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Ärztliches Attest und Chef ignoriert es

PQap3ula


Wie in fast jedem Beruf...

Was gibt es da jetzt so ekeliges, was du nicht machen kannst?

H,eliaU 8x0


Es geht nicht um Ekel. Ich kann einfach nicht mehr den ganzen Tag an der Spülmaschine stehen. Es geht nicht mehr. Früher gings noch so einigermaßen. Aber seits mir nervlich immer schlechter geht, gehts nicht mehr. Normalerweise bin ich da auch nicht eingeteilt. Wir haben unsere Spülerinnen. Ich hab normalerweise die kalte Küche unter mir und werde da gebraucht.

Ich denke dann ständig dran das ich versagt habe. Komplett versagt. Und was ich falsche gemacht habe das ich so bestraft werde. Das dreht sich in meinem Kopf und ich komm da nicht wieder raus. Hab das alles schon mit meinem Therapeuten durch, es geht nicht.

Es geht auch nicht darum das ich mir dafür zu fein bin oder ähnliches, ich mein ich hab auch schon Kuhmist weggeräumt. Nein, das ist es nicht. Es ist ne Kopfsache und da komm ich nicht mehr raus wenn ich mal drin bin. Ich weiß, paranoid triffts wohl am ehesten. Nun nennt mich verrückt oder faul oder was weiß ich.

Paa\pula


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ich würde darüber jetzt gar nicht diskutieren. sie hat ein attest vom therapeuten und eine abmachung mit dem chef – von daher gibts über das "warum" gar keinen diskussionsbedarf. und da es gut ist, dass Helia sich wieder soweit beruhigt hat, muss man sie wegen persönlichem unverständnis nun nicht gleich wieder aufregen ;-)

A}nvxal


ich würde darüber jetzt gar nicht diskutieren. sie hat ein attest vom therapeuten und eine abmachung mit dem chef – von daher gibts über das "warum" gar keinen diskussionsbedarf. und da es gut ist, dass Helia sich wieder soweit beruhigt hat, muss man sie wegen persönlichem unverständnis nun nicht gleich wieder aufregen ;-)

Im Grunde sollte man bei einem Attest nicht diskutieren müssen, aber ich kann denn Chef und die Kollegen auch verstehen dass das Problem nicht so richtig ernst genommen wird.

URlmerv Spatxz


Ich kann das jetzt nicht ganz nachvollziehen.

Hatte eigentlich erst gedacht, dass Du bestimmte Arbeiten nicht machen kannst, weil Du gegen irgendwas allergisch bist. Im Fall des Abspülens wäre es z.B. eine Spülmittelallergie. Aber "psychische Belastung durch's Abspülen" – also da wär ich als Chef mißtrauisch und würd mir ne zweite Meinung einholen, bevor ich so ein Attest akzeptieren würde.

Wie auch immer – ich lese deutlich aus Deinen Worten, dass Du es verabscheust, spülen zu müssen. Nun gehört aber Abspülen zur Arbeit in der Küche dazu. Wenn ich z.B. im Labor arbeite, aber keine Pipetten anfassen möchte, wenn ich in einer Autowerkstatt bin und mich weigere, Reifen zu wechseln, dann würde ich einfach mal behaupten, dass es der falsche Job ist.

Ein Mensch mit Mehlallergie kann eben nun mal nicht Bäcker werden.

Such Dir ne andere Arbeit, die Du komplett ausfüllen kannst, das verhindert, dass Du unglücklich bist und Deine Kollegen Dir vorwerfen, Du würdest Dich vor den unangenehmen Arbeiten drücken.

A!ng4i8x5


@ Helia

Das Problem ist, dass man so einen Bandscheibenvorfall ich sag mal "sehen" und "greifen" und damit "begreifen" kann verstehst du? Da sehen die Leute,dass jemand eingeschränkt ist.Bei dir ist es psychisch,da können die meisten Menschen nichts mit anfangen. Man sieht ja nichts. Meine Schwester hat auch Borderline und auch wenn ich ne Menge drüber gelesen habe,werde ich diese Krankheit nie verstehen werden. Ich möchte aber auch nicht in ihrer und deiner Haut stecken.

Ich selbst leide (hab es aber durch eine Therapie gut im Griff) unter einer Angststörung. Daher erlaube ich mir mal zu sagen,dass niemand,der sowas nicht erlebt hat,darüber urteilen kann. Da gibt es dann Dinge,die auf einmal nicht mehr klappen. Ich bin vorher 16 Jahre Bus gefahren,beinah täglich und auf einmal ging das nicht mehr. Ich habe über ein Jahr kämpfen müssen, aber Routine ist es noch heute nicht.

Was ich damit sagen will: Helia ich glaube dir und kann deine Gefühlslage ansatzweise nachvollziehen, aber ich muss auch, wie Ulmer Spatz raten, sich dann eventuell was anderes zu suchen. Dadurch dass Kollegen und vielleicht auch der Chef kein 100%-iges Verständnis haben, wirst du immer Probleme haben und (eventuell, obwohl ich es nicht hoffe) zum Mobbingopfer werden.

Alles Gute

Angi

S>veRn_3(3


Ich Glaube, dass Du als betroffene einer Krankheit die bei anderen Menschen einfach nur schwer nachvollzogen werden kann, mit einer zu hohen Erwartungshaltung an die Sache rangehst.

Ich sags Dir ganz ehrlich, als ich den Tread hier gelesen habe dachte ich zunächst.... Um Gottes Willen, was muss die Frau wohl für eine schreckliche Arbeit verrichten und als wir dann zur Spülmaschine gekommen sind musste ich einfach lachen. .

Jetzt wo ich eine Weile drüber nachgedacht habe und davon ausgehe das Du hier nicht rumspinnst. Warum nicht, gibt auch Leute die Panik vor Hamstern oder Wattebäuschies haben.

Worauf ich aber hinaus will ist meine vorherige Reaktion auf Deine Schilderungen. Du musst mit solchen Reaktionen rechnen und Dir ggf. auch die Zeit und Mühe machen die Leute mit denen Du dich abgibst aufzuklären, ohne an die Decke zu gehen. Psychiche Krankheiten sind für eine gesunde Person schwer nachzuvollziehen und bei einer so extremen Phobie wie Du sie hast erst recht.

Ich würde deshalb an Deiner Stelle ganz in Ruhe mit Deinem Chef sprechen und sicher kann es auch nicht schaden sich mal mit den Kollegen an einen runden Tisch zu setzen ohne sich hinzustellen... ich bin krank, ich kann das nicht und was ihr denkt ist mir egal....

Ich bin davon überzeugt, dass wenn es Dir gelingt Deine Krankheit vernünftig zu erklären Du auch mehr Verständniss erhälst und sich das Arbeitsklima dadurch deutlich verbessern würde.

U#lmer{ Spa|tz


Was mich am Rande noch interessieren würde:

Wie hast Du denn das Problem privat bei Dir zu Hause gelöst?

Auch da stellt sich ja das Problem, dass täglich Geschirr anfällt, das abgespült werden will.

Worin liegt es begründet, dass Du eine solche Aversion gegen diese Tätigkeit hast?

Ist es das Gefühl, Hände in Seifenlauge zu stecken?

Ist es der Ekel vor den Essensresten?

Wenn die Leute begreifen, was der Auslöser ist, kann man vielleicht was dagegen machen. Es gibt Spezialisten, die können einem solche Ängste nehmen und die sind es gewohnt, mit ungewöhnlich erscheinenden Fällen zu arbeiten. Habe mal eine Dokumentation darüber gesehen – es gib kaum etwas, wovor die Leute nicht Angst haben. So gibt es Leute, die bekommen de Panik, wenn sie sich kämmen sollen, weil sie immer Angst haben, alle Haare könnten davon ausfallen.

C3hevy(lady


Etwas belustigend ist es schon – aber wir wissen alle nicht wie es Ihr damit geht. Ich meine ein Arzt stellt nicht umsonst ein Attest aus. Ich würde ganz in Ruhe mit meinem Chef reden und dann kann man immer noch weiterschauen. Er wird es vielleicht einfach übersehen haben. Das Arbeitskollegen natürlich nicht gut auf so etwas zu sprechen sind – ist für mich jedoch auch nachvollziehbar.

Solche Äußerungen jedoch hier wie: ich würde dir die fristlose Kündigung geben halte ich für total daneben.

B9rom$beehrkülchlein


@ Ulmer Spatz

Worin liegt es begründet, dass Du eine solche Aversion gegen diese Tätigkeit hast?

Ist es das Gefühl, Hände in Seifenlauge zu stecken?

Ist es der Ekel vor den Essensresten?

Nein darum geht es ihr glaub ich nicht wenn ich sie richtig verstanden habe.

Ich hab normalerweise die kalte Küche unter mir und werde da gebraucht.

Ich glaube es geht ihr darum, sich degradiert zu fühlen, wenn sie von der Kalten Küche ( die sie offenbar unter sich hat ) zur Spüle muss. Ich denke das Problem liegt dann darin, sich als nicht mehr "wertvoll" zu fühlen und das gefühl versagt zu haben kommt scheinbar auf – was sie wiederrum dazu verleitet sich zu verletzen. Deshalb wohl scheinbar auch das ärztliche Attest.

Ich mutmaße nur – also korrigier mich ruhig Helia.

Trotz allem würde ich sagen, das in so ziemlich jedem Beruf einmal die zeit gekommen ist, an dem man Kompromisse schließen muss und man auch mal niedere Arbeiten ausführen muss. Eine Büromaus ;-D sollte sich eigentlich auch nur um Chefchens Papierkram kümmern und ich bezweifle, das sie in ihrer Ausbildung Kaffee kochen gelernt hat – trotzdem tuns tausende von den Mädeln täglich ohne sich degradiert zu fühlen. Ich glaube die Chefs würden ziemlich pickiert aus der Wäsche gucken, wenn eine ihrer Büroangestellten mit nem Attest kommt, welches beinhaltet, das Frau xy keinen Kaffee kochen darf, da sie sonst das Gefühl hat als Büroangestellte versagt zu haben. Denke wirklich das diese Frau dann nicht mehr lange in diesem Büro ist.

Wenns aber mit deinem Chef abgesprochen war, dann solltes du ihn auch darauf ansprechen – vielleicht wars ja wirklich nur ein versehen.Immerhin hat er sich ja ein Jahr lang ohne Probleme an das Attest gehalten ;-)

MfG Brombeerküchlein

n'1ckn4xme


es ist doch hammerhart, wie hier leute fertig gemacht werden, die psychische probleme haben.

[Bezieht sich auf zwischenzeitlich gelöschte Beiträge]

wenn ihr kein verständnis habt oder es nicht akzeptiert, haltet doch einfach euren mund. ihr wisst nicht, was es bedeutet, psychische probleme zu haben. da stellt man nicht die frage "warum?" und sagt auch nicht sowas wie "stell dich nicht so an, du hast keine allergie". das ist doch wirklich das allerletzte. sie ist in psychotherapeutischer behandlung, meint ihr da helfen eure aussagen? sie ist bei einem profi und macht dort hoffentlich fortschritte. sowas kann jahre dauern. habt ihr schonmal was von manischen depressionen gehört?

nochmal: es ist das allerletzte sich über krankheit lustig zu machen, die man nicht versteht. genauso beschissen ist es eine solche krankheit herunterzuspielen.

RTonja


Ich kann es auch nicht wirklich nachvollziehen - aber nur weil WIR es nicht verstehen, kann es für Helia wirklich ein Problem sein! Aber ist es echt schwer das zu begreifen. Und man versteht, das sich die Kollegen "verarscht" vorkommen. Würde ich z.b auch. Ich wäre auch sauer wenn ich immer abspülen müsste bzw. Klo putzen müsste, weil jemand anderes ein Attest dafür hat. Im ersten Moment würde ich das belächeln und faulheit vermuten.

Aber wenn mir das die Person wirklich GLAUBHAFT erklären könnte, würde ich mich auch nicht mehr darüber aufregen.

Wdatexrli


Hmm... also es machen wirklich viele so einen Job und die können das wegstecken... aber dafür hast du ja dein Attest, weil du es nicht kannst, was ja keine Schande ist.

Ich denke dann ständig dran das ich versagt habe. Komplett versagt. Und was ich falsche gemacht habe das ich so bestraft werde. Das dreht sich in meinem Kopf und ich komm da nicht wieder raus.

Warum du das denkst, weiß ich nun auch nicht... aber du meintest ja es ist nicht, dass du dir zu fein bist. Dabei wär das keine Schande... also ich würd in einer Küche auch nicht gerne arbeiten und es würde mich sicher auch sehr sehr viel mehr ankotzen, als andere? Vielleicht bist du für den Stress nicht gemacht? Vielleicht liegt dir der Job wirklich überhaupt nicht... dann wär es kein Wunder, dass man so krass psychisch leidet, das ist eine ganz "normale" Reaktion darauf, wenn man jahrelang etwas arbeitet, was wirklich überhaupt keinen Spaß macht oder den Fähigkeiten zuwiderläuft... die meisten brechen das dann ab und suchen was anderes... manche gewöhnen sich dran... und bei manchen wird die Abneigung eben immer schlimmer, bis es total das Selbstwertgefühl angreift (Selbstverletzung usw...).

Ich weiß nicht, ob es der Job an sich ist und du den "ganz plötzlich" nicht mehr machen konntest, dann läge es nahe, dass es einfach das falsche ist, weil es äußert sich ja inwischen wirklich so, dass man es beim Arzt attestieren lassen kann. Dann solltest du auch deiner Gesundheit gegenüber so ehrlich sein und dir lieber was anderes suchen... und der Grund ist nicht, dass du dir "zu fein" bist, so ein Schwachsinn... der Grund wäre, dass du schon REAL Paranoia schiebst und dich selbst verletzt usw. und dass du endlich wieder ein normales Leben willst.

Ehrlich gesagt, wenn das wirklich einfach die falsche Arbeit für dich ist, dann kannst du die Verantwortung auch nicht auf den Chef abwälzen... gefangen bist du da nicht. Niemand ist dafür verantwortlich, dir passende Arbeit anzubieten... du musst schon selber wissen, was du willst. Deshalb kannst du auch dich weigern, diese Arbeit zu machen, es zwingt dich ja keiner.

Überleg doch mal, was du lieber machen willst... dann mach lieber eine neue Ausbildung, anstatt dich da kaputt zu machen. Ich glaub da wird kein Mensch dir helfen oder Rücksicht nehmen, irgendwann hast du dich ja auch mal beworben und wolltest das machen... wenn dus nicht mehr machen willst, musst auch DU da wieder gehn...

Klär doch das erstmal, ob du da nun wirllich wieder diese Arbeit machen sollst, ich denke auch, dass das nur aus Versehn war. Und wenn doch, dann ist es wirklich mal an der Zeit, in dich reinzuhorchen... wenn es echt so ätzend ist, dann weißt du das sicher tief in dir drin, nur endlich richtig zu handeln fällt dir wohl schwer. Aber das geht alles, mach dir einen Plan und packs halt an, werd dir klar drüber, was du willst...

B?romb{eerküchxlexin


Ich denke ehrlich gesagt nicht, das ihr problem explizit mit ihrer Arbeit in einer Küche inklusive Spüle zu tun hat – sondern das Problem eher ihr sebstwertgefühl ist.

Selbst wenn sie jetzt kündigt und sagt: Ok dann arbeite ich als Sekrätärin ( ist nur ein beispiel ) – was wenn der Chef sachen verlangt, wie eben das berühmte Kaffe kochen, Getränke aus dem automat holen etc.?

Helia sagt sich dann – ich habe versagt – bin von der Sekrätärin zur Getränkeholerin degradiert.

Ich glaube, genau deswegen ist sie auch in ärztlicher Behandlung. Sie sieht niedere Arbeiten als Bestrafung ihres eigentlichen Könnens – herabsetzung ihrer leistung.

Da sie aber schon in therapeutischer behandlung ist kann man da auch nicht mehr viel anraten.

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