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Verbeamtung, Schwerbehinderung, Krankenversicherung

SYet)zIen6 hat die Diskussion gestartet


etc. etc. etc. %-|

Ich habe tausend Fragen.

Wie es aussieht, werde ich wohl nicht verbeamtet. Die erste Gesundheitsuntersuchung bzgl. des Referendariats im September wird wohl negativ ausfallen. Auf eine Verbeamtung hoffe ich nicht mehr. Bin 50 % schwerbehindert aufgrund Asthma bronchiale und Neurodermitis. Ich bin zwar medizinisch so optimal eingestellt, dass ich keinerlei Beschwerden habe, aber das interessiert den Arzt auf dem Gesundheitsamt sicherlich nicht. Oder?

Naja jedenfalls wurde uns allen jetzt gesagt, wir sollten uns als Beamte (sind ja im Ref. Beamte auf Widerruf) privat krankenversichern lassen. Ich habe heute sämtliche Geschäftsstellen abgeklappert, die haben mich -ums mal knallhart zu sagen- wieder rausgeschickt. Die rieten mir, bei der gesetzlichen KV zu bleiben.

Aber langsam beginnt es mich zu ärgern: Aufgrund der Erkrankung werde ich nicht verbeamtet, also gehen mir gut und gerne 600 Euro monatlich durch die Lappen, da ich ja "nur" Angestellte bin. Klar, ich will nicht jammern, später verdiene ich als Angestellte im Schuldienst etwa 1600 netto, aber es ist schon ungerecht, dass meine verbeamteten Kollegen die gleiche Arbeit machen und etwa 600 Euro mehr verdienen (durch weniger Abzüge) und ich dann zusätzlich auch noch 160 Euro Beitrag für die GKV zahlen muss. Bei der PKV zahlt der Staat bei den BEamten ja Beihilfe.

Ist es nicht irgendwie schon schwer genug, von klein auf schwerbehindert zu sein? Ich arbeite doch genau so wie alle anderen.

Da sagt eben die Frau einer PKV am Telefon zu mir: "Trösten Sie sich, schließlich haben Sie einen Steuerfreibetrag von 570 Euro im Jahr aufgrund Ihrer Behinderung." Die nette Dame weiß nur leider nicht, dass ich monatlich über 70 Euro Rezeptgebühren bezahle und der Steuerfreibetrag also einfach nur gerechtfertigt ist..

Es tut mir leid, wenn ich hier doch herumjammere. Ich habe meine Krankheit nie als großen Nachteil gesehen und gelernt, damit zu leben. Aber dass ich dadurch auch weniger verdiene und in gewissem Sinne auch "benachteiligt" werde,ist schon hart.

Verdammt, der Staat und die Krankenversicherungen haben es geschafft, dass ich heute -nach 23 Jahren- das allererste Mal wegen meiner Krankheit jammere. Alle Tapferkeit wie weggeblasen...

Danke fürs Erzählendürfen... @:)

Antworten
ChatLwit+hahaxt


Kannst du dich nicht aufgrund deiner Schwerbehinderung verbeamten lassen?

Ich bin übrigens eine Leidensgenossin, die im ref auch in der GKV bleiben musste. Ich hab bei den privaten gar nicht erst angefragt. Leider (oder zum Glück?) siehts bei mir bisher nicht nach Schwerbehinderung aus.

LG

SWet.zen6


Kannst du dich nicht aufgrund deiner Schwerbehinderung verbeamten lassen?

Das wurde mir auch immer gesagt und der Ansprechpartner an der Uni sagte immer: Lassen Sie sich die Behinderung anerkennen, dann stehen die Chancen besser!

Gesagt, getan. Prompt 50 % bekommen.

Naja, und jetzt fragt mich neulich mein Hausarzt, wanns denn ins Ref. geht und ob ich schon bei der Gesundheitsuntersuchung war. Ich verneinte und er sagte sofort: "Hoffen Sie ja nicht auf eine Verbeamtung, die ist bei Ihnen nicht drin..."

Allerdings habe ich auch in den Unterlagen zum Ref. gesehen, dass die Verbeamtung folgendermaßen abläuft: Wer voraussichtlich 10 Jahre dienstfähig bleibt, wird auf Lebenszeit verbeamtet. Behinderte ab 50 GdB haben den Vorteil, dass sie nur für 5 Jahre diensttauglich befunden werden sollen. Da ich ja keinerleid Beschwerden habe und auch die Lungenfunktion gut ist, wäre ich 5 Jahre diensttauglich. Ich habe ja das Glück, medikamentös bombig eingestellt zu sein...

Ich finde das alles so knallhart...

s#pieDlmobxiel


Hallo Setzen6 @:)

als erstesmal, du jammerst nicht und ich kann dich gut verstehen, meine Tochter hat auch Neurodermitis, das ist keine schöne Sache :)_

Ich selbst bin Beamtin und "privat" versichert!! D.h. ich habe eine Sonderform und bekomme keine Beihilfe. Ich kann dir nur sagen, sei froh, dass du in der gesetzlichen Versicherung bleibst. Ich hatte bis heute nur Nachteile und Ärger mit der privaten Versicherung. Ob du einen finanziellen Nachteil hast, weil du keine Beamtin wirst, kann ich natürlich nicht beurteilen, allerdings verstehe ich nicht, warum du nicht Beamtin werden solltest ??? Da würde ich mich mal genauer erkundigen, ich kann mir das nicht so ganz einfach vorstellen. Ich drücke dir die Daumen, dass es dennoch klappt!!! :)* :)* :)*

SXetzxen6


Hallo Spielmobiel, das ist nicht schön mit deiner Tochter :°_ Ich habe glücklicherweise seit langem keinen Neurodermitis-Schub mehr gehabt.

Ich habe das im Anfangspost etwas ungünstig formuliert: Ich verdiene nicht weniger, als verbeamtete Lehrer, habe aber mehr Abzüge, da ich ja Angestellte bin und somit die ganzen Sozialversicherungsleistungen leisten muss. So bleibt mir dann im Endeffekt wesentlich weniger übrig - für die gleiche Arbeit.

Aber gut, dass du mich gerade tröstest bzgl. der PKV. Vielleicht ist es ja doch nicht so schlimm in der gesetzlichen zu bleiben, zumal ich mit meiner echt zufrieden bin. Ärgerlich ist eben nur, dass ich da den Beitrag von etwa 160 Euro bezahlen muss und mein Arbeitgeber (der Staat) nicht mitbezahlt.

Ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, dass ich geldgierig sei, es geht mir viel eher um die bloße Ungerechtigkeit. Meine Erkrankung kostet mich im Monat gut und gerne 110 Euro...da schaut man eben aufs Geld. ...

Smetzxen6


allerdings verstehe ich nicht, warum du nicht Beamtin werden solltest

Das Problem ist eben, dass meine körperlichen Befunde grottenschlecht teilweise waren. Haufenweise Krankenhausaufenthalte, schwere Allergien usw. Fakt ist aber, dass ich seit 3 Jahren ein Medikament bekomme (damals war es noch nicht zugelassen und ich war eine der ersten in Deutschland, die es bekam, mittlerweile ist es aber glücklicherweise zugelassen) und seitdem ein fast normales Leben führe. Keine Krankenhausaufenthalte, voll leistungsfähig, sehr gutes Abi und Examen gemacht, usw...

Ich muss lediglich alle 2 Wochen zum Arzt, bekomme das Medikament injiziert und nehme abends Medikamente. Es werden regelmäßig Kontrollen gemacht und es geht mir wirklich gut...

Ich habe lediglich Speck angesetzt, seit ich aufgrund des Asthmas keinen Sport mehr treiben konnte. Ich beginne mittlerweile allerdings wieder mit Sport und nehme langsam ab. Spätestens nach dem Ref. bei der zweiten Gesundheitsuntersuchung habe ich Normalgewicht.

Meine Haut ist ebenfalls In Ordnung.

Mich wurmt das einfach...

VxSV


@ setzen6

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Befreiung von Zuzahlungen/Härtefallregelung

Befreiung von Zuzahlungen/Härtefallregelung

Gesundheit darf kein Luxus sein – deshalb sind die Zuzahlungen, die ein Patient im Laufe eines Jahres leisten muss, begrenzt. Sammeln Sie alle Quittungen von Ärzten, Apotheken, Krankenhäusern etc. und legen Sie diese nach Ablauf des Jahres zusammen mit Einkommensnachweisen bei Ihrer AOK-Geschäftsstelle vor. Gerne stellt Ihnen Ihre AOK-Geschäftsstelle ein Quittungsheft zur Verfügung, in das Sie alle Zuzahlungen eintragen lassen können.

Die Zuzahlung ist begrenzt auf höchstens 2 % des Brutto-Einkommens des Patienten. Für Familien berechnet sich die Belastungsgrenze aus dem gesamten Einkommen der Familie und den gesamten Zuzahlungen. Für den Ehegatten und mitversicherte Kinder werden Freibeträge berücksichtigt.

Chronische Kranke mit schwerwiegenden Krankheiten werden lediglich bis 1 % ihres Brutto-Einkommens belastet.

Quelle: [[http://www.aok.de/rheinland-pfalz/leistungen-service/98541.php]]

Mal von 30.000 € Jahresbruttoeinkommen ausgehend wären deine Zuzahlungen auf max. 600 € bei 2% bzw. 300 € bei 1% im Jahr begrenzt. Und ich denken das man in deinem Fall sicherlich von einer chronischen Erkrankung also 1% ausgehen kann.

Und nur mal so als Hinweis....auch in der PKV müsstest du ja einen Teil des Beitrags selber entrichten. Und das du die freiwillige Versicherung bezahlen musst gilt ja nur für die Dauer des Refs. Danach wirst du plichtversichert sein als Angestellte des Landes/Bundes oder eben Beamtet

S\et'zenx6


Und das du die freiwillige Versicherung bezahlen musst gilt ja nur für die Dauer des Refs. Danach wirst du plichtversichert sein als Angestellte des Landes/Bundes oder eben Beamtet

DAS wusste ich noch nicht! Das wäre ja positiv. Ich müsste dann später also nicht mehr 160 Euro bezahlen.

Der Link ist zwar interessant, und ich habe sowas schon einmal gehört, die Frage ist nur, ob das bei meiner Krankenkasse (nicht AOK) auch geht. Da werde ich mich morgen mal informieren, denn da kämen einige Rechnungen zusammen. Vielen, vielen Dank!! :)^

VsSxV


@ Setzen6

Selbstverständlich gilt das für jede gesetzliche Krankenkasse. Ich habe nur die AOK als Beispiel gewählt.

Sofern du nicht beamtet wirst aber trotzdem eine Anstellung bei Land/Bund bekommst bist du sozialversicherungspflichtig und somit natürlich auch in der GKV pflichtversichert. In diesem Fall hättest du auch gar nicht die Möglichkeit dich privat oder freiwillig zu versichern. Solltest du beamtet werden hast du meines Wissens nach keinen beihilfeanspruch wenn du dich freiwillig versichern würdest. Ich glaube allerdings das wird aber auch in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt.

G5riyzzxly


Hatte ein ähnliches Problem... bin stark kurzsichtig und komme nur auf einen Visus von links 0,6 und rechts 0,3. Ich habe hier in Bayern am Einstellungsverfahren für die mittlere Beamtenlaufbahn (Finanzamt) teilgenommen. Von den Leistungen hat es gepasst und sie hätten mich genommen... die Ärztin hat mich dann aber nach Hause geschickt weil sie mich wegen der Augen doch nicht haben wollten.

SSet.zenx6


Und wenn ich dann später pflichtversichert bin, wie du sagst (leuchtet mit ein), inwiefern veränder das meine Zahlungen? Übernimmt dann der Bund einen Anteil und ich bezahle weniger als 160 Euro? Das wäre ja positiv.

Ich bin also -wenn ich ich richtig verstehe- (danke übrigens!!!) im Ref freiwillig selbst versichert und nach dem Ref dann pflichtversichert, verstehe ich das richtig?

VxSV


@ Setzen6

Sofern du nach deinem Referendariat nicht unmittelbar beamtet sondern angestellt wirst zahlst du Sozialabgaben wie jeder andere angestellte Arbeitnehmer auch. Natürlich werden die Sozialabgaben (Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil) auch bei dir direkt vom Land an deinen Sozialversicherungsträger abgeführt. Aus deinem Nettoeinkommen brauchst du natürlich keine weiteren Abgaben zu machen.

In diesem Fall ist das Land zu betrachten wie jeder andere Arbeitgeber auch. Es macht also keinen Unteschied ob du bei Siemens oder meinetwegen dem Land NRW angestellt bist.

Während deines Referendariats bist du ja nicht angestellt sonder Beamte auf Widerruf und somit auch nicht sozialversicherungspflichtig. Da wir in Deutschland aber in der Krankenversicherung (ich glaube seit 2007) eine grundsätzliche versicherungspflicht haben musst du dich für die Dauer des Refs freiwillig oder privat versichern.

Sofern du also nach deinem Ref angestellt wirst geht deine freiwiliige wieder in eine Pflichtversicherung über.

Hier nur nochmal ein Beispiel einer anderen Kasse:

[[http://www.kkh-allianz.de/index.cfm?pageid=212]]

Auf Seite 2 sind die Bedingungen für eine chronische Erkrankung schön dargestellt und das sollte auf dich auf jeden Fall zutreffen.

S8etzexn6


Oh...das ist meine Kasse :)z

Danke für diese unheimlich hilfreichen Informationen. Ich stöber das jetzt durch...

@:)

VSSxV


@ Setzen6

Freut mich wenn ich dir ein wenig helfen konnte und danke für die Rose :-D Ist übrigens auch meine Kasse und ich habe sie bisher immer als sehr kooperativ und hilfsbereit kennengelernt.

Und meiner Meinung nach triftt das auch auf ich zu:

Erstattung von Zuzahlungen

Mögliche Absenkung der Belastungsgrenze

Eine Absenkung der Belastungsgrenze von 2 % auf 1 % ist möglich, wenn der Versicherte an einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung leidet. Eine schwerwiegende chronische Erkrankung liegt vor, wenn Sie sich seit mindestens einem Jahr wegen derselben Erkrankung in Dauerbehandlung befinden. Die Erkrankung muss mindestens einmal im Quartal ärztlich behandelt werden.

Darüber hinaus muss:

bei Ihnen eine kontinuierliche medizinische Versorgung (ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Versorgung mit Heil- oder Hilfsmitteln) erforderlich sein, ohne die nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung der Erkrankung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die aufgrund der Krankheit verursachte Gesundheitsstörung zu erwarten ist, oder(!)

bei Ihnen eine Pflegebedürftigkeit der Pflegestufe II oder III im Rahmen der Pflegeversicherung (SGB XI) vorliegen, oder(!)

diese Erkrankung einen Grad der Behinderung (nach § 30 Bundesversorgungsgesetz -BVG-) oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (nach § 56 Abs. 2 Siebtes Buch Sozialgesetzbuch -SGB VII-) von mindestens 60 % (mit)verursacht haben.

scpie1lmobixel


Hallo Setzen6 @:)

ich hab jetzt nicht alles gelesen, was noch geschrieben wurde, aber ich wollte dir noch sagen, du bist nicht geldgierig. Du erwartest Gerechtigkeit und die steht dir zu :)z Ich wünsche dir alles Gute. Im übrigen, hat meine Tochter auch nicht mehr so viel Probleme, da bin ich froh!!!

Dir alles Liebe und Gute :)* :)* :)*

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