mit meiner Chefin gesprochen und sie sagte, dass der Grund einzig und allein der wäre, dass man, wenn man die Lohnsteuerkarte nicht abgibt sie scheinbar schonmal woanders abgegeben hat und einen zweiten Job hat. Daraus folgt, dass man weniger flexibel einsetzbar ist, weil man ja schon woanders arbeitet. Und da der Betrieb das nicht verbieten kann, versucht er es so zu fördern, dass man nur für diesen Betrieb arbeitet...

Und sie sagte, dass ich keine weiteren Pflichten oder Abgaben dadurch hätte die Karte abzugeben....

Ich werd das was ihr geschrieben habt jetzt erstmal auseinander klamüsern, weil das alles doch sehr kompliziert ist und das dann nochmal mit meinem Lebensgefährten durchsprechen.

Vielen Dank für eure Hilfe!:)

Wnaterxli


Dass man 503€ verdienen muss um 400€ zu kriegen kommt mir aber komisch vor. Mann muss bis 400€ doch gar keine Sozialabgaben zahlen, Brutto= Netto. Was zahlen muss man erst, wenn man 400-800€ verdient. Unter 400€ muss nur der Arbeitgeber was abdrücken. ABER man hat die Möglichkeit, auf Rentenversicherungsfreiheit zu verzichten, dann ist Brutto nicht mehr gleich Netto, weil man dann Sozialabgaben zahlen muss. Das muss man aber von Job zu Job unterscheiden. Ich als Studentin zahle nicht freiwillig in die Rentenversicherung ein, mir ist es wichtiger, dass ich JETZT Geld hab und möglichst wenig abgeben muss. Für Jobs zwischen 400 und 800€ MUSS ich ja immer einen Teil Abgaben zahlen und es entsteht ein kleiner Rentenanspruch... den vollen brauche ich nicht. Ich bin in Ausbildung und mir reicht es, dann mit einem richtigen Gehalt was für meine Rente zu tun.

Wenn man jetzt allerdings einen Nebenjob zu einem richtigen Job hat, dann sieht es ja ganz anders aus mit der 400€ Grenze (man muss evtl. auch unter 400€ schon Abgaben zahlen) oder auch mit dem Rentenanspruch, wenn sie nur diesen einen Job macht, möchte sie ja vielleicht was für die Rente tun...

Aber wenn man NUR den einen 400€-Job hat, dann hat man keine Abgaben und Brutto und Netto sind gleich, jedenfalls mit Lohnsteuerkarte. Ohne... wusste ich gar nicht, dass da auch geht. Für den Fall, dass du die Karte noch für einen anderen Job verwendest, wäre das natürlich praktisch... aber den anderen Job müsstest du dann so oder so angeben, da wird eigentlich auf den Einstellungsbögen wo man KK und SV-Nr. eintragen muss immer danach gefragt...

C hao3s Tfotal


Bei mir ist es genauso, wie bei dir.

Ich studiere und habe nur diesen einen 400€ Job den anderen habe ich gekündigt zur letzten Woche.

Also Abgaben habe ich nach der Aussage meiner Chefin weder bei Job mit Karte, noch ohne.

C\haYos ToItaxl


Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt das mit dem Rentenzuschlag aufzustocken, habe mich aber dagegen entschieden aus den gleichen Gründen, wie Waterli.

zYuzxa


wenn du studierst, ist es gerade sinnvoll, auf steuerkarte zu arbeiten und auch eine freiwillige steuererklärung einzureichen, zumal momentan eine klageverfahren hinsichtlich anrechnung der kosten des erststudiums als werbungskosten läuft - so könntest du neben deinen arbeitsbedingten kosten auch die kosten des studiums ansetzen und somit einen deutlichen verlustvortrag "erarbeiten".

solltest du keine berufsunfähigkeitsversicherung haben, halte ich es allerdings für kurzsichtig, die rentenversicherung nicht aufzustocken, zumal nicht die späteren rentenleistungen primär entscheidend sind, sondern die sonstigen leistungen der RV, wie erwerbsminderungsrente, reha-möglichkeiten, umschulung etc. eine das leben verändernde verletzung/unfall passiert leicht - und ohne berufsunfähigkeitsversicherung ohne abstrakte verweisbarkeit haben studenten keinen schutz vor derartigen unbillen es lebens.

@ waterli:

deinen ansatz mit den 503,- verstehe ich nicht - wie der TE sagt, "belohnt" der AG das abgeben einer steuerkarte, da er ansonsten bei berechnung der sozialabgaben auf die mitteilung sonstiger AG warten muss ... es spart also verwaltungsaufwand.

gruß,

f&si


Wen ich das richtig verstehe will der AG der TE nur die Lohnsteuer Karte einbehalten das kein 2.Job augeübt werden kann.

Wenn du das nicht vorhast kannst du sie Ihm ohne weiteres geben, weil sich dadurch nur die Stundenzahl ändert.

Will er über Lohnsteuerkarte abrechnen, hättest du wahrscheinlich weniger Geld, in diesem Fall würde ich mich aber darüber Informieren ob du dann Krankenpflichtversichert bist.

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