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Ich hab keinen Bock mehr, soviel zu arbeiten

Kaeino Männe8rverxsteher hat die Diskussion gestartet


Hallo Zusammen,

der Titel sagt eigentlich alles, ich habe keinen Bock mehr soviel zu arbeiten.

Die letzten 2 Wochen waren recht ruhig und schon fast entspannend, ich habe gerade mal die Stunden addiert,

letzte Woche: 56,75h

vorletzte Woche: 51,50h

Es macht mir Angst, dass ich das als ruhige Phase empfinde.

Die 3-4 Wochen davor lagen zwischen 65h und 80h...

Kurzum, ich habe keine Lust mehr soviel zu arbeiten. Laut Vertrag habe ich eine 38,5h Woche... Überstunden werden als selbstverständlich betrachtet und werden weder augezahlt, noch gibt es Freizeitausgleich...

Ich arbeite wirklich gerne, mein Job macht mir Spass. Aber nach 2 Jahren Dauerbelastung komme ich so langsam an meine Grenzen.

Ständige Müdigkeit, morgens komme ich kaum aus dem Bett, abends kann ich nicht schlafen... meine Knochen schmerzen, ich bin platt. Nein, kein Burn-Out.. aber, mir fehlt einfach die Energie.

Aber, was soll ich machen? Ich kann schlecht sagen, dass ich dazu nicht mehr bereit bin. Ich brauche meinen Job, ich bin Single, habe entsprechende Lebenshaltungskosten und kann es mir nicht leisten arbeitslos zu sein. Jobwechsel wäre die letzte Lösung, ich habe schon eine Kurzzeitbeschäftigung im Lebenslauf...

Ist vielleicht jemand von euch in einer ähnlichen Situation oder hat so etwas schonmal erlebt?

Ich möchte einfach nur ein wenig mehr Zeit.. eine 45h Woche wäre ein Segen.. Ich möchte keinen Dienst nach Vorschrift machen, aber ein klein wenig Luft zum Atmen und Leben wäre toll.

Danke im Voraus für Eure Tipps.

Viele Grüsse

Kein Männerversteher

PS: Ich arbeite in einem großen, internationalen Unternehmen, der auf der Liste der Top-Arbeitgeber sehr weit vorne steht.. also, keine kleine Klitsche...

Antworten
Smamlexma


Kurzum, ich habe keine Lust mehr soviel zu arbeiten. Laut Vertrag habe ich eine 38,5h Woche... Überstunden werden als selbstverständlich betrachtet und werden weder augezahlt, noch gibt es Freizeitausgleich...

Ich würd beim Arbeitgeber drauf pochen, dass im Vertrag eben nur 38,5h stehen...

KVein MännGerverstbehexr


Ich würd beim Arbeitgeber drauf pochen, dass im Vertrag eben nur 38,5h stehen...

Den Job den ich habe kann man garnicht in 38,5h machen.. ich bin schon schnell... aber, es ist einfach so wahnsinnig viel.

Es ist eine echt coole Position, superinteressant und macht sich perfekt im Lebenslauf.

Ich dachte, ich könnte das 5 Jahre durchhalten, aber nach 2 Jahren komme ich an meine Grenzen.

Iqni>mixni


Mit dem Chef und dem Betriebsrat sprechen...

Den Job den ich habe kann man garnicht in 38,5h machen.. ich bin schon schnell... aber, es ist einfach so wahnsinnig viel

Ging mir auch mal so. Ich bin dann zum Chef und habe ihm klar gesagt, dass ich das nicht mehr kann und nicht mehr will und ich irgendwann sicherlich anfangen werde Fehler zu machen wenn ich so weitermache oder das ich den Krempel halt liegen lassen werde um mir eine Auszeit zu gönnen.

Mein großer Vorteil war halt das wir einen starken Betriebsrat hatten und eben auch eine deutliche Vereinbarung die Überstunden betraf.

Wsaterxli


Wie, man kann der Job nicht in 38.5 Stunden machen? Dann gibt es noch zwei Möglichkeiten:

1. eventuellen Perfektionismus abstellen

Wirst du denn für deine Arbeit immer gelobt? Wenn ja, dann machst du deine Arbeit vielleicht viel zu perfekt. Einfach nen Gang zurückschalten, du sollst ja dein Bestes geben, aber nicht 200%... das brauchen die nicht von dir, dafür wirst du nunmal nicht bezahlt. ;-) Denk mal drüber nach, ob du auch "weniger" machen könntest hier und da.

2. Arbeit delegieren

Wenn du eine leitende Position hast, kannst du auch manche Sachen an Untergebene abgeben... auch das fällt schwer, wenn Perfektionismus vorliegen sollte.

Und dann gibts noch die Möglichkeit, dass es wirklich zuviel Arbeit ist... dann würde ich den AG mal darauf hinweisen, weil du musst dich wirklich nicht überfordern lassen. Glaube nicht, dass die viel davon haben, wenn du dann völlig krank bist... angenommen du bist so überarbeitet, dass du herzkrank wirst vor Stress z.B., dann fällst du mindestens nen halbes Jahr aus... das wär auch scheiße. ;-)

Überstunden kann man sicher auch mal ablehnen, also ich mache das eigentlich schon... manchmal hat man ja wirklich was, wenn ich z.B. bis 15 Uhr arbeiten kann und um 17 Uhr zum Zahnarzt muss (oder einkaufen weil der Kühlschrank leer ist oder mit meinem Kind ins Kino, nur so als Beispiele), dann nehme ich keine Überstunden, das geht dann nicht. Sowas mach ich nur, wenn ich wirklich denke: "joa, ich hab Zeit, bleib ich nochn bisschen". Aber jeden Tag Überstunden würd ich echt nicht machen, dann muss irgendwas schieflaufen (Perfektionismus oder objektiv ZUVIEL Arbeit...).

mnonty p5ythYoxn


Großes Unternehmen? Hat das auch einen GUTEN Betriebsrat? Dann zuerst da hin und Beistand einholen. Gibt ja auch wohl Gesetze in DE dafür.

Du hast dich sicher da hineinmanövriert, "bin ungebunden, kann mal länger arbeiten", solange, bis das für deine Vorgesetzten Standard wurde und unheimlich praktisch, denn du arbeitest ja für 2!

:)*

K^ein Männe~rversntexher


Du hast dich sicher da hineinmanövriert, "bin ungebunden, kann mal länger arbeiten"

Es stand nie zur Debatte, dass ich sagen konnte "ich kann ja mal länger bleiben". Es war ganz einfach so, dass ich nach und nach mehr Verantwortung, Aufgaben und damit auch Arbeit bekommen habe. Ich bin nicht dahin gegangen und habe gesagt, dass ich gerne 60h wöchentlich, dauerhaft arbeiten möchte.

Aber, ich muss gestehen, ich bin ein sehr pflichtbewusster Mensch, ich würde niemals Freizeit vor Arbeit stellen. Aufgrund des Arbeitspensums fehlt mir leider auch die Zeit um perfektionistisch zu sein, um Projekte, Prozesse, etc. weit im Voraus zu planen und das ganze ein wenig strategischer aufzusetzen.

Wie du gelesen hast, möchte ich keinen Dienst nach Vorschrift machen... ich habe kein Problem damit regelmässig 45h zu arbeiten (was bereits 6,5 Überstunden sind) und wenn es brennt auch 60-80 Stunden zu arbeiten. Aber dauerhaft 60 Stunden, da gerät sogar ein studierender Single & Katzenfreund, mit Karriereplänen an seine Grenzen.

Meine Kollegen, verheiratet mit Familie, arbeiten übrigens auch nicht viel weniger.

PS: Delegieren ist schön und gut, aber es gibt einfach Dinge, die man nicht delegieren kann, weil das erklären und anschließende kontrollieren länger dauern würde, als die eigentliche Arbeit...

7]7erg|reixs


Weiterpowern bis zum burnout oder einsehen das der Job der falsche ist wenn man dir nicht entgegen kommt.

IDnimi8nxi


Delegieren ist schön und gut, aber es gibt einfach Dinge, die man nicht delegieren kann, weil das erklären und anschließende kontrollieren länger dauern würde, als die eigentliche Arbeit.

Kenn ich... Aber wenn man sich die Zeit einmal genommen hat und jemanden hat der einem das dann dauerhaft abnimmt lohnt es sich.

Wenn die Lage auch bei den Kollegen so ist, dann setzt euch doch mal zusammen, geht zum Betriebsrat, sprecht mit dem Chef und seht zu, dass Unterstützung rankommt.

Wenn das so weitergeht wird einer von euch Burn out bekommen. Also zieht vorher die Notbremse!

wZomeiyo/ujie&hunxle


@ 77ergreis:

jo, so seh ich das auch.

nochmal zur TE:

versuche es anzusprechen und darauf zu pochen! aber bei deinen bedingungen sieht es nicht so aus, als ob es viel bringen würde. und nur weil es sich "gut im lebenslauf" macht auf einen burn out hin zu arbeiten bringt ja auch nichts.

und warum haben viele leute so eine panik , weil sie mal eine kurzzeitstelle im lebenslauf haben. also ehrlich: warum muss ein lebenslauf glatt und ohne lücken, ecken und kanten sein. beruflich erfolgreiche menschen haben in ihrem lebenslauf oft MEHR davon als andere, nämlich weil sie mut zum wechsel hatten oder was neues begonnen haben!!!!

insgesamt kann ich aber deine angst verstehen, aber halte dir eins vor augen: wenn du nichts änderst, warum sollten das andere für dich tun? dein chef? sicher nicht: du arbeitest kostenlos überstunden für ihn...

maontuyG pythxon


Nicht gänzlich OFFTOPIC, ich denke, das passt irgendwie doch zum Thema:

habe ich gerade in einem anderen Thread gepostet:

WAS DENKT IHR GERADE!?

ICH GLAUB, ich spinne!

Sager von meinen 2 Bürokolleginnen:

(normalerweise sind da 4 Stück, 2 sind krank)

"Die eine zur anderen: DUU, sag mal, jetzt, wo so viele krank sind, merkst du da nicht auch manchmal, dass DU MEHR tust, als deinem Körper gut tut?

Gehen wir eine Rauchen?"

HÖRbares Ausatmen meinerseits!

"ok, ihr müsst einen Tick schneller greifen also sonst, habt aber dazwischen immer noch genug Zeit zum labern und ausserdem geht ihr jetzt eine rauchen.

DAS tut ja dem Körper z.B. überhaupt nichts negatives, nein..nein!!"

WAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHH!!!

mUon%ty pyvtkhoxn


Delegieren ist schön und gut, aber es gibt einfach Dinge, die man nicht delegieren kann, weil das erklären und anschließende kontrollieren länger dauern würde, als die eigentliche Arbeit.

Lieblingsausrede von Leuten, die NICHT delegieren können und glauben, OHNE sie geht gar nichts. Spätestens im Rettungswagen oder danach im Emergency Room kommt dann vielleicht ein bisschen Reue auf. Wenn du 4 h blöd herumsitzt und neben dir blutende Unfallopfer versorgt werden, der Arzt dir sagt: es ist alles ok, das ist NUR psychisch!

kVlein0erprxeis


Es gibt Positionen, die leider solches Arbeiten vorausetzen. 5 Jahre kann man sowas machen, ich habe es 7 Jahre gemacht,um zu erkennen,das der Körper immer Recht hat :)

Du hast schon Burn Out und bist gerade dabei es zu "verdrängen". Dein Körper wird Dir Deine grenzen bald genauer aufzeigen. Hat bei mir nach dem 4. Jahr angefangen.

Geld ist nicht alles. Ich würde es so heute nicht mehr machen, aber man lernt ja nie aus. Bin eine Stufe runter gegangen aus gesundheitlichen gründen.

Delegieren kann man schon,aber man muss auch Personal haben dafür :) vieles bleibt an dem Leiter hängen, und das sind die "mehrstunden" für nix. Das ist in Deutschland zur Zeit sehr beliebt (Ausbeutung), vor allem bei großunternehmen.

K;yrixe


Nun, meine Schwester hatte genau das gleiche Problem wie du (vielleicht bist du ja sie? ;-) ). Top internationales Unternehmen, sie an einer sehr hohen Position, top Gehalt, aber jede Menge Arbeit. Täglich 300 Mails in ihrem Postfach, Arbeit bis 23 Uhr, früh um 5 wieder aufstehen. Natürlich auch Arbeit am WoE, aber "die Arbeit macht ja so Spaß". Andere arbeiteten ebenso. Es gab die sog. 20-Uhr-Regel: jeder, der vor 20 Uhr ging, war faul. Die Chefin schaute immer nach, ob alle noch arbeiten, wenn sie ging.

Was hat meine Sis getan? Ihren Job gekündigt – und heilfroh darüber! Sie hat nun einen neuen Job, in dem sie sich ebenso ausleben kann und der ihr ebenso Spaß macht wie der Alte, nur ohne den ständigen Stress. Wenn du glaubst, an den Umständen nichts ändern zu können, heißt, weder Stunden reduzieren noch Arbeit delegieren – eben WEIL du in einer gewissen Position bist, bleibt dir nicht viel mehr übrig als den Job zu kündigen (siehe die Antwort von kleinerpreis) und dir Arbeit zu suchen, wo eben dies nicht der Fall ist. Oder hast du Angst, dass deine Arbeitskraft in anderen Unternehmen nicht benötigt wird?

C>ri6st"alxlo


@ kein Männerversteher

PS: Ich arbeite in einem großen, internationalen Unternehmen, der auf der Liste der Top-Arbeitgeber sehr weit vorne steht.. also, keine kleine Klitsche...

ich auch und bekomme dafür eine Gage. Ich kann mir sehr gut vorstellen, in welchem Segment der WiWi. du aktiv bist. Die Karriereleitern mit den entsprechenden (theoretischen) Stufen sind fiktiv. Schnapp deine Sachen und ab zum Vorturner/in und rede Klartext mit diesem Menschen.Bereite dich auf dieses Gespräch intensiv und sehr gründlich vor, stelle deine Fragen und reflektiere die möglichen Antworten und spiel durch, wie du den weiteren Argumenten begegnen willst. Sei sehr ruhig und konzentriert, das ist die halbe Miete. Eine ausgepowerte Mitarbeiterin hat den geringsten Stellenwert in der Branche.

Hast du es schon einmal versucht, dich völlig neu zu organisieren und die Prioritäten im Job neu zu setzen ?

Bist du sehr viel an der Front ? d.h. musst du auch sehr viel reisen ?

Viel Erfolg, wünscht dir

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