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Asbest in Ofentür???

Acllga@eueLr_8x7 hat die Diskussion gestartet


Hallo liebe Forengemeinde.

Ich lese in letzer Zeit öfter mal was über das Thema Asbest.

Jetzt ist mir aufgefallen, dass in unserer Holzofentür innen wie eine Art weiße Dichtung ringsherum ist. Sieht aus wie eine Schnur die da reingequetscht wurde.

Jetzt habe ich gelesen, dass sowas früher mit Asbestschnuren abgedichtet wurde. Oder kann es doch eine Glasfaserschnur sein?

Den Ofen müssten wir im wechsel von 1994 zu 1995 gekauft haben. Laut Internet wurde jedoch Asbest 1993 bereits in Deutschland verboten.

Ich bin sehr verunsichert!

Hoffentlich kann mir jemand von euch helfen!

Antworten
C?risOtaLllo


@ Allgaeuer

Ich habe im letzten Jahr ein Haus gekauft, in dem war ein Kamin mit Delfter Kacheln vorhanden. Dieser Kamin konnte sowohl offen als auch geschlossen betrieben werden. In den Türen waren ebenfalls Asbest-Runddichtungen. Ein Kaminbauer hat diese Dichtungen gegen geflochtene Alu-Runddichtungen getauscht. Vor Austausch aber bitte unbedingt den Ofensetzer kontaktieren.

wHusc^hig


Asbest ist ein nicht zu verachtender Faktor bei der Entstehung von Krebs. Das ist unbestritten.

Aber es wird manchmal etwas Panik damit gemacht, vlt. auch unbewusst.

Eine nachgewiesene Gefährlichkeit tritt auf bei lose in die Luft geratenen Asbestfasern, die mikroskopisch kleine Strukturen haben.

Es bedarf allerdings einer permanenten Präsenz um wirklich gefährlich zu sein und wird in aller Regel erst sehr spät, also nach langer Zeit des Einatmens, zu gesundheitsgefährdeten Einschlüssen in die Oberflächen der Atmungsorgane führen (sozusagen dort immer wieder abgelagerten Kurzfasern).

Jemand, der sich beruflich mit Schutz vor Asbesterkrankungen befasst, hat mir mehrfach versichert, daß die befürchteten Asbesterkrankungen zu 99.9% bei solchen Leuten auftreten, die beruflich mit Asbestbearbeitung (Schneiden, Brechen, Verformen von lose und frei beweglichen Kurzfasern) zu tun haben.

Dann ist es auch noch eine Frage des Alters der damit arbeitenden Menschen: ist jemand bereits über die 50-55 Jahre alt, so ist es eher unwahrscheinlich, daß seine Atmungsorgane eine Erkrankung ausbilden. Die Entwicklungszeit vom Festsetzen der Fasern bis hin zum bösartigen Entwickeln von Krebs etc. sei sehr langsam und wird im Normalfall mehrere Jahrzehnte dauern.

In Deinem Fall wäre ein Austauschen gegen eine Teflon- oder Alu-Dichtung eine reine Hyper-Vorsichtsmaßnahme, da die Fasern nicht in größeren Mengen aus dieser Dichtung herausfliegen.

Zerreiben und dann dran schnuppern solltest Du allerdings nicht, wenn Du unter 50 alt bist ;-) .

Die Unternehmen, die Ersatzstoffe anbieten, gerade bei speziell geformten Dichtschnüren etc. schwimmen natürlich sehr gerne auf der Panikwelle, um möglichst viel Absatz zu haben.

Sie werden Dir allerdings in den seltensten Fällen eine Entsorgung entsprechend den gültigen Vorschriften anbieten. Die ist nämlich sehr aufwendig und teuer. Die meisten Anbieter von Ersatzstoffen haben z.B. gar keine Erlaubnis, die entfernte Dichtung selbst entsorgen zu dürfen. Aber das verschweigen sie Dir ganz sicher. :-/

*:)

ARllgaecuer%_87


Vielen Dank für eure Antworten. :-)

Ihr helft mir schon sehr weiter, was ich aber auch mit meiner Frage bezwecken wollte war ganz einfach ob denn im Jahre 1994-1995 überhaupt noch Asbest in Schwedenöfen verbaut wurde!

Ich habe nochmals recherchiert und konnte rausfinden dass Asbest hauptsächlich im Jahre 1935-1979 in Öfen verbaut wurde.

Ich denke dann wird unser Schwedenofen keine 15 Jahre beim Praktiker im laden gestanden sein, oder sehe ich da was falsch!

Was mich ein wenig durcheinander bringt ist ganz einfach, dass man die Asbestdichtungen schwer von Glasfaserdichtungen unterscheiden kann.

Kennt vielleicht jemand nen gewissen Unterschied den man optlisch sehen kann ??? ?

cCeterumI cen0seo


Diese Schnur hatte ich auch. Sie ist ab und zu rausgefallen, und ich hab sie wieder reingesteckt. Fühlte sich an wie ein normales Seil. Vielleicht war es irgendwie getränkt, um mit den Temperaturen an der Ofentür klarzukommen. Ich hab auch gelegentlich mit Asbest zu tun gehabt. das sah anders aus und fühlte sich anders an. Eine geflochtene weiche Schnur kann ich mir daraus nicht vorstellen. Ich kenne auch Asbestkleidung, die ist absolut hautunfreundlich, schlimmer als Hanffasern.

wfuscxhig


Den Ofen müssten wir im wechsel von 1994 zu 1995 gekauft haben. Laut Internet wurde jedoch Asbest 1993 bereits in Deutschland verboten.

Das heißt ja nicht, daß auch kein Asbest mehr in den Läden den Besitzer wechselte.

Die Kontrollen in den Baumärkten sind nicht so lückenlos, erst recht nicht bei solche relativ kleinen Teilen.

Die Verbote für Asbest bezogen sich in erster Linie auf großflächige Teile, wie Dachelemente / Rohre / Blumenkübel (die ja allesamt einer permanenten großflächigen Abrasion unterliegen).

Auch Innenwandelemente und Auskleidungen von Feuerschutztüren bzw -Kabelkanalumkleidungen waren erste Ziele der Verbote, weil da an diesen Teilen geschnitten, gebohrt & geschliffen werden musste beim Anpassen.

Ganz besonders richtet sich der Schutz vor Asbestbelastung aber an die Sanierer von Hochhäusern, die in den 70-ern und 80-ern gebaut wurden.

Als Flammschutz der Stahlteile und Feuersicherung von Klimakanälen wurde beim Bauen die Asbestfaser mit Zementschleimen angereichert und offen (!) über Hochdruckpumpen an die zu schützenden Teile gespritzt. (dabei können diese Fasern natürlich leicht in die Büroräume, Schulklassenräume, Schwimmbadanlagen etc. gelangen!)

Die heutigen Sanierer dieser Hochhäuser haben eine sehr hohe Belastung mit Asbest-Kurzfasern zu erwarten, wenn sie diese Bausünden heute ausbessern müssen. Da ist Ganzkörperkondom und Atemvollmaske unumgänglich!

Die Endlagerung dieser Abfälle ist ein ebenso großes Problem, wie z.B. die Endlagerung von Krankheitserreger-Abfälle aus Labors und Krankenhäusern.

Mal so einfach durch die Abfallverbrennung .. .. geht gerade bei Asbestfasern gar nicht!

Noch mehr zum Thema?

;-D

wIuschxig


Was ich bisher selber vergessen hab: bei sehr vielen alten Öfen befinden sich Einbauten aus Asbestfaserplatten oder Gewebematten mit Asbestfasern in der Innenauskleidung. Diese sind natürlich sehr gefährlich, da sie permanent Kurzfasern in die Raumluft abgeben. Da ist es dann ganz unerheblich, die Türdichtungen auszutauschen. (Asbesthaltige Austauschteile sind allesamt Sondermüll!)

Ganz hilfreich kann es sein, die Verordnungen für Asbestabfälle der verschiedensten Länder mal zu studieren. Leider sind sie an manchen Stellen voneinander abweichend. Aber sie erklären, warum sich viele Händler vor der Entsorgung so vehement drücken!

K"aterx_3-8


Hast du die Gebrauchsanwendung noch, dort sollte es drin stehen welche Materialien verwendet wurden, oder dann eine Mailadr. des herstellers.

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